Latest / SchichtZulage - der persönliche VW-Podcast mit Mehrwert / Hoffnungslos? Wie kann der VfL Wolfsburg gerettet werden - und was hat VW damit zu tun?
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- Ich weiß nicht, wie das da weitergeht beim VfL. Die könnten auf jeden Fall ein gewichtiges Erbe leichtfertig verspielen. Glaubst du, dass VW zu viel reinredet? Mich nervt es einfach, dass der VfL immer mehr zu dem wird, was man eigentlich vorwirft, nämlich seelenlos und zu clean zu sein, aber die Leute nicht richtig zu erreichen. Warm sollen nicht auch erfolgreiche, es gibt ja viele, Petra Damm und dergleichen, oder auch die Spielerinnen hier, Müller und wie sie alle heißen, Nationalspielerinnen. Warm sitzt nicht einer von denen im Aufsichtsrat. Ja, auch heute soll uns ja der VfL und das Verhältnis zu Volkswagen durch die Sendung tragen hier, durch unseren Podcast. Und wir wollen mal anfangen mit unseren Lieblingsspielen. Thomas, du als alter Sportreporter hast ja da bestimmt ein bisschen was zu erzählen. Da gibt es eigentlich eine ganze Menge, muss ich sagen. Und mein absolutes Lieblingsspiel ist eine Partie gegen Borussia Mönchengladbach in der zweiten Bundesligasaison im Tristen November. Ergebnis 7 zu 1 für den VfL Wolfsburg. Also das war wirklich, wie man heute zu sagen pflegt, ein Statement. Hat die Mannschaft, glaube ich, auch durch die gesamte Saison getragen. Und am Ende hat man den Wafer-Pokal gespielt, was ja wirklich was war. Und sogar sehr erfolgreich gespielt. Und ansonsten gibt es dann einen Haufen Partien, die ich einfach nicht wegen des Ergebnisses, aber auch wegen des Charmes, da gab es Week-Up-Spiele in Frankreich, in Stadien, die ich so auch noch nie gesehen habe. Ich glaube, Osser war es oder so. Das war hochspannend. Und so aufregend, international. Der kleine VfL, Wahnsinn. Der kleine Thomas Krose vor allen Dingen. Es gab immer wieder Ausreißer. In der Saison 2-4, 2-5 gab es ein legendäres Spiel gegen Mainz, das vom Außenstürmer Martin Petroff dominiert wurde. 4-3 oder sogar 5-4, ich weiß es nicht mehr so genau. Faszinierendes Spiel. Auch ein Zeichen dafür, dass der VfL natürlich immer technisch immer besser geworden ist, taktisch immer besser geworden ist und ja auch legendäre Champions League Spiele gespielt hat, 2 zu 0 gegen Real Madrid und dergleichen mehr. Es gab ja eine Phase, da hat man ja wirklich relativ häufig international gespielt. Und das fand ich schon sehr faszinierend. Aber das 7 zu 1 gegen Mönchengladbach war eine Offenbarung. Das war vor allen Dingen getragen von den Außenspielern Greiner und Seat Kapitanovic. Das war ein faszinierendes Spiel. Das werde ich also nie vergessen. Große Nummer. Großes Kino. Im alten Stadion am Elsterweg. Ja, im alten Stadion. Und kurz bevor ich zu meinen Spielen komme. Ich habe ja mitgekriegt, wie damals der Stadiongeist aus dem alten Stadion ins neue Stadion getragen wurde. Das war ein richtiges Prozedere. Der wurde ja da von den Fans aus dem Stadion hinausgetragen und dann mit einer Prozession ins neue Stadion hinübergebracht. Aber den gibt es nicht mehr. Der ist entschlafen mittlerweile. Nein, nein, nein. Unter Beton verschüttet. Nein, den Stadiongeist gibt es schon noch. Manchmal spürt man ihn noch. Da wollen wir mal schauen, aber jetzt irgendwann mal wieder aufwacht. Ich hoffe, ja und dann Saison 87, 88, dritte Liga, DFB-Pokal gegen Werder Bremen. Ich habe