Latest / SchichtZulage - der persönliche VW-Podcast mit Mehrwert / VW in China - Kooperation statt Konfrontation
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- Ich glaube, wir sind dazu verdammt, mit den Chinesen zu kooperieren, so wie die das in den 80er Jahren auch waren, nämlich mit uns zu kooperieren, um überhaupt was zu lernen auf dem Sektor. Und das ist einfach ein sehr großer unternehmerischer Mut und auch großer Erfolg, der da produziert worden ist in China. Würdest du ein chinesisches Auto fahren? Also ich hätte da kein moralisches Problem damit. 320 zu 230, also bezogen auf die Arbeitstage. 320 in China, 230 in Deutschland. Da kommt man erstmal ins Schlucken, finde ich. Vor ein paar Jahren wäre diese Entwicklung, jetzt die jüngste Entwicklung mit Blick auf Volkswagen, wohl undenkbar gewesen. Am Montag hat das Unternehmen seine Auslieferungszahlen für das erste Quartal vorgestellt und siehe da, während China und die USA stark schwächeln, ist das gute alte Europa doch sehr zuverlässig. Allein hier, auch in Südamerika, gab es Wachstum. Dabei gilt Europa doch als gesättigter Markt. Genau über diese Thematik wollen wir heute sprechen. Mir gegenüber sitzt mein geschätzter Kollege Thomas Kruse, der lange, lange in der Lokalredaktion Wolfsburg, der Wolfsburger Nachrichten gearbeitet hat. Und mir gegenüber sitzt Andrea Schweiger, der immer noch in Amt und Würden ist und auch weiterhin über Volkswagen und die Wirtschaft in unserer Region kompetent berichtet. Und damit steigen wir gleich ein. Thomas, ich habe es ja eben angesprochen, Europa, im Vergleich stark, überrascht dich das? Eigentlich nicht und das ist eine verlässliche Basis, das ist ja eigentlich auch bekannt. Europa scheint doch, zumindest was Deutschland betrifft, ein konservativer Kontinent zu sein. Die Treue der Kunden. Ja, die gibt es offenbar wirklich. Mich wundert es ja auch immer wieder, dass das tatsächlich ein Faktor ist. Aber es ist wohl einer. Aber das reicht eben nicht für den Volkswagen-Konzern. Und deshalb haben wir und müssen wir auch weiterhin unseren Blick nach China und in die USA richten und auf den gesamten Weltmarkt. Und das soll ja heute ein bisschen unser Thema sein, China. Da ist unglaublich viel in Bewegung. Ähm... Da entscheidet sich, wer in der Zukunft weiterhin unter den Top Ten mitspielt. Was ist dein Eindruck? Wie ist Volkswagen da unterwegs? Ja, also, wie heißt es so schön, die Situation ist zerklüftet, aber nicht hoffnungslos. Also in der Verbrennerwelt ist VW ja in China nach wie vor sehr, sehr stark. Entschuldigung, sehr stark, ich bin ein bisschen erkältet. Anders sieht das im Elektrosegment aus, aber das Unternehmen ist ja dabei, seit drei Jahren sich dort neu zu finden, sich neu aufzustellen, neue Plattformen, neue Autos und in diesem und dem nächsten Jahr würde ich sagen, wird sich zeigen, ob diese Strategie aufgeht. Die Schwäche, die VW zeigte in den letzten drei Jahren, die war ja durchaus angekündigt. Also da kann niemand sagen, das kam unerwartet, sondern das war einkalkuliert, weil man erkannt hat, es kann so nicht weitergehen mit der bisherigen Modellpolitik. Und deshalb heißt ja jetzt die Strategie in China für China. Und da schauen wir mal. Wie ist denn dein Eindruck, Thomas? Also ich bin ehrlich gesagt fast ein bisschen stolz auf Volkswagen, also sowohl auf den Konzern als auch auf die Kernmarke in China, weil ... Wie gesagt, in diesem Markt kann man jetzt offenbar nur noch bestehen, wenn man sich schnell bewegt, viel bewegt, offen ist für alles. Und das hätte ich Volkswagen ehrlich gesagt gar nicht mal so zugetraut, aber sie kriegen das hin. Also ich finde, die sind da auf dem richtigen Weg. Die Zielsetzung, Entschuldigung, aber die war ja sehr ehrgeizig, die Entwicklungszeit um ein Drittel zu verkürzen. Und das hat ja offensichtlich geklappt. Das spricht ja für deine Argumentation. Das ist ein Punkt. Man muss ja sehen, von welcher Fallhöhe VW jetzt wirklich gefallen ist. Man hat ja in allerbesten Zeiten bis zu 40% Marktanteil gehabt, das muss sich jemandem vorstellen. Genau, Wahnsinn. Natürlich damals auch nicht entwickelten Markt. Das sieht heute ganz anders aus. Und der Chef von BWD hat es gesagt, es beginnt jetzt die K.O.