Latest / SchichtZulage - der persönliche VW-Podcast mit Mehrwert / Ohne Golf kein VW? Das wichtigste Auto des Konzerns im Check
Transcript
- Das ist schon eine sensationelle Erfolgsgeschichte, der Golf. Ich komme ja aus Wolfsburg, aber mich hat das genervt, die Stadt immer so auf dieses eine Auto zu reduzieren. Aber die Entwicklungen beim Golf sind phänomenal, finde ich. Es gibt ja eigentlich alles beim Golf. Das ist eigentlich Wahnsinn für das Auto, das wirklich im Sturm geboren wurde. Ich habe das damals sehr bedauert, dass der Golf gerade beim Anlauf des Golf 8 eigentlich eine Nebenrolle gespielt hat. Im Nachhinein ist die Strategie sicherlich falsch gewesen von Gies. Thomas, wir waren ja gerade bei den ersten Kommentaren zu unseren ersten Folgen und da fragt ja einer unserer Zuschauer, wie wir aus dem Nähkästchen plaudern können, also aus dem VW-Nähkästchen, obwohl wir da gar nicht arbeiten. Können wir das denn überhaupt? Das ist eine gute Frage. Das ist übrigens eine Frage, bei der ich früher ganz schnell auf Betriebstemperatur gekommen wäre. Bist du doch immer. Aber jetzt nicht mehr. Jede Frage eines Kunden, Hörers, Lesers ist berechtigt. Wenn der wüsste, wie wir ins Nähkästchen gucken können, nicht wir selbst, sondern über andere, die uns das gerne mitteilen, dann würde er wahrscheinlich verstehen, dass das sehr gut geht. Und ansonsten raubt uns das natürlich die Geschäftsgrundlage. Wir sind weder Profifußballer noch Politiker, noch sind wir Kaninchenzüchter, über die wir dann alle gemäß dieser Logik auch nicht berichten dürften. Gut, ich denke mal, der Mann möchte sein Unternehmen schützen, setze mal voraus, er arbeitet da und findet das nicht gut, dass da interne oder potenzielle interne ausgeplaudert werden, aber davon lebt das Geschäft nun mal. Ja und nicht nur das, also wir merken ja jeden Tag, wie groß das Interesse an den VW-Themen ist. Wir können das ja messen, seitdem wir unsere Inhalte digital veröffentlichen, lässt sich das ja alles sehr gut nachvollziehen und die VW-Berichterstattung ist ja neben der Eintracht-Berichterstattung die am stärksten nachgefragte. Das will schon mal was heißen. Ja, es gibt Unfälle und dergleichen, aber eigentlich ist es die beiden Themen. Also ich denke, ich versuche mir das manchmal auch vorzustellen, wenn mein eigenes Unternehmen ständig im Mittelpunkt des Interesses stünde. Aber Volkswagen ist nun mal ein Solitär, ein Koloss, der auch ständig selbst Schlagzeilen produziert und ich wage auch mal zu behaupten, Die meisten Mitarbeiter überschauen vielleicht ihren Bereich, ihren Flur, aber die wissen mit Sicherheit auch nicht, was im Gesamtunternehmen passiert. Und das ist eben unser Job, uns das anzumaßen und entsprechend zu recherchieren und Netzwerke aufzubauen und eben auch das zu erfahren, was eben nicht jeder weiß, der bei VW arbeitet. Ja, und das machen wir ja nicht erst seit gestern, sondern seit vielen, vielen Jahren. Wir hatten das schon mal, Thomas, du seit 1723 ungefähr oder 24. Ja, vor der französischen Revolution. Ja. Nein, seit 20 Jahren, und du bist ja auch schon genauso lange dabei. Und Generationen vor uns haben das ja auch probiert. Und zwar nicht nur hier in Wolfsburg und Braunschweig, sondern in der ganzen Bundesrepublik, ja in der ganzen Welt eigentlich. Es maßen sich ja auch Leute an, ganze