Latest / SchichtZulage - der persönliche VW-Podcast mit Mehrwert / Dauerkrise bei VW ohne Ende - Wann wird es besser?
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- Der Konzern will sich ja schon schon lange verändern, das höre ich ja. Eigentlich will er sich ständig verändern und nimmt jetzt die Dringlichkeit zu. Ja, Volkswagen ist nicht beweglich. Volkswagen ist ein gefesselter Riese. Irgendwie muss es doch mal, muss es doch mal vorangehen. Das alte Problem. Ich finde Oliver Blume gegenüber ist der Betriebsrat und auch die Gewerkschaft sehr handzahm. Ein anderer Manager, der anders aufgetreten wäre, würde nicht mehr auf seinem Chefsessel sitzen, habe ich mir ganz sicher. Ja, ich sitze heute hier vor euch mit einem doch etwas schlechten Gewissen. Warum? Weil wir euch eigentlich auch mal positive, erfreuliche Botschaften überbringen wollen. Es gab ja kürzlich erst eine, dass VW Financial die Zahl der Ausbildungsplätze aufstockt. Das ist okay. Jetzt aber aktuell kommen wieder Nachrichten aus Wolfsburg, die eher betrüben. Und ein Satz, den ich ganz oft höre, ist in den letzten Tagen, es reicht nicht, es reicht nicht, es reicht nicht. Gemeint ist das Weihnachtswunder von 2024. VW muss noch mehr sparen. Thomas, was fällt dir dazu ein? Das ist doch eine Hammernachricht. Wie gerne würden wir beide doch nur positive Geschichten sprechen, oder? Wieso machen wir es nicht? Weil es nicht geht. Ja, weil es im Moment nicht geht, weil es wirklich schwerfällt. Aber das ist ja auch nicht unsere Schuld und auch nicht unser Ansinnen. Das ist ja einfach so, dass da die Duftnoten gesetzt werden. Und wie du schon sagtest und wie du ja jetzt auch in einem längeren Artikel geschrieben hast bei uns, ist ja mal wieder Krawall angesagt oder allerhöchste Alarmstimmung. Das zeichnet sich ab und allerhöchste Alarmstimmung würde ich schon sagen. Also das nehme ich aus vielen, vielen Gesprächen mit, dass die Anspannung sehr hoch ist jetzt. Wir hatten vor ein paar Tagen eine Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg und die Botschaft, finde ich, ist erschütternd. Das Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr. Das ist kaputt. Also das ist schon eine harte Nummer, finde ich. Und das ist ja, Entschuldigung, aber die Botschaft kommt ja offiziell vom Unternehmen, vom Vorstand. Ja, das Geschäftsmodell ist kaputt und nicht zu wissen, was für ein neues Geschäftsmodell wir betreiben. Mir kommt Volkswagen im Augenblick so vor wie ein altes Ehepaar, das ein langes gemeinsames Leben geführt hat, vor der diamantenen Hochzeit steht, alles erreicht hat, schöne Kinder, erfolgreiche Kinder. Also nette Enkelkinder, Häuser, Besitz, Geld und dann plötzlich feststellt, wir passen aber doch irgendwie nicht zusammen und müssen uns im Alter von 75 doch lieber trennen. Ja, zum Glück ganz so weit ist es noch nicht. Ja, aber ich denke mal, es ist ein Grundkonsens zwischen den Anteilseignern und ich spreche ja da gerne von Salzburg, können aber auch Katar dazunehmen. Der hat nichts mehr mit der eigentlichen Substanz des Volkswagen-Konzerns zu tun, so wie wir ihn kennen. Vielleicht interpretieren wir das ja auch falsch. Wir denken, Volkswagen baut schöne Autos vom Mini bis zum Laster und was weiß ich alles. Und das ist ein tolles Geschäftsmodell und so wird es auch auf Ewigkeit weitergehen. Dieser Konsens scheint ja nicht mehr da zu sein. Es gibt ja kein Ende. Ich meine, wie gern würden wir sagen, wir