Latest / SchichtZulage - der persönliche VW-Podcast mit Mehrwert / Betriebsratswahl, Milliarden-Cashflow - und wer profitiert?
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- Also ich bin ehrlich gesagt, passt das bei Volkswagen aus meiner Sicht alles nicht mehr zusammen, diese permanenten, dieser permanente Spardruck, wie passt das zusammen mit dieser Diskussion, die wir im Augenblick führen? Gar nicht. Das läuft in die völlig falsche Richtung, es läuft aber auch nach außen in die falsche Richtung. Also ich, meine Sorge ist, und die habe ich schon länger, dass sich das Unternehmen zunehmend entkoppelt von seinen Kunden. Aber seien wir mal ehrlich, Andreas, was hat Volkswagen seiner Kundschaft schon alles zugemutet in den vergangenen 25, 30 Jahren? Betriebsratswahl, Thomas, das ist ja das Thema, über das wir uns heute unterhalten wollen. Betriebsratswahl bei Volkswagen, nächste Woche ist es soweit. Passend dazu habe ich hier dieses Magazin mitgebracht von der IG Metall. Das ist ja für uns Pflichtlektüre seit vielen Jahren, weil wir natürlich wissen wollen, wie sich die große Gewerkschaft positioniert. Der Titel jetzt der aktuellen Ausgabe, Betriebsrat wählen, ich zeige es nochmal. Jetzt haben wir heute erstmal betriebsversammlung in wolfsburg im stammwerk und die könnte glaube ich mit einer dicken enttäuschung enden für die beschäftigten denn soweit ich weiß wird nichts gesagt zu der, Prämie, so der Sonderprämie, der der Betriebsrat ja fordert, nachdem diese 6 Milliarden Euro Cashflow wundersamerweise aufgetaucht sind. Ganz schönes Ding, jetzt kurz vor der Wahl. Also die Enttäuschung wird mit Sicherheit groß sein. Das ist offiziell nie so angekündigt worden. Das stand nicht auf der Tagesordnung. Nichtsdestotrotz gehen die Beschäftigten natürlich davon aus, dass sie extra Kohle bekommen werden. Ich glaube, das könnte auch in einer größeren Enttäuschung enden, weil ich bin nicht davon überzeugt, dass da eine nennenswerte Summe am Ende des Tages, wenn sie denn kommt, tatsächlich gezahlt werden wird. Also das Thema wird ja durchaus kontrovers diskutiert, Auch hier bei unseren Zuschauerinnen und Zuschauern, bei den Zuhörerinnen und Zuhörern. Also ein Zuhörer meinte ja, am besten gibt es für niemanden gar nichts. Ich finde das nachvollziehbar, denn das Unternehmen ist in der Krise. Warum sollte da jetzt Geld rausgegeben werden? Also dann müssen allerdings alle verzichten. Die Diskussion ist aus dem Ruder gelaufen und sie ist auch unscharf, weil es geht ja im Prinzip jetzt um eine neue Summe, die angeblich verteilt werden soll. Das hat ja mit der ursprünglichen Ergebnisbeteiligung, so hieß das ja mal, was die Tarifbeschäftigten ausgezahlt bekommen mit einer Pauschale im Herbst und mit einer weiteren Summe im Mai, hat das ja alles gar nichts mehr zu tun. Es geht um die 6 Milliarden, die da jetzt als Netto-Cashflow identifiziert worden sind. Wir wissen ja bis heute nicht, woher sie kommen, was für eine Qualität das Ganze hat. Durch die unglückliche Kommunikation von Unternehmen und wie ich finde auch Betriebsrat sind da jetzt Begehrlichkeiten entstanden, die aber offenbar so nicht erfüllt werden sollen oder können. Naja, der Betriebsrat hat sich ja gemeldet, weil sehr schnell klar war, von dem Geld profitieren sehr wahrscheinlich die Aktionäre in Form der Dividende und der Netto Cashflow ist so hoch, dass er auch wirksam wird für die Vorstandsvergütung. Und da ist es ja kein Wunder, dass dann die Arbeitnehmervertretung sagt, nun wollen wir aber auch unseren Anteil haben. Aber, haben wir schon mal drüber gesprochen, ganz schnell ist dann auch ein Teil des Geldes weg. Es sind unterschiedliche