Latest / SchichtZulage - der persönliche VW-Podcast mit Mehrwert / Viel Rauch um wenig - Was bleibt von der Volkswagen-Betriebsratswahl?
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- Was mich persönlich wütend macht, ist, dass über 40 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme in den Mülleimer geschmissen haben. Das ist beschämend, finde ich. Die IG Metall hat ja über das Vehikel Volkswagen immer wieder tarifpolitische Maßstäbe gesetzt. Wenn Wolfsburg mit über 60.000 Beschäftigten nicht überlebensfähig ist, dann muss man natürlich auch sagen, gut, dann geht es so nicht weiter. Thomas, bevor wir jetzt zum Ernst des Lebens kommen, mal einen Ausblick, eine Frage an dich, weil du ja auch lange, lange in Wolfsburg gearbeitet hast. Wie ist es denn in diesem Jahr mit unserem Lieblingsverein, dem VfL? Packt das? Andreas, das ist doch wohl gar keine Frage, dass der VfL es packt, oder? Kannst du dir eine Bundesliga ohne den VfL Wolfsburg vorstellen? Nein, nein, die müssen sofort beendet werden und geht überhaupt nicht, gar nicht. Nein. Also ich denke, der Dieter Hecking, der ist genau der richtige Mann. Die werden sich schon noch irgendwie kriechend und ächzend über die Ziellinie retten. Vielleicht auch zu unser aller Gefallen mit dem Relegationsspiel. Da hätten wir ja nochmal viel Spaß zum Ende der Saison. Aber ich denke schon, sie werden es schaffen. Vielleicht gegen Hannover. Hannover wäre fein, ja. Da werden bestimmt auch viele Eintracht-Fans kommen. Und vielleicht auch sogar die Volkswagen-Arena endgültig zerlegen. Wer weiß. Es sind viele schöne Optionen. Aber nein, ich habe mir schon gedacht, ich habe angefangen in Wolfsburg, da ist der VfL aufgestiegen. In Liga 2? 1997 aufgestiegen in Liga 1. Und ich dachte mir, jetzt, wo ich irgendwann aufhöre, steigt der VfL vielleicht auch aus der Bundesliga ab. Das wäre für mich persönlich ein schöner Abschluss. Der Kreis würde sich schließen, aber das Band zwischen uns wäre unflickbar zerschnitten, Thomas. Das ist es mir natürlich nicht wert und deshalb prädiere ich auch dafür, dass der Vorwild dran bleibt. Ja, er wird das schon irgendwie schaffen. Hoffe ich zumindest. Ist ja noch immer gut gegangen, in was weiß ich wie viele Jahren jetzt. 29. 29 ist eigentlich unvorstellbar, oder? Das ist ein Drittel unseres Lebens, ein Viertel ungefähr, gefühlt. Und ist übrigens auch 1 zu 1 übertragbar auf Volkswagen. Die werden auch nie untergehen, so wie es ja jetzt oft geohnt wurde, nie im Leben. Genau, ja und da sind wir mitten im Thema, Betriebsratswahl, Volkswagen, Ergebnisverkündung letzten Freitag war eigentlich ohne Überraschung oder war das die Überraschung, dass es keine Überraschung gab? Also eigentlich viel Rauch um wenig letztendlich, muss man sagen. Ich glaube, das spüre ich auch bei mir persönlich, ich weiß nicht, wie es dir geht, hat Erschlaffung eingetreten. Man hat da jetzt Wochen und Monate lang über scheinbar ganz heiße Themen berichtet und am Ende des Tages ist bis auf Wolfsburg der Status quo ja eigentlich erhalten geblieben. Du hast das ja miterlebt live. Wie war denn dein Eindruck am Freitagabend im Gewerkschaftshaus? Ja, am Freitagabend war es eigentlich erst, wir waren ja sehr früh im Gewerkschaftshaus in Wolfsburg ab 17 Uhr, weil es ja hieß, die Ergebnisse könnten zwischen 17 und 20 Uhr kommen, ist dann deutlich, deutlich später geworden. Also ich war erst nachts um halb eins zu Hause, habe aber auch einen langen Rückweg. Das war erst sehr ruhig im Gewerkschaftshaus und als dann klar war, jetzt kommen die Ergebnisse, füllte sich das und dann war es durchaus emotional auch. Das muss ich schon sagen. In welcher Richtung ging das emotional? Also ich habe