Latest / SchichtZulage - der persönliche VW-Podcast mit Mehrwert / Alles in Scherben - Hat VW beim VfL die falsche Priorität gesetzt?
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- Und der VfL, um immer mal wieder die Brücke zu schlagen, es ist natürlich unglaublich wichtig, dass so ein Fußballverein, der soll ja gute Laune machen, der soll Identifikation ermöglichen. Das ist auch so mein Eindruck, es ist zu steif geworden, zu starr geworden. Das ist eine Plattitüde, aber Sport und insbesondere Fußball bei uns ist Identifikationsstiftung, Identitätsstiftung, das ist so. Die Fans haben das ja nicht verdient. Die haben auch diese Häme nicht verdient. Und mir dreht sich wirklich der Magen um, wenn ich da viele Kommentare lese im Netz. Es gab Zeiten, da war der VfL ja auch sowas wie ein internationaler Botschafter für Volkswagen. Andreas Schweiger, Thomas Kruse, Schichtzulage, der persönliche VW-Podcast mit Mehrwert. Über Arbeit, Wandel und die Rolle eines Global Players. Thomas, obwohl diese Tage ja heute überaus trüb sind und nur zur Niedergeschlagenheit Anlass geben angesichts der sportlichen Entwicklung in Wolfsburg, fange ich trotzdem mal mit einem kleinen Rätsel an. Wer schafft drei auf einen Streich? Also du mit deinen Rätseln, das ist, das ist, weiß ich nicht, keine Ahnung. Ja, Sigi Reich natürlich. Das ist ein Spruch aus alten, glorreichen Vorfeldzeiten. Ihr kommt doch nicht mit den alten glorreichen Zeiten. Das ist das, woran wir uns heute festhalten. An unserer Tradition. Das passt ja so gar nicht in die Zeit. Du musst mal der Realität ins Auge sehen. Du musst auch mal das Gute sehen. Wir können Abstieg. Ja, wir können Abstieg. Die Mannschaften sind zu doof dafür. Ja, ja. Andere sind zu doof dafür. Wir können Abstieg. Nach 29 Jahren ist das jetzt endlich mal bewiesen. Ja. Ist doch auch was. Man könnte fast meinen, es ist gewollt. Ja, da gibt es jetzt ganz viele Verschwörungstheorien. Vielleicht sind auch alle gegen den VfL gewesen und der VfL vielleicht teilweise sogar selbst gegen sich. Ich weiß es nicht. Ich glaube, das am allermeisten. Mir ist bei der intensiven Beschäftigung mit Relegation, Abstich und so weiter auch eins aufgefallen. Also es ist ja unglaublich, wie viel Energie, Leidenschaft, Emotionen die Menschen in Deutschland in dieses Thema Fußballabstieg jetzt gesteckt haben. Ich weiß, was ich mir wünschen würde, dass wir mal über andere Themen, die über das Schicksal unseres Landes, unserer Wirtschaft und so weiter bestimmen, dass wir auch mal so intensiv darüber diskutieren. Mit der gleichen Leidenschaft. Das wäre gut, das stimmt. Aber dir ist natürlich die Leidenschaft komplett abhandengekommen. Leider nicht. Also es wäre vielleicht besser. Ich wäre jetzt ein bisschen ruhiger, aber es arbeitet in mir. Also als alter VfL-Haudegen lässt mich das natürlich nicht unberührt. Und du kannst dir vorstellen, Montagabend vom Fernseher, ich musste zeitweise rausgehen, weil ich es nicht mehr ertragen konnte. Paderborn statt Wolfsburg. Paderborner Bier und Schwarzbrot statt Volkswagen und Autostadt. Das ist schon ein Quantensprung jetzt. Aber dann erst gab es ja das frühe Tor. Da schien ja alles gut. Gut, da schien ja alles. Ah, es schien, es schien. Ja, es schien, es schien. Ja, wie gehen wir mit dem Thema