Latest / Kritische Controller / Authentizität im Böhmerwald, Alter(ität)!
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- 1:24Eugen: Eugen: Hi, Arno.
- 1:25Arno: Arno: Hallo, Eugen.
- 1:26Eugen: Eugen: Also, Kritische Controller, weißt du, bei der wievielten Folge wir jetzt sind?
- 1:32Arno: Arno: Ja, das ist die achte Folge.
- 1:34Eugen: Eugen: Genau acht, acht mit einer inoffiziellen, vergessenen fünften Folge ist eigentlich die neunte.
- 1:39Eugen: Aber es ist die achte, die man im Äther zu hören bekommt.
- 1:42Arno: Arno: Ja, gefühlt ist es die neunte.
- 1:44Eugen: Eugen: Du siehst prächtig aus. Man sieht sehr gut in deinen Hintergrund.
- 1:47Eugen: Das Gee Magazin. Ich bin mir nicht sicher.
- 1:50Eugen: Spricht man es Englisch aus oder wäre es deutsch, wäre es dann einfach G E E.
- 1:55Arno: Arno: Da es Games, Education und Entertainment heißt, würde ich auch sagen,
- 1:59Arno: es heißt Gee einfach.
- 2:01Eugen: Eugen: Ich wusste gar nicht, dass es ein Akronym ist.
- 2:03Eugen: Da steht drauf.
- 2:05Arno: Arno: Ein Akronym mit AGG geschrieben.
- 2:08Eugen: Eugen: Also A. Was wollen wir denn heute machen?
- 2:10Eugen: Wir haben unsere. Die Dreiteilung ist gleich geblieben.
- 2:13Eugen: Da stelle ich heute vor, wir fangen an mit den Hard Work, dem, was wir getan haben oder einen Einblick
- 2:18Eugen: in den. In das, was wir getan haben in der letzten Woche, letzten Wochen eigentlich dann mit den Softworks,
- 2:25Eugen: den was wir zur Inspiration oder überhaupt zum Spaß oder auch um etwas zu lernen uns angeschaut haben,
- 2:32Eugen: gespielt haben, gesehen haben, theoretisch auch gehört haben.
- 2:36Eugen: Und darauf aufbauend dann in der Antragserotik zu überlegen was kann man,
- 2:40Eugen: was muss man denn damit machen in Zukunft?
- 2:44Eugen: Fangen wir gleich an mit dem harten, harten Kern unserer Arbeit, dem Hard work.
- 3:03Eugen: Also diesmal haben wir uns als Thema überlegt.
- 3:06Eugen: Auch wieder sehr, sehr zeitaktuell, dass wir über historische Authentizität reden wollen.
- 3:12Arno: Arno: Das A-Wort!
- 3:14Eugen: Eugen: Das A-Wort! Und ich bin jedes Mal so stolz drauf, wenn ich es richtig ausspreche.
- 3:18Eugen: Ich kann es dir gar nicht sagen. Ich hatte so viele Vorträge zu dem Thema und ich verhaspele mich noch immer die Hälfte der
- 3:23Eugen: Zeit.
- 3:23Arno: Arno: Ich weiß, in einem meiner ersten Vorträge, die ich gehalten habe, da war ich noch in Ulm,
- 3:28Arno: da habe ich mal Authenzität gesagt.
- 3:30Eugen: Eugen: Das ist aber das ist ganz häufig, oder?
- 3:31Eugen: Oder bei mir. Dann ist plötzlich ein weiteres Tizi drin, also Authentizitizität.
- 3:37Eugen: Es ist einfach, Es ist ein Zungenbrecher.
- 3:40Eugen: Also historische Authentizität. Wenn ich ganz langsam rede, dann geht es.
- 3:44Eugen: Es ist nämlich wieder Thema. Es ist.
- 3:46Eugen: Nein, es ist. Es ist wieder da. Es gibt Historienspiele.
- 3:52Eugen: Zum Glück gibt es Historienspiele, weil sie machen einfach Spaß.
- 3:57Eugen: Und als Historiker haben wir auch immer wieder ein bisschen damit zu tun.
- 4:01Eugen: Aber es ist auch ein sehr undankbares Thema.
- 4:03Eugen: Aber darauf komme ich dann später zu sprechen, weil das kann auch hin und wieder Historikerinnen sehr auf die Nerven gehen.
- 4:08Eugen: Wieder mal gefragt zu werden wie authentisch ist dieses Spiel?
- 4:11Eugen: Aber wollen wir nicht vorweggreifen. Also ich gebe als CEO jetzt mal den aktuellen Grund Wir sind im Jahr 2025.
- 4:17Eugen: Es kommt jetzt raus. Es ist jetzt rausgekommen.
- 4:21Eugen: Kingdom Come Deliverance zwei Und es kommt heraus.
- 4:25Eugen: Assassin's Creed Shadows. Ich wüsste nicht mal, welche Zahl hinter diesem Assassin's Creed ist.
- 4:31Eugen: Wahrscheinlich zehn, zwölf. Irgend so etwas.
- 4:33Eugen: Und bei beiden gab es kleinere Stürme im Wasserglas.
- 4:37Eugen: Und Grund war wieder einmal die Geschichte.
- 4:40Eugen: Hast du das mitverfolgt oder soll ich es erzählen?
- 4:43Arno: Arno: Ich habe es nicht mitverfolgt. Ich wollte trotzdem nur kurz ergänzen. Man darf nicht vergessen Civilization,
- 4:48Arno: Was ist es? 677.
- 4:50Eugen: Eugen: Es ist sieben ja auch dazu. Also man merkt es daran, wie die Interviewanfragen kommen.
- 4:56Eugen: Wieder zu Civilization sieben Soll ich reden?
- 5:01Eugen: Kann ich nicht wirklich reden, weil ich werde das Spiel bis dahin nicht gespielt haben. Aber zu den anderen Teilen
- 5:05Eugen: genau das ist auch noch da. Das könnte man eigentlich auch mit aufnehmen.