Themen. Der Vorstand hat natürlich exzellente Verträge ausgehandelt. Das betrifft ja insbesondere die Prämien- und Bonuszahlung und Ergebnisbeteiligung. Wir wissen ja, das ist ein enzyklopädisches Werk, das mehrere Seiten lang ist und für alle Eventualitäten vorbaut. Und immer wieder umgebaut wird. Immer wieder umgebaut wird zum letzten Mal vor zwei Jahren und deshalb kommt der Vorstand jetzt völlig rechtmäßig, ob das moralisch in Ordnung ist, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier in den Genuss einer Bonus, einer Prämie, die auf diesem Netto-Cashflow-Wert basiert. Also das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Die Ergebnisbeteiligung oder Anerkennungsprämie der Beschäftigten, der Tarifbeschäftigten hat damit eigentlich gar nichts zu tun. Und die Dividendenausschüttung ist wieder ein anderes Thema. Also ich glaube, hier ist kommunikativ komplett versagt worden, weil die Leute wissen eigentlich gar nicht, worüber sie reden. Und es ist eine Erwartungshaltung entstanden, die jetzt aber, glaube ich, so oder so enttäuscht werden wird. Enttäuscht werden wird, weil es gar nichts gibt? Glaubst du, dass es für die... Also eigentlich ist es ja so, der Tarifabschluss von 2024 sieht ja vor, dass die sonst von dir auch angesprochene Prämie im Mai aus der Ergebnisbeteiligung ausfällt, in diesem und dem nächsten Jahr. Meinst du denn, dass deshalb auch diese, ich glaube sie wird Sonderprämie genannt, die da jetzt diskutiert wird, auch ausfällt? Also dass es möglicherweise gar nichts gibt? Es wäre spannend gewesen zu sehen, was auf der heutigen Betriebsversammlung passiert wäre, wenn mitgeteilt worden wird. Es gibt keine Prämie, es gibt keine Anerkennungsprämie oder es gibt eine so geringe, dass die Leute gemohrt hätten. Dann hätten wir gewusst, letztendlich ist das ein politisches Instrument, um auch auf die Stimmung Einfluss zu nehmen. Unser Stand ist ja, dass die Höhe oder überhaupt die Auszahlung erst aufsteht. In ein, zwei Wochen erfolgen wird. Die Bekanntgabe nach der Betriebsratswahl. Genau, dann ist die Betriebsratswahl vorbei und dann wird man sehen, wie das dann bewertet wird. Nur dann hat es keinen Einfluss mehr auf die Wahl. Also die Argumentation, soweit ich das mitbekommen habe, die Betriebsersammlung, das ist ja jetzt ganz frisch noch. Ist, dass das Unternehmen ein Gutachten beauftragt hat, das zu dem Ergebnis gekommen ist, ist die Bekanntgabe eben erst nach den Wahlergebnissen, um die Wahl gar nicht erst zu beeinflussen oder in den Verdacht zu kommen, dass das Unternehmen die Wahl beeinflussen könnte. Siehst du denn die Gefahr, dass das Unternehmen über eine frühzeitige Kommunikation Einfluss nehmen könnte auf die Wahl? Die Möglichkeit sehe ich schon. Das ist natürlich auch dann eine Frage, wie viel Geld wäre gezahlt worden. Stellen wir uns mal vor, Daniela Cavallo hätte heute mitteilen können, ihr bekommt 2.500 Euro. Dann hätten sicherlich viele gesagt, Mensch, wunderbar, es passt ja ganz hervorragend, dann wählen wir doch mal die Daniela. Also die Gefahr... Aber es könnte auch gesagt werden, es gibt nur 500 Euro oder 300 oder gar nichts. Auch dann hätte es sicherlich einen Einfluss gegeben. Und aus Sicht des Unternehmens kann ich das in etwa nachvollziehen. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass Wahlen aus welchen Gründen auch immer juristisch angegangen sind. worden wären, auch mit Erfolg, wie wir ja wissen. Also ich kann das schon verstehen, dass man dieses heikle Thema möglichst verschieben will. Ich finde es aber grundsätzlich, die ganze Diskussion ist fragwürdig und sie zeigt eigentlich auch, wie der Hase bei Volkswagen läuft. Es gibt alle Versuche, leistungsorientierte Komponenten in die Bezahlung einzubauen, sind letztendlich alle gescheitert, verwässert worden, gänzlich wieder gestrichen worden oder alle haben dann das gleiche Geld bekommen. Ich glaube, das ist ein grundlegendes Problem. Das ist aber geschehen ja in wirtschaftlich besseren Zeiten und ich kann mich noch erinnern, nach Dieselgate, da war es ja auch so, da hätte es eigentlich nichts gegeben oder dramatisch weniger gegeben. Da wurde aber dann gesagt, okay, die Beschäftigten können nichts für die Verfehlungen Einzelner oder des Managements, wie auch immer, deshalb wird das gezahlt. Aber ich finde ja, im Moment tut man sich mit der Diskussion keinen Gefallen, auch in der Öffentlichkeit. Also in der Welt außerhalb von VW. Also ich finde, da wo es einen Bonus, einen üppigen Bonus gibt, muss es auch einen Malus geben. Im Prinzip würde das dann nicht nur das Management betreffen und den Vorstand, sondern dann natürlich auch die Beschäftigten. Aber ich glaube, der Leistungsgedanke, ein wirklich knallharter Leistungsgedanke, der ist schwer durchzusetzen. Man muss ja auch wissen, welche Kriterien gibt es, sind die überhaupt zu erfüllen? Und bei VW behilft man sich eben damit, dass jeder ein bisschen was bekommt. Also das ist so das Gießkannenprinzip, man will keinem wehtun, auf Zuruf wird dann reagiert und in Vorwahlzeiten ist das Ganze natürlich katastrophal, weil ich glaube nicht, dass der EG Metall Liste daran gelegen war, diese Diskussion im Vorfeld überhaupt zu führen. Ja, ich finde, also ich persönlich finde das, ich habe es ja eben schon mal angedeutet, ich finde es auch schwierig, also es wird im Prinzip jetzt seit zwei Jahren und auch davor, wenn man genau zugehört hat, wird gesagt, immer wieder betont, wie angespannt die Situation bei VW ist und kaum. Taucht da mal Geld auf, was ja sowieso schon kurios ist in gewisser Hinsicht, wird es gleich wieder ausgegeben. Und zwar nicht für Dinge, die dem Unternehmen im Kern helfen könnten, also für Investitionen und so weiter, sondern es sollen Dividenden gezahlt werden, der Vorstand soll profitieren, die Beschäftigten möglicherweise nur auch. Aber dem Unternehmen selber ist damit in keinster Weise geholfen. Ja, damit hast du das Kernproblem vom Volkswagen genau beschrieben. Das ist die betriebswirtschaftlichen stichhaltigen Argumente, wenn es die dann gibt, die muss man den Leuten sagen und dann muss man sie auch durchfechten und man kann nicht bei jeder erstbesten Gelegenheit einknicken. Ich kann mich entsinnen, in der Historie dieser Prämien-Ausschüttung gab es ja immer wieder Ergebnisse, wo die Leute enttäuscht gewesen wären und dann hat man im Januar, Februar, März, gerade auch im Vorfeld von Betriebsversammlungen, die findet ja jedes Mal im März statt. Hat man nachverhandelt und hat die Summe aufgestockt. Also das ist ja unsauber. Die Tarifsumme, die eigentliche Tarifsumme wurde aufgestockt. Naja, die Summe, die sich aus den 10% Ergebnisbeteiligung der Marke, der Marken ergibt. Und das ist ja an sich schon unsauber. Wie ich schon sagte, das hat mit dem Leistungsgedanken ja nichts zu tun. Dann kann man es ja auch gleich ganz bleiben lassen. Und auch das ist eigentlich dem Bild von Volkswagen außerhalb der VW-Welt nicht zuträglich. Das ist zumindest meine Beobachtung. Also ich sehe das jetzt auch gar nicht mal so, dass man das aus Boshaftigkeit macht. Das ist so diese Einstellung, die man hat, wir wollen hier niemandem wehtun und alle sollen beteiligt werden, aber das funktioniert nun mal nicht immer. Wir würden ja als Arbeitnehmer auch gerne immer beteiligt werden und jedes Jahr eine Prämie bekommen, egal wie es aussieht im