Bücher über VW zu schreiben, die nun auch nicht bei VW arbeiten. Ja, und es kommt natürlich die Bedeutung des Unternehmens nicht nur für unsere Region hinzu, sondern bundesweit, europaweit. Der größte Automobilhersteller und nicht nur das, eine riesen Jobmaschine, ein riesen Wohlstandsgarant in den vergangenen Jahrzehnten. Also das ist ja alles, du hast eben vom Solitär gesprochen und so ist es. So ist es. Und die Unternehmen leben ja auch von der Öffentlichkeit. Sie leben auch von öffentlichen Zuschüssen. Das muss man auch mal sagen. Wir als Steuerzahler sind ja auch für die Unternehmen da. Und deshalb hat die Öffentlichkeit auch ein Anrecht darauf zu erfahren, was mit dem Geld gemacht wird und was passiert in einem solchen Unternehmen. Und es ploppt ja regelmäßig auch alle fünf, sechs, sieben Jahre ein Skandal hoch. Und dann ist das Geschrei groß. Dann heißt es, warum hat da keiner mal drauf geguckt? Was ja eigentlich nicht unsere Aufgabe primär ist, sondern die von Aufsichtsräten. Und anderen Kontrollgremien im Unternehmen. Aber ich glaube, bei der Frage geht es so um ein generelles Unbehagen an Journalismus oder an dem, was Journalisten sich zutrauen und anmaßen. Das mag dahinter stecken, ja. Aber wir geben ja unser bestes und ein klassisches Beispiel ist ja heute das Thema Golf. Da waren wahrscheinlich die meisten nicht dabei, als der Golf 1974 dann tatsächlich auf die Welt gekommen ist. Und trotzdem versuchen wir zu erklären, wie es damals gelaufen ist, weil wir uns mit dem Thema beschäftigt haben. Und ich denke, das ist auch ein ganz gutes Argument. Nicht jeder weiß alles, aber viele wissen viel. Und wir bemühen uns eben da die allergrößte Schnittmenge auszufinden für unsere Kundschaft. Genau, aber um bei dem Thema Nähkästchen zu bleiben, auch wenn du nicht bei VW arbeitest, bist du denn da wenigstens mal einen Golf gefahren? Ja, ich bin relativ spät in Berührung mit dem Golf gekommen. Das war Ende der 80er, Anfang der 90er. Da hatte ich mal zwei Diesel-Modelle. Kann mich aber auch nicht erinnern, ob die nun besonders toll oder sie waren sehr jedenfalls zuverlässig. Das war also so gesehen bin ich da. Das war noch der 1er oder welcher war das? Ja, ich glaube, der eine war ein Einser und der andere war ein Zweier. Sie waren auf jeden Fall beide doch ein bisschen angerostet. Ich glaube, das war damals ein grundsätzliches Problem auch. Bei allen Fabrikaten, nicht nur beim Golf. Bei allen, ja, da gab es ja Modelle, die haben schon im Katalog gerostet. Sag mal, Andreas, was hast du denn hier mitgebracht? Was ist denn in dieser Pappschachtel drin, die sich ja schon ziemlich mitgenommen hat? Ja, das ist hier so ein Relikt, das überlebt schon seit vielen, vielen Jahren in der Redaktion, hätte schon zehnmal entsorgt werden sollen. Das ist ein Werbemittel, das vielleicht gar nicht mal in die Kamera halten. Da steht drauf, der Golf, Generation 1 bis 4. Und wir kriegen ja regelmäßig Pressemitteilungen und so weiter. Und das ist damals hier in die Redaktion gekommen und beinhaltet alles, was man zu den ersten vier Generationen wissen muss. Das ist also mindestens 25 Jahre alt, diese Pappschalte. Ja, das unterstelle ich mal. Wahrscheinlich, genau, ist es gekommen, als der Golf 4 kam. Das war ja so um die Jahrtausendwende. Und der Golf 4 gilt ja nach wie vor auch