um? Wie sind die Analogien zur wirklich wichtigen Welt von Volkswagen, Wolfsburg? Wie geht es weiter in der zweiten Liga? Sind wir überhaupt nur noch zweite Liga? Was meinst du? Das ist die Frage. Das ist die Frage. Also was hat die Entwicklung des großen Konzerns mit der Entwicklung von Volkswagen zu tun? Ist das Zufall oder ist es doch bedingtes Einander? Ja, man sollte sich übertreiben mit den Analogien. Fußball steht für alles und nix, das ist so. Aber es ist natürlich schon auffällig, dass die Probleme jetzt sozusagen in allen Bereichen sind. Da, wo die Kohle verdient wird, da, wo der Spaß geboten wird, macht alles irgendwie keine richtige Freude mehr. Nee, nichts mehr mit Brot und Spiele. Zumindest wird das Brot trockener und die Spiele werden magerer. Ja, die Ansprüche decken sich nicht mehr. Das muss man ganz klar so sagen. Es ist auch für die Stadt Wolfsburg ein unglaublicher Rückschlag, weil Fußball-Bundesliga ist natürlich auch ein bisschen Fenster zur Welt. Es macht alles möglich, wenn du gut dabei bist. Du spielst international, dann kommen halt auch wirklich tolle Mannschaften aus tollen Städten zu dir. Das ist jetzt erstmal alles vorbei. Und man darf gespannt sein, wie VW jetzt auch angesichts der ansonsten harten Sparpläne mit dem Thema umgeht. Also die Zahlen, die kolportiert werden, die sind ja nicht valide. Die nehmen wir erstmal so hin, ohne zu wissen, ob sie stimmen. Aber dass es Einschnitte geben wird, ist natürlich klar. Das ist klar, aber wenn sich das so bestätigt, wie es im Moment so durch die Gerüchteküche wabert, dann wäre der VfL immer noch üppig ausgestattet. Und da kommt es ja nicht nur darauf an, wie reagiert VfL, sondern was machen eigentlich die Vereinsverantwortlichen daraus? Ja, das ist ja teilweise deckungsgleich. Das muss man ja wirklich mal sagen. Wenn man sich das Präsidium des VfL-Aufsichtsrates anguckt, da sitzt der Rudolf, da sitzt der Pötzsch, da sitzt VK Vallo. Ich weiß jetzt gar nicht, wer der Vierte ist. Und ich glaube, es ist sogar mal einer mit richtigem Fußball-Sachverstand, nämlich Benaglio, der ehemalige Tourmüter. Vielleicht muss man auch da ansetzen und muss, wie im Falle Volkswagen, auch mal nicht von Quartal zu Quartal oder Saison zu Saison denken, sondern sich auch mal wirklich ein bisschen einen langfristigen Plan haben. Ja, das ist so. Ich meine, was ist die Erfolgsformel von Vereinen wie Paderborn oder Elversberg oder vorher Heidenheim? Und die setzen sich diesen massiven Druck nicht aus, verlangen den auch nicht, geben sich und den Leuten, die verantwortlich sind, auch ein bisschen Zeit. Wir haben gutes Scouting, vielleicht müssen wir mal dahin gucken. Und haben natürlich auch so eine bodenständige Glaubwürdigkeit. Sie sind nicht abgehoben und beim VfL hat sich ja jedes Jahr wiederholt. Wir wollen international spielen und dann hat man es nicht geschafft. Seit graumer Zeit zumindest. Das sagen ja auch die Kritiker von Volkswagen, dem Unternehmen, seit Jahrzehnten eigentlich nach, dass sie sich von der ursprünglichen Erfolgsformel entfernt haben, wage ich jetzt so über den so einen langen Zeitraum nicht zu beurteilen. Aber vielleicht ist auch da was dran, dass man seine Kernkompetenz, vernünftige, finanzierbare Autos mit hohem Wirtbestand, ja, das hat man zwischenzeitlich