- 5:08Eugen: Es ist so, dass wenn so etwas kommt, dann werden Historikerinnen gefragt nach ihrer Meinung.
- 5:13Eugen: Und das Problem ist also ich fange mal einfach an, ich rede jetzt ein bisschen über die Kontroversen,
- 5:18Eugen: die entstanden sind und dann redest du vielleicht über deine Erfahrung mit dem Thema Authentizität.
- 5:24Eugen: Also es ist. Bei Shadows war es so, dass im nächsten Assassin's Creed kann man einen schwarzen Samurai spielen oder eine
- 5:31Eugen: weibliche Shinobi, glaube ich. Also was wir als Ninja bezeichnen würden.
- 5:37Eugen: Und da hat vor allem der dunkelhäutige Samurai aufgeregt und auf dem YouTube Trailer auf der Trailer Seite
- 5:47Eugen: des Spiels konnte man dann nachlesen, wie Empörte sehr viele Japaner.
- 5:52Eugen: Ich glaube, man muss da nichts ändern. Ich glaube, es waren vor allem Herren. Sich aufgeregt haben, dass das eine totale
- 5:56Eugen: Disrespect von der japanischen Geschichte ist.
- 5:59Eugen: Und es wurde sehr, sehr heftig diskutiert, was man da macht und wie man die die Geschichte herabwürdigt.
- 6:05Eugen: Und ich gehe jetzt nicht zu sehr darauf ein, aber es ist ja, rufen wir uns in Erinnerung.
- 6:10Eugen: In Assassin's Creed geht es um den Jahrtausende langen Kampf der Templer gegen die Assassinen,
- 6:14Eugen: wo es um Alienartefakte und so gottgleiche Aliens geht.
- 6:19Eugen: Da würde ich jetzt überhaupt sehr vorsichtig sein, nach historischen Realismus zu suchen. Aber es wird einfach diskutiert und da merkt
- 6:24Eugen: man auch schon, es geht vor allem darum, um das Diskutieren überhaupt und mal eine Meinung zu haben.
- 6:29Eugen: Und bei Kingdom Come Deliverance, nur damit du auf dem neuesten Stand bist.
- 6:34Eugen: Zur Erinnerung beim ersten Teil, da habe ich auch einiges drüber geschrieben, gab es mehrere Diskussionen,
- 6:39Eugen: die der Entwickler der Daniel Vavra nicht sehr geschickt angegangen ist,
- 6:44Eugen: weil er halt auch eine sehr kontroverse Person, vorsichtig gesagt da ist.
- 6:48Arno: Arno: Ich sag nur Börse.
- 6:50Eugen: Eugen: Ja, es sind so viele Sachen. Also ich glaube auch, er ist jetzt nicht dann ein Bösewicht,
- 6:54Eugen: aber er ist sehr ungeschickt und teilweise halt auch wirklich einfach sozial unfähig und ja,
- 6:59Eugen: also teilweise halt auch wirklich unsympathisch, weil er musste dann auch eine Meinung zu GamerGate haben und er ist hat
- 7:05Eugen: sich auch. Er hat immer behauptet, es sei nicht politisch, aber kurz nachdem das Spiel rauskam,
- 7:10Eugen: ist er auch aktiv geworden. Oder tschechischen Politik, wenn ich mich richtig erinnere eher im
- 7:14Eugen: nationalistischen Lager. Das macht auch alles Sinn. Aber jedenfalls die Kontroverse war eben,
- 7:21Eugen: dass das kein sehr differenziertes Geschichtsbild war, dass das Frauenbild sehr zu wünschen lässt.
- 7:28Eugen: Weil also Frauen spielen einfach keine Rolle in diesem Spiel, quasi als hätte es sie nicht gegeben. Ähm,
- 7:33Eugen: und dann kam auch der der Einwurf, dass keine, äh, keine Diversität da ist,
- 7:37Eugen: was die Hautfarbe angeht. Und ich weiß nicht mehr, ob sexuelle Einstellung irgendwann auch Thema war,
- 7:46Eugen: aber jedenfalls gab es dann einen Backlash von von den rechten Gamern selbst ernannten Gamern und zu einer echten Diskussion.
- 7:55Eugen: Und ich möchte jetzt gar nicht zu sehr auf das eingehen. Das Interessante ist, dass jetzt der Sturm von der anderen Richtung
- 8:01Eugen: kommt, weil beim zweiten Teil ich habe es nicht gespielt, aber man liest,
- 8:06Eugen: dass man unter anderem als Hauptcharakter auch gleichgeschlechtliche Beziehungen haben kann.
- 8:11Eugen: Das regt schon einige auf. Also jetzt eher die andere Seite und das erstmals eben nichtweiße Personen vorkommen.
- 8:17Eugen: Ähm, das heißt, wir haben jetzt quasi den gleichen Streit, aber aus der anderen Richtung und also ist was man
- 8:27Eugen: daran schon merkt an diesem Streit.
- 8:29Eugen: Und das ist glaube ich auch das Problem, dass Historikerinnen dann damit haben. Es geht jetzt nicht darum, Geschichte besser zu
- 8:33Eugen: verstehen, wenn, wenn diese Diskussionen, diese kleinen Shitstorms anfangen,
- 8:39Eugen: sondern es geht ja darum, dass Leute schon sehr viel Meinung haben. Und es geht eigentlich immer um Identität und
- 8:43Eugen: angegriffene Identität und Geschichte wird vor allem benutzt, um irgendetwas zu bestätigen.
- 8:49Eugen: Und jetzt würde ich mal gerne an dich abgeben und was du für Erfahrungen zu diesem Thema gesammelt hast in den letzten Jahren.
- 8:54Arno: Arno: Zunächst einmal finde ich das total faszinierend.
- 8:58Arno: Da wird auch wieder klar, warum sowas, was wir ja bei der HGP Methode sehr stark gemacht haben,
- 9:04Arno: warum so etwas wie die Produktionsanalyse so wichtig ist.