-Phase in China. Auch die war erwartet. Die wird erwartet, die wird bestimmt bitter werden für manchen, der dann noch mitschwimmt. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass Volkswagen am Ende des Tages sich da behaupten wird unter den ersten fünf Spitzenunternehmen. Es sollen ja, meine ich, in diesem und dem nächsten Jahr in Summe 30 neue Modelle kommen. Das ist ja eine unglaubliche Zahl, finde ich, für diesen kurzen Zeitraum. Also man will zeigen, woran man in den vergangenen drei Jahren gearbeitet hat, was da entstanden ist, auch mit Softwareanwendungen oder Anwendungen digitaler Art, die wir uns hier gar nicht so richtig vorstellen können. Avatare und solche Geschichten. Glaubst du, dass das mal hier nach Europa rüberschwappt? Das könnte ich mir schon vorstellen. Mit einiger Verzögerung, mit Anpassung. Spätestens dann, wenn die Chinesen hier auch ernsthaft versuchen, Marktanteile zu gewinnen. Dann werden sie ja sicherlich nicht nur herkömmliche Autos für diesen Markt bauen, sondern auch ihre Spitzenprodukte hier anbieten. Und das ist eine unglaublich spannende Phase, wie ich finde, was da in China passiert, weil alles im Zeitraffer-Tempo passiert. Also man muss sich das vor Augen führen. Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurden knapp eine Million Autos in China gebaut. Jetzt werden über 30 Millionen heuer gebaut. Das ist also ein unglaubliches Tempo. Und das ist auch völlig klar, dass ein Unternehmen wie Volkswagen dann natürlich erstmal auf einer sehr gesunden Marktposition heraus vielleicht auch nicht sofort entsprechend gut reagiert hat. Also ich glaube, das kann man dem Management gar nicht mal vorwerfen. Die Entwicklungen sind einfach zu schnell. Ich habe ja die Gelegenheit zweimal gehabt, zweimal nach China zu reisen, fand das überaus interessant, natürlich, keine Frage und konnte da mir auch mal Anwendungen angucken, wie zum Beispiel diese Avatare, die kannst du ja nach deinem Ebenbild sozusagen schaffen, die sprechen dann mit dir und die unterhalten dich, die kaufen für dich ein, wenn du das willst, über Sprachsteuerung und solche Geschichten. Könntest du dir das vorstellen? Würdest du darauf stehen in deinem Auto? Nein, ich würde darauf nicht stehen. Ich bin wahrscheinlich auch viel zu dusselig, um solche Dinge zu benutzen, vernünftig. Aber ich habe auch kein Bedürfnis danach, muss ich sagen. Aber danach geht es ja auch nicht. China ist nun mal der Trendmarkt schlechthin. Das ist so. Und das muss man nicht gut finden. Finden bestimmt viele nicht gut. Aber die Chinesen finden es gut. Die Chinesen finden das offenbar. Die, die sich ein Auto kaufen können, das darf man ja auch nie vergessen. Das ist ja eigentlich auch immer noch eine Minderheit, aber eben eine riesige Minderheit. Die finden das gut und deshalb wird das auch kommen. Davon bin ich überzeugt. Ja, es ist ja schon da. Es ist da und es wird auch hier kommen, weil unsere nachwachsenden Generationen finden das bestimmt auch nicht so schlecht oder werden damit groß und wir werden das wahrscheinlich nicht mehr verinnerlichen, denke ich mal. Und sehen auch die Notwendigkeit vielleicht nicht ein. Ja, aber du hast es ja eben richtig gesagt, es geht