Laden. Das ist aber nicht der Fall, aber bei Volkswagen versucht man das eben. Das ist ja an sich schon erstmal, denke ich mal, der starken Mitbestimmung geschuldet und vielleicht auch nicht verkehrt, aber ... Sauber ist das Ganze nicht und wir werden ja erleben, wie auch die Aktionäre und die Aktionärsvertreter das bewerten. Wir sind jetzt in einer unglücklichen Phase, wo wir eigentlich nicht wissen, wie argumentiert das Unternehmen, wo kommt das Geld her, was wollen wir damit machen, was wird wirklich ausgeschüttet und wie sehen die Aktionäre das. Da müssen wir uns leider noch gedulden und deshalb ist das hier im Augenblick auch so ein bisschen Rätselraten der Motivation. Naja, wir werden sicherlich nächste Woche mehr erfahren. Da werden ja die Konzernzahlen vorgestellt. Da wird es auch mehr Erläuterungen geben. Da endet die sogenannte Quiet Period, also die Phase des Schweigens vor Bekanntgabe der Jahreszahlen. Und ich bin gespannt auf die Botschaften. Also ich bin ehrlich gesagt, passt das bei Volkswagen aus meiner Sicht alles nicht mehr zusammen. Diese permanenten, dieser permanente Spardruck, der ist ja sicherlich vernünftig zu bewerten und auch eingestuft worden. Aber wie passt das zusammen mit dieser Diskussion, die wir im Augenblick führen? Gar nicht. Es passt überhaupt nicht zusammen. Wie willst du den Leuten in Zukunft noch sagen... Ihr müsst auch dieses Jahr wieder sparen und Ende des Jahres entdecken wir plötzlich vielleicht nochmal wieder zusätzliche Cashflow. Das ist kommunikativ, ist das einfach das völlig falsche Signal. Das meine ich ja, genau. Das läuft in die völlig falsche Richtung. Es läuft aber auch nach außen in die falsche Richtung. Also meine Sorge ist, und die habe ich schon länger, dass sich das Unternehmen zunehmend entkoppelt von seinen Kunden. Also ich bemerke das, ich wohne ja weit oder tief im niedersächsischen Outback. Da ist die Nähe zu VW nicht mehr so groß wie in Braunschweig oder Wolfsburg vor allem. Und da sieht man das Unternehmen schon viel kritischer und fragt sich auch, warum soll ich so viel Geld für einen Golf bezahlen, wenn es da so läuft? Also die sollen ja erstmal ihre Hausaufgaben machen. Aber seien wir mal ehrlich, Andreas, was hat Volkswagen seiner Kundschaft schon alles zugemutet in den vergangenen 25, 30 Jahren? Denken wir an die großen Skandale. Sie haben es immer überlebt. Und gestern die Statistik des KBA sagt, von den 60, 50 Millionen Autos auf Deutschlands Straßen sind 10 Millionen Volkswagen. Das ist die sogenannte Bestandsanalyse. Das heißt, Volkswagen kann sich offenbar unglaublich viel erlauben. In moralischer Hinsicht, in wirtschaftlicher Hinsicht, sie zehren da noch von irgendeiner ominösen Vergangenheit. Ja, von einer Treue der Kunden, die sicherlich auch auf Made in Germany setzen, ja. Auf das Versprechen setzen, made in Germany, zumindest für die Autos, die hier noch gebaut werden. Künftig ist es ja dann made in Europe. Wir haben ja unseren Standard made in Germany, der wird ja nicht mehr zählen. Ja, auch das haben wir ja auch schon intensiv gesprochen. Irgendwann hast du dein Proviant mal aufgezehrt und dann kommt das böse Erwachen. Und ich glaube, das wird auch nicht mehr Ewigkeiten dauern. Wie ist das eigentlich, du fährst ja auch ein VW. Zählt da für dich das noch? made in Germany, made in Europe? Mein Auto ist ja nicht in Deutschland gebaut. Ja, nicht in Deutschland gebaut. Portugal gebaut. Ich meine in Europa, aber spielt das für dich eine Rolle? Nein, überhaupt nicht, ehrlich gesagt. Dieser Wirtschaftspatriotismus wird ja umgekehrt auch nicht von den Konzernen gelebt. Es ist ja nicht so, dass die deshalb hier investieren, weil