extrem vernachlässigt. Und das Gucken zur Konkurrenz hat man auch erst relativ spät begonnen. Das sind so Faktoren, die sich sicherlich übertragen lassen vom Wirtschaftsleben auf den Fußballsport. Ja, und sicher ist ja, versteht ja, das ist jedenfalls so das, was mich erreicht, dass sich ja die Stimmung in Wolfsburg jetzt durch die jüngste Entwicklung beim VfL nochmal verschlechtert. Also die war ja in letzter Zeit sowieso nicht gerade rosig, nachvollziehbar, wird jetzt nochmal schlechter. Und ich weiß nicht, wie dein Eindruck ist, Thomas, geht möglicherweise dem Unternehmen der Bezug und die Verantwortung für die Heimatregion ab? Geht das verloren? Hat man zu sehr andere Dinge im Blick und vergisst eigentlich, wo man herkommt und welche Menschen das Unternehmen groß gemacht haben und auch nach wie vor? Einen sehr wichtigen Beitrag leisten, nämlich die Leute hier bei uns in Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter. Ja, das ist mit Sicherheit so, das glaube ich schon. Und sicherlich ist es Aufgabe des Konzernmanagements auch weit, weit, weit über den Teller ranzugucken, das ist ja gar keine Frage. Volkswagen konnte sich noch nie vom sogenannten Heimatmarkt ernähren. Gleichzeitig ist es aber das Kraftzentrum, das ist verloren gegangen, das Selbstbewusstsein. Und das hat ja alles auch Volkswagen mal eine Zeit lang ausgemacht. Das Selbstbewusstsein, was ja auch gerne mal in Arroganz gekippt ist, aber an dem VW auch sehr lange oder die Leute hier in der Region, speziell in Wolfsburg, ich komme ja aus Wolfsburg und kann das deshalb, glaube ich, ganz gut beurteilen, lange, lange arbeiten mussten, dass die Stadt erstmal, die viel belächelte Stadt, bis heute belächelte Stadt, aber inzwischen ja ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt hat. Das war ja früher nicht so. Neid muss man sich erarbeiten. Neid muss man sich erarbeiten. Da kommst du jetzt geschenkt vielleicht. Das ist so. Und ja, das ist natürlich auch eine Frage, wie Management agiert. Herbert Diess hat wirklich auf nervtötende Art und Weise Tesla ständig vorgeführt als das große Vorbild. Jetzt sind es die Chinesen. Das ist alles gut und schön und auch richtig. Nur du musst natürlich aus eigener Kraft heraus deine Zielbilder und deine Kompetenzen entwickeln. Und das fehlt mir wirklich. Eigentlich seit 10, 15 Jahren. Seit dem Dieselskandal ist da ganz, ganz viel kaputt gegangen, zum Recht auch. Man hat sich da versündigt und die Benchmark muss eigentlich Volkswagen sein. Dazu muss so ein Konzern in der Lage sein, ist er aber nicht mehr. Das ist so, das ist die bittere Wahrheit. Das ist die bittere Wahrheit und das schlägt jetzt voll durch und zurück und, Und zeigt sich ja jetzt hier unter anderem beim VfL. Beim VfL ist ja jetzt erstmal Sendepause, denke ich mal. Man wird ja Wunden lecken, sich neu aufstellen. Während hingegen in den Entscheidungsgremien in den nächsten zwei Monaten, in den Reifemonaten, Juni, Juli, da wird sich was zusammenbauen. Da wird was heranreifen und das wissen wir beide. Da wird es dann irgendwann nochmal vor den Werksferien eine ziemliche Ansage geben von Seiten des Managements. Ja, das glaube ich auch. Das ist ja angekündigt von Oliver Blume, letzte Aufsichtsratssitzung vor den Werksferien im Juli, dass da noch was