ja um die nachwachsenden Käufer-Schichten. Und klar, also mich überfordern zum Teil auch schon viele Anwender oder ich sage einfach, ich brauche es nicht. Überfordern würde ich gar nicht sagen, aber ich brauche es nicht. Das sollte der Konsument von heute, glaube ich, nie mehr sagen, er braucht es nicht, weil darum geht es nicht. Genau, darum geht es nicht, genau. Ja, Andreas, da hast du mir was voraus. Ich war noch nie in China, kann mir das ehrlich gesagt auch überhaupt nicht vorstellen. Ich stelle es mir unglaublich groß, beeindruckend, beängstigend vor, anonym. Wie hast du das erlebt? Wo warst du und wie hast du das erlebt? Das erste Mal, das war vor Corona, da war ich in Shanghai. Das zweite Mal war ich in Peking. Das war jetzt vor zwei Jahren. Ich fand es wirklich sehr, sehr beeindruckend, natürlich allein die Dimension der Städte, wenn du also dort dich in der Stadt bewegst und Straßen hast, die über vier, fünf Etagen übereinander führen. Das kennen wir hier aus Deutschland gar nicht. Dann der Trubel, also in Peking ist mir das besonders aufgefallen. Du hast halt große Straßen, dann einen grünen Streifen und daneben sind da nochmal im Prinzip kleine Straßen für die ganzen Zweiräder und an den Kreuzungen treffen alle aufeinander. Und sobald die Ampel umscheidet, hat man das Gefühl, das soll jetzt gar nicht despektierlich klingen, aber die Menschen fallen übereinander her. Also optisch war es ein unglaubliches Chaos. Es scheint da ein gewisses System drin zu sein, was ich so nicht begriffen habe. Das wollte ich nur sagen, es scheint ja aber zu funktionieren. Natürlich funktioniert das, funktioniert alles. Und es wirkte alles sehr dynamisch, sehr lebendig, sehr voll natürlich, so wie man sich das vorstellt. In Shanghai gibt es einen Stadtteil Pudong. Das war geradezu klinisch sauber. An jeder Straßenecke stand eine Kraft und hat da mit Besen und Schaufel sofort alles weggefegt, was auf den Boden fällt. Das fand ich geradezu spooky. Kennt man hier aus Deutschland überhaupt nicht. Und also nochmal, es war unglaublich beeindruckend und sehr, sehr spannend. Und ja, es gab zumindest mal eine kleine Ahnung vom Leben in diesen Wahnsinnsmetropolen dort. Also im Prinzip mein Eindruck, was du schilderst, auch überhaupt nicht vergleichbar mit unserer Mobilität, wie wir sie kennen. Also nicht mit dieser Masse und Fülle an Menschen, mit dem Trubel auf den Straßen, aber auch wie gesagt, dann hast du gewachsene Strukturen auf der einen Seite und auf der anderen Seite hast du dann diese in kürzester Zeit aus dem Boden gestampften Viertel wie Poudon mit diesen unglaublich hohen Hochhäusern und sehr beeindruckender Architektur und alles klinisch sauber. Ja, also absolut sehenswert und absolut eine Reise wert. Ja, was glaubst du? Du hast gesagt, du bist stolz auf VW. Du gehst also fest davon aus, dass sie da im Elektrosegment die Kehrtwende schaffen. Also ich habe da noch andere Aspekte, die ich sehr interessant finde, weil um am Markt zu bestehen, muss VW sich ja komplett ändern. Das ist nicht mehr das Unternehmen, das da mal hingegangen ist und den Chinesen beigebracht hat, wie sie Autos zu bauen haben. Sondern das ist ein Unternehmen, das jetzt. Ganz anders auftreten muss. Man sucht Partnerschaften, komplexe Partnerschaften in allen Bereichen. Kommt damit auch ganz gut klar offensichtlich. Zum Teil sind diese Partner dann auch wieder Wettbewerber. Das ist also hochkomplex und spannend. Und ich wünsche mir eigentlich, dass viel von dem, was das Management in China lernt und auch praktiziert, dass wir das irgendwann mal hier erleben werden. Weil warum nicht? Also ich meine vieles von dem, wir wollen keine chinesischen Verhältnisse, aber wir können uns, glaube