haben da 2024 unter Schmerzen irgendeinen Tarifvertrag zustande gebracht. Der gilt jetzt die nächsten fünf Jahre wunderbar. Noch gilt er ja auch. Ja, aber die Begehrlichkeiten sind offenbar da, da jetzt schon was zu ändern oder auch weiterhin stetig was zu ändern. Und das war auch mein Eindruck, das ist ein verstetigtes Sparprogramm, das wird immer weitergehen. Und ich würde nur gerne mal wissen, was steht für die deutschen Standorte, für Wolfsburg etc. pp. Am Ende dieses Sparkurses. Was steht da? Das muss man ja wissen. Was bleibt. Was bleibt, genau. Was bleibt, ja. Man liest auch, der Konzern ist zu groß, der ist in seiner Struktur her nicht managebar. Okay, auch wenn das so ist, muss man das ändern. Aber kann man es ändern in der Konstruktion Volkswagen? Das ist die große Frage. Das ist die große Frage, ja. Ist dein Eindruck da? Ist dieser Koloss überhaupt korrigierbar in seinem Kurs? Kurzfristig mit Sicherheit nicht, oder? Ne, also und wenn dann unter großen, großen Schmerzen, ja, und dann begründet wird das ja mit der sich verändernden Weltlage auch, okay, alles klar. Aber der Konzern will sich ja schon lange verändern. Das höre ich ja. Eigentlich will er sich ständig verändern und nimmt jetzt die Dringlichkeit zu aufgrund der wirtschaftlichen Situation. Ich verstehe auch nicht, jetzt ist ja wieder gerade akut das Thema Komplexität in den Strukturen, in den Produkten, in den Plattformen und so weiter, in der Modellvarianz. Alles Dinge, die seit 100.000 Jahren besprochen werden. Warum packt man das nicht an? Ich habe ja mal ein Buch mitgebracht. Du kannst gleich mal tippen, aus welchem Jahr das stammt. Das heißt, Ausgebremst von Helmut Becker, der war mal BMW-Manager und danach Autoexperte, wie die Automobilindustrie Deutschland in die Krise fährt. Lest dir da mal eine Passage vor, wenn du gestattest. Damit steht bereits heute fest, dass dass über kurz oder lang, in diesem Fall eher kurz, die chinesischen Autobauer zu einer ähnlichen Bedrohung für die deutschen Hersteller werden, wie die japanischen oder südkoreanischen, auch wenn anzunehmen ist, dass es ein chinesisches Vordringen in Europa zunächst vor allem zulasten anderer ausländischer Marken, geben würde. Fest steht auf jeden Fall aber, dass jeder zusätzliche Wettbewerber auf den gesättigten Märkten der alten Welt für zusätzlichen Preisdruck und Verdrängungswettbewerb sorgen wird. Frische Worte aus welchem Jahr, was schätzt du? Ja, klingt verdammt aktuell, aber wenn du schon so komisch fragst, sage ich 2009. 2008, nicht schlecht. Und was damit auch deutlich wird, es gibt ja keinen idealtypischen Wirtschaftszustand auf der Welt. Dass man sagt, es ist alles windstill, die Sonne scheint vom Himmel und jetzt können wir wirtschaften. Also das wirtschaftliche Umfeld ist im Augenblick und sicherlich seit einigen Jahren extrem schwierig. Keine Frage. Keine Frage, aber das war es eigentlich immer. 2008, 2009 war gerade krachend der Versuch von Porsche gescheitert, Volkswagen zu übernehmen. Genau. Und dann ging es ja lustig weiter. Wir haben die Euro-Krise gehabt, dann haben wir dies gehabt, dann haben wir das gehabt. Die Finanzkrise kam erst mal dann 2008, 2009. Also es gibt kein ruhiges Wirtschaftsumfeld global. Das ist so. Also deshalb erwarte ich vom heutigen Management von Volkswagen, dass man das zur Kenntnis zu nehmen hat. Und dass man das handeln muss irgendwie. Es macht keinen Sinn, ständig zu wiederholen. Die