durchkommen soll. Ich bin gespannt, was es sein wird. Also es wird ja jetzt von vielen Seiten, wird ja immer wieder betont, der Vertrag von 24 steht mit dem definierten Personalabbau, mit dem Erhalt der Werke und so weiter. Haben wir ja schon drüber gesprochen. Ist sehr ambitioniert, finde ich. Ja, was hat er für Möglichkeiten? Also das Sortiment der Grausamkeiten kann sich ja auch niederschwelliger abspielen. Also ich denke, bei der Carriot wird noch ein bisschen was passieren, deren Funktion, Positionierung ohnehin unscharf gewesen ist immer und nach wie vor. Dann fürchte ich, wird es auch im Bereich des Outsourcings von liebgewordenen Institutionen, Werkschutz, Wachdienst und dergleichen mehr und auch Service Factory. Ich denke, da wird auch noch einiges kommen. Und da muss man sehen, was mit dem Werk in Osnabrück passiert. Es ist ja inzwischen bekannt, dass Volkswagen seit dem vergangenen Jahr ein Office hat, ein Defense Group, Defense Office unter einem eigenen Manager. Für Verteidigung. Ja, dem wird in diesem Jahr noch mehr Personal zugeführt. Das heißt, die machen sich da ernsthaft Gedanken, wie man sich da positionieren kann, was man da machen kann, wie man da Synergien in Marken gewinnt. Vielleicht auch unter Berücksichtigung von MAN und dergleichen mehr. Und das heißt, das Werk Osnabrück wird eine neue, wenn es dann eine Zukunft hat, eine gänzlich anders geartete Zukunft haben. Ob es das ist, was im Juli dann exekutiert werden soll, weiß ich nicht. Vielleicht kommt heute auch nochmal einen richtig dicken Knüppel raus. Nur was kann man angesichts des Tarifvertrages von 2024 noch machen? Ja, das ist die große Frage. Also Oliver Blume sagt ja, es muss intelligentere Lösungen geben, wortwörtlich als Werkschließungen. Aber okay, Osnabrück, da haben wir oft genug drüber geredet, wird verkauft, aber Osnabrück rettet jetzt auch nicht den Konzern. Das sind 2200 Leute. Ob die Beschäftigung dann bei einer Konversion zur Rüstungsindustrie in dem Umfang gehalten wird, weiß man ja auch noch nicht. Aber es zeichnet sich ab, sagen wir mal, dass es dazu kommt, für die anderen Werke, die zur Disposition immer wieder standen. Sehe ich da ehrlich gesagt keine Möglichkeiten, ohne dass es zum wirklichen großen Krieg kommt mit der Arbeitnehmerseite. Ob das nun Emden ist, Hannover oder Zwickau. In meinen Augen auch eigentlich eine Schande, dass man Werke, die man mit höchstem Aufwand umgebaut hat auf E-Mobilfertigung, dass man ernsthaft darüber nachdenken muss, sie abzuwickeln. Das ist, sowas verstehe ich nicht. Katastrophe. Katastrophe. Das ist wirklich eine Katastrophe. Es geht um ausgebildete Belegschaften. In Emmen sind es 8.000, in Zwickau sind es 8.000, in Hannover sind es, was weiß ich, 12.000. Das muss man sich ja mal auf der Zunge zergehen lassen. Und dahinter steht ja ein Riesen-Invest auch. Das ist möglicherweise ja auch schon alles wieder teilweise abgeschrieben, aber dennoch. Ich verstehe es nicht. Für mich ist das Raubbau in der Zukunft und das kann auf keinen Fall die Lösung sein. Ja, und der VfL um immer mal wieder die Brücke zu schlagen. Es ist natürlich unglaublich wichtig, dass so ein Fußballverein, der soll ja gute Laune machen, der soll Identifikation ermöglichen. Man soll sich alle zwei Wochen mal freuen, da ins Stadion