ich, eine Menge abgucken. Das hat Anfang der 90er Jahre mit den Japanern und Südkoreanern sehr gut geklappt. Lean Production etc. Und wir werden auch jetzt von den Chinesen ganz viel lernen müssen. Und ich freue mich ehrlich gesagt auf den Autokongress im Herbst hier in Wolfsburg, weil da wird man schon einiges davon vielleicht sehen. Sag mal für alle, die es noch nicht wissen, was passiert da in Wolfsburg? Das ist ein großer Kongress, deutsch-chinesischer Automobilkongress, der jetzt auch in den vergangenen Jahren regelmäßig in größeren Städten stattgefunden hat. Und jetzt findet er in der Autostadt statt mit Diskussionsrunden und dergleichen mehr. Und ich glaube, das ist ein wunderbarer Anknüpfungspunkt, um den Gedanken einer Kooperation mit den chinesischen Unternehmen wirklich durchzuführen. Zu verwurzeln, hier auch bei uns in der Region oder überhaupt in Deutschland. Ja, das sehe ich als ganz wichtige Aufgabe an, sich da zu vernetzen und Kooperation anzustreben. Du hast das gesagt, wir wollen keine chinesischen Verhältnisse, aber wir müssen ja Antworten finden, um uns gegen den chinesischen Wettbewerb zu behaupten. Zwingend Antworten finden. Ja, das Problem ist natürlich, dass dieses politische System wirtschaftliche Erfolge produziert. Das ist Fakt. Das wird sich Gott sei Dank nicht übertragen lassen. Das ist richtig. Aber auch wir stehen ja vor der spannenden Frage, wie wir als wünschenswert eingeschätzte Entwicklungen schneller in die Praxis bringen. Das Thema Elektromobilität ist ja im Grunde bei uns nur mit riesiger Verzögerung gebrauchen. Ganz im Gegensatz zu China. Genau und es geht ja auch nicht nur um die Produkte, also möglicherweise, dass Produkte aus China verstärkt nach Deutschland kommen, das werden sie tun, keine Frage, davon gehe ich aus, aber es geht ja auch um Folgen, die jetzt schon spürbar sind. Also wir haben das eben skizziert, VW hat in China eine völlig eigenständige Entwicklung aufgebaut. Ich glaube, vielen ist das noch gar nicht so bewusst. Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass Wolfsburg keine Entwicklung oder weniger Entwicklungsaufträge aus China bekommt. Dass Lizenzgebühren flöten gehen und das spiegelt sich ja dann auch hier in der Beschäftigung in Deutschland. Ja, das wird mit Sicherheit die Kehrseite der Medaille sein. Also das, was in China entwickelt und produziert wird. Das wird nicht hier entwickelt, das ist auch klar, aber das ist auch ein logischer Schritt, darauf müssen wir uns einstellen und was wir uns nur wünschen können, ist eben, dass dieses Know-how, wie entwickelt man schnell, bringt die Sachen schnell auf die Straße, wie kann man das auch in unsere Fabriken übertragen. Ja klar, das ist ja dann ein Wettbewerbsvorteil. Zumindest kann man mit dem Wettbewerb mithalten dann. Das erleben wir ja, die Beschleunigung aller Lebensbereiche und damit auch des Konsumverhaltens, der Entwicklungszyklen und, und, und, und, und. Man muss sich das mal vor Augen führen. Also der Technikpartner, Softwarepartner von VW, Xiaoping, das ist ein Unternehmen, das ist 2014 gegründet worden. Das baut heute selbst Autos, baut wettbewerbsfähige Software, ist kompetenter Partner von Volkswagen. Das sind Zeiträume, die können wir uns überhaupt nicht vorstellen. Und nicht nur das, es gibt eine ganz frische Auswertung des Autoforschers Stefan Bratzl für das Premium-Segment, die Innovationsfähigkeit der Premium-Hersteller. Da ist Mercedes ganz oben, aber Chopin ist auch unter den ersten fünf global betrachtet. Es gibt ja nach wie vor ganz viele chinesische Unternehmen, die wir nicht kennen, die bei uns unter dem Radar laufen, wie Sherry oder sonst wie die, aber schon, auch wenn es um Export geht, extrem