als eines der zeitlosesten Modelle. Siehst du das auch so? Also ich bin ihn nicht gefahren. Vom Design her. Er gilt als der beste Golf. Warum, weshalb? Das müssen letztendlich auch vielleicht unsere Zuhörerinnen und Zuhörer entscheiden. Vielleicht sind ja welche dabei, die ihn lieb gewonnen haben und intensiv gefahren sind. Aber nichtsdestotrotz, der Golf ist für mich eigentlich das wahre Wunder von Wolfsburg, muss ich sagen. Also nicht die Entstehungsgeschichte des Unternehmens nach dem Krieg, sondern der Übergang vom Käfer. Wir vereinfachen mal, der Übergang vom Käfer zum Golf ist für mich interessant. Echt ein Wunder, weil es war mit dermaßen vielen Risiken behaftet, dass es auch wirklich in die Hose hätte gehen können. Und ich weiß nicht, wo das gesamte Unternehmen und die Region da heute stehen würden. War das unternehmerischer Wagemut, diesen harten Cut zu machen oder gab es eigentlich gar keine andere Möglichkeit mehr? Denn der Käfer, das war ja absehbar, der war dabei, sich totzulaufen, zumindest in Deutschland. Und es gab eigentlich nicht richtig was Neues. Die anderen Modelle, es gab zwar andere Modelle, aber keine, die an das Käfermodell, also keine bestehenden Modelle, jedenfalls die an das Käfermodell hätten anknüpfen können. Also Wagemut würde ich das nicht nennen. Also ich glaube, da musste einer kommen, der den Bock umstößt. Also ich stelle mir das bildlich immer so vor, da sitzen, stehen zehn sehr fähige Menschen oben auf dem Zehn-Meter-Turm und trauen sich nicht, ins eiskalte Wasser zu spüren. Und je länger man oben steht, desto schwieriger wird es. Das kennt ja jeder aus der eigenen Erfahrung. Und dann 1973, 1974 kam mit Rudolf Leiding, glaube ich, genau der richtige Mann, um diesen Anstoß zu geben. Ausprobiert, geplant, hat man ja eine ganze Menge seit 1967. Es gab ja genug Entwicklungsaufträge. Nur einer musste dann wirklich sagen, wir machen es jetzt, wir wagen es. Es gab ja zu dem Zeitpunkt den Passat. und der Scherko kam, glaube ich, auch dann kurz vorm Golf. Und der Leiding ist in meinen Augen ein ganz, ganz besonderer Managertyp. Inwiefern? Wie meinst du das? Das ist einer, der hat 1945 bei VW angefangen, ist dann ganz schnell zu so einer Art Feuerwehrmann, Sanierer geworden, mit dem Auftrag von Nordhoff. Der hat viel von der Welt gesehen, war in Brasilien, hat Audi saniert, hat Kassel aufgebaut, das Werk. Das ist weit größt in nach Wolfsburg, in Deutschland. Und war dann nochmal bei Audi und ist dann zu VW in einer extrem schwierigen Situation gekommen. 1972 hat er angefangen und 1973, das wissen wir zumindest noch, gab es dann die autofreien Sonntage im Folge der Drosselung der Ölproduktion. Das waren ja Zeiten, die man sich heute gar nicht vorstellen kann. Also das ist tatsächlich, heute wird aus politischen Gründen eine autofreie Städte gefordert. Damals gab es sie. Weil es kein Öl gab. Bitte? Weil es kein Öl gab. Ja, die Ölproduktion war im Gefolge des Jom Kippur-Krieges gedrosselt worden. Also es war quasi eine Erpassungssituation, der man begegnen musste. Und eine positive Folge davon, dass man sich natürlich überlegt hat, die Autos müssen verbrauchsgünstiger werden. Und gerade der Käfer war in den USA nicht mehr, im Grunde nicht mehr zu verkaufen unter diesem Gesichtspunkt. Und dann war so eine Stagnation in Wolfsburg und