zu gehen. Das hat der VfL jetzt lange nicht mehr leisten können. Leider. Ich fürchte, weil der Einfluss von VW zu groß ist, weil es ein zu bürokratisierter Verein ist, wo zu schwierige Entscheidungswege auch herrschen, zu viele Hierarchien. Und auch zu viel fehlende Sachkompetenz. Ja, man muss ja fragen, warum so Leute wie Glasner, Oliver Glasner nicht länger in Wolfsburg geblieben sind. Das war ja der letzte Trainer eigentlich, der nachhaltiger Erfolg hatte, ja. Und ja, ist auch so mein Eindruck. Es ist zu steif geworden, zu starr geworden. Es ist zu... Das ist so dieser Kommunikationsstil eines Unternehmens. Das ist alles bürokratisiert und registriert. Da ist nichts Spontanes mehr großartig. Nichts Zufälliges, genau. Beide kennen noch die früheren Zeiten beim VfL, die durchaus charmant waren, so wie es bei jedem normalen Fußballverein ist eigentlich. Das ist alles verloren gegangen. Ja, also wenn ich an das Aufstiegsspiel denke, seinerzeit gegen Mainz, als wir in die erste Liga aufgestiegen sind, mir bricht das Herz. Da war ich ja im Stadion und das war so unglaublich, ein so tolles Erlebnis und auch ein Wahnsinnsspiel mit dem 5 zu 4. Ja, das ist eben einfach auch eine Plattitüde, aber Sport und insbesondere Fußball bei uns ist Identifikationsstiften, Identitätsstiften. Das ist so. Wenn du so ein Erlebnis mal gehabt hast, dann sagst du dir, gut, wir sind nicht so, wie die anderen im Rest der Republik oder der Welt sagen, sondern wir sind so. Und das ist jetzt alles in den Scherben gefallen, muss man wirklich sagen, genauso wie eigentlich bei Volkswagen, um da wieder die Analogie zu schlagen, die kam von relativ weit oben 2015, dann hat man sich selbst ins Bein geschossen mit einem Riesenskandal, danach hat man versucht das Geschäftsmodell umzukrempeln, alte Tugenden zu entwerten, neue zu finden, das ist im Grunde ist das nicht gelungen. Zockelt man der ganzen Angelegenheit hinterher. Und unter anderem natürlich auch der Druck. Und der Druck hat sich ja erhöht in der Zeit. Die Welt hat sich ja weiter gedreht. Es hat sich ja vieles verändert seit 2015. Man hört ja immer von Leuten, die es wissen, dass nach der Corona-Pandemie die erste Messe in Shanghai 2023, da sind die Leute aus Europa hingekommen und haben große Augen gemacht, weil die Chinesen plötzlich dies und das zustande gebracht haben. Und im Grunde die ganze Angelegenheit den Stecker umgelegt haben. Ich weiß nicht, ob es so ist, ob das so schnell geht in der Industrie. Aber Fakt ist, dass wir im Augenblick natürlich null Selbstbewusstsein haben. Wir haben null Perspektive so richtig für die deutschen Standorte. Und fahren hinterher. Und fahren hinterher. Fahren hinterher. Und wenn Aussagen gemacht werden, wir werden verhandeln nicht mit Chinesen über die Nutzung von Werken, dann ist das sicherlich so. Das ist der Ist-Zustand. Aber ich bin gespannt, wie es in einem Jahr aussieht. Ob man sich nicht ernsthaft überlegen muss, ob das ist eine Spikulation. Da müsste es vielleicht auch, um bei der Sprachregelung zu bleiben, intelligentere Lösungen geben. Warum soll man nicht mit Chinesen verhandeln? Das kommt ja dann auf die Ausgestaltung der Verträge an. Es gibt ja viele Denkverbote. Das ist ja auch nicht neu. Das ist ja, dass man nicht ergebnisoffen irgendwas diskutiert, sondern