stark sind und mit Sicherheit noch stärker werden. Und Konfrontation werden wir uns da nicht erlauben können. Also ich glaube, wir sind dazu verdammt, mit den Chinesen zu kooperieren, so wie die das in den 80er Jahren auch waren, nämlich mit uns zu kooperieren, um überhaupt was zu lernen auf dem Sektor. Und das ist ja auch gut so. Also ich sehe da nicht, dass man mit restriktiven Maßnahmen sich da behaupten wird können, sprich mit Zöllen oder sonstigen. Darüber haben wir ja auch schon gesprochen. Das wird nicht funktionieren. Und ich sehe das als große Chance, große Schritte nach vorne zu machen. Fragen wir doch mal unser Publikum, wie ihr das seht. Die Zusammenarbeit mit China, die Entwicklung von China, macht euch das Sorge, macht euch das Angst. Wünscht ihr euch auch mehr Kooperation, mehr Zusammenarbeit, damit es mehr gegenseitigen Nutzen gibt? Lasst uns dazu bitte Kommentare da. Danke. Ja, wir haben eben über die Schattenseiten gesprochen. Sind das denn wirklich Schattenseiten oder muss man nicht sagen, die Welt dreht sich einfach weiter? Ich glaube viele viele europäer haben natürlich nach wie vor ein problem mit mit dem autoritären, parteisystem in china ist ein anderes paar schuhe aber ploppt natürlich bei jeder gelegenheit auch wieder auf und mittlerweile dürften wir gelernt haben dass unser erhobener zeigefinger uns ehrt ja gar keine frage aber wenig wenig bewirkt letztendlich. Das, Volkswagen hat ja da auch viel Lehrgeld bezahlt, eigentlich immer. Man hat auch viele Fehler begangen. Ich erinnere mich nur an das Werk in der umstrittenen Region in China. Das hätte man, da konnte man sich nicht verweigern. Letztendlich, genau. Und da konnte man sich nicht verweigern politisch, wirtschaftspolitisch. Hat es nicht gemacht. Am Ende hatte man den Ärger, hat es dann irgendwie gelöst. Das zeigt natürlich auch die Ambivalenz der Verhältnisse. Das ist völlig klar. Aber darauf muss man sich, glaube ich, wenn man Erfolg haben will an dem Markt, muss man sich ein bisschen auch darauf einlassen, auf die autoritären Strukturen. Und das hat Volkswagen ja auch in den Jahren erlebt. Es läuft da nichts ohne Partner. Das war ja von Anfang an so. Die Joint Ventures haben Volkswagen eigentlich erst die Möglichkeit geboten, Erfolg am chinesischen Markt zu haben. Und das hält ja an. Das hält an. Das wird ja weiterhin eingefordert. Genau. Also die ganzen Softwaregeschichten, Assistenzgeschichten, Digitalisierungsgeschichten laufen ja ausschließlich mit chinesischen Partnern in China. Man darf dabei auch nicht vergessen, glaube ich, bei aller Distanz zu diesem regulierenden Staat, dass es dann natürlich auch eine Schicht von sehr wagemutigen Unternehmern gibt. Also das sind ja alles hinter den Firmen, den neuen Firmen BYD und Xiaoping und da stehen ja Unternehmer. Es ist ja nicht so, dass die alle vom Staat durch Marionetten geführt werden, sondern das sind ja Unternehmerpersönlichkeiten. Und das vergisst man, glaube ich, auch ab und zu. Und das ist einfach ein sehr großer unternehmerischer Mut und auch großer Erfolg, der da produziert worden ist in China. Wie siehst du das mit chinesischen Herstellern? Die sind ja schon da in Europa. Sie werden sicherlich auch stärker werden. Glaubst du, dass sie eine Erfolgsgeschichte schreiben wie die japanischen und koreanischen Hersteller? Der Markt ist natürlich noch umkämpfter als damals, glaube ich. Das wird schwierig werden, aber ich traue denen schon einiges zu, würde ich sagen, wenn die jetzt ihre Händlernetze aufbauen. Das ist, glaube ich, entscheidend, dass Händlernetze, Ersatzteilversorgung und Vertrauen zu schaffen. Was sie nicht machen werden, ist, glaube ich, das, was viele Konsumenten erwarten, dass sie