gerade nochmal nachgeguckt, der VfL lag bis zur 79. Minute 0 zu 3 gegen Bremen zurück und am Ende der regulären Spielzeit stand es 4 zu 4. Also innerhalb von elf Minuten irre viele Tore und Wahnsinnsstimmung. Und ich kann mich noch erinnern, das Stadion war schon halb leer, weil alle dachten, das wird nichts mehr. Und dann kam ein Torjubel nach dem anderen. Du hast es natürlich besser gewusst, oder? Als echter Fan. Ja, ich bin zumindest geblieben. Also bis zur letzten Minute, natürlich. Und dann sind alle vom Berliner Region zurückgeströmt, weil es ja nochmal richtig spannend wurde. Am Ende haben wir 4 zu 5 verloren. Aber das war das, was wir in der letzten Folge besprochen haben. Das war ein Untergang mit wehenden Fahnen. Großartig. Ja, wirklich großartig. Das wollen wir jetzt auch wieder sehen. Ja, natürlich, klar. Was ist denn dein Lieblingsspieler beim VfL gewesen, über die ganzen Jahrzehnte betrachtet? Nicht nur Bundesliga-Geschichte. Ja, also da gibt es natürlich einige, die mir sehr gut in Erinnerung geblieben sind. Aber besonders verbindet mich so eine Geschichte. Es gab einen Spieler, der auch in der Aufstiegsmannschaft zur zweiten Liga war, Jacek Frakiewicz. Der kam, meine ich, von Eintracht Braunschweig, war wie andere Spieler auch ein abgelegter Eintracht-Spieler. Und damals bin ich mitgefahren zu einem Auswärtsspiel. Ich meine, es war in Jena und nach dem Spiel stand dann der Mannschaftsbus vor dem Stadion und wir sind dann raus und dann saß an den Rückreifen des Busses gelehnt auf dem Fußboden vor dem Stadion Jacek Frakiewicz und hatte auf seinen Knien eine Butterbrotdose und aß Butterbrote nach einem Zweitligaspiel. Das finde ich bis heute einfach so ober, mega, klasse geerdet, dass sich das, ja, es berührt mich bis heute. Also wirklich fantastisch. Ja, vielleicht ist das ja auch ein Rezept. Also er hat sich da die Seele aus dem Leib gerannt, ja, war ein unglaublich flinker, schneller, guter Spieler. Es hat unheimlich Spaß gemacht, ihm zuzuschauen. Und dann saß er da einfach an den Rückreifen des Mannschaftsbusses gelehnt. Vielleicht hat er das mal einfach in Braunschweig so gelernt, diese Bescheidenheit, oder? Das glaube ich nicht. Das glaube ich nicht. Kann ich mir nicht vorstellen. Ich habe auch einen Lieblingsspieler, der leider eine sehr, sehr tragische Geschichte hat und das ist Gisdorf Nowak. Der leider ganz früh verstorben ist. Großer Sympathieträger. Ganz großer Sympathieträger und auch... Ewige Nummer 10. Genau, die ewige Nummer 10. Ich habe das damals miterlebt, wie er geholt wurde von Peter Panda aus Brasilien. Ein junger polnischer Spieler, der in der brasilianischen ersten Liga gespielt hat. Fantastischer Fußballer, der auf dem Zettel von Bayern München stand, völlig zu Recht übrigens. Und ich kann mich genau entsinnen an ein Spiel, ich glaube es war schon im Jahr 2000 im Winter in Kaiserslautern mit Schneetreiben und dergleichen mehr und Christoph Nowak, hat nicht annähernd seine Leistung erbringen können und alle haben sich gefragt, Mensch, was ist los mit dem? Weil der war Vorzeigeprofi und dann gab es wochenlang herumgedruckse, was denn ist mit ihm und dann irgendwann war die bittere Wahrheit halt da. Und das ist ein ganz trauriges Schicksal. Zeigt aber auch, wie der Verein sich danach verhalten hat, auch seiner Witwe gegenüber, den kleinen Kindern, den beiden kleinen Kindern. Das zeigt auch, dass der