es gibt ja da immer bestimmte ... Ja gut, dahinter steckt wahrscheinlich auch die Sorge des Reputationsverlusts. Wenn man dann die Chinesen in die Werke ließe, damit würde man ja eigene Hoheit aufgeben und das ist ein Stück weit Gesichtsverlust. Aber man muss sich ja den Realitäten stellen. Erstens das und zweitens haben wir ja unfreiwillig schon für ganz andere Gesichtsverluste und Image-Schäden gesorgt. Also ich meine, da ist Volkswagen nun wirklich meisterhaft in der Beziehung. Das ist ja, also da tut man sich keinen Tod mehr an diesbezüglich. Ja, also ich finde, du solltest da jetzt in Sachen VfL nicht so viel Trauer tragen. Also wer abgestiegen ist, kann auch wieder aufsteigen. Ja, in der Theorie, ja. Die Renaissance war eine wunderbare Zeit. Geist und Körper sind belebt worden. Vielleicht gelingt das ja auch dem VfL. Ja, ich meine, du hast es ja eben angesprochen, was da so aufgebaut wurde. Ich wohne ja nun lange nicht mehr in Wolfsburg. Ich wohne jetzt im Vorharz. Und da sieht man ja schon an vielen Häusern auch den VfL-Wimpeln. Ja, natürlich. Da ist ja was gewachsen. Und wenn ich so mit den Schulkameraden meiner Söhne spreche, da sind auch genug dabei, die wirklich da eine Stunde Anfahrt in Kauf nehmen, um nach Wolfsburg ins Stadion zu fahren. Und um die Leute tut es mir leid. In erster Linie tut es mir wirklich um die Fans leid. Die Fans haben das ja nicht verdient, die haben auch diese Häme nicht verdient und mir dreht sich wirklich der Magen um, wenn ich da viele Kommentare lese im Netz, die wirklich so offensiv den Abstieg wünschen, geradezu herbeisehnen. Die Fans sind doch trotzdem Fans. Aber das gehört zum Fußball dazu. In jedem Fußballbezirk gibt es Emporkömmlinge. Hier ist es im Augenblick Schöning auf der Amateur-Halbprofi-Ebene. Die werden von allen anderen gehasst weitestgehend. Weil sie den Erfolg angeblich kaufen, dem ist ja nicht so. Aber das ist ein Naturgesetz des Fußballs. Damit muss man leben, damit muss man souverän umgehen. Naja, ich sage mir immer, den Neid muss man sich erarbeiten, hast du ja auch gesagt. Aber wie gesagt, das Thema darf auch nicht überhöht werden. Also es hat jetzt keinen direkten Einfluss. Es hat einen direkten Einfluss auf die Attraktivität des Standorts Wolfsburg. Das ist gar keine Frage. Glaube ich ja mit meiner ewigen Litanei. Wir haben kein Vorzeigewerk bekommen, keinen neuen Produktionsleuchtturm in Warmenau. Das war der erste Nackenschlag. Dann ist die TE entwertet worden, qualitativ. Und jetzt steigt auch noch der VfL ab. Jetzt steigt auch noch der VfL ab. Da kann der gute Bürgermeister so viel optimistische Reden verbreiten, wie er möchte. Das sind keine guten Zeichen. Ja, und ich weiß auch nicht, ob es schlau ist, jetzt, da sind wir wieder beim Thema Kommunikation. Mich hat ja in der Vergangenheit gestört, dieses ständige Ankündigen von, wir wollen international spielen und dann ist man den Zielen hinterhergelaufen. Jetzt heißt es, wir wollen sofort wieder aufsteigen. Ja, will ich auch unbedingt, dringend, absolut. Mir wäre es aber lieber, ich würde es in Taten spüren. Dafür ist es jetzt natürlich zu früh. Aber ich hoffe auch, dass es nicht nur Worthülsen bleiben, sondern da wirklich was nachkommt. Da muss was nachkommen, weil ich glaube, das ist schon richtig. Also