- 9:09Arno: Weil mich würde jetzt zum Beispiel extrem interessieren, warum das zweite Spiel ja dann doch differenzierter ist als das erste,
- 9:19Arno: also auch überraschend differenzierter, muss man sagen.
- 9:23Arno: Und darüber hinaus dann Rezeptionsanalyse eben, wie sich dann eben solche Rezeption und auch
- 9:32Arno: Diskursarenen verschieben können.
- 9:34Arno: Und würde mich in dem Fall total interessieren, würde ich wirklich gerne eine Analyse darüber lesen,
- 9:40Arno: muss ich sagen.
- 9:42Eugen: Eugen: Du weißt schon, dass wir diese Analysen dann immer schreiben müssen?
- 9:45Arno: Arno: Ja, ich wahrscheinlich nicht, weil ich möchte es, glaube ich, nicht spielen.
- 9:50Eugen: Eugen: Ach, Ach du. Ich weiß, den ersten Teil fand ich sogar sehr schön.
- 9:53Eugen: Teilweise. Also ich fand, ich. Ich habe mich so angesprochen gefühlt davon.
- 9:56Eugen: Es ist halt bei mir alles recht nah.
- 9:59Eugen: Also in Wien sitze ich eigentlich genau im gleichen kulturellen, aber auch geografischen Raum.
- 10:04Eugen: Und das hat ausgesehen wie das Waldviertel an der Grenze zur Tschechischen Republik.
- 10:08Eugen: Es ist und das ist wunderschön gemacht.
- 10:10Eugen: Und dann finde ich, sie haben sich auch sehr bemüht, die Architektur richtig zu machen.
- 10:15Eugen: Und das Ganze hätte auch lustig sein können. Ich habe es nur irgendwo als Groschenroman bezeichnet,
- 10:19Eugen: weil die Geschichte ist halt so platt, das darf sie auch sein.
- 10:23Eugen: Also es ist dieser dieser Schmiede so und der dann hoch er ist doch Adligen Geblüts,
- 10:27Eugen: er ist der Bastard und deswegen darf er als Bastard im Sinne von uneheliches Kind eines Adeligen und rettet dann die Welt.
- 10:34Eugen: Und das darf ja wirklich mal solche Geschichten davon erzählen. Das darf man auch alles mit Geschichte machen. Das Problem, das
- 10:39Eugen: ich hatte, war, dass Barbara dann gesagt hat Das ist die reale Geschichte Böhmens im Mittelalter,
- 10:45Eugen: und die ist unbekannt bis jetzt gewesen.
- 10:47Eugen: Sie wurde ignoriert von der Welt, und er zeigt der Welt jetzt, wie Böhmen im Mittelalter ausgesehen hat.
- 10:52Eugen: Und das ist und dann hat er auch nicht gespart. Oder die die Marketingabteilung mit Ausdrücken wie die echte Geschichte im
- 10:58Eugen: Mittelalter historisch authentisch Und das ist dann das Problem, das ich damit habe,
- 11:02Eugen: weil das.
- 11:04Arno: Arno: Wäre so, als würden die Würde MachineGames bei Wolfenstein sagen, das ist die Geschichte,
- 11:10Arno: wie sie zu einem Teil gewesen ist.
- 11:14Arno: Ich meine, Wolfenstein ist jetzt ein schlechtes Beispiel, vielleicht weil es.
- 11:17Eugen: Eugen: Ist ein gutes Beispiel. Also es zeigt nämlich etwas.
- 11:20Eugen: Es ist so eine Frage, die oder haben wir gleich so einen Kernpunkt bei Authentizität,
- 11:24Eugen: den ich problematisch finde. Was halt Kingdom Come Deliverance gemacht hat,
- 11:29Eugen: ist sehr gut, ist Oberflächen Authentizität, also Architektur, meinetwegen auch Kleidung.
- 11:35Eugen: Das wurde auch alles aufwendig recherchiert und umgesetzt und die Natur ist wundervoll umgesetzt und der Schwertkampf ist
- 11:42Eugen: tatsächlich so mühsam, wie ich mir echt einen Schwertkampf vorstelle. Und wie im echten Leben hätte ich
- 11:46Eugen: keine Chance, mit einem Dietrich jemals eine Tür aufzumachen.
- 11:49Eugen: Also das ist eine recht realitätsnahe Simulation.
- 11:54Eugen: Aber lernen wir irgendwas über das Alltagsleben im Mittelalter.
- 11:57Eugen: Also auch da. Es gibt so Abläufe von Handwerkern, die sind recht genau umgesetzt. Aber kriegen wir Einblick in die Mentalität
- 12:03Eugen: von damals? Nein, überhaupt nicht. Es ist.
- 12:05Eugen: Das ist halt dann so wie ein Film und das muss es ja auch nicht. Das ist ja auch nicht schwer, das zu rekonstruieren. Aber wir. Wir
- 12:11Eugen: kriegen nicht mit, wie es sich angefühlt hat, damals wirklich zu sagen, sondern wir spielen eine Person mit unserem
- 12:15Eugen: Wissen und unserem jetzigen kulturellen Background und spielen halt so der.
- 12:19Eugen: Der Rainer Sigl hat sehr nett in einem Spiegelartikel genannt, wie ein Mittel wie diese Mittelalteressen,
- 12:26Eugen: die es hin und wieder gibt. Also da geht es einfach kurz darum. So, das ist halt mehr Fantasy als Geschichte.
- 12:31Eugen: Da geht es nicht darum, etwas zu lernen über die Vergangenheit, sondern es ist eigentlich Rollenspiel und es
- 12:36Eugen: kommen halt keine Drachen vor und keine Orks.
- 12:39Eugen: Aber sonst? Es ist ein Fantasy Rollenspiel und das darf es auch sein.
- 12:42Eugen: Nur ich würde nicht dazu raten es eher zu framen als inspiriert von der Geschichte und nicht historisch authentisch.