VfL auch da noch ein Verein mit Herz war. Und die Ristov-Nowak-Stiftung gibt es, glaube ich, immer noch. Aber wie kriegen wir das zurück, Thomas? Wie kriegen wir dieses Warmherzige, die Leidenschaft, was so ein Klub ausmacht, wie können wir das zurückholen? Ja, manchmal unke ich auch schon innerlich und sage mir, vielleicht bekommt es ihn, wenn sie jetzt mal absteigen und kehren mal zurück zu den Basics. Aber ich glaube nicht, dass das die Lösung ist. Aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass in der angespannten Situation der Etat dann auch deutlich reduziert wird. Und das Ziel, wir wissen ja alle, dass die zweite Liga auch sehr stabil und stark ist. Dass es dann nicht auf Anhieb klappt und dass dann die Tradition irgendwann auch wieder abbricht. Ich denke, der VfL muss auf jeden Fall in der Liga bleiben. Das ist lebensnotwendig. Und da muss man endlich mal konzeptionell sich überlegen, was wollen wir mit dem Verein als Marketinginstrument? Das ist ja nun mal ist, so schnöde, wie sich das anhört. Was wollen wir sportlich erreichen? Müssen wir immer irgendwelche Ziele formulieren, die vielleicht auch ein paar Nummern zu hoch sind zu Beginn der Saison? Ja, finde ich auch nervend übrigens. Wenn immer mal über internationalen Wettbewerb gesprochen wird, kann man sagen, so ein Weltkonzern hat den Anspruch. Aber für mich als Fan ist es nervend, weil es immer eine Schippe zu viel ist, oft. Es kommt arrogant rüber. Man kommt arrogant drüber und dann, also ich erinnere mich, war jetzt, also ich habe ja gesagt, war 20 Jahre, bei nahezu jedem Heimspiel, jetzt ist es sehr rar geworden, hat auch zeitliche Gründe. Das letzte Mal war ich im Stadion zur Saisonbeginn und das war schon wirklich sehr ernüchternd und da war für mich schon, ich habe gesagt, wir messen uns mit Heidenheim, das hat sich erfüllt, ist Zufall, klar, aber hat schon damals keinen guten Eindruck gemacht. Ja, ich denke, dieses ganze Thema überzeugenden Sport, überzeugende Mannschaftsleistung, Teamgeist, das kann man halt nicht verordnen. Man kann Strukturen verordnen, man kann Leute, Spieler kaufen, Trainer kaufen und dergleichen mehr. Das wird ja auch künftig so bleiben. Aber ich würde mir da wünschen, dass man da wirklich mit ein bisschen mehr Sachverstand rangeht und sich auch mal anguckt, was andere Vereine machen, wie sie es machen und dass sie nicht gleich beim ersten Sturm vielleicht auch einknicken. Glaubst du, dass VW zu viel reinredet? Vielleicht, also braucht die Fußballeinheit möglicherweise, ich kann es nicht wirklich beurteilen, aber möglicherweise mehr Eigenständigkeit und mehr Freiheiten, um eben diese professionellen Strukturen zu schaffen, die auch für eine gewisse Konstanz sorgen können oder für mehr Konstanz als bisher. Ich wünsche mir eindeutig einen anders besetzten Aufsichtsrat. Der ist jetzt nicht operativ tätig, das ist ganz klar, aber der stellt natürlich die Weichen mit Und da gehören zu 90 Prozent Leute rein, die vom Sportgeschäft in jeder Beziehung, also auch Sportmanagement, wirklich Ahnung haben und auch Erfahrung haben. Und das ist anderswo auch schon mal gewinnt. Netzwerke. Netzwerke haben. Und das ist eben eine Proporzveranstaltung. Da sitzen Leute drin, es tut mir leid, die haben da nichts verloren. Weshalb sitzen die da? Da muss kein Oberbürgermeister von Wolfsburg sitzen, da muss keine Betriebsarztchefin sitzen, da kann ein Controller