Umstände sind schwierig, sind sie. Zollpolitik ist natürlich ein ganz scharfes Messer, gar keine Frage. Aber darauf müssen sie irgendwie reagieren, handeln. Und das fehlt mir im Augenblick, dieses ewige Lamentieren. Es passt immer noch nicht. Dann muss Herr Blum und Herr Antlitz sagen, wir müssen dieses, jenes Werk hier schließen und jenes Werk in Südeuropa oder China. Das möchte ich dann auch mal hören. Das kann er natürlich nicht exekutieren, das gelingt ihm nicht. Nein, das geht so nicht, das ist schon klar. Da gibt es ja auch bestehende Verträge und Vereinbarungen und so weiter. Die Frage, die sich mir stellt ist, hat man die Entwicklung jetzt nicht antizipieren können 2024, dass es nicht einfacher wird wirtschaftlich? Oder hat 2024 der Mut gefehlt, noch härtere Einschnitte zuzumuten? Was meinst du? Also es zeichnet sich ja ab, so haben wir ja auch begonnen, dass es nicht ausreicht, was da 2024 beschlossen wurde. Und es ging ja relativ schnell los danach, die immer gleiche Botschaft, wir müssen die Kosten drücken, drücken, drücken und es reicht nicht und die Rendite reicht nicht und wir haben nicht genug Geld, um unsere Zukunft zu finanzieren. Und das ist ja auch aus Sicht der Beschäftigten eine Katastrophe, finde ich. Also diese Dauerbotschaft, dieser Dauerstrudel, der die Leute nach unten zieht. Vielleicht schreibt ihr uns das mal, wie es euch damit geht. Aber ich finde das persönlich sehr, sehr belastend. Und wenn du dann noch nicht kurz vor der ATZ stehst, sondern vielleicht ein relativ junger Mensch bist und gerade eine Familie gegründet hast und so weiter, Oder ist das ja von der Perspektive her alles nur nicht schön? Ja, um auf 24 zurückzukommen. Ich weiß nicht, ob der Mut da gefehlt hat. Sicherlich nicht. Es waren ja lange und schwierige und auch harte Verhandlungen. So wurde uns das ja berichtet. Ich glaube, mehr war nicht drin in diesem Jahr. Damit ist die Unternehmensseite, sage ich jetzt mal, und die Aktionärsseite mit Sicherheit nicht zufrieden gewesen. Sie sind unzufrieden darüber. Sie haben sich das anders vorgestellt. Dann hat es im Sommer drauf ein Bauernopfer mit dem Personaldirektor, mit Gunnar Kilian gegeben. Übrigens, die Stelle ist immer noch nicht besetzt. Was aus meiner Sicht ein Problem ist. Das ist kein Problem. Das ist im Grunde ein mittlerer Skandal. Weil gerade in dieser Phase braucht man einen fähigen oder eine fähige Personalvorständin, die wirklich Ideen hat. Wie man dieses Problem auch über das jetzt beschlossene Einsparprogramm und Personalabbauprogramm fahren würde. Ich meine 2030 ist für uns noch ein langer Zeitraum, aber irgendwann ist das Jahr da und dann wird es mit Sicherheit weitergehen müssen mit dem Sparprogramm und Abbauprogramm. Und die Frage ist ja, wie kommt man jetzt von diesen Kosten runter? Das sind ja Beispiele genannt, haben wir auch schon angesprochen. Komplexität und weniger Plattformen, weniger Modelle und so. Aber erstmal sind ja die Modelle auf den Linien und auf der Straße. Und wenn du sie rausnimmst, dann fehlt wiederum Arbeit. Da stellt sich ja die nächste Frage. Es gibt die Beschäftigungssicherung, es gibt Standortsicherung. Geht man möglicherweise dann doch, das war ja auch 24 in der Diskussion, an das Thema Einkommen. Dass man sagt wie 94, wir senken das Einkommen ab und damit die Arbeitszeit. Das ist alles denkbar und das wird auch alles auf den Tisch kommen, da bin ich mir ganz sicher. Was mich auch