- 12:51Arno: Arno: Ja, ich finde da den Begriff der Authentizitätsfiktion immer ganz gut,
- 12:55Arno: nämlich, dass man ja, dass man eben eine Geschichte erzählt, die vielleicht Versatzstücke,
- 13:04Arno: historische Versatzstücke aufgreift und adaptiert, aber dass sie letztlich immer Interpretationen sind aus einer bestimmten
- 13:13Arno: Perspektive, nämlich der heutigen, auf eine andere Perspektive, die schon weiß ich nicht,
- 13:19Arno: wann das Spiel 1000 Jahre zurückliegt oder so.
- 13:22Eugen: Eugen: Genau das ist. Das ist ein bisschen der Punkt und ich finde was.
- 13:24Eugen: Was ich aber gerne jetzt betonen würde, ist, dass das total okay ist.
- 13:31Eugen: Also man darf das machen, Es gab ja auch das ist ich denke dann halt ein Ivanhoe von Sir Walter Scott.
- 13:36Eugen: Und so auch das darfst du machen.
- 13:37Eugen: Und du darfst Geschichte als Hintergrund nehmen.
- 13:40Eugen: Du bist als Kulturschaffender nicht verpflichtet, das jetzt 100 % authentisch wiederzugeben.
- 13:46Eugen: Du darfst damit spielen. Du darfst die Geschichte von Shakespeares Julius Cäsar nehmen und daraus eine Parabel auf die
- 13:51Eugen: Gesellschaft nehmen. Und jetzt? Und wir dürfen das auch machen. Und Daniel darf das auch machen. Und er darf dann auch diese ein
- 13:57Eugen: bisschen. Es ist ja so eine Bubenfantasie, der der kleine, arme Bub,
- 14:02Eugen: der dann aber sich nach ganz oben arbeiten kann.
- 14:04Eugen: Und im Grunde ist es ja die Geschichte von Luke Skywalker, die da nacherzählt wird. Und das darf er auch machen. Das, was er dann.
- 14:10Eugen: Problematisch wird es dann, wenn er sagt oder wenn gesagt wird das ist authentisch.
- 14:14Eugen: So war das Mittelalter, weil dann geht es eigentlich auch immer sehr schnell um Ideologie und die Geschichte ist
- 14:19Eugen: halt auch dazu in Erinnerung gerufen vom ersten Teil.
- 14:23Eugen: Die böhmische Identität wird bedroht von außen.
- 14:26Eugen: Also da gibt es einen Thron Streit von zwei Luxemburger, also von zwei Söhnen des Luxemburger Adelsgeschlechts.
- 14:33Eugen: Und der eine kommt mit Kumanen. Das ist ein Reitervolk aus Zentralasien.
- 14:40Eugen: Wahrscheinlich, weil die meisten Reitervölker aus Zentralasien kommen, und die sind auch sehr das Fremde. Und das
- 14:44Eugen: ist halt die Geschichte. Die tschechische Identität wird bedroht von außen und das ist halt eins zu eins das Gleiche,
- 14:50Eugen: was halt jetzt auch rechte politische Parteien als Narrativ benutzen.
- 14:55Eugen: Auch das ist an sich noch okay, wenn man diese Richtung unterstützt,
- 15:01Eugen: solange man nicht behauptet, das ist historisch authentisch und genau.
- 15:05Arno: Arno: Ja genau.
- 15:06Eugen: Eugen: Inszeniert das, dass das die Identität schon immer bedroht wurde und dass wir immer kämpfen müssen,
- 15:10Eugen: um sie zu verteidigen, weil da wird einfach sehr viel ausgeblendet und zwar und dass das Perfide ist ja,
- 15:16Eugen: das Mittelalter ist tatsächlich die mittelalterliche Lebensrealität ist so weit weg von unseren Nationalstaaten.
- 15:21Eugen: Es gab keine Nationalstaaten dort, es gab keine Nationen, es gab nicht mal so was wie,
- 15:26Eugen: wie, wie Völker, die sich stark abgegrenzt hätten.
- 15:29Eugen: Das war ein riesiger Schmelztopf, wo alles zusammengebracht wurde,
- 15:32Eugen: wo unterschiedliche Religionen und Hintergründe von Völkern sich da gemischt haben.
- 15:38Eugen: Sprachenwirrwarr und Vielfalt war dort die ganze Zeit.
- 15:41Eugen: Es war ein Austausch da. Also das ist sehr weit weg von dieser Nationalstaaten Welt,
- 15:46Eugen: wie wir sie seit dem 19. Jahrhundert kennen.
- 15:48Eugen: Und das ist dann problematisch, wenn ich, wenn wenn man versucht halt Nationalismus so zu argumentieren,
- 15:53Eugen: das war schon immer so, das müssen wir immer so machen.
- 15:55Arno: Arno: Ja, das Problem ist einfach, wenn man einen Authentizitätsanspruch selbst erhebt als Entwickler,
- 16:02Arno: einen auf auf das eigene Werk, das damit automatisch eigentlich auch ein selbst behaupteter
- 16:11Arno: Erziehungsauftrag und zwar ein identitätspolitischer Erziehungsauftrag in dem Fall einhergeht.
- 16:18Arno: Also ich habe mir fällt gerade so ein bisschen das Beispiel Hellblade Seniore sacrifice ein,
- 16:23Arno: der erste Teil, den zweiten habe ich nicht gespielt, das ja mit dieser Konstruktion von psychischer Krankheit im Spiel auch eine
- 16:34Arno: gewisse Authentizität behauptet. Das untermauert mit historischen,
- 16:42Arno: mit psychologischen etc. Experten, die an dem Spiel mitgewirkt haben,
- 16:49Arno: mit auch Betroffenen, die auch das Spiel gespielt haben und da als Consultants gewirkt haben.