es schon als Erleichterung auf Seiten der IG Metall wahrgenommen und das ist ja auch in Wolfsburg, du hast es angesprochen, war zwar von allen Standorten das schwächste Ergebnis, aber auch da ja ein sehr deutliches Ergebnis, Dreiviertelmehrheit für die IG Metall, sag das mal den Parteien, die würden da auf die Knie sinken. Ja, letztendlich ist das so und das Fazit dennoch, glaube ich, herrscht auf allen Seiten in Wolfsburg tiefe Unzufriedenheit. Was mich persönlich wütend macht, ist, dass über 40 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme in den Mülleimer geschmissen haben und dann noch 500 ungültige Ergebnisse abgegeben haben. Das ist beschämend, finde ich. Das ist beschämt, das ist auch respektlos, finde ich. Und vor allem ist es, ja ... Scheue mich jetzt vor deutlichen Begriffen, aber es ist nicht besonders schlau, sagen wir es mal so, weil es ja nun mal ein Recht ist und dann soll man auch bitte aufhören zu jammern. Das ist auch eine ganz schlechte Note für die Mitbestimmung im Grunde. In Wolfsburg als angebliche Hochburg der Mitbestimmung, beim Nehmen ist das sicherlich so, beim Geben offenbar nicht. Ich finde das indiskutabel und klar haben es alle im Vorfeld angesprochen. Wahlbeteiligung muss steigen, ist sie auch an vielen Standorten, komischerweise in Wolfsburg nicht und das bedarf sicherlich einer ganz strengen Analyse, die ja dann möglicherweise irgendwann auch nochmal nachgeliefert wird. Also es gab ja durchaus beeindruckende Wahlbeteiligungen. Ich gucke hier mal, das ist mein Zettel mit den Ergebnissen von der letzten Woche. Knapp 80 Prozent Osnabrück, ich meine auch in Dresden, das ist ja schon sehr ordentlich. Ich meine aber jetzt, schweife mal ein bisschen ab, dass zum Beispiel in Salzgitter bei der Salzgitter AG die Wahlbeteiligung immer so ist. Also 80 Prozent und mehr, 90 Prozent habe ich noch im Hinterkopf. Komisch, dass das bei Volkswagen nicht funktioniert. Ist das den Leuten egal? Na, vielleicht hängt das auch mit der politischen Färbung der Kommunen zusammen. Also ich denke beispielsweise an Emden oder auch am Baunertal, das waren ja Wahn, sind es möglicherweise noch, alte SPD-Hochburgen, also damit auch IG Metall-Hochburgen, Salzgitter ist auch ein alter Industriestandort. Und in Wolfsburg ist die Lage offenbar speziell. Da scheinen die Leute im Zentrum des Konzerns sich doch letztendlich sicherer zu fühlen als die Tabern. Und du hast schon recht, es hat sich ja auch gewandelt vom Malocha-Standort, wie ich es noch kenne aus meiner Kindheit, Jugend, doch mehr zu so einem Anzug-Standort. Ja, völlig klar. Auch wenn man da heute weiße Sneaker zuträgt. Ja, das sind über 40.000 indirekt Beschäftigte und eigentlich schon noch weniger direkte und noch unter 20.000. Das macht sich bemerkbar. Das ist eigentlich ein klassischer Angestelltenstandort. Und die Wahlmüdigkeit, die spricht natürlich auch für eine starke Entpolitisierung der Belegschaften. Das hat auch viel mit der Geschichte zu tun. Sozusagen der Neuerfindung oder Gründung von Wolfsburg und der fehlende gewerkschaftliche Hintergrund. Aber das ist auch für die IG Metall-Liste um Daniela Cavallo ist das auch ein denkwürdiger Fingerzeig. Es ist die größte IG Metall-Geschäftsstelle bundesweit. Also wenn da die Alarmsirenen nicht schrillen, dann weiß ich es nicht. Deshalb fand ich es auch relativ befremdlich, dass man da so eine Freudenfeier inszeniert hat, so ein Cheerleading, das ist nicht angemessen. 