persönlich stört, ist diese Kurzatmigkeit. Du hast es ja angesprochen und Frau W. sagt es selbst und die anderen Marken auch. Wir starten Modellfeuerwerke. Die kommen jetzt im Sommer, im Herbst und dann so weiter. China 50 neue Autos. Ja, das ist ja eigentlich eine super positive Nachricht, wie schnell man da inzwischen auch ist. Das sehen wir ja auf der Messe in Beijing im Augenblick. Aber man hat ja überhaupt keine Geduld. Man denkt ja jetzt, okay, warten wir mal ab, wenn jetzt die ersten kleinen IDs kommen und so weiter. Und wenn die neuen Modelle auf dem Markt sind, wie sieht die Lage dann aus? Nein, es wird wieder gezündelt. Und das sind ja nicht die Medien, die zündeln, sondern das ist ein Interview von Oliver Blume im Manager Magazin, das dann natürlich gewaltig… Wo er angekündigt hat, die Produktionskapazität nochmal anzupassen, nach unten natürlich. Ja, das ist ja aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist das ja auch alles logisch und auch nicht so neu. Also wir sind mal irgendwann von zwölf Millionen Einheiten gekommen, das war zu besten Winterkornzeiten. Da konnte man die Autos auch verkaufen und inzwischen stehen da 9 Millionen in einem Markt, der schrumpft. In einem Markt, in dem ständig neue Mitbewerber dazukommen, die auch vom Kuchen essen wollen. Da ist klar, dass es Anpassungen geben muss. Und wenn wir demnächst in ein, zwei Jahren hören, dass das Volumen nur noch bei 8 Millionen liegt, dann wird es wieder Anpassungen geben müssen. Aber das führt natürlich im Endeffekt dazu, dass die Stimmung, jetzt mal um auf die Basis zurückzukommen, dass die Stimmung natürlich mies ist. Gerade hier an den deutschen Standorten. Ich finde berechtigt. Man wirft ja den VW-Leuten immer vor, besonders verwöhnt zu sein. Und ganz sicher haben sie Arbeitsbedingungen und auch materielle Bedingungen, die sehr, sehr gut sind. Aber dieser ständige Abwärtsschudel, dieses Dauerfeuerwerk mit schlechten Nachrichten, ist ja furchtbar. Es sind ja auch Pauschalurteile. Wir haben ja eben im Vorfeld zufälligerweise noch über das Thema Schichtarbeit gesprochen. auch mal so einen ganz anderen Blickwinkel. Und wenn man auf VW-Mitarbeiter einschlägt oder Mitarbeiterinnen, dann wen meint man genau? Meint man die Leute, die in der Montage im Dreischichtsystem, wenn es gut läuft, arbeiten? Oder meint man die Leute im Büro oder in der technischen Entwicklung im Vertrieb? Das sind alles Stereotype. Darüber brauchen wir nicht zu reden. Natürlich hast du recht. Es wird auch wieder ums Entgelt gehen. Es geht ja jetzt schon. Demnächst steht ja die Neustrukturierung des Entgeltsystems an. Danach kommt eine Tarifrunde. Danach kommt eine Tarifrunde. Dazwischen wird es wieder zehn Forderungen danach geben, dass es alles schneller gehen muss und dass noch mehr gespart werden muss. Das ist aber kein positives Signal. Wir wissen ja, dass es in der Region viele Leute gibt, die sich dieses positive Signal wünschen. Ja, berechtigterweise auch. Natürlich bist du doch, wie lange haben wir jetzt Krise? Seit zig Jahren. Wir werden auch weiterhin Krisen. Genau, ja, aber diese Endlosfolge ist ja seit Corona ist es ja so, dass wir ständig bombardiert werden mit schlechten Nachrichten, mit Krisenszenarien und, und, und. Und es ist kein Ausweg erkennbar. Ja, da würde ich mal einhaken wollen, weil wir vergessen natürlich dabei, dass diese schweren Krisen, die schwer zu handeln sind, natürlich auch Reaktionen