das Europa ist oder Deutschland, sondern weil die Standortbedingungen dann eben so sind, wie sie sein sollen und dass eben Subventionen gezahlt werden. Nein, also in der Beziehung würde ich immer das Auto kaufen, das ist das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Das ist für dich entscheidend. Darauf achtest du. Und das haben wir ja schon festgestellt, dass Volkswagen da noch einiges zu leisten hat. Gerade beim Umstieg jetzt auf die E-Mobilität, da muss es der Anspruch sein, wirklich auch in Sachen Infrastruktur, Ladeinfrastruktur selbst auch zu investieren. Viel mehr, ich habe glaube ich in der vergangenen Sendung erwähnt, dass man da Millionen und vielleicht sogar Milliarden in das Projekt Electrify America stecken musste, nach Diesel geht. Wo ist die Initiative hier? Dass man wirklich sagt, wir kommen da nicht voran. Naja, hier gibt es das in dem Verbund mit anderen Herstellern, um das an den Fernstraßen aufzubauen. Ja, aber das muss natürlich, wenn man was bewirken will, muss das natürlich mit weitaus höheren Investitionen auch noch geschehen, auch in Zukunft. Also ich kenne jetzt die Zeit nicht, in denen das deutsche Tankstellennetz gewachsen ist, bis zu der Qualität, die wir inzwischen haben. Aber das ist mit Sicherheit ja auch aufgrund unternehmerischer Initiative geschehen. Ja, klar. Und genauso muss das jetzt natürlich auch sein. Und also das Thema Wirtschaftspatriotismus finde ich auch durch das Agieren von Trump in den USA wirklich bis zur Widerwärtigkeit verzerrt. Das muss ich ganz ehrlich sagen. Das kann kein Vorbild für uns sein. Das kann auch kein Vorbild für die, das wird ja lebhaft begrüßt von der IG Metall. Dieses neue Etikett verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Das ist für mich rückwärtsgewandt und ob die Gemeinschaft auf dem richtigen Weg ist. Wir sprechen von der Automobilproduktion. Also wenn es um andere Bereiche geht, um schützenswerte Bereiche, die im Aufbau sich befinden, Batteriezellen Herstellung und dergleichen mehr, Darüber kann man reden. Aber das Ganze ist ja flankiert und kombiniert mit einer neuen Prämie für den Kauf. Aber wenn die Kunden sozusagen einen Wirtschaftspatriotismus haben, dass sie sich für Produkte entscheiden, die in Deutschland oder mindestens in Europa gebaut werden, dann finde ich, ist das ja schon sehr löblich. Die Haltung kann ich eigentlich nur unterstützen. Ich hoffe nur, dass es dann eben auch nachhaltig wertgeschätzt wird von den Unternehmen entsprechend. Und den Eindruck habe ich im Moment nicht. Da geht es ja direkt darum, wird das auch in Jobs umgesetzt. Genau, wird das in Jobs umgesetzt. Ja, auch in Bezug auf den Außenauftritt, auf die Kommunikation. Jetzt kommen wir wieder da auf dieses Thema mit dem Netto-Cash-Law, mit diesen Milliarden, die da plötzlich aufploppen, nachdem vor das Klagelied gesungen wurde und so. Du hast es ja angesprochen, das passt nicht zusammen. Nee, das passt nicht zusammen. Es ist natürlich auch eine komplizierte Materie. Ich glaube, Daniela Cavallo wird sich heute bemühen, das irgendwie volkstümlich zu erklären, um was es da eigentlich geht bei dieser Summe. Die Reizreaktionsmuster sind ja vielleicht auch nicht angemessen. Das Thema ist ja wahrscheinlich wesentlich komplizierter und komplexer. Mit Sicherheit. Es steht da eine Summe im Raum, darüber wird jetzt diskutiert, darauf wollen sich alle stürzen, damit ist der Sache ja auch nicht gedient. Aber der Gesamteindruck, und das ist glaube ich das Entscheidende, der Gesamteindruck ist einfach platt gesagt, na die da oben bedienen sich und wir kriegen nichts ab. Das ist natürlich in der Sache falsch, aber das ist der