keiner hat sich getraut, ja jetzt machen wir es, jetzt muss der Käfer ausgenommen werden. Das wurde ja alles, war ja ein komplett neues Design, man ist umgestiegen von Heck auf Frontantrieb und so weiter. Das war quasi ein technischer Kulturbruch, wenn man es denn so hoch hängen will. Das war eine Revolution, auf jeden Fall. Und was alles daran hing, das kann man sich ja vorstellen, wenn man die heutigen Diskussionen, die zehn Diskussionen miterlebt und wo dann auch keine knallharte Entscheidung getroffen wird, wir machen das jetzt tausendprozentig, das hat man damals gemacht. Und dass es gut gegangen ist, ist sicherlich auch ein bisschen Glück, aber hat auch viel mit Können zu tun. Ich glaube, die Generation, die damals am Zuge war und das dann gestemmt hat. Die hat maßgeblich dafür gesorgt, dass Golf gleich Wohlstand ist. Und davon zehren wir ja auch heute noch. Davon zehren wir heute. Nochmal zu deinen Golf oder Gölfen, die du gehabt hast. Bist du der Golf oder der Gölfe? Du meinst jetzt grammatikalisch? Ja. Ein ewiges Problem. Gölfe, Gölfe. Spaltet die Leserschaft? Ja, das spaltet die Leserschaft. Deshalb halte ich mich da mal aus. Sonst haben wir noch wieder böse Kommentare. Schreibt uns doch mal, Golf oder Gölfe? Also ich behelfe mir immer mit Golfmodelle. Ich finde, Gölfe hört sich so einer Gaul an. Das ist er ja nun nicht. Das wäre ja die Gäule. Aber nochmal, was verbindest du mit den beiden außer Rost? Also eigentlich fängt das schon eher an. Ich muss sagen, es wird mir gehen wie dir 1974. Da habe ich keinen Gedanken an Wolfsburg und Golf verspendet. Da war man 14, 15 Jahre alt. Das war ein sportlich hochinteressantes Jahr. Das ist Fußball-Weltmeisterschaft. Zwei sensationelle Boxkämpfe mit Muhammad Ali. Dann gab es politisch auch Sensationen. Der Rücktritt des US-Präsidenten damals, Willy Brandt, ist, glaube ich, auch 1974 zurückgetreten. Also es gab aus meiner Sicht damals viele Dinge, die wesentlich interessanter waren als der Golf. Das einzige familiäre ist, dass... Meine Tante Käthe, also jetzt nicht lachen, war die Einzige in der Familie, die Golf gefahren ist. Und zwar vom Anfang bis zum Ende. Also einmal Golf, immer Golf. Einmal Golf, immer Golf. Frühverwitt wird spät einen Führerschein gemacht. Die musste und die hat immer auf Golf gesetzt. Ist ja auch ein Qualitätsmerkmal. War ja Brot- und Butterauto. Das war ein Volkswagen, ne? Ja. Aber ansonsten muss ich sagen, hat der Golf natürlich erst später auch dann beruflich die entscheidende Rolle gespielt, als man selbst erlebt hat, wie wichtig es für die Region ist und für die Menschen hier. Und das Auto hat sich auch wirklich prächtig entwickelt über die Generationen, die es gibt. Das ist schon eine sensationelle Erfolgsgeschichte, der Golf. Also Wolfsburg hieß ja zwischendurch auch mal Golfsburg. Ich fand das ehrlich gesagt immer blöd. Also ich komme ja aus Wolfsburg, aber mich hat das genervt, die Stadt immer so auf dieses eine Auto zu reduzieren. Ich fand und finde, Wolfsburg ist immer viel mehr. Ja, das stimmt. Aber ich glaube, da musst du zwischen deiner Wahrnehmung und der Außenwahrnehmung unterscheiden. Ja, natürlich. Ich glaube, der Gag, den damals ja maßgeblich der Oberbürgermeister Rolf Schnellke mit angestoßen hat, angeblich für ganz kleines Geld die ganze Aktion. Die hat natürlich