gezeitigt haben. Sagen wir mal, der gesamte Bereich Logistik, Einkauf hat sich darauf eingestellt, hat sich angepasst. Das ist ja eigentlich ein logisches und positives Ergebnis der ganzen Geschichte. Die Modellpolitik ist modifiziert worden. Also klar gibt es die Krisen und die wird es auch weiterhin geben, vielleicht sogar noch in noch schlimmerem Ausmaße. Aber sie sind nun mal da, man hat sich angepasst und jetzt muss man mit dem Vorhandenen natürlich auch mal arbeiten und muss sagen, okay, so sieht es aus. Und das ist das positive Signal, was wir setzen für die Beschäftigten. Vielleicht müssen wir 60.000 Leute entlassen, keine 50.000, aber dann ist Licht am Ende des Tunnels. Das kannst du nur in dieser Konstellation bei VW natürlich nicht sagen. Das alte Problem, ich finde Oliver Blume gegenüber ist der Betriebsrat und auch die Gewerkschaft sehr handsam. Und ein anderer Manager, der anders aufgetreten wäre, würde nicht mehr auf seinem Chefsessel sitzen, habe ich mir ganz sicher. Aber Probleme lösen würde das auch nicht, das grundsätzliche Problem. Nein, das grundsätzliche Problem wird dadurch nicht gelöst. Also das ist einfach diese permanente Renditeforderung, die da kommt. Jetzt geht es um die Kapazitäten in den Werken. Es ist halt immer ein neues Label, das draufgepackt wird. Und nur damit schaffst du auch keine Identifikation in einem Unternehmen. Da bin ich mir ganz sicher. Natürlich kann man die positiven Aspekte hervorheben. Das haben wir gerade gemacht im Bereich China. Wenig später revidiert Herr Brandstetter die Konzernziele für China. Also es ist im Grunde witzlos. Wer hier das Blaue vom Himmel und das Positive sehen will, der wird am nächsten Tag eines Besseren bilden. Was glaubst du denn, was ist mehr der Treiber? Also das Unternehmen argumentiert ja, wir brauchen eine deutlich bessere Rendite, um unsere Zukunft finanzieren zu können. Transformation kostet viel Geld, ist ja auch nachvollziehbar. Auf der anderen Seite sitzen natürlich die Aktionäre im Nacken, vor allem auch die Familien, die ja auch einen Renditeanspruch haben, die auch noch zum Beispiel den Einstieg in die Porsche AG finanzieren müssen. Das sind ja noch Milliardenlasten. Was ist denn da mehr der Treiber? Was vermutest du? Also im Augenblick würde ich mal annehmen, dass die Aktionäre die stärkeren Treiber sind. Aber natürlich ist es dieses gesamte Bündel. Es ist eine kritische Situation, gar keine Frage. Immer auch daran denken, dass die neuen Mitbewerber, die sind fix unterwegs, die sind lernfähig, die sind auch schmerzbefreit. Die wissen, wenn es schief geht, dann kannst du auch insolvent gehen. Und da gegenüber steht so ein Ozeandampfer wie Volkswagen, der sich eigentlich überhaupt nicht großartig bewegen kann. Du kannst kein Werk schließen, selbst wenn es geboten wäre. Dann gibt es den politischen Einfluss. In Niedersachsen kann man, glaube ich, gar kein Werk schließen. Selbst wenn man das möchte. Das glaube ich auch. Das wäre politischer Selbstmord. Aber ich meine... Dann wird dieses Unternehmen vielleicht auch an diesen politischen Strukturen, möglicherweise irgendwann mal leckschlagen. Das ist so. Also wenn andere Unternehmen Try and Error machen, also Versuch, Irrtum, wir probieren das mal in diesem Markt. Wenn es da nicht klappt, dann ... Ja, die sind natürlich wesentlich beweglicher als Volkswagen. Per se. Volkswagen ist nicht beweglich. Volkswagen ist ein gefesselter Riese. Ja, beziehungsweise