von Volkswagen sitzen, der die Sache finanziell im Griff hat, aber ansonsten sollen da Fachleute sitzen. Oder auch Fachfrauen, kann man ja auch sagen. Es gibt ja mittlerweile im Fußball genug weibliche Kompetenz, es gibt ja sogar eine... Die Trainerin in Ingolstadt, Audi macht es vor, hätte ich fast gesagt. Und unsere Frauenschaft macht es auch vor. Ja, warum sitzen die Totschützenkönigin Popp, warum sitzen die nicht in so einem Gremium? Die haben Expertise. Aber nicht nur Expertise, die müssen aber auch die Befugnisse haben, entsprechende Entscheidungen treffen zu können. Ja, ich kann da nur noch mal Wolfgang Reitmann zitieren. Die haben schon reinregiert und das können sie ja auch machen. Das ist Ihre Veranstaltung, das ist Ihr Geld. Aber Sie sollen sich bitte, so wie Sie für andere Managementaufgaben, auch Fachleute holen. Techniker oder Vertriebsexperten sollen Sie sich da Fußballexperten holen. Genau, sehe ich auch so. Aber das ist ja nicht erkennbar im Augenblick. Und deshalb, es ist völlig in der Schwebe. Ich weiß nicht, wie das da weitergeht beim VfL. Die könnten auf jeden Fall ein großes, wie ich finde, schon ein gewichtiges Erbe leichtfertig verspielen. Das könnte passieren in der Saison. Also der Abschieb wäre für mich wirklich eine Katastrophe, für viele andere Leute auch und ich habe dieselbe Befürchtung wie du, wenn sie dann erstmal zweite Liga sind, dann werden auch die Gelder zusammengestrichen und dann wird es verdammt schwer. Ja, und das bedeutet auch für die sportliche Infrastruktur in der Region hier, bedeutet das eine ganze Menge, die wird sich auch ändern. Also ich bin auch kein Freund dieser ewigen Hassbeziehung zwischen Braunschweig und Wolfsburg und selbst Hannover und Braunschweig, das ist alles völlig übertrieben. Also eine sportliche Rivalität finde ich total okay. Aber das ist ja was ganz anderes. Eine Frotzelei ist okay, aber irgendwelche Randale und so ist total peinlich. Das ist ja so eine Art von anarchischem Klassenkampf, dadurch nichts zu begründen ist. Also ich wünsche mir schon, dass Volkswagen da ein bisschen mehr die Sicht zurückzieht von diesem operativen Geschäft. Und auch mal konzeptionell wirklich entwickelt, was sie denn in der Bundesliga wirklich auch wollen. Wollen sie, dass der Standort hier gestärkt wird, dass die Leute hier jedes zweite Wochenende Spaß haben können im Stadion, egal ob der VWL jedes Mal erfolgreich ist. Sie müssen halt versuchen, so schwer das ist, auch eine Mannschaft zu finden, die mal so ein bisschen für Blutschweiß und Tränen steht. Wir haben ja jetzt im Augenblick eine Mannschaft, da sind sicherlich im Kader 24 hochbegabte Fußballer, die alle wahrscheinlich, wenn sie weggehen, auch Erfolg haben werden beim nächsten Verein. Und dass man auch eigene Talente etwas mehr achtet und ein bisschen mehr Geduld mit ihnen hat. Das wäre cool. Das wäre so cool, wenn mehr eigene Talente den Weg in die Profimannschaft finden würden. Der junge polnische Spieler Kaminski ist beim VfL irgendwie nicht klargekommen, ist beim 1. FC Köln Leistungsträger. Aber da haben wir beim letzten Mal schon drüber gesprochen, Thomas. Das ist doch auffallend. Spieler, Trainer, die in Wolfsburg floppen, gehen weg und sind dann plötzlich erfolgreich. Und das ist ja nicht einmal, sondern es ist relativ regelmäßig. Ich finde es auffallend und das muss auch Ursachen haben. Ja, vielleicht ist es ja auch