74 Prozent ist ein schlechtes Ergebnis für so einen Standort, für so einen starken IG Metall Standort. Und eigentlich erwarte ich da jetzt auch ein bisschen Reflexion und Selbstkritik. Ja, das ist ja nach einer Wahl immer angeraten. Natürlich war die Idee, weil du sagst, schlechtes Ergebnis, kommt ja immer auf die Sichtweise drauf an. Und man muss auch sagen, im Wolfsburg war natürlich die Konkurrenz am größten. Also die Zahl der Listen am höchsten und mit der anderen Liste von Frank Pater war ja auch ein absoluter Profi auf der anderen Seite. Das hatten wir vor vier Jahren aber im Prinzip auch. Also was mich eigentlich eher erschreckt ist, dass die wirtschaftliche Lage oder die grundsätzliche Lage von Volkswagen sich in diesen vier Jahren erheblich verschlechtert hat. Und auch das Standing der Mitbestimmung und der Arbeitnehmerrechte. Und vor vier Jahren war das Ergebnis wesentlich deutlicher. Jetzt ist es für die IG Metall im Grunde ein Fingerzeig, dass viele die Faust in der Tasche geballt haben, sich nicht getraut haben, offen Kritik zu üben. Da muss einiges passieren. Also ich weiß, dass im Vorfeld im vergangenen Jahr, das sind ja Profis beim Betriebsrat und bei der IG Metall, die haben große Umfragen gestartet an allen Standorten. Da haben sich 13.000 Leute in Wolfsburg beteiligt und es sind einige Punkte, in einigen Punkten geht es konkret darum, wie sie zufrieden waren mit der Betriebsratarbeit und der Informationspolitik und da war die Zustimmung, lag bei 40, 50 Prozent. Das heißt, es war deutliche Kritik. Tatsächlich, ja. Die hat sich allerdings nicht, und bei der Frage, wie wichtig ist die Betriebsratswahl, war die Zustimmung bei 80 Prozent. Also fragt man sich, okay Leute, wo seid ihr geblieben, was habt ihr gemacht, als gewählt wurde in dieser einen Woche. Wenn du arbeitsfrei hast und wirst noch mit dem Bus-Shuttle zur Wahlurne gefahren, weshalb geht ihr nicht zur Wahl. Deshalb sage ich ja, also deshalb dürfte dann eigentlich auch kein Grund mehr sein zu jammern. Na, die werden früh genug kommen. Also ich habe mich gewundert, dass quasi ohne Verzögerung am vergangenen Wochenende die Kriegstrommel in Salzburg schon wieder geschlagen wurde und die nächsten Tartan-Meldungen landeten. Du weißt, wovon ich spreche. Eigentlich dürfte es nur noch zwei VW-Standorte in Deutschland geben und der gleiche mehr, egal ob das valide ist oder nicht. Aber es ist ständig im Orbit. Diese Diskussion hört ja nicht auf. Und sie wird ja, also jetzt nicht die Standortdiskussion, aber die Diskussion um Kosten und Spardruck und so weiter, die wird ja auch vom Unternehmen immer wieder angefacht. Ja, wir dachten ja eigentlich alle jetzt nach dem Jahr 2024 wird sich die Lage irgendwann beruhigen. Das tut sie ganz offenkundig nicht. Und der Druck wird permanent erhöht. Und ich glaube, es geht jetzt auch nicht mehr um rote Linien, die Daniela Cavallo verteidigen muss, sondern da geht es um eine Brandmauer in Richtung Salzburg. Ich glaube, das ist wirklich jetzt das politische Ziel, muss das sein, klar zu sagen, bis hierhin erstmal und nicht weiter. Also was ab 2030 passiert, steht auf einem anderen Blatt Papier. Aber diese Angriffe lassen ja nicht nach. Und das würde ich mir persönlich als Betriebsrat und als Gewerkschaft einfach nicht mehr gefallen lassen. Naja, weil es ja auch ständig Unruhe reinträgt ins Unternehmen. Das macht ja selbst uns keinen Spaß mehr. Diese permanente Unruhe ist ja dann auch schon ein Faktor. Ja, und auch immer, Unruhe steht ja auch für schlechte Nachrichten. Und das wird uns ja immer unterstellt. Wir seien nur scharf auf schlechte Nachrichten. Stimmt ja gar nicht. Nein, natürlich nicht. Ich meine, du hast ja ein Interview mit Konzernschaft Oliver Blume geführt und der spricht ja von zwei, drei harten Jahren, die uns noch bevorstehen. Ich meine, dieses Bedrohungsszenario wird ja quasi immer fortgeschrieben. Das ist ja wie ein Fünfjahresplan, das nimmt