zu langsam. Also irgendwann bewegt er sich doch, aber es dauert immer ewig. Aber man muss dem Unternehmen, finde ich auch mal, mir ist das alles viel zu kurzatmig. Wir reden hier über Entwicklung in China. Jetzt wird sich schon wieder korrigiert. Ich meine, da kommen jetzt ein Haufen neuer Modelle auf den Markt. Vielleicht sagen wir in einem halben Jahr, hat funktioniert. Vielleicht hat es sogar mal in den USA irgendwann funktioniert in einem Jahr. Aber es kommen ständig diese Wasserstandsmeldungen, die eigentlich nur negativ sind und für Verunsicherung sorgen. Das ist für mich auch ein Kommunikationsproblem, finde ich. Ja, aber wie kommen wir da raus? Müssten die Aktionären, die Familien, das Management mehr Geduld haben? Müssen die sich mehr Zeit geben? Oder fehlt die Konsequenz in der Umsetzung, dass man dann doch sagt, wir müssen uns mit dem, heute heißt es ja Mitbestimmung, also mit Betriebsrat und Gewerkschaft zusammensetzen, um nochmal über neue Ziele zu sprechen, weil wir sonst gegen die Wand fahren. Also irgendwie muss es doch mal vorangehen. Naja, in jedem kleinen Börsen-ABC liest ja der Laie, du musst, wenn du Geld über hast und es in Aktien anlegst, dann musst du Geduld haben. Dann musst du die Aktie erstmal schön weglegen und musst mal gucken. Das scheint ja nicht der Fall zu sein. Also ich glaube, der Druck ist besonders... Bei der Porsche SE und bei der Beteiligungsgesellschaft extrem hoch. Die gucken ja im Augenblick sich alles Mögliche an, um ihr Portfolio breit zu streuen. Und ich glaube, das bedingt auch diesen enormen Druck, dass sie eben Geld brauchen. Und das ist einfach, da ist kein gedeihliches Managen und Wirtschaften möglich und auch kein angenehmes Arbeiten, finde ich. Ich meine, man merkt es ja allenthalben. Wir brauchen eine Perspektive auch für dieses Bundesland, für diese Region und für VW in Deutschland. Und da nützt es natürlich gar nichts, wenn da ständig Namen wie Neckarsulm oder Ingolstadt oder Emden oder Zwickau oder Hannover als mögliche Todesopfer sozusagen geschildert werden. Und das wird im Nachhinein dann ein bisschen relativiert, aber es steht erstmal, es ist in der Welt. Und damit ist es auch Halbfakt. Und erstaunlicherweise übrigens, du hast das ja auch gesehen, wurde dieses Interview von Oliver Blume im Manager Magazin eigentlich eingeordnet vom Sprecher des VW-Betriebsrates in Wolfsburg. In einem längeren Traktat und das finde ich an sich schon mal außergewöhnlich, weil ich meine, es ist Aufgabe von Blumes Kommunikation, wirklich das auch so zu interpretieren, wenn es für Verunsicherung sorgt, dass die Fakten geliefert werden. Das macht der Herr Lossi vom Volkswagen-Betriebsrat in einer ganz überzeugenden Art, wie ich eigentlich finde. Nur, was ist das für eine Aufgabenverteilung? Dass man was in die Welt setzt und hinterher wird es dann von der anderen Seite, der sogenannten guten Seite der Macht, wird es dann eingeordnet und korrigiert. Es sei denn, es ist gewollt, für Verunsicherung oder zusätzliche Anspannung zu sorgen. Denn ich fand es auch in dem Interview mit dem Manager Magazin ungeschickt zu sagen, wir müssen die Kapazität nochmal um eine Million kappen, das ist ja eine echte Hausnummer, ohne dann zu sagen, wo und wie und bis wann. Also das ist einfach so ein Stein ins Wasser geworfen und dann gucken wir mal, was passiert. Also so zumindest kam es bei mir an. Ich war nicht sehr irritiert und ich habe ja