sich auf einen ruinösen Preiskampf hier in Deutschland oder in Europa einlassen werden. Und das werden sie, glaube ich, nicht machen. Sie werden schon Wettbewerbsdruck aufbauen. Aber ich glaube, sie sind auch schon daran interessiert, die Preise auf einem gedeihlichen, aus Sicht der Unternehmen gedeihlichen Niveau zu halten. Ich glaube, es werden keine Billigheimer werden. Das machen sie ja jetzt schon nicht. Und das werden sie auch künftig nicht machen. Sie werden sicherlich mächtig Druck machen auf den Wettbewerb. Und das kann ja auch nur gut sein, weil die Preise für Elektroautos sind ja zu hoch. Das wissen wir ja. Also in Deutschland fahren sie ja noch absolut in der Nische. Aber in Südeuropa sieht das ganz anders aus. Da haben sie schon ordentliche Marktanteile. Wir gucken auch vielleicht viel zu sehr auf den Markt in Deutschland und in Mitteleuropa. Wir haben schon durchaus Erfolg. Das ist so. Und die andere Geschichte, die auch kommen wird, ist natürlich, dass Volkswagen sich sicherlich auf Dauer nicht erlauben kann, die Autos, die in China gebaut werden, nicht nach Deutschland zu exportieren oder nach Europa. Ich glaube, diese Strategie wird man nicht aufrechterhalten können. Aus Kostengründen meinst du? Auch, weil der Markt natürlich in China relativ gesättigt ist im Augenblick. Das wird sich dann ja möglicherweise ändern, wenn der Kreis der Unternehmen kleiner wird. Aber im Augenblick ist es ja so, dass der wirtschaftliche Zwang besteht zu exportieren, auch bei den chinesischen Unternehmen. Und ich weiß nicht, wie lange man sich da wird verweigern können. Und dieser Druck, der ist ja für die Chinesen noch viel größer, weil eben der chinesische Markt sehr umkämpft ist. Und man hört ja nur von ruinösen Preiswettbewerben. Der US-Markt ist für sie verschlossen aus regulatorischen Gründen. Und da bleibt ja nicht mehr viel. Klar, da bleibt noch Südostasien, keine Frage, aber eben auch als lukratives Geschäft Europa. Aber das ist ja das, was wir uns angeblich auch immer wünschen. Ein Wettkampf, einen fairen Wettkampf, aber den werden wir dann ja auch bekommen. Und ich glaube, das könnte ein Turbo für die E-Auto-Industrie werden. So hart es auch werden wird. Aber dem können wir uns ja nicht verweigern. Ja. Das stimmt, ja. Würdest du ein chinesisches Auto fahren? Also ich hätte da kein moralisches Problem damit. Überhaupt nicht. Warum? Also ich meine, dann hätten die Chinesen ja auch ein Problem damit haben müssen, einen Audi zu fahren oder einen Porsche oder einen VW. Ich glaube, jedes Unternehmen hat das eingespeist, dass der Kunde bestimmte Kriterien hat, die erfüllt werden müssen. Und dazu zählt natürlich auch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Also wenn das, so weit bin ich schon noch Wirtschaftspatriot, dass ich sagen würde, wenn das in etwa sich gleicht, dann würde ich schon ein deutsches Unternehmen. Nur ist es auch klar, wenn die Chinesen kommen, schaffen sie natürlich auch Arbeitsplätze. Das ist ja nicht so, dass die, die werden ja nicht nur Autos importieren, sondern die werden auch Autos bauen hier. Und das kann ja auch nur gut sein für die Wirtschaft. Das wird ja vorbereitet schon. Also ich habe selbst diese Vorbehalte lange gehabt und mir gedacht, man müsste da eher mit Regulierung drauf reagieren, aber ich glaube, das ist nicht der richtige Weg. Also ich glaube, wir brauchen da wirklich auch eine faire Marktoffnung für die Chinesen, die sich ja dann automatisch auch an die geltenden Standards anpassen müssen. Und wenn hier Überkapazitäten sind und Fabriken leer stehen, warum soll da kein Chinese sein, seine Autos bauen? Das könnte ja möglicherweise sogar ein Druckmittel sein, es wird ihnen ja ermöglicht, in