wirklich nicht gelungen, so eine Art familiäres Umfeld. Man weiß ja auch, dass Fußballer auch durchaus sensibel sind und auch sehr angenehme Verhältnisse, auch außerhalb der pekuniären Lage. Die ist ja ja goldig wahrscheinlich beim VfL. Das behaupte ich einfach mal so. Aber dass eben auch noch andere Wohlfühlfaktoren da eine Rolle spielen. Im Augenblick scheint da nichts zueinander zu passen. Nein, nein, nein. Das ist ja auch für VfL ist es dann eben im Grunde ein Instrument, wo man viel Geld investiert und auch nichts davon hat. Außer Häme, Spott und schlechtes Image. Das war schon mal ganz anders und man hat ja auch ein sehr, sehr breites Fußballengagement gehabt bei Volkswagen. Also die einzelnen Konzernmarken sind da ja sehr aktiv, überhaupt im Sport, aber auch im Fußball und auch international auf Nationalmannschaftsebene. Das ist ja ein unglaubliches Gebilde, was man da inzwischen errichtet hat. Naja, und ich wohne ja tief im niedersächsischen Outback, also weit weg von Wolfsburg und Braunschweig und wohne auch mittlerweile seit 25 Jahren und beobachte schon, wie sich das zum Beispiel verändert hat. Also diesen Eintracht-Automatismus gibt es eigentlich nicht mehr, zumindest da draußen. Da findest du auch viele, viele Kids, die im VfL-Trikot rumlaufen. Also das hat schon auch Strahlkraft. Die sind ja auch mit dem VfL sozusagen in die Bundesliga hineingewachsen. Und wenn ich da an die Fankultur denke, die es ja angeblich nicht geben soll, die gibt es natürlich schon. Ich muss immer lachen, wenn ich das höre. Einer der ersten Fanclubs war die Schlemmerbrüder. Und da hat man noch drüber gelacht. Inzwischen gibt es, glaube ich, weit über 120 Fanclubs des VfL. Und die können auch richtig Alarm machen. Ja, das haben wir ja gesehen. Die können auch richtig böse sein. Und die Ausstrahlung war ja auch lange weit über unsere Heimatregion hinaus, also ich weiß das aus dem nördlichen Thüringen und aus Sachsen-Anhalt natürlich auch viele zu den VfL spielen, weil sie Bundesliga sehen wollten. Aber diese Attraktivität hat jetzt natürlich gelitten, das ist gar keine Frage. Und der Anspruch, international spielen zu wollen, um dann eben auch VW oder bestimmte Modelle, das hat es ja alles gegeben, ins Rampenlicht zu stellen, das ist ja durchaus ein Ansatz, den ich nachvollziehen kann. Aber du kannst es eben sportlich nicht garantieren. Also es sollte ja, fällt mir da gerade ein, es sollte ja, Herbert Diess wollte ja damals den ID.3 auf Basis der Fußball-Nationalmannschaft. Bewerben. Das hat ja auch irgendwie nicht so richtig geklappt. Also das ist eine durchaus unsicher Gelegenheit. Und durch überzogene Ansprüche verspielt sie ja noch eine andere Chance, nämlich diese emotionale Komponente. Also wenn der Verein leidenschaftlich wäre und das, was wir beim letzten Mal beschrieben haben, auch mal für eine Überraschung sorgen könnte, gegen einen Großen, dann würde es auch viel mehr Sympathien noch geben für den Verein. So klappt aber das eine nicht als Werbeinstrument, aber auch sozusagen. Als Sympathieträger nicht so richtig, finde ich. Das haut im Moment nicht so hin. Also ich habe das ja auch gesagt beim letzten Mal, mich nervt es einfach, dass der VfL immer mehr zu dem wird, was man eigentlich vorwirft, nämlich seelenlos und zu clean zu sein, aber die Leute nicht richtig zu erreichen und auch die eigene Mannschaft nicht richtig da zusammenzufügen. Ja, das