dann auch wie immer Kontakte gesucht und da wurde eigentlich meine Irritation bestätigt. Das ging also nicht nur mir so. Wir sehen ja das Ergebnis und das ist in der Tat so und da frage ich mich schon, oder was heißt mein Eindruck ist, dass der Druck enorm sein muss, dass man immer wieder den Finger in die Wunde legt, dann rumstochert und sagt dies und das, ohne aber dann konkret zu werden. Wenn es jetzt heißen würde, Freunde, tut uns leid. Wir haben zwar Frau Cavallo versprochen, wir schließen kein Werk. Ich rede jetzt nicht von Osnabrück oder auch nicht von der Manufaktur in Dresden. Das ist ja vernachlässigungswert von den Kosten her. Von einem großen produzierenden Standort wie Zwickau oder wie auch immer. Gut, dann ist das in der Welt und da muss das ausdiskutiert werden. Und dann wird es da mit Sicherheit sehr viel Ärger geben. Aber wenn Herr Blume meint, das muss so sein, dann muss er das auch sagen. Ich meine, es geht nicht nur um die deutschen Werke, das ist schon klar. Es geht auch um die deutschen Werke. Naja, also mir wurde gesagt, von der zusätzlichen Million die Hälfte in China, die andere Hälfte weltweit mit Fokus Europa, also Schwerpunkt Europa, ist doch klar. Und wenn man sich da mal anguckt, Polen läuft, Skoda läuft, In Spanien und Portugal werden die kleinen neuen Elektrofahrzeuge gebaut. Ja, was bleibt denn dann noch? Dann bleibt Deutschland. Und ich glaube, jedes fünfte produzierte Auto von VW kommt aus Deutschland. Wenn ich das übertrage auf die Millionen, wären das für Deutschland 200.000 Fahrzeuge in der Kapazität. Das ist ja fast ein Werk. Das ist ein Werk. Ich habe jetzt gerade die aktuelle Zahl gelesen. Emden ist, glaube ich, wie die Werke fast immer auf 200.000, 250.000 ausgelegt. Die haben 148.000, glaube ich, im vergangenen Jahr produziert. Also nicht ausgelastet. Zwickau dürfte ähnlich sein. Die fahren alle demnächst auf einer Linie. Audi hat Probleme. Da ist die Frage, wollen die das Produkt zurückhaben aus Zwickau? Ja, das kommt alles dazu. Das stimmt. Aber auch bei Audi. Ich meine, man sieht, dass es natürlich auch alles sehr volatil ist. Also die Zahlen, Audi erholt sich jetzt am deutschen Markt ein bisschen. Da muss man gucken, wie es in den USA und in China läuft. Das sind alles langwierige Prozesse. Von heute auf morgen änderst du ja nicht die Abwärtsbewegung. Aber die Zeit wird ja nicht gegeben. Und das finde ich schlimm. Das finde ich wirklich schlimm. Man hat wirklich das Gefühl, das ist so Heuschrecken-Denken. Also das muss jetzt ganz flott gehen. Und wenn es nicht flott geht, parzellieren wir den ganzen Laden, verkaufen Teile, die profitabel sind und so weiter und so fort. Also das ist ein verheerender Eindruck, der da entsteht. Mit Volkswagen hat das in meinen Augen gar nichts zu tun, mit der gesamten Geschichte und Konstruktion dieses Konzerns. Ja, da ist wohl was dran. Und ich bin mal gespannt. Ich gehe davon aus, dass die nächsten Monate, dass wir da noch viel Diskussionsstoff haben werden, weil es ist ja absehbar, irgendwas wird passieren, irgendwas ist im Schwange, irgendwas wird vorbereitet, es heißt ja noch sind keine Beschlüsse gefasst, aber wir müssen uns verändern, das Geschäftsmodell ist tot, ja was bleibt denn da, da muss es ja Ja, aber das Nadelöhr ist doch ganz eng, was soll passieren, also es gibt eine Beschäftigungsgarantie bis 2030. Es gibt die Aussage von Frau Cavallo, Es wird keine Werkschließung mit ihr geben. Das