Europa zu produzieren und dann faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten, das zu fordern für den Wettbewerb in China. Denn da gab es ja immer wieder, die Vorwürfe gibt es ja, dass die chinesischen Autobauer besonders gefördert werden durch die Regierung dort und so weiter. Weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mal. Weil wenn du das Beispiel VW, und das gilt ja eigentlich für alle, auch ausländischen Hersteller, die sind ja alle in dieser Konkubinen-Konstruktion. Das heißt, sie haben Partner, zum Teil sogar diese großen staatlichen Unternehmen wie VW. SAEG und FAW, das gilt ja auch für Volkswagen und man würde sich ans eigene Fleisch schneiden. Also ich kenne jetzt die genaue Förderstruktur nicht, aber ich glaube nicht, dass die ausländischen Unternehmen da direkt benachteiligt werden. Naja, aber es hieß ja auch, dass zum Beispiel die chinesischen Exporte gefördert werden und so ermöglicht wird, dass man da mit Kampfpreisen agieren kann. Ja, aber wir erleben die Kampfpreise ja noch gar nicht. Das ist ja, wenn du hier ein chinesisches Auto kaufst, ein Bi-Bi-Di. Ich glaube nicht, dass du dir da auf die Schenkel schlägst und sagst, das ist ja total günstig. Das ist ja nicht so. Fragen wir nochmal unser Publikum. Wärt ihr bereit, euch ein chinesisches Auto zu kaufen, wenn es technisch passt? Wenn es vom Preis her natürlich passt? Oder würdet ihr immer sagen, lieber ein deutsches Produkt oder ein europäisches Produkt? Lasst uns bitte die entsprechenden Kommentare da. Vielen Dank. Ja, besonders schwierig ist es, glaube ich, das haben wir noch nicht so angesprochen, ist es, glaube ich, auch für die Premium-Marken, für Porsche und Audi, die immer einen sehr sicheren Hafen hatten in China, wo sie viele Autos verkauft haben, sehr teuer verkauft haben. Auch die trifft es jetzt besonders, weil die Chinesen natürlich auch in der Lage sind, Premium zu bauen. Das sollte man nicht vergessen. Sollte man nicht vergessen. Und das sind ja margenstarke Fahrzeuge, die dann wiederum in der Bilanz fehlen. Also ich denke, das könnte für unsere Region hier, die Veranstaltung im nächsten Herbst könnte symbolträchtig werden und auch zukunftsweisend. Also ich verspreche mir da eine ganze Menge davon, dass man sich hier wirklich öffnet dem Gedanken, dass man auch mit chinesischen Investoren eine vernünftige Basis finden muss. Oder dass sich möglicherweise hier chinesische Partner ansiedeln, nennst du das für wahrscheinlich? Warum nicht? Ich halte es auch zum Beispiel für längst überfällig, dass mal ein chinesischer Manager im Volkswagen Aufsichtsrat oder im Vorstand sitzt. Auch das wird kommen, da bin ich mir ziemlich sicher. Das muss kommen und das kann auch sicherlich nicht schaden. Also ich glaube, wir können von China in vielen Dingen, vielleicht nicht unbedingt in demokratischen Grundrechten und so weiter, aber ich glaube, wir können da eine ganze Menge lernen und müssen da auch ein bisschen die Scheuklappen zurückschieben und müssen einfach mal schauen, wie man Dinge eben auch schneller umsetzen kann. Und übertragen immer auf den europäischen und deutschen Maßstab. Und es geht nur im Konsens, davon bin ich fest überzeugt. Aber es gibt ja auch so andere Dinge. Als ich das zweite Mal in China war, habe ich mitgenommen, 320 zu 230, also bezogen auf die Arbeitstage. 