gezündet. Das muss man schon sagen. Und ja, für sowas muss man heute wahrscheinlich ein paar Millionen ausgeben, um diesen Effekt zu erzielen. Klar ist Wolfsburg viel mehr als Golf, aber man sollte auch die prägende Geschichte auch nicht vergessen. Auf gar keinen Fall, kann man ja gar nicht in dem Zusammenhang. Also der Golf ist ja wie der Käfer Wolfsburg. Also das hängt ja ganz eng miteinander zusammen. Und spannend aus dieser Zeit und in den folgenden Jahrzehnten ist auch, wie sich Entwicklungen ausführen. Das Thema Opel war ja auch mal eine große, arrivierte Marke in Deutschland. Die haben just in dieser Zeit, als der Golf sich zu entwickeln begann, haben die unglaubliche Stockfehler gemacht. Wir sagen Qualität, Produktentwicklung und Produktpflege. Man kann es also auch versauen, um es mal so zu sagen. Es ist kein Selbstgegen. Es ist auch ein Jammer, finde ich. Also Opel hat ja tolle Autos gebaut. Tja, aber... Und da ist nicht viel von geblieben, leider Gottes. Zumindest in dieser Phase nicht. In den 70er, 80er, 90er Jahren, da haben die sehr viel Boden verspielt, was natürlich auch gut war für einen Golf, der quasi vom Stand weg die Nummer 1 von dem selbst geschaffenen Segment war. Genau, und das ist ja auch einer der zentralen Faktoren, würde ich sagen, dass es sowas vorher nicht gab. Diese Autoklasse zu dem Preis mit der Qualität, Aber speziell auch dieses Segment, das gab es ja nicht. Es war ja ein gutes Familienauto und ist ein gutes Familienauto. Da hat ja auch ein italienischer Autokünstler, Giari, Hand angelegt, unter anderem natürlich auch viele VW-Designer und Entwickler. Und deshalb ist es umso mutiger gewesen, weil ich fand, das Auto wirkte wirklich schlicht dahingestellt. Aber das ist ja die Kunst. Ich finde, das ist ja das Zeitlose, wenn man auf unnötige Schnörkel und so weiter verzichtet und wirklich ein schlichtes Auto baut, das aber dadurch Zeitlosigkeit gewinnt. Ich persönlich finde zum Beispiel den Golf 1 immer noch gut aussehen. Ich finde, das ist ein schickes Auto. Ja, und es ist natürlich trotzdem mutig, weil der Kunde muss ja mitspielen. Und das hat er dann ja, auch sehr schnell eigentlich. Aber nochmal zur Einordnung, also im Jahr davor, 1973, hat Volkswagen über 1,2 Millionen Käfer gebaut. Und im Jahr, in dem der Golf auf den Markt gekommen ist, waren es auch noch über 700.000 und am Ende des Jahres hatte der Golf, glaube ich, 190.000 Einheiten erreicht. Und dann ging das rasend schnell auf die Millionen zu und so weiter und so fort. Bis heute, was weiß ich, 36, 37 Millionen. Wahnsinn, ja. Aber das Ende ist ja offenbar auch nah dieses Booms. Wir machen uns ja alle Sorgen um den Fortbestand des Golfs. Aber das ist ein anderes Thema. Wir sind ja erst mal auf seinem Erfolgspfad unterwegs. Ja gut, aber Ende 27 soll er Abschied nehmen. Dann soll er in Mexiko gebaut werden. Das spaltet ja auch die Menschen. Die einen bedauern das sehr, aber in einem der Kommentare habe ich jetzt gelesen, da meint jemand, das Segment schrumpft, also das Segment der Kompaktfahrzeuge und deshalb sei es genau richtig, dass der Golf nach Mexiko geht. Aber er geht ja eigentlich nur nach Mexiko, um dann in einer elektrifizierten Version wiederzukommen. Glaubst du, dass das Segment wirklich so unter Druck steht, dass es irgendwann mal weg ist? Ich glaube das