stimmt. Das Gegenbeispiel ist ja eigentlich Bayer Leverkusen, die zwar noch länger gebraucht haben, um den Meistertitel zu feiern, aber die eigentlich immer doch relativ erfolgreich gespielt haben. Da scheint ja wesentlich mehr Kompetenz und Kontinuität zu herrschen. Aber was mir auch, was glaube ich auch noch wichtig ist, diese finanzielle Risikolosigkeit. Das wird ja, wenn sie Gewinn machen, müssen sie einen Gewinn abführen. Wenn sie Verlust machen, wird auch ausgeglichen. Das ist ja eigentlich eine sehr komode Basis für das Management. Die können ja sagen, gut, 15 Millionen Miese, 24 VW gleicht aus. Vielleicht müsste man auch da mal eine andere Konstruktion finden, dass sozusagen der Gewinngedanke auch finanzieller Art auch mal wieder nach oben spielt. Das sind ja wahnsinnige Summen, die da bei Transfers getätigt werden. Das sind auch wahnsinnige Summen, die Spielerberater bekommen. Ich meine, da ist der VfL nicht die Spitze des Eisberges. Und so Verluste sind auch, finde ich, schwierig in Zeiten wie diesen zu rechtfertigen. Wenn ich im großen Maßstab Personal abbaue und dann auf der anderen Seite zweistellige Millionenverluste einfahre, passt nicht so richtig zusammen. Nein, ob das alles folgerichtig ist, ist ja gar keine Frage. Aber der Vergleich wird ja angestellt. Und zwar zu Recht, wie ich finde. Also wenn man hier so knüppelharte Maßstäbe an die Rendite anlegt und es ist nie genug und es muss immer weiter gespart werden, da kann man sich so einen zirzensischen Betrieb, dann eben nur leisten, wenn es irgendeinen Mehrwert oder einen Gegenwert gibt. Genau, entweder diese emotionale Komponente oder wirklich, dass der VfL dann als Marketinginstrument fungiert und das funktioniert nur richtig, wenn sie sportlich erfolgreich sind. Das Schlimme wäre ja, glaube ich, auch, dass die natürlich auch so eine erfolgreiche Abteilung wie die Frauenmannschaft, Frauenprofimannschaft, dass die natürlich auch in Mitleidenschaft gezogen wurde, sehr wahrscheinlich. Wenn man sieht, was da aufgebaut wurde, das ist fantastisch. Ich kann mich noch gut entsinnen, dass die Ursprünge des Fußballs in Wolfsburg, die wurden ja sozusagen von höchster politischer Stelle ins Lächerliche gezogen in 60er, 70er Jahren. Da wurde ja darum gebeten, bitte macht kein Frauen Fußballspiel hier. Das ist doch alles irgendwie Halbseiden. Unglaublich. Die Anfänge beim WSV Venture, da kann ich mich selbst noch gut dran erinnern auf dem Dorfplatz. Das war dann auch irgendwie glaube ich schon Bundesliga, aber das war wirklich erste Karlsklasse und heute sind das hochprofessionelle Strukturen, wir haben ein eigenes Stadion im Allerpark und das ist ja auch ein Angebot eben auch im Sinne der Gleichberechtigung. Und deshalb, warum sollen nicht auch erfolgreiche, es gibt ja viele, Petra Damm und dergleichen, oder auch die Spielerinnen hier, Müller und wie sie alle heißen, Nationalspielerinnen. Warum sitzt nicht eine von denen im Aufsichtsrat? Genau, genau. Stattdessen sitzen da Leute, die so im besten Falle so viel Ahnung haben wie wir beide. Oder Stammtischniveau. Und ja, das passt so nicht. Und da muss ich, glaube ich, entscheidend was eng an. Wie gesagt, es braucht Expertise, es braucht Netzwerke, um dann erfolgreich agieren zu können. Und dann auch mal was anbahnen zu können. Ich muss übrigens noch mal eine kleine Episode, das haben ja auch nicht alle gesehen, wie fußballverrückt