der direkte Wiederaufstieg muss jetzt gelingen. Weil sonst kann das eine ganz zähe Angelegenheit werden und mit langsam absinkenden Etats, bis man dann irgendwann vielleicht auf dem Niveau der Mitbewerber ist. Und dann ist Wolfsburg wieder der Standort, Fußballstandort, der einst mal war. Nämlich der aus eigenen Kräften irgendwas bewegen musste. Mir tut es auch leid um die gesamte Infrastruktur, die da inzwischen entstanden ist. Wenn man guckt Richtung Allersee, das ist ja eine kleine Fußballstadt. Also wirklich bemerkenswert und die Voraussetzungen sind optimal. Das ist ja produktionstechnisch zum Beispiel im alten Wolfsburger Stammwerk nicht mehr so. Das ist nicht Benchmark. Das entspricht nicht mehr den Maßstäben, die angeblich jetzt in der Automobilindustrie Standard sind. Und deshalb ärgert es mich auch ein bisschen, dass hier der große Wurf damals nicht gekommen ist. Das war für mich letztendlich ist das für mich… Mit Warmenau meinst du, mit dem Trinity-Werk. Ja, also wie gesagt, da stimmt alles hinten und vorne nicht mit der Projektion, aber das Werk hätte kommen müssen. Weil du brauchst natürlich eine moderne, auch Platz für eine moderne Fertigung, wie sie jetzt mit viel Aufwand in der Halle 54 für den Golf, den Umbau oder der Golf. E-Golf, der kommt, kommen soll. Kommen soll. Also ich bin auch da wie üblich vorsichtig. Das haben wir ja im Blut als weitgestandene Redakteure. Ja, sollte man auch, finde ich. Ja, die kritische Distanz. Ja, skeptisch zumindest zu sein. Wir haben gesehen, wie schnell die Welt sich bewegt, was da alles so für Einschläge gekommen sind innerhalb der letzten sechs, sieben Jahre. Und da befürchte ich noch einiges. Wirklich. Thomas, was meinst du denn, wie wird Volkswagen jetzt mit dem VfL umgehen? Also ich denke schon, dass sie versuchen werden, das Konstrukt am Leben zu erhalten. Und ich entsinne mich, es gab Zeiten, da war der VfL ja auch sowas wie ein internationaler Botschafter für Volkswagen. Die waren in China, die waren in den USA, die waren überall unterwegs und hatten auch durchaus ein gutes Renommee. Und natürlich ist das ein Imagefaktor auch für VW. Gar keine Frage. Auch für die Stadt übrigens. Für die Stadt sowieso, aber auch für VW. Man kann Produktwerbung machen, das haben sie ja auch gemacht zu guten Zeiten. Und ich hoffe einfach, dass VW da jetzt etwas anders rangeht an die Angelegenheit. Erst mal den Standortfaktor ganz weit oben ansiedelt, dass man sagt, wir brauchen diesen VW Wolfsburg. Erst mal für unseren Konzernsitz Wolfsburg. Und alles, was man dann daraus entwickeln kann, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier. Und also einfach vielleicht auch ein paar kleine Brötchen wieder zu packen. Was man sich ja eigentlich im Zusammenhang mit VW und VfL auch immer wünscht eigentlich. Jetzt ist ja der VfL, das ist ja nicht nur die Männerschaft, sondern da ist ja auch im Frauenfußball wirklich was ganz Tolles aufgebaut worden. Das bröckelte in letzter Zeit auch etwas. Siehst du denn da die Gefahr einer vergleichbaren Abwärtsspirale? Naja, die Abwärtsentwicklung ist ja sportlich zumindest erkennbar. Nichtsdestotrotz wird da in den Nachwuchs, auch im Nachwuchsleistungszentrum und bei den Frauen, da wird natürlich hervorragende Arbeit geleistet. Und ich wünsche mir