Eindruck, der bestehen bleiben wird. Und da kann ich nur sagen, wer so schlecht kommuniziert, so ein Sachverhalt, der zugegebenermaßen kompliziert ist, der hat ein Problem. Der hat ein Problem in der Kommunikation und das gilt nicht nur für das Unternehmen. Das gilt auch für den Betriebsrat und die IG Metall. Also ich finde ja, die einzig richtige Antwort wäre auf allen Seiten Verzicht gewesen. Die Meinung vertrete ich. sowohl auf Seiten des Vorstands als auch auf Seiten der Beschäftigten, um ein Zeichen zu setzen und sagen, wir stehen da jetzt zusammen, wir verzichten auf einen Teil und wollen, dass das Geld in Investitionen fließt, in Zukunftsprojekte fließt, dass es bei den Aktionären nochmal was anderes ist. Das sehe ich ein. Die haben eine gewisse Renditeerwartung, auch zu Recht. Schließlich investieren sie. Aber nach meinem Verständnis wäre der Verzicht, da wiederhole ich mich jetzt, die einzig schlüssige Antwort gewesen. Ich erwarte aber solche starken Akzente weder von Katar noch von den Familien Porsche-Pierch. Das erwarte ich allenfalls vom Land Niedersachsen. Dass die sich im Vorfeld sagen, Moment Freunde, das können wir so nicht machen. Dann gibt es die und die Diskussion und das wollen wir nicht. Das ist ja nicht erfolgt. Faktisch ist es doch so, man musste die Ad-Hoc-Meldung machen. Also man musste mitteilen, wir haben dieses Geld jetzt. Und dann hätte man am liebsten wahrscheinlich gar nichts mehr gemacht. Ja, und man kann ja nicht unterstellen, dass da einzelne Parteien im Aufsichtsrat zum Beispiel nicht informiert gewesen sind. Sondern eine Ad-Hoc geht ja in aller Regel vorher durch den Aufsichtsrat. Also alle haben davon gewusst, alle haben von dem Geld gewusst. Da kann sich ja niemand rausreden. Spätestens an dem Tag, an dem die in der Sekunde die Ad-Hoc-Meldung da war. Das war irgendwann im Januar. Die Reaktionen waren danach, still ruht der See. Und dann kam die große Verwunderung und Empörung und die große Diskussion. Das ist für mich kein verlässliches Wirtschaften. Wie machst denn du das, wenn du 50 Euro in deiner Jackentasche findest? Sagst du einer Frau, komm, lass uns ein Eis essen gehen oder kaufst du dir dafür? Eis essen kommt bei meiner Figur sowieso nicht in Frage. Die verstecke ich natürlich, ist doch klar. Das ist ja das Prinzip. Du darfst das gar nicht mitteilen, weil dann kommen ja die Begehrlichkeiten. Aber so geht es natürlich nicht bei Volkswagen. Also für mich ist das ein klassisches Beispiel dafür, wie so eine Geschichte aus dem Rula läuft. Man muss die Mitteilung machen, das ist ja gar keine Frage. Da müssen alle Beteiligten sagen, das ist so und so zustande gekommen und das Geld steht nicht zur Verfügung, um es jetzt zu verteilen als Geschenk an irgendjemanden. Und große Ankeraktionäre wie das Land Niedersachsen müssen auch frühzeitig erkennen, welcher Sprengstoff da liegt. Und müssen sagen, machen wir nicht. Aber noch mal, die Bonuszahlungen für die Manager, die hat man vor zwei Jahren so gestaltet, dass das absolut rechtmäßig ist. Die Manager hätten höchstens sagen können, nee, wir verzichten darauf. Ja, aber das ist ja das. Ja, na gut, aber aus Anerkennung, Moralischer Sicht, finde ich, wäre es die einzig schlüssige Antwort gewesen, wenn das Management gesagt hätte und dann auch die Arbeitnehmervertretung, nein, es gibt von keiner Seite Forderungen oder auf Seiten des Managements den Verzicht auf den Anspruch, um eben auch ein Zeichen zu setzen und zu sagen, es geht jetzt ums Unternehmen und es geht nicht darum, jetzt nochmal den letzten Groschen herauszuziehen. Ich meine, Hunger leiden wird da niemand, auf keiner Seite. Das kommt ja noch hinzu. Aber