eigentlich dieser Winterkorn war. Also der hat sich ja 2008 mit Gicht und was weiß ich was, also schon in den höheren 60er Jahren hat er sich im Rahmen eines Benefizspiels vor 8.000, 9.000 Zuschauern in der Arena ins Tor gestellt. Ich sehe ihn noch vor mir. Hast du es gesehen, das Spiel? Nee, aber die Fotos sehe ich noch vor mir. Da waren ja alle Granden von Pölsch bis Osterloh und Personalvorstand Neumann damals in kurzen Hosen zu besichtigen. Also das war ein wirkliches Spektakel. Aber es zeigt eben auch, die haben sich nicht geschämt dafür. Ich meine, Oliver Brume, der setzt sich mit dem Schal oben auf die Tribüne. Gut, toll. Also das kann ja im Grunde jeder machen. Ich fand, damals war das wirklich, die waren eben wirklich genauso wie wir fußballveräugt. Ja, es gibt ja dieses schöne Wort volksnah. Es war volksnäher insgesamt. Ich meine, damals hat es auch viel Geld gekostet, aber es ist zumindest was dabei rausgekommen. Das ist im Augenblick überhaupt nicht der Fall. Das ist natürlich auch immer gefährlich, Produktwerbung. Das hat man ja irgendwann, ab 2004 hat man das ja auch angefangen zu machen. Fing, glaube ich, mit einem Polo an. Das ist natürlich immer gefährlich. Wenn der VfL dann gewinnt, dann ist der Polo ein tolles Auto. Wenn er verliert, ist er ein scheiß Auto auf gut Deutsch. Das sage ich ja. Das funktioniert im Moment überhaupt nicht, diese Schiene. Meinst du denn, dass sie noch die Kurve kriegen werden? Hätte ich dich jetzt auch gefragt. Ich habe ja hier schon den Mund sehr voll genommen. Kürzlich mittlerweile, muss ich sagen, mache ich mir echt Sorgen. Also ernsthafte Sorgen. Das könnte passieren. Wenn man auf die Gegner guckt jetzt. Also jetzt haben sie das Ding gegen Werder vergeigt. Ja, sie spielen ja auch gar nicht. Also gegen wen hätten sie gewinnen sollen, wenn nicht gegen Werder? Also das begreife ich überhaupt nicht. Es kommt jetzt eben auch noch Pech dazu. Erst haben sie kein Glück und jetzt kommt Pech dazu. Eine dämliche, gelbrote Karte auch noch. Also ganz schrecklich. Und was denkst du jetzt? Ja, Thomas, was denke ich jetzt? Ich denke, das sage ich nicht. Ich sage aber, wir schaffen es. Relegation. Wir haben uns das ja schon ausgemalt in den künsten Träumen. Relegation gegen Hannover 96. Ja. Und alles wird gut danach. Und alles wird gut danach, genau. Und dann Meisterschaft. Aber teilst du die Kritik, die der Kollege Draxler von der Bild-Zeitung ja ständig wiederholt, wie so eine moderne Medien-Kassandra, dass der VfL eigentlich hier nichts verloren hat in der Bundesliga. Das fand ich ja eigentlich, das war eine Top-Motivation. Da hätte ich mir ja gesagt, also für den laufe ich mir jetzt mal 25 Kilometer im Spiel ab. Warum soll der VfL nichts in der ersten Liga verloren haben? Das verstehe ich nicht. Wenn es sportlich gerechtfertigt ist und dieses Ganze, ehrlich, da kriege ich, haben wir auch schon mal angedeutet zumindest. Diese ganze Traditionshuberei und alles, was damit zusammenhängt, das ist für mich immer so, wirklich, wenn alle Argumente ausgegangen sind, dann geht es immer um Radkappen und Tradition und ich weiß nicht was, wir hatten das auch schon mal gesagt. Dem VfL gibt es seit Stadtgründung. Wenn das keine Tradition ist, wer das nicht begreift, tut mir leid. Und ich meine, es gibt ja Vereine wie die Eintracht, die auch deren Fans gerne sich über die Radkappen lustig machen. Wenn VW FS dort