- 16:56Arno: Aber auch da ist immer das Problem sozusagen ja ein Graben zwischen
- 17:06Arno: dass ein Kunstwerk, dass Krankheit, dass Historie, dass irgendwas anderes interpretiert und der Wahrnehmung von außen,
- 17:15Arno: dass es dann aber auch so gewesen ist oder so muss es sich anfühlen,
- 17:19Arno: wenn man psychisch krank ist oder so und diese, diese, dieser Itätsanspruch,
- 17:29Arno: der mit Authentizitätsbehauptungen einhergeht.
- 17:32Arno: Der ist eben das große Problem, glaube ich.
- 17:35Eugen: Eugen: Ja, da hast du vollkommen recht. Wirklich, Es ist.
- 17:38Eugen: Man sollte mehr davon reden. Was sind die, die Ansprüche oder auch Erwartungen,
- 17:42Eugen: mit denen man reingeht? Weil ich bin ja sehr ein Verfechter davon,
- 17:46Eugen: dass Kulturschaffende eine also die Freiheit haben, ihre ihre Kunst so zu gestalten,
- 17:52Eugen: wie sie wollen. Im Rahmen des rechtlich Erlaubten und auch schon in einem ethischen Rahmen von dem,
- 17:58Eugen: was was gut ist. Aber da sollte ein möglichst großer Spielraum da sein.
- 18:06Eugen: Ich finde auch schön, dass du gebracht hast, weil ich finde, sie haben sich ja bemüht,
- 18:10Eugen: etwas einmal anders darzustellen.
- 18:12Eugen: Das Problem, dass man weiß, dass das nicht perfekt war, ja, aber sie hätten zumindest mal einen
- 18:15Eugen: anderen Weg gegangen. Und ich fand auch gut, dass du am Anfang Wolfenstein gesagt hast, weil ich finde, Wolfenstein bringt sehr viel
- 18:21Eugen: besser ein Gefühl, ein historisches Gefühl, eine Gefühlswelt, eine Vergangenheitsatmosphäre wird es für Felix
- 18:30Eugen: Zimmermann sagen, wie er.
- 18:32Arno: Arno: Sich gerade auch denken ja.
- 18:33Eugen: Eugen: Von von einem der Unterdrückung in der NS Regime.
- 18:37Eugen: Also wenn ich zweite Weltkriegs Spiele spiele auch im NS Staat habe ich nie so stark das Gefühl von Bedrohung von ständiger und von
- 18:44Eugen: diesen oppressiven faschistischen Staat wie in den total bizarr fiktionalen Wolfenstein spielen,
- 18:51Eugen: wo wir dann auf einer Mondbasis herumlaufen oder mit einem riesigen Stahlluftschiff und Roboterhunden usw.
- 19:00Eugen: Also ich finde, die bedienen natürlich.
- 19:02Eugen: Ja, das ist jetzt so ist es nicht gewesen weil aber sie geben trotzdem ein einen Aspekt wieder,
- 19:10Eugen: den andere Spieler halt gar nicht anfangen können. Und Hellblade hat das halt auch gemacht.
- 19:15Eugen: Und dass ich bei Mittelalterspielen finde ich zum Beispiel irrsinnig spannend.
- 19:19Eugen: Ein Aspekt der Authentizität ist die Gedankenwelt und die Mentalität.
- 19:23Eugen: Und im Mittelalter haben Menschen anders gedacht als heute, weil zum Beispiel auch der Glaube ganz,
- 19:29Eugen: ganz stark und zentral war. Und damit ein Spiel, das authentisch rüber bringt.
- 19:34Eugen: Müsste es dir irgendwie beibringen, tatsächlich auch ganz stark gläubig zu handeln die ganze Zeit.
- 19:38Eugen: Das heißt, wenn du dich, wenn du krank wirst, zum Priester zu gehen und wirklich auch zu erwarten,
- 19:44Eugen: dass dir das hilft und nicht mit unseren modernen naturwissenschaftlichen Wissen dahin zu gehen, zum zum zum zur Kräuterhexe zu
- 19:50Eugen: gehen und zu hoffen, dass man sich mit Kräutern heilt, also dass man wirklich diese Gedankenwelten transportiert.
- 19:57Eugen: Und da werden ja digitale Spiele auch ein sehr spannendes Medium, weil sie auch durch diesen immersiven Moment
- 20:02Eugen: uns da eventuell noch stärker das näher bringen könnten.
- 20:06Eugen: Aber da gibt es noch nicht so viele Versuche.
- 20:09Eugen: Also du hast jetzt Hellblade genannt, das fand ich sehr gut. Wolfenstein Ich fand auch sehr spannend die Tension,
- 20:15Eugen: ein Indie Horror Spiel aus Taiwan.
- 20:18Arno: Arno: Ich meine, Through the Darkest of Times und solche Geschichten darf man natürlich auch nicht vergessen.
- 20:22Eugen: Eugen: Genau das sind ... Wobei, so sehr ich auch früher.
- 20:27Eugen: Nein, das stimmt nicht. Bei Through the Darkest of Times war ich auch sehr gestresst. Also ich finde. Also bei mir geht es wirklich
- 20:31Eugen: auch jetzt um die Spiele, die auf der Gefühlswelt etwas transportieren können,
- 20:38Eugen: weil halt Faktenwissen ist. Jetzt glaube ich eh nicht der große Moment von Computerspielen. Und du hast recht, bei
- 20:43Eugen: Through the Darkest of Times war ich auch extrem fertig, als ich die ersten drei Male glaube ich einfach immer im KZ geendet bin,
- 20:50Eugen: als er. Oder auch nur einzelne meiner Mitglieder irgendwie getötet wurden von der SS oder Gestapo.
- 20:56Eugen: Das hat mich jedes Mal extrem mitgenommen. Das finde ich dann spannend, wenn ich wirklich so investiert bin, dass ich
- 21:02Eugen: da einfach eine vergangene Atmosphäre nacherleben.
- 21:07Eugen: Teilweise. Es ist ja wirklich, man nähert sich ihm nur immer an.