ja nie ein Ende. Und ich weiß jetzt auch ehrlich gesagt nicht, woher er die Hoffnung nimmt, dass das dann quasi alles gut wird nach zwei, drei Jahren. Ja, also das müssen wir sehen und das ist ja wahrscheinlich auch, kann ich jetzt nur unterstellen, um überhaupt erstmal einen Zeitraum zu beschreiben, um ein Ziel zu formulieren, auf das man hinarbeiten kann. Denn das ist ja ganz wichtig. Ohne Perspektive ist alles nichts und kokolores. Und deshalb, wenn ich das jetzt erstmal so in den Raum stelle, er begründet das natürlich auch oder das Unternehmen begründet jetzt diesen nicht nachlassenden Spardruck mit immer neuen Verwerfungen weltweit. Also im letzten Jahr die US-Zölle und so, die sicherlich zu enormen Belastungen führen, zusätzlich zu dem ganzen Investitionsbedarf. Aber das ist jetzt für die Beschäftigten, stelle ich mir das nicht angenehm vor. Vor allen Dingen sind es ja Faktoren, die Sie, die Beschäftigten vom Volksbank, überhaupt in keinster Art und Weise beeinflussen können. Und das zeichnet sich ja ab, dass die internationalen Problemlagen quasi zu unserem alltäglichen Brot werden. Das ist Krisenszenarien aller schwersten Ausmaßes. Ja, also ich glaube, er wäre jetzt gefordert, wirklich zu sagen, was man hier vor Ort denn eigentlich genau erwartet. Was für Opfer erwartet man noch und zu welchem Zweck erwartet man die? Und was ist von diesen Drohungen zu erwarten, dass Standorte geschlossen werden müssen. Also da erwarte ich eigentlich schon ganz klare Aussagen. Ja, da hast du völlig recht. Ich habe das ja eben angedeutet. Ohne Perspektive ist alles nichts, ist das Kokolores. Und es ist ja ganz wichtig, ein Ziel zu haben. Wir erinnern uns an die Zeit vor Diesel. Da gab es ja immer das Ziel, möglichst viel Absatz zu erzielen und Toyota zu überholen. Das mag aus heutiger Sicht banal und peinlich klingen, aber es war ein Ziel, dahinter hat sich die Mannschaft versammelt. Man war stolz darauf, man war stolz auf die Verkaufserfolge. Fehlt heute. Ich fand das auch gar nicht so albern. Das war, wie du schon sagtest, ein sehr, sehr einfaches, klares Ziel. Aus heutiger Perspektive, meinte ich. Aus heutiger Perspektive. Aber es ist ja dennoch, man sieht ja, dass der ewige Mitbewerber Toyota auch weiterhin Volumen macht und sich daran orientiert und dennoch erfolgreich ist. Und so geräuschlos ist. Ja gut, vielleicht hören wir auch nicht alles, was in Japan und in Südkorea und sonst wo passiert. Aber der Eindruck ist, glaube ich, schon richtig. Da wird dem einfach geschaffen, wie der Schwabe sagt und wird nicht so viel rumgelabert und wird auch nichts kaputt geredet und das hat ja nichts damit zu tun, dass man konstruktive Kritik äußert und das erwarte ich auch im Übrigen jetzt sehr verstärkt von Daniela Cavallo. Aber ich will nochmal dein Schlagwort aufgreifen, konstruktive Kritik, da fand ich ja, wir waren ja gerade beim Betriebsrat, kommen da wieder hin, fand ich ja schon beeindruckt, dass Frank Patta von der andere Liste ja doch sehr ehrlich war nach der Wahl und gesagt hat, wir haben uns mehr versprochen, wir sind nicht ganz zufrieden und nicht jetzt das als großen Erfolg verkauft, der er ja schon ist, also sie haben ja ihre Sitze vorher vier, jetzt zehn deutlich gesteigert. Er kommt damit in den Betriebsausschuss, bekommt also einen enormen Machtzuwachs und trotzdem sagt er, nee, hätte mehr sein können. Der Pater ist natürlich, das wissen wir beide, der ist ein Realist, der kennt das Geschäft und der hat sich sicherlich fünf Sitze mehr versprochen. Aber dass er das so einräumt, das spricht ja eigentlich für ihn. Das gehört dazu, das gehört zum Geschäft. Der Einfluss bleibt gering. Ich meine, Sie sitzen vielleicht jetzt