heißt, da ist überhaupt kein Spielraum mehr. Also was kann da noch an Eskalation kommen? Außer, dass wir jede Woche da irgendeine Brandrede von irgendjemandem machen. Ja, oder außer, dass gesagt wird, wir müssen doch nochmal darüber reden. Also 2024 hat doch gezeigt, dass kein Vertrag unkündbar ist. Also damals galt auch eine Beschäftigungssicherung. Und im September 2024 ist die Bombe eingeschlagen und die Beschäftigungssicherung wurde gekündigt. Also war das so einen heißen Herbst 2026? Ob er so heiß wird, das weiß ich nicht, aber ich erwarte schon konfliktgeladene Monate. Ja, ich glaube, da wird noch einiges kommen. Also der Vorstand kommuniziert doch nicht die Dringlichkeit des Themas Kosten und Verändern und Geschäftsmodell ist tot, wenn dahinter nicht ein Ziel steht, wenn dahinter nicht der Plan ist, mit neuen Ideen loszulegen oder mit neuen Einschnitten zu machen. Es gibt Mindestveränderungen und das wird nicht ohne Schmerzen gehen, da bin ich sehr von überzeugt. Klar gibt es bestehende Verträge und ich weiß, ich meine es ist auch eine Milliarde, die dann fällig wird, wenn doch nochmal an die Beschäftigungssicherung gegangen wird. Aber wir haben ja gesehen, dass Geld keine Rolle spielt. Das haben wir ja bei der Boni-Diskussion und bei dem Pauschalbetrag für die Beschäftigten gesehen. Das sind eben alles widersprüchliche Signale. Da fehlt mir eine klare Politik im Aufsichtsrat. Da fehlt mir eine klare Politik im Management. Und das ist ein schlechter Eindruck. Das Management ist dazu da, diesen gordischen Knoten, wenn er nicht entknotet werden kann, dann müssen sie ihn durchschlagen. Und wenn es den eigenen Kopf kostet. Das ist nun mal so. Aber das hier, was wir erleben, ist Selbstblockade. Und das ist mit Sicherheit das Schlechteste, was dir in dieser Phase, wo du hier so quicklebendige Mitbewerber auf den Markt bekommst, passieren kann. Also ich meine, wir lächeln nach wie vor über die Zulassungszahlen. Wir sehen ja nur den deutschen Markt da erstmal, aber die sind natürlich im Kommen. Das ist gar keine Frage. B.Y.D. hat erstmal die Tausend mit einem Modell die Tausenderhürde genommen. Das wird sich weiterentwickeln. Natürlich geht das weiter. Tja, und uns bleibt leider nur immer wieder doch schlechte Botschaften zu besprechen. Das ist unangenehm, oder? Ja, aber wir suchen auch nach den... Der Überbringer der schlechten Botschaft, dem geht es ja auch nie gut. Das wissen wir ja. Aber nicht schlagen jetzt, Thomas. Nein, das machen wir nicht. Okay. Also wir hoffen, können ja auch unsere Leser, Zuhörerinnen und Zuhörer auch mal bitten, dass sie wirklich mal, ihre Meinung dazu ungefiltert sagen und auch sagen, wie sie sich das vorstellen, wie dieses Unternehmen positioniert werden kann, auch etwas positiver positioniert werden kann. Genau. Was sie sich wünschen diesbezüglich, auch vom Management und auch von den Aktionären. Ich darf auch nicht vergessen, das Land Niedersachsen ist auch ja nach wie vor da. Herr Lies hat sich ja zu Wort gemeldet und auch gesagt, gibt es nicht Werkschließungen, aber... Genau, was wünscht ihr euch? Was wünscht ihr euch auch an Botschaften? Wünscht ihr euch da eine andere Ehrlichkeit, eine andere Klarheit? Oder sagt ihr, das ist schon okay, so wie es ist? Lasst es uns wissen. Ansonsten sagen wir, ciao, lasst es euch gut gehen und bis zum nächsten Mal. Wir warten auf die guten Botschaften. Wir warten auf die guten Botschaften. Bis dahin.