- 21:10Arno: Arno: Ja, ich meine, man muss natürlich auch hier und darüber haben wir ja auch schon oft genug geschrieben und diskutiert beachten,
- 21:18Arno: dass auch historisches Wissen natürlich konstruiert ist und insbesondere durch Popkultur geformt wird.
- 21:25Arno: Und wenn wir jetzt auch so Spielereien wie GTA oder Red Dead Redemption hat,
- 21:30Arno: die ja eher eine gewisse popkulturelle Genreauthentizität behaupten.
- 21:36Arno: Aber auch das ist ja historisches Wissen, und das kollidiert, glaube ich,
- 21:42Arno: sehr, sehr stark immer mit dem historischen Fakten, mit dem, was man auf einer wissenschaftlichen Ebene über die jeweiligen
- 21:52Arno: Phasen, über die jeweiligen geographischen Kulturkreise, Regionen etc.
- 21:58Arno: weiß. Und ich glaube, da muss man sich auch selber so ein bisschen,
- 22:04Arno: wie sagt man, an der Nase ziehen und sagen, vielleicht müssen wir dann noch mehr dafür sensibilisieren,
- 22:12Arno: dass es eben diesen Unterschied gibt zwischen popkulturellem Kollektiven.
- 22:20Arno: Gefühltem Wissen. Also bewusst sage ich hier gefühlt und dem, was faktisch tatsächlich stattgefunden hat und ist vielleicht auch
- 22:30Arno: ein Auftrag zum Beispiel an die Medienbildung etc., dass man da noch viel,
- 22:35Arno: viel mehr machen müsste.
- 22:37Eugen: Eugen: Es bringt mich auch zu fragen, die können wir aber dann vielleicht auch in der Antragserotik noch angehen, dass man sich
- 22:41Eugen: einfach die Frage stellt Wozu das Ganze? Also warum interessieren wir uns für Geschichte und was wollen wir auch erreichen damit?
- 22:47Eugen: Und schon allein die Frage Wenn Barbara beim ersten Teil, also wenn jetzt eigentlich nur im ersten Teil geredet,
- 22:53Eugen: wobei ich den zweiten jetzt viel interessanter finde. Ähm, wenn er gesagt hat,
- 22:57Eugen: dass es ihm ein Anliegen war, der Welt die Geschichte seines Landes näher zu bringen,
- 23:02Eugen: weil er das Gefühl hatte, die wurde ignoriert und das hat halt.
- 23:05Eugen: Also faktisch war es nicht richtig, weil die Geschichte Böhmens im Mittelalter ist super erforscht und da arbeiten auch die
- 23:10Eugen: Forscherinnen über die Grenzen sehr gut zusammen. Die Mediävistinnen da gibt es, ich weiß nicht wie viele Kubikmeter oder
- 23:16Eugen: Tonnen an Literatur dazu. Man kann aber sagen Ja, in der Populärkultur kommt die Geschichte Böhmens weniger vor.
- 23:24Eugen: Dann können wir auch gleich Österreich auch anhängen. Das stimmt schon, und ich finde, das ist dann auch ein. Das ist
- 23:28Eugen: ein okay Motiv, wenn du sagst, du möchtest da einfach was herzeigen. Man muss halt nicht behaupten,
- 23:32Eugen: man zeigt jetzt die reale Geschichte her, sondern seine eigene Interpretation. Ich ich dachte ja.
- 23:37Arno: Arno: Was ich da auch ganz spannend finde, ist zum Beispiel ein anderes Beispiel Moon Down,
- 23:44Arno: weil in Moon Down im Prinzip was ähnliches verfolgt wird, nämlich eine eigentlich vergessene oder
- 23:53Arno: überhaupt nicht irgendwie medial stattfindende Region in der Schweiz zu nehmen und die gerade aber,
- 24:02Arno: weil sie so vergessen ist, auch als fremdartigen, ja wirkenden.
- 24:11Arno: Ort der Spielwelt dann herzunehmen.
- 24:14Arno: Also und trotzdem schafft es Muntonia zumindest was die, ich sage mal Vergangenheits oder Spielatmosphäre angeht,
- 24:23Arno: hier eine gewisse Authentizität herzustellen.
- 24:27Arno: Also Authentizität im Sinne von gefühlter gefühlter Wahrhaftigkeit,
- 24:33Arno: vielleicht gefühlter.
- 24:35Eugen: Eugen: Ich bin gefühlt. Finde ich gut als Ausdruck.
- 24:37Eugen: Wahrhaftigkeit sehe ich schon sehr, sehr.
- 24:39Arno: Arno: Ja.
- 24:40Eugen: Eugen: Ich weiß, was du meinst.
- 24:41Arno: Arno: Daher das Paradoxe.
- 24:43Eugen: Eugen: Aber ein Punkt, den wir vielleicht hier herausdestillieren können oder so Ich habe gesagt,
- 24:50Eugen: wenn wir als Historikerin Probleme haben und ich glaube, einer meiner frühesten Texte war auch,
- 24:55Eugen: warum ich das Thema Authentizität nicht mehr hören will, ist das ja gerade am Anfang der Zeit,
- 25:02Eugen: wo sich Historikerinnen mit Spielen beschäftigt haben, wurden wir häufig gefragt Ja, wie authentisch ist das denn jetzt? Und
- 25:07Eugen: das ist vielleicht auch der Punkt, weil du hast auch gesagt, wir hatten Begriff Kulissen,
- 25:12Eugen: Authentizität, Oberflächen, Oberfläche Authentizität. Du hattest auch noch ein. Es gibt viele dafür für dieses
- 25:16Eugen: Gefühl von etwas ist authentisch und dann ist aber schon immer der Anspruch da,
- 25:22Eugen: dass alles dann authentisch ist. Das kann es aber, glaube ich, nicht sein,
- 25:25Eugen: sondern das Problem ist Wir können immer nur eine Perspektive einnehmen oder etwas gut transportieren.
- 25:31Eugen: Und das muss man sich vorher überlegen.