vor allen Dingen, dass die Spieler, die aus dem Nachwuchsbereich kommen, so wie andernorts, Freiburg etc. Pp., ob man sie dann selbst einsetzt, alle oder ob man sie auch ausleiht, verkauft und so weiter, das muss ein eigenes Geschäftsmodell sein. Und die Voraussetzungen dafür sind da. Und dafür muss Volkswagen auch stehen. Das sind ja Parallelen auch zum Konzern. Ausbildung, Übernahme etc., Entwicklung, Kompetenzerweiterung. Das lässt sich ja alles wunderbar am Thema Fußball spielen. Und schauen wir mal, wie man damit umgeht. Es ist eigentlich im Augenblick viel zu früh, noch was zu sagen, weil es gibt ja auch keine offiziellen Aussagen dazu, was man zu tun gedenkt. Klar, aber deshalb ist es ja wichtig, dass frühzeitig schnell die Dinge auf die Spur gesetzt werden, damit es dann auch in die richtige Richtung läuft und ich denke auch gerade bei den Fußballfrauen, da ist auch dieser Imagefaktor gar nicht zu unterschätzen, weil das nochmal eine andere Note reinbringt in den Sport und das ja hochattraktiver Sport ist und das bringt ja auch der Stadt viel. Das ist ja zum Beispiel in den USA war Frauenfußball schon immer sehr stark, sehr präsent. Wir erleben überall in Europa, dass sehr gute Frauen-Profimannschaften entstehen, ob das in Spanien ist oder in Frankreich oder in England. Auch die englische Liga arbeitet ja an dem System. Das heißt, das ist ein Zukunftsfaktor und das darf auf keinen Fall verloren gehen. Und dessen ist man sich ja hoffentlich bei VW auch bewusst. Dann sollte man ernsthaft darüber nachdenken. Also was ich noch sagen wollte, es gibt einen Haufen, hätte ich fast gesagt, Zivilangestellte beim VfL, also hundert, hunderte, deren Jobs natürlich auch jetzt ein bisschen in der Luft hängen. Auch an die sollte man denken und sollte man sich Sorgen machen. Und da muss schon mit sehr viel Fingerspitzengefühl jetzt vorgegangen sein werden, weil da kann jetzt natürlich auch vieles zerstört werden, was langfristig wertvoll ist. Ja klar, interessiert uns natürlich auch, wie denkt ihr über die Verbindung VfL-Volkswagen-VfL-Stadt-Wolfsburg? Muss das Unternehmen da weiterhin mit großem Engagement dabei sein? Dann muss das Unternehmen andere Prioritäten setzen. Was bedeutet der VfL für euch? Lasst es uns wissen, bitte. Ja, sagt uns ruhig mal, was für ein Etat ihr für angemessen haltet für die nächste Saison. Ich meine, die Zahlen sind alle nicht valide, aber ihr könnt ja trotzdem mal sagen, was ihr für angemessen haltet. Wie viele Millionen in den VfL, in die Männermannschaften noch fließen sollten. Naja, glaubt mal in ersten Berichten, dann ist es ja richtig viel Geld. Und das würde ja bedeuten, dass der VW-Konzern weiterhin zu seiner Sporttochter hält. Und der steht dann mächtig unter Druck wieder, auch mit Beginn der zweiten Bundesliga-Saison. Mächtig. Du hast ihn ja selber erzeugt, wenn du sagst, sofortiger Aufstehen. Ist ja auch so. Ich meine, der Druck ist ja auch da. Das ist ja Fakt. Ja, genau. Aber wie gesagt, mit dem Franz kann man dann nur sagen, schauen wir mal, wie sie es anstellen. Aber jetzt nochmal, wer schafft drei auf einen Streich? Ja, Sigi Reich. Vielleicht muss Sigi mal in den Aussichtsrat. Ich weiß es nicht. Das wäre was. Sigi vor Präsident. Okay, bis zum nächsten Mal. Besten Dank. Bis dann. Macht's gut.