zum Schluss, also Cavallo war eine Getriebene, sie musste reagieren. Die Vorbegriffe waren im Grunde ja schon, bevor sie sie formuliert hat, waren sie ja schon da. Wenn die was bekommen, müssen wir auch was bekommen. Und da kann sie natürlich schlecht zwei Wochen später sagen, nee, aber ihr sollt nichts bekommen. Ja, aber im Idealfall, nochmal, haben wir jetzt nicht, hätte, könnte, sollte und so weiter, aber im Idealfall wäre es doch so gewesen, die ad hoc geht raus und es hätte vorher eine Verständigung gegeben, dass im gleichen Atemzug gesagt wird, der Vorstand hätte Ansprüche, aber er verzichtet und dann wäre es auch für den Betriebsrat leichter gewesen zu sagen, okay, der Verzicht geht vor, weil wir jetzt das Unternehmen voranbringen wollen. Absolut korrekt. So wäre es ideal gewesen. Aber so ist es nicht gekommen. Nee, so ist es nicht gekommen, leider. Es ist auch akademisch darüber zu debattieren, wie das in anderen Unternehmen der Fall gewesen ist. Komischerweise fällt einem ja gar kein anderes Unternehmen ein, das so agiert. Das ist ja so. Ja, das ist natürlich, da kann VW, naja, kann schon was dafür. Aber auch nur bedingt, weil es nun ein sehr öffentliches Unternehmen ist, auch aufgrund der Landesbeteiligung. Da steht es immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit und so. Schwierige Situation. Was meinst du denn, wie diese ganze Thematik sich jetzt doch auf die Betriebsratswahl nächste Woche niederschlägt? Ja, da es keine klare Entscheidung gibt. Ich würde eher tippen, dass es sich negativ für die amtierende Liste der EG Metall auswirkt. Weil die Stimmung nochmal verfinstert wird. Ja, es gibt ja kein positives Signal. Im Grunde wissen die Leute ja nicht, kommt denn jetzt was? Wir haben vorhin einen Text versucht zu interpretieren. Heißt das, dass die Prämie kommt? Man weiß nur nicht, wie viel es wird und wann es genau verkündet wird. Also für den Otto-Normalverbraucher stellt sich die Sache so dar. Heute zur Betriebsversammlung, wo traditionell immer verkündet wird, was gibt es noch obendrauf, wenn es was obendrauf gibt, gibt es gar nichts. Ich könnte mir schon vorstellen, dass das prozentual ein bisschen was ausmacht, aber ich bin da ja großer Realist. Ich denke mal, dass bei der Wahl sicherlich die allgemeine Stimmung sich niederschlagen wird. Die IG Metallliste wird Punkte verlieren, aber am Ende des Tages, Dann wird es nicht gefährlich werden für sie und damit ist eigentlich nichts gewonnen. Die Ergebnisse werden ja am Freitag nächster Woche bekannt gegeben zur Betriebsratswahl. Dienstag haben wir die Geschäftszahlen, die Jahrespressekonferenz in Wolfsburg. Da werden ja wieder sehr, sehr viele Journalisten aus aller Welt kommen, um sich über die wirtschaftliche Situation von Volkswagen zu informieren. Wir werden darüber nächste Woche sprechen. Und dann werden wir auch darüber sprechen, weil das liegt ja dann vor, was haben die Manager eigentlich verdient? Also die Vorstände und Manager, was werden sie an Bonuszahlungen bekommen? Das liegt ja schwarz auf weiß vor und das wird der Diskussion natürlich nochmal zusätzlichen Treibstoff geben. Und bevor wir uns verabschieden und euch alles Gute wünschen, möchten wir von euch noch wissen, wie steht ihr eigentlich dazu? Verzicht oder nicht? Und wer soll verzichten und warum? Ja, und sagt mal eine Summe. Was haltet ihr für angemessen, wenn es denn Geld gibt? 2.000, 3.000, 4.000, 5.000? Nach oben gibt es keine Grenze, wie immer. Zumindest bei uns nicht. Genau. Also bis zum nächsten Mal. Wir freuen uns auf euch. Vielen Dank und bleibt gesund und habt eine schöne Zeit. Tschüss. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.