- 25:33Eugen: Und je besser man sich das überlegt hat, desto besser kann man das transportieren und kann dann entweder in die Richtung gehen,
- 25:37Eugen: dass das Fantastischen, wenn man ähm, historische Mentalitäten transportieren will oder Gefühlswelten.
- 25:46Eugen: Ähm, es ist aber auch okay jetzt wirklich in Richtung Mittelalter,
- 25:49Eugen: essen und so, ich weiß nicht, wie das heißt, wenn Leute napoleonische Schlachten nachstellen.
- 25:54Eugen: Da geht es halt um tatsächlich um die Uniformen. Auch das ist total opportun.
- 25:58Eugen: Dann darf man aber nicht behaupten, dass es in irgendeiner Form authentischer als etwas als als andere Versuche,
- 26:05Eugen: das zu machen, sondern es ist eher Es wäre halt immer gut, wenn man einfach recht klar benennen kann,
- 26:10Eugen: was möchte man zeigen, was wollte man anders machen.
- 26:12Eugen: Und wie man das transportiert.
- 26:15Arno: Arno: Man darf es halt nicht mit Faktizität verwechseln.
- 26:18Arno: Und ich? Ja, was wollte ich jetzt sagen?
- 26:24Arno: Jetzt habe ich. Ich hatte so was Schönes im Kopf. Ich habe es vergessen.
- 26:27Eugen: Eugen: Dann nehme ich deine Faktizität. Habe ich das jetzt richtig ausgesprochen?
- 26:31Eugen: Mal sehen. Nehme ich das den den Punkt auf?
- 26:35Eugen: Es ist ja, was wir Historikerin so selten sagen Und was vielleicht auch sehr frustrierend ist am Anfang des Studiums diese
- 26:42Eugen: Vorstellung, dass wir irgendwann erfahren, wie es wirklich gewesen ist in seiner Vollständigkeit,
- 26:46Eugen: ist nicht da, weil wir immer nur kleine Einblicke haben.
- 26:49Eugen: Es ist nichts vollständig erhalten.
- 26:51Eugen: Wir haben immer nur durch einzelne Quellen, durch einzelne Briefe,
- 26:54Eugen: Gemälde, was auch immer. Jede Form von Quelle gibt immer nur einen kleinen Einblick in etwas und daraus können wir versuchen,
- 27:00Eugen: aus vielen Quellen etwas zu rekonstruieren, aber wir werden nie, niemals etwas vollständig rekonstruieren können.
- 27:06Eugen: Wir werden auch nie völlig verstehen, wie es damals war.
- 27:09Eugen: Ich finde, es sollte sich auch jeder jede einfach nur in Erinnerung rufen,
- 27:12Eugen: wie es mit unserem eigenen Gedächtnis ist. Also wenn ich gefragt werde,
- 27:15Eugen: gefragt werden würde, einen Tag aus der letzten Woche zu rekonstruieren,
- 27:19Eugen: ich täte mir schon sehr schwer und ich täte mir noch schwerer, dann zu rekonstruieren,
- 27:23Eugen: was ich damals gedacht habe an diesen Tagen. Weil sonst kann ich mich an Mails und Fotos entlanghandeln. Aber das muss man sich
- 27:29Eugen: denken, gilt für die gesamte Geschichte.
- 27:31Arno: Arno: Ja, ich könnte hier noch jetzt zur Abwechslung Systemtheoretisch argumentieren,
- 27:38Arno: und zwar einfach kollidieren hier so viele Systeme und Systemlogiken,
- 27:47Arno: dass auch das die Missverständnisse untereinander gar nicht ausbleiben können.
- 27:52Arno: Also wir haben zum einen das System Game Development, das natürlich mit einer bestimmten systemeigenen Logik funktioniert.
- 28:01Arno: Also zum einen Wir müssen ein Produkt machen, das so und so aussieht,
- 28:04Arno: dass ein gewisses Genre verfolgt, dass eine gewisse Spielbarkeit haben muss,
- 28:08Arno: dass irgendwie vermarktbar sein muss.
- 28:09Arno: Also diese ganzen Logiken, die da kulminieren.
- 28:12Arno: Dann haben wir natürlich auch die ganzen einzelnen Spieler, die Ja und Spielerinnen,
- 28:17Arno: die in einer ganz anderen Ebene funktionieren.
- 28:20Arno: Und dann haben wir noch mal als Drittes diese historische Perspektive.
- 28:26Arno: Also da könnte man zum einen sagen, okay, das System Geschichtswissenschaften auf der einen Seite was es,
- 28:33Arno: was es meiner Meinung nach noch nicht gibt und vielleicht auch geben müsste ist,
- 28:37Arno: dass man auch Systeme temporal denken muss, dass es auch da natürlich eben ja eine Synchronizität
- 28:49Arno: Habe ich das richtig gesagt? Wir benutzen zu viel Worte mit Zitat,
- 28:54Arno: dass es da Bedeutungsverschiebungen gibt, die man aus heutiger Sicht gar nicht mehr nachvollziehen kann,
- 29:00Arno: weil auch da die Logiken sich verschoben haben, weil da das Vokabular sich verschoben hat etc.
- 29:06Arno: Und all diese verschiedenen Beobachterstandpunkte.
- 29:11Arno: Das ist es ja letztlich. Beobachter und Autoren Standpunkte sind einander eine Blackbox,
- 29:20Arno: die sich nicht. Die sich nur bis zu einem gewissen Punkt annähern kann an den.
- 29:25Arno: An das Verstehen des anderen. Oder man kann.
- 29:28Arno: Es kann nur den eigenen Punkt zu einem gewissen Grad so schreiben,
- 29:33Arno: dass es für die anderen jeweils verständlich wird und dann eben authentisch wirkt in dem Fall.
- 29:40Eugen: Eugen: Wir sind jetzt in der Zeit ganz okay, aber ich bin so kurz davor, noch ein riesiges Fass aufzumachen,
- 29:46Eugen: weil ich mich auch in meiner Forschung sehr viel damit beschäftige.