nicht. Das Segment steht unter Druck, aber auf einem hohen Niveau, zumindest was den Golf anbelangt. Die Zahlen kennen wir ja, das sind immer noch um die 300.000, die hier gebaut werden. Das meistverkaufte Auto in Deutschland. Das meistverkaufte Auto und sowas würde ich persönlich jetzt nicht so ohne weiteres weggeben. Aber... Ich weiß nicht, wie die Entwicklung ist. Im Augenblick boomen die SUVs. Das weiß man ja. Das ist ja eine Entwicklung seit zehn Jahren. Das Kompaktsegment schrumpft in der Tat, aber auf lange Sicht. Ich denke eigentlich, das ist nach wie vor ein sehr praktisches Auto. Obwohl man ja beim Übergang vom 7er zum 8er Golf auch einiges falsch gemacht hat in der Markteinführungsphase. Aber das Auto ist so, wie es da ist. Man hätte es ja finden müssen, wenn es nicht da wäre. Das ist so. Ich meine, wir beide sind wahrscheinlich eher Freunde von geschwungenen Linien und weicheren Linien. Aber dieser Golf 1, das ist irgendwie ein Trommel, das ist wie so ein Felsblock, der da steht und man kann mit ihm fahren. Das ist irgendwie schon wirklich faszinierend. Ja, das stimmt. Aber im Vergleich zur heutigen Golf-Generation ist es ein Zwerg. Ja, absolut. Mittlerweile ist ja ein Polo so groß, wie früher ein Golf war. Also das ist ja alles unglaublich gewachsen. Ja, und der hat aber früher der Preis. Ich kann das nicht direkt in Relation stellen, aber der Preis lag glaube ich beim Golf L, das war ja der erste, der auf den Markt gekommen ist, lag da glaube ich bei knapp unter 8000 D-Mark. Das sind natürlich Preise, die man sich überhaupt nicht mehr vorstellen kann. Na gut, aber die Kaufkraft ist entsprechend gestiegen, die Inflation und so weiter. Also ich weiß gar nicht, ob die Autos heute tatsächlich gemessen an der Kaufkraft so viel teurer sind als vor 50 Jahren. Ja, vielleicht können ja unsere Zuhörer und Zuhörerinnen da auch was dazu beitragen. Es gibt ja auch viele, die wirklich… Ja, würde mich interessieren. Wie lange habt ihr damals auf ein Auto gespart? Es gibt ja auch viele Leute, die wahrscheinlich sogar alle Golf-Generationen mal gefahren sind. Die gibt es ja auch. Ja, und da würde mich mal interessieren, welcher war der beste aus eurer Sicht? Das wäre ja mal spannend zu erfahren. Dazu können wir beide nicht so ganz viel beitragen. Wir können nur unsere persönlichen Vorlieben da. Übrigens, zur Einordnung vom Golf 1 sind fast sieben Millionen Einheiten verkauft worden. vom Golf 2 auch noch deutlich über 6 Millionen. Dann ging es langsam bergab bis auf einen 7er, der auch wieder über 6 Millionen lag. Das sind unglaubliche Zahlen. Es gibt auf der Welt nur die Ford F-Serie und Toyota Corolla, die insgesamt mehr verkauft worden sind. Das ist eigentlich Wahnsinn für das Auto, das wirklich im Sturm geboren wurde, gegen viele Widerstände. War echt eine Steißgeburt, glaube ich. und dann haben sich alle schwergetan damit. Und am Ende ist das ein Auto, das, was weiß ich, wie viele Generationen ernährt hat. Aber da haben wir was gemeinsam. Ich komme nochmal auf deine Erzählung zurück, dass du einen Golf 1, einen Golf 2 gefahren bist. Das war bei mir auch so. Ich bin den 1er gefahren, den 2er, den hatte eigentlich meine Frau. Und den 2er finde ich auch noch gut. Ein Freund von mir hat den, wenn wir da drin sitzen, der hat auch noch einen 1er Chirocco, ist