den Gatorn zudrehen könnte, würde Eintracht Landesliga spielen. Und wer hat denn damit angefangen, bitteschön? Ja, wer hat denn den Hirsch in die Bundesliga geholt? Also und sich dann über die Kommerzialisierung lustig zu machen. Sehr guter Hinweis. Alle Wetter, also alle Wetter, das ist schon dreist. Und dieser VfW ist ja im Grunde Tradition, ist ja sehr oft auch ein Alibi für andauernde Erfolglosigkeit. Ja, genau. Also wenn was Tradition hat, dann ist es die sportliche Erfolglosigkeit. Ja. Bei vielen Vereinen. Aber ist denn jetzt mal mal, wollen wir mal das Schlimmste voraussetzen, ist das ein böses Um auch für Volkswagen in Wolfsburg, für VW, wenn der VfW absteigt, ist das ein Synonym für Abstieg, auch in wirtschaftlicher Hinsicht? Ja, die Frage haben wir ja schon beim letzten Mal gestellt, also gibt es da einen Zusammenhang möglicherweise, also dass der VfL die Kraft hat, jetzt auf dem VW-Konzern überzustrahlen, abzustrahlen, das halte ich für verwegen, umgekehrt könnte ich es mir schon eher vorstellen, also dass sich diese Stimmung niederschlägt, dass sich vielleicht auch, weil dann die letzte Konzentration, die letzte Aufmerksamkeit fehlt, vielleicht weil, wir haben das auch beschrieben, der Aufsichtsratsvorsitzende, eigentlich einen super anspruchsvollen Job hat, als Topmanager bei VW die Kommunikation zu leiten und dann noch gleichzeitig den Aufsichtsrat führt eines Bundesligisten. Vielleicht ist es einfach too much. Ja, vielleicht hat dieses Beispiel, sich zu viel zuzumuten, Schule gemacht bei VW im Management. Und da kann man wirklich nur hoffen, dass da jetzt eine Korrektur erfolgt, die ja Oliver Blume zumindest mal eingeläutet hat. Und ja, schauen wir mal. Eigentlich bin ich letztendlich beim VfL optimistisch und bei Volkswagen auch, dass es schon auf anderem Niveau gut gehen wird. Ja, na klar. Also das wird schon irgendwie gut gehen. Die Welt dreht sich immer weiter. Das ist ja das, was Mut macht. Da muss man nun mal sehen, wie sie sich weiter dreht. Aber klar. Und das wäre auch schrecklich, wenn wir das nicht hätten, diesen Optimismus. Du willst ja schließlich deinen Ball auch noch in den nächsten 20 Jahren in Ehren hochhalten Das mache ich so oder so Das wissen wir doch beide, Der Fußballverein sucht sich ja den Fan aus und das kann man ja nicht abstreifen und deshalb wird das auch immer so sein, dass trotz aller Kritik, trotz aller Distanz habe ich auch beschrieben Nein, im Herzen, hier die schlägst du ab, die schlägst du ab, hier grün hier weiß, Die Devotionalien, die werden dann irgendwann mal, im VfL-Museum landen. Das gibt es ja, glaube ich. Das glaube ich nicht. Dafür ist es so popelig. Aber die sollen zumindest von meinen Söhnen in Ehren gehalten werden. Das ist doch ein wunderbares, fast schon pastorales Schlusswort. Genau. Aber vorher wollen wir noch mal fragen, was verbindet euch mit dem VfL? Habt ihr schöne Erinnerungsstücke? Habt ihr was ganz Besonderes, über das wir ihr berichten wollt? Dann nur zu. Hinterlasst uns Kommentare. Und was sagt ihr zu Leuten, die euch sagen, der VfL ist ein Retortenverein. Genau und hat keine Tradition. Das würde uns auch nochmal interessieren. Ansonsten sagen wir... Haben wir jetzt den VfL abgehandelt. Abpfiff hoffentlich nicht für immer. Nee, das bestimmt nicht. Da sind wir ganz zuversichtlich. Also, ade und bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal. Macht's gut.