- 29:50Eugen: Also ich versuche den Fragen immer auf den Grund zu gehen und eine Frage,
- 29:53Eugen: die am Grunde des Ganzen liegt oder die dem Ganzen zugrunde liegt und die aber tatsächlich auch in der Forschung sehr selten
- 30:00Eugen: angegangen wird, ist Warum interessieren wir uns überhaupt dafür? Also zugleich Warum studieren wir Geschichte aber auch? Warum
- 30:06Eugen: spielen wir so gerne Historienspiele?
- 30:08Arno: Arno: Warum studierst du? Warum hast du Geschichte studiert?
- 30:11Eugen: Eugen: Na ja, das ist. Puh, Da kommen wir dann.
- 30:13Arno: Arno: Mal.
- 30:13Eugen: Eugen: Rein.
- 30:15Arno: Arno: Vielleicht ist das erstmal ein guter Punkt, um damit anzufangen.
- 30:18Eugen: Eugen: Und dann? Dann diskutieren wir es zu Ende. Weißt du was?
- 30:20Eugen: Ich kann es gar nicht mehr so sagen. Also, ich glaube tatsächlich. Der Grund, warum. Nein, ich kann es schon sagen. Der
- 30:25Eugen: Grund, warum ich Geschichte studiert habe, ist jetzt kein super profunder und dass der gleiche. Warum ich Historiker spiele und
- 30:29Eugen: Filme mag, das war, dass ich mich einfach emotional davon angezogen gefühlt habe.
- 30:34Eugen: Aber ich glaube, das Grundmotiv war jetzt nicht, irgendwie eine fremde Welt mehr zu erschließen,
- 30:39Eugen: sondern irgendwie das, was ich eh schon mochte, was halt damals, was weiß ich.
- 30:43Eugen: Ritter, Piraten und so, diese ganzen Fantasien waren ein bisschen mehr zu erkunden und dadurch sie aber auch
- 30:48Eugen: echter zu machen. Und das ist ja auch das gleiche, was diesem Authentizitätsbedarf zugrunde liegt.
- 30:52Eugen: Also wenn wir vergleichen Historienspiele mit Fantasy und Science Fiction,
- 30:57Eugen: dann glaube ich, unterscheidet sie von den anderen, dass sie schon den Anspruch stellen,
- 31:02Eugen: eine reale Welt wiederzugeben. Deswegen suchen wir schon auch immer noch diese kleinen Legitimationen des Ganzen.
- 31:09Eugen: Also deswegen wird ja auch in der Werbung dann gezeigt, wir haben für diesen Zweiten Weltkrieg 40 Waffen noch mal abgeschlossen
- 31:15Eugen: und die Originaltöne aufgenommen.
- 31:17Eugen: Wir haben die Topografie genau rekonstruiert und so und das macht diese Spiele dann interessanter.
- 31:22Eugen: Das ist dann tatsächlich 111 Selling Point oder wir leider halt etwas seltener.
- 31:27Eugen: Wir haben mit den Historikerinnen oder mit Sozial Historikerinnen geredet.
- 31:32Eugen: Das wird für mich dann interessanter machen.
- 31:34Eugen: Ähm, aber ich meine, die Grundfrage ist ist interessiert man sich für Geschichte,
- 31:40Eugen: damit man eine fremde Welt versteht, die früher war, die jetzt nicht mehr die unsere ist?
- 31:44Eugen: Oder wollen wir eigentlich nur uns selbst wiedererkennen?
- 31:46Eugen: Und gerade bei den Diskussionen, mit denen wir angefangen haben wie Was ist Japan oder Was ist Böhmen geht es ja sehr
- 31:53Eugen: stark darum, Identität zu legitimieren, indem man sagt, dass es immer schon so gewesen.
- 31:58Eugen: Das war schon immer. Also Frauen haben schon immer keine Rolle gespielt in Krieg und Diplomatie und alles waren in sich
- 32:07Eugen: geschlossene Völker, saubere Regionen.
- 32:12Eugen: Da möchte man etwas bestätigen, an das man jetzt glaubt und dass das wird dann halt sehr,
- 32:18Eugen: sehr, sehr, sehr schnell gefährlich.
- 32:21Arno: Arno: Ja, ich könnte noch sagen, warum ich das studiert habe.
- 32:25Eugen: Eugen: Ja, ich muss nur kurz bevor du bist, bevor.
- 32:29Arno: Arno: Du.
- 32:29Eugen: Eugen: Bist.
- 32:29Arno: Arno: Augenblick. Nein. Doch.
- 32:32Eugen: Eugen: Ich habe. Ich habe es nämlich nicht beantwortet. Ich kann es aber auch nicht so gut beantworten. Aber jetzt. Entschuldigung.
- 32:37Eugen: Jetzt habe ich dich unnötig unterbrochen.
- 32:39Arno: Arno: Sag du was. Nein, jetzt möchte ich nicht mehr.
- 32:44Arno: Du wolltest noch was sagen?
- 32:46Eugen: Eugen: Nein. Ich wollte nur sagen, dass ich sie eigentlich nicht richtig beantwortet habe, weil das eine Frage ist,
- 32:49Eugen: die finde ich weiter offen ist. Also, man kann ein bisschen eruieren,
- 32:52Eugen: was so die kleineren Motive sind, aber ich glaube, dass es gibt halt wirklich strukturelle Gründe dahinter,
- 32:57Eugen: die uns dazu verlocken, uns mehr mit Geschichte zu beschäftigen und die,
- 33:01Eugen: wo es wirklich sehr zentral um Identität geht, aber auch um Sinnstiftung.
- 33:06Eugen: Also wir versuchen uns die Welt zu erklären mit Geschichte. Das ist etwas,
- 33:09Eugen: was, glaube ich, tief in unser aller Kulturen drinnen ist, und zwar wirklich in allen menschlichen Kulturen.
- 33:14Eugen: Es ist ein Rückgriff auf Geschichte, um die Welt zu verstehen und sich selbst drinnen