auch ein keiles Ding, finde ich. Aber der 2er Golf ist ein sehr, sehr solides Auto. Das ist das alte Thema. Hätten wir einen Golf 1 weggestellt, dann könnten wir heute spekulieren damit. Aber es gibt ja auch eine unglaubliche Fangemeinde. Diese Golf 1 Freunde, das sind glaube ich die tollsten VW Fans, die es überhaupt gibt. Ja, die GTI Gemeinde. Die GTI Gemeinde, die ist vielleicht sogar noch größer. Das ist auch ein, der ist zwei Jahre später gekommen. Kann mich auch entsinnen, das war ja dieser Porsche-Jäger für Arme, sag ich mal. Der war ja stark motorisiert, schon ganz am Anfang, glaube ich. Und da sind natürlich viele drauf abgefahren. Endlich ein VW, mit dem du richtig auch Kette geben kannst. Und die Autos waren ja damals im Vergleich zu heute noch sehr leicht. Der erste Golf wog, glaube ich, 800 Kilo, wenn das stimmt. Und ich habe gerade erzählt, der 1er Scirocco von meinem Kumpel, Der hat auch so um die 800 Kilo und der geht richtig. Der liegt ja auch sehr tief. Also das macht schon sehr viel Spaß. Fast schon so eine Art Go-Kart-Feeling. Naja, man muss ja sehen, die Golf-Familie bietet ja wirklich eigentlich alles. Es wird ja auch vergessen, dass es 2014 schon einen E-Golf gab, der produziert wurde in Wolfsburg. Das hat man da nicht weiterverfolgt. City-Stromer hieß der. Nee, der City-Stromer ist was anderes. Der war früher. Das war eins der ersten E-Modelle. Aber der war auf Golf-2-Basis, glaube ich, der City-Schoma. Golf-2 oder Golf-3, den konnte ich mal fahren. Und? Ja, also das ist natürlich, ich kenne den Begriff nur von Mercedes, eine Wanderdüne, ja. Also der ist recht träge, die Reichweite ist auch sehr bescheiden. Aber für den Stadtverkehr reicht das völlig aus. Ich habe mal, bei mir hat sich ein Leser gemeldet, der wohnt in Kassel, der war selber mal Ingenieur. Und der hat sich so ein Ding gekauft und hegt und pflegt das und den konnte ich, das ist bestimmt zehn Jahre her. Dann bin ich damals nach Kassel und konnte mit dem auch dann da über die Kasseler Berge, war spannend. Ja, und es ist ja nicht das einzige Familienmitglied, das wirklich für Aufsehen sorgt. Eins meiner Lieblingsautos ist ja das Rentnerauto Golf Plus gewesen, später Sportswagon aufgehübscht. War auch ein super Erfolg. War ein super Erfolg, quasi so eine Kombination von SUV und Golf. Steht man nicht mehr drauf heutzutage, weil man die eigenen SUV-Modelle natürlich verkaufen will, die auch wesentlich teurer sind. Aber die Entwicklungen beim Golf sind phänomenal, finde ich. Es gibt ja eigentlich alles beim Golf, Variant und weiß der Teufel was. Und man hat sich natürlich auch sehr viel Mühe gegeben, die einzelnen Generationen evolutionär zu verbessern und das Design zu verändern und technisch aufzuwerten. Das gibt es, glaube ich, in der Automobilwelt sonst bei keinem Modell so in der Lebhaftigkeit und Liebe auch. Wie siehst du das denn, wenn der Golf tatsächlich rausgehen sollte Ende 27? Der E-Golf, der kommt ja, wir haben schon mal drüber gesprochen, 29 oder 30. Wie siehst du diese zeitliche Lücke also ich finde die gefährlich auch wenn Nachfolgemodelle oder Ersatzmodelle kommen aber glaubst du dass diese zeitliche Differenz, dem Nachfolger schaden kann sozusagen als Wolfsburger Auto schwer zu sagen ja aber ich denke schon also ich glaube Golf verbindet man mit Wolfsburg