320 in China, 230 in Deutschland. Da kommt man erst mal ins Schlucken, finde ich. Auch damit müssen wir ja umgehen. Das stimmt. Das ist natürlich auch ein Aspekt, den man auch so nicht vergleichen kann, glaube ich. Das ist eine Nation, die überhaupt nicht zu vergleichen ist mit europäischen Staatsgebilden, was die Einwohnerzahlen anbelangt, was die Strukturen anbelangt, was die Zentralgewalten anbelangt. Und das ist auch nicht der Punkt. Es muss ja A, muss Arbeit da sein, A, muss es sinnvolle Arbeit sein. Und das mal an den Arbeitstagen zu bemessen, weiß ich nicht, ob das die richtige Grundlage ist. Hat das noch etwas mit Produktivität dann auch zu tun? Ja, das hat es natürlich, das ist klar. Das ist sicherlich wünschenswert, dass die Produktivität auch, was die Manpower anbelangt, hier... Das ist völlig klar und dass wir da auch auf einige Dinge vielleicht lernen müssen, darauf zu verzichten im Sinne einer wirtschaftlich gedeihlichen Entwicklung. Aber ansonsten gibt es sicherlich auch Grenzen der Vergleichbarkeit. Das ist vielleicht auch ganz gut so. Ja, natürlich ist das gut so und ich will auch gar nicht auffordern, dass wir das chinesische System übernehmen, aber du hast es ja selber angesprochen, wir müssen uns damit beschäftigen und wir müssen lernen und ich frage mich halt, wenn es das Ziel gibt, zum Beispiel die Entwicklungszyklen auch in Deutschland, Europa oder in der restlichen Welt deutlich zu beschleunigen, reichen dafür die entsprechenden Strukturen? Also in Wolfsburg entsteht ja ein neues Entwicklungscampus. Reicht das oder braucht es dazu noch andere Dinge? Ja, wir müssen sicherlich, was unsere Haltung, unsere Fokussierung anbelangt, lässt da sicherlich vieles zu wünschen übrig. Wir sind eine gesättigte Wohlstandsnation, das ist so. Die Chinesen wollen da hinkommen, was sie in Gänze natürlich nie schaffen werden für ihre riesige Bevölkerung. Aber da ist vielleicht ein gemeinsamer Wille dahinter. Der ist bei uns gesellschaftlich so nicht spürbar. Wir sind eine hochindividualisierte Gesellschaft. Da ist die chinesische Gesellschaft sicherlich anders strukturiert. Und um den Kreis zu schließen, ich glaube, wir müssen einfach bereit sein, einfach offen zu sein und zu lernen. Wir müssen deshalb nicht alles übernehmen. Das geht gar nicht, um Gottes Willen. Aber wir müssen bereit sein, diesen Grundgedanken. Wir wollen da mitspielen. Und vielleicht kann man sich ja vom Verhalten Volkswagens in China, nämlich da neue Wege zu gehen. Auch die Bereitschaft überhaupt erst mal zu haben. Genau, das ist so. Und ich glaube, da kann man sich auch schon einiges abgucken. Und das kann sich Volkswagen auch in Deutschland hier, in Wolfsburg, in unserer Region abgucken. Also wenn wir was machen, dann müssen wir auch bereit sein, es schnell zu machen, konsequent zu machen, es nicht zu zerquatschen. Und die besten Punkte rauszusuchen. Und dann aber auch in der Lage sein und bereit sein, das umzusetzen. Also das Beispiel ist ja eigentlich Coupa. Da ist es ja gelungen, die Seat Tochter Coupa, das ist ja gelungen, eine neue Marke quasi aus der Taufe zu heben, die auch relativ erfolgreich ist. So was würde ich mir auch vielleicht mal bei der Kernmarke VW wünschen, dass man sagt, wir haben jetzt eine Zielgruppe, die wollen wir bedienen. Das ist eine Einsteigergruppe, da machen wir mal ein neues Label, eine neue Marke, die genau exakt zugeschnitten ist und auch von A bis Z, von der Entwicklung bis zur Produktion und zum Vertrieb genau auf diese Zielgruppe zugeschnitten ist. Ich meine, in China, da verliert man ja den Überblick. Da gibt es Jetta bei VW, da gibt es FAW VW, da gibt es SAIC VW und da gibt es die Kooperation mit Xiaoping. Also das ist schier unübersichtlich geworden schon. Aber also diesen Mut wünsche ich mir eigentlich auch mal in Deutschland. Aber vielleicht kommt es ja. Ja, Mut und Offenheit, finde ich, sind Leistungsbereitschaft, Lernbereitschaft sind gute Schlossworte. Damit verabschieden wir uns von euch und freuen uns auf die nächste Folge. Bis dahin, bleibt gesund. Danke. Bis zum nächsten Mal. Macht's gut.