im Ausschuss, wichtigen Ausschüssen, aber letztendlich können Sie operativ nicht viel bewegen. Nein. Ich muss sagen, das ist schon auch für die Opposition letztendlich ein enttäuschendes Ergebnis. Das ist viel zu wenig und ja. Es macht wenig Sinn, jetzt Publikumsbeschimpfung zu üben. Wir haben ja auch in der Politik das Problem, dass sozusagen im Grunde ungünstig gewählt wird, sodass immer irgendwelche unsauberen Koalitionen gebildet werden müssen. Aber das ändert natürlich nichts an, dass es so ist faktisch. Im Falle VW sehe ich es wirklich so, die Belegschaft ist durch das Co-Management, das ja nun auch schon seit 30 Jahren intensiv betrieben wird, ist es im Grunde politisch entmündigt. Man kümmert sich um nichts, man macht sich keinen eigenen Kopf. Und lässt sich mitbestimmen und dann sagt man sich ja, warum soll ich da überhaupt noch wählen gehen. Ja, das ist doch okay. Aber eine Ausrede ist es nicht, finde ich. Es ist erwärmlich. Da ist dann jeder und jeder Einzelne gefordert. Also immer nur die Verantwortung zu delegieren, finde ich schwach. Ja. Ist nicht meine Position. Das habe selbst ich geschafft, mein Leben lang zu jeder Wahl zu gehen, zu der ich aufgefordert war. Und das kann jeder. Ich habe auch mit Leuten gesprochen, die sagen, wenn du von der Schicht kommst und sollst du da noch wählen gehen, hast du keinen Bock mehr. Da stellt man sich halt draußen hin und raucht eine und wartet, bis der Zinnober vorbei ist. Und möglicherweise werden sie die Rechnung serviert bekommen. Naja, eine kleine Rechnung gab es ja in Braunschweig mit Zentrum. Wie siehst du das? Also, fällt ja auch nicht ins Gewicht, aber sie sind da, sie sind sichtbar. Ja, es findet sich immer ein Ventil. Also ich kann mich entsinnen, dass Nino Botalivo hier zu Höchstzeiten in Wolfsburg sechs Stimmen bekommen hat mit einer Liste, die sozusagen natürlich auch von Unzufriedenen lebte. Inwieweit das politisch gefärbt ist, dazu kenne ich die kommunalpolitischen Verhältnisse in Braunschweig nicht. Ob das wirklich eine Strömung widerspiegelt oder ob das eben Ventil ist für die Unzufriedenen, die vielleicht auch mit der ganzen Entwicklung in unserem Land nicht zufrieden sind, schwer zu sagen. Zwickau ist da ja schon ein größerer Indikator, würde ich sagen. Etablierter auch. Ist ja nicht wie in Braunschweig jetzt ganz neu. Ja, und in Zwickau geht es um die Existenz. Da muss man sich nichts vormachen. Das Werk ist am gefährdetsten neben Osnabrück. Und da hat die IG Metall eine satte Mehrheit bekommen. Also da taucht man der IG Metall offenbar am meisten zu, auch das meiste auszuholen in so einer schwierigen Situation. Spricht ja auch für die IG Metall eigentlich, man muss die ja auch nicht verteufeln und schlecht machen. Nein, auf keinen Fall. Sie sind halt eine sehr, sehr starke Gewerkschaft und sehr… Mit vielen Erfolgen, das muss man ja auch anerkennen. Ja, das ist so und das sagen die Leute sich natürlich auch und deshalb ist das Ergebnis letztendlich wenig überraschend. Ich meine, die IG Metall hat ja über das Vehikel Volkswagen immer wieder tarifpolitische Maßstäbe gesetzt. Absolut. Für die ganze Republik. Das ist so und vieles davon ist im Detail sicherlich fragwürdig, ist auch der Umgang untereinander, finde ich sehr unklug von der IG Metallliste hier. Wie meinst du das? Dass man die Opposition im Grunde überhaupt nicht mit ins Boot genommen hat in den vergangenen vier Jahren, dass man sie immer schön außen vor gehalten hat. Also ich finde, je breiter die Basis ist. Daniela Cavallo hat gesagt, wir sprechen mit allen. Ja, mag so sein, aber komischerweise die, mit denen sie dann gesprochen hat, die sagen das Gegenteil. Die sagen das Gegenteil, ja, das