oder zumindest Made in Germany, obwohl das ja nicht stimmt. Der ist ja in ganz vielen Werken gebaut worden. Ich halte das für ein Wagnis, zumindest das. Man wird sich was dabei gedacht haben. Und wenn man dann argumentiert, das Golfsegment ist eigentlich nicht mehr up-to-date und nicht mehr modern, dann gilt das ja eigentlich auch für einen E-Golf, der da mal kommt. Also den ID Golf, das ist ja dann auch ein kompaktes Modell. Und gleichzeitig kommt der ID T-Roc auf den Markt, der ein SUV ist. Also ich habe da so meine Zweifel an dieser Strategie, aber es scheint ja so zu sein, dass es so kommen soll. Ja gut, das ist beschlossen. Davon muss man im Moment ausgehen. Auf der anderen Seite kann man ja auch sagen, oder es ist auch Fakt, haben wir eben schon drüber gesprochen, der Golf ist nach wie vor das meistverkaufte Auto in Deutschland. Und das ist ja an sich schon ein Beweis, dass Tradition auch eine Rolle spielt. Ich glaube, Käuferschichten sind damit aufgewachsen, die kaufen auch weiterhin Golf und da hat Volkswagen eigentlich einen Pfund in der Hand, mit dem man wuchern sollte. Also ich habe das damals sehr bedauert, dass man 2019 als Herbert Dies als Vorstandsvorsitzender sehr stark seine neue ID-Familie propagiert hat, dass der Golf gerade beim Anlauf des Golf 8 eigentlich eine Nebenrolle gespielt hat. Ja, es wirkte lieblos und das war auch so ungeduldig, das Auto war nicht fertig und das war der Kunde hier nicht gewohnt. Also dies hat ja immer argumentiert, das muss sein wie bei Softwareprodukten oder beim iPhone, das nie fertig ist, weil es immer wieder Updates bekommt und sozusagen während der Lebensdauer sich perfektioniert und weiterentwickelt. Ich glaube aber, Autokäufer erwarten was anderes. Nein, ich erwarte auch was anderes. Ich erwarte ein fertiges Produkt, mit dem ich klarkomme, die junge Generation sieht das grundsätzlich anders. Ich glaube nicht, dass die überhaupt diesen Stellenwert dem noch beimessen. Und im Nachhinein ist die Strategie sicherlich falsch gewesen von dies. Also wenn, hätte man sagen müssen, wir bauen nur noch Elektroautos oder wir bauen weiterhin unsere Verbreinermodelle. Oder wir machen eben eine Stromamarke, die auf diesen Verbreinermodellen aufbaut. Mit dem bekannten Namen, was man ja jetzt im Nachhinein wieder macht. Da ist viel kaputt gemacht worden, glaube ich, 2019, 2020. Das ist ja auch offen thematisiert worden, damals vom Betriebsrat Chef Osterloh. Das war sozusagen die zweite Katastrophenveranstaltung nach den USA. Die er öffentlich zerfleddert hat. Und man muss ja sagen, die Kunden kaufen trotzdem weiterhin Golf, auch nach diesem eigentlich verfuschten Markteintritt. Das wäre ja nochmal eine Aufforderung an unsere Zuhörer und Zuschauer, nochmal eure Golferlebnisse und vor allem auch die Frage zu beantworten, bleibt der Golf für euch sexy? Würdet ihr euch in Zukunft noch einen Golf kaufen, auch wenn er aus Mexiko kommt? Lasst es uns gerne wissen, dann können wir darüber nochmal sprechen. Thomas und du hast eben einen Stichwort genannt, Herbert Dies das wird uns in der nächsten Folge beschäftigen, die Vorstandschef des VW-Konzerns da gab es ja sehr interessante Persönlichkeiten und darüber werden wir dann in einer Woche sprechen und bis dahin, alles Gute, fahrt vorsichtig und wir freuen uns auf euch wir freuen uns.