begegnet mir auch. Und jetzt sind es 15 Leute, glaube ich, mit denen Sie sprechen könnten. Es ist ja auch nicht so, dass die alle doof sind. Ich meine, die haben ja auch Anregungen, die durchaus nachdenkenswert sind. Und wenn die IG Metall sagen kann, wir haben vorher einen breiten Konsens hergestellt in der Belegschaft und auch mit unseren Kollegen von anderen Listen, dann ist das natürlich ein ganz anderer Wumms. Und sie würden sich weniger angreifbar machen. Aber scheinbar ist Einigkeit und geschlossen hat dann eben doch das wichtige Kriterium für so eine große Gewerkschaft. Ja, dabei ist ja der Betriebsrat nicht vergleichbar mit dem Parlament zum Beispiel, sondern da kommt es ja genau darauf an, einig und geschlossen zu sein. Und deshalb müsste es ja das Ansinnen sein, dann auch die sogenannten Oppositionellen damit ins Boot zu holen. Also ich erwarte jetzt eigentlich von Daniela Cavallo auch relativ viel in den nächsten vier Jahren. Also auch viel mehr Öffnung und viel mehr Unterhaken. Aber sie muss jetzt ihre Macht auch mal ausspielen. Das wird sich schon zeigen, wenn der Posten des Personalchefs oder der Personalchefin jetzt besetzt wird. Das muss ja in absehbarer Zeit erfolgen. Da muss sie natürlich ein personell ein ganz starkes Zeichen setzen. Chef oder Chefin, was ist dein Tipp? Also ich könnte mir vorstellen, dass es eine Chefin wird. Aber ich glaube, du hast erfahren in deinem Interview, dass alle bisher gehandelten Namen falsch seien. Alle nicht, aber es wurde gesagt, viele Namen, die gehandelt wurden, hätten gar keine Rolle. Also ich finde, so viele waren es eigentlich gar nicht, die da gehandelt wurden. Ich glaube, es waren drei oder vier. Von Hubertus Heil bis, was weiß ich, interne Kandidatin. Ich bin gespannt. Aber sie muss dann natürlich auch mal zeigen, was sie will und was sie erwartet. Können wir ja mal unsere Zuhörerinnen und Zuschauerinnen und Zuschauer fragen. Wünsche ich euch mehr Engagement von Daniela Cavallo? Muss sie sichtbarer, kritischer, lauter werden? Lasst uns bitte einen Kommentar da. Ich glaube, sie kann das auch. Vielleicht war das bisher nicht so ihr Ziel, sich so zu profilieren. Aber ich denke, sie kann das und sie ist da jetzt gefordert. Weil meine persönliche Einschätzung ist, es wird kein Deut einfacher werden. Ich glaube, die Begehrlichkeiten und der Sparhammer, der wird hier weiter kreisen. Wir haben ja drüber gesprochen eben, genau. Osnabrück ist ungeklärt. Da wird es sicherlich noch Knatsch geben. Ende des Jahres steht die Tarifrunde an. Da wird es hohe Erwartungen halten. Wir werden jetzt auch bald erfahren, wie hoch die Prämie ausfällt. Da führt ja kein Weg mehr dran vorbei, dass einer ausgezahlt wird an die Tarifangestellten. Dann haben wir die Verhandlung über das neue Entgeltsystem. Das ist ein ganz wesentlicher Punkt, der sich weitgehend außerhalb der Öffentlichkeit abspielt. Aber das ist für die Beschäftigten sehr, sehr wichtig. Auch die Tarifrunde, die kommt ja auch dieses Jahr. Die Tarifrunde kommt auch. Kommt auch noch, ja. Und daneben gibt es ja noch viele interne Baustellen, die ja ständig weiter bearbeitet werden müssen. Ja, der Standort Wolfsburg steht natürlich vor interessanten, schwierigen Jahren. Auch da muss jetzt alles wirklich nach Plan ablaufen und ich bin gespannt. Du bist gespannt, ich bin auch gespannt. Und es geht ja nicht nur in Wolfsburg um viele Themen, sondern auch Salzgitter, Braunschweig, Komponente. Ist ja auch immer eine heikle Angelegenheit. Ja, das ist vielleicht auch viel zu wenig in unserem Fokus, muss man sagen. Klar, das sind ja auch große Standorte, um deren Zukunft es auch geht. Und ja, es geht im Grunde um auch das Land Niedersachsen und unsere Region. Und da muss jetzt auch mal ein klarer Weg in die Zukunft aufgezeigt werden. Was erwartest du denn jetzt, weil du eben meintest, da muss auch eine Brandmauer her in Richtung Salzburg. Erwartest du denn, dass die Familien noch offensiver werden? Also man nimmt das ja immer nur so relativ verdeckt wahr, aber die Dividendenerwartung und so weiter, die ist ja ganz klar vorhanden. Ich finde die Aussagen und auch die Gerüchte über mögliche Aussagen, die sicherlich nicht alle falsch sind, sind ganz eindeutig und da muss sie jetzt mal klar machen, dass es auch noch andere Faktoren gibt als Dividendenausschüttung an die Anteilseigner und dass es hier auch um den Standort Deutschland geht. Ja, das scheint ja so insgesamt überhaupt keine Rolle zu spielen für manche und ich finde, da muss sie viel, viel deutlicher und aggressiver auftreten und sie muss auch zeigen, für welche Position steht sie denn da im Aufsichtsrat eigentlich. Hat sie da das Land an ihrer Seite? Was glaubst du? Das Land ist immer sehr, finde ich, sehr wetterwendig. Das ist immer so, wenn es was zu fordern gibt, dann sind sie dabei. Aber es geht um den niedersächsischen Standort. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass das Land zuguckt, wenn hier in Niedersachsen ein Standort dicht. Naja, da bin ich mal gespannt, wenn es Osnabrück ans Leder geht. Ja, es soll ja verkauft werden. Und ja, auch da erwartet man natürlich eine ganz klare Position und natürlich auch eine Positionierung. Was soll denn hier passieren? Und was stellt man sich vor? Was ist zukunftsfähig in sind die Standorte, ich meine, wenn die Standorte nicht zukunftsfähig sind, dann muss man auch offen sagen, okay, das und das muss passieren. Wenn Wolfsburg mit über 60.000 Beschäftigten nicht überlebensfähig ist, dann muss man natürlich auch sagen, gut, dann geht es so nicht weiter. Cavallo hat ja gerade erst gefordert, den Standort Wolfsburg Also sichtbarer zu machen als Konzernzentrale. Ja, wir sprachen ja im Vorfeld darüber und im Grunde gibt es eben sehr viele gegensätzliche Aussagen. Also ich meine, sie hat ja ausdrücklich Porsche und Audi genannt, die an die Kürzeleine genommen werden müssen. Jetzt hören wir aber, Audi braucht eigentlich ganz viel Freiraum. Sozusagen wie so ein Wildhunde müssen sie durchs Gelände stromieren können, um richtig gut zu sein. Das ist, weiß ich nicht, was man davon halten soll. Naja, das kann ja gar nicht funktionieren, weil es ja gleichzeitig die Vorgabe gibt, immer mehr Synergien im Unternehmen zu heben, die Zusammenarbeit noch enger zu führen und so weiter. Ich denke ja, das sind so organisatorische Forderungen, dass man so eine Art Holding-Verantwortung in Wolfsburg sehen will. Also ich glaube, wir dürfen uns ja nicht vorstellen, dass hier jetzt die sämtlichen Kompetenzen wieder zurückgeholt werden und Wolfsburg wieder erblüht wie zu allerbesten Zeiten. Das wird nicht passieren. Ich glaube, da geht es wirklich um Konstruktionen, so Dachfunktionen, die da geschaffen werden. Ich glaube, das meint sie auch, aber das muss sie natürlich auch mal klar benennen, was sie da meinen. Ich meine, ansonsten wissen wir nicht, was damit gemeint ist und die anderen Leute wahrscheinlich auch nicht. Blühende Landschaften in Wolfsburg, Thomas, darüber wollen wir nächste Woche sprechen, vor allem mit Blick auf den VfL, da wissen wir ja vielleicht schon mehr, jetzt kommt das wichtige, wichtige Spiel, auch wieder 6-Punkte-Spiel, eigentlich, ich mag den Begriff nicht, aber es unterstreichert die Bedeutung und ja, nächste Woche, wir freuen uns auf euch, habt eine gute Zeit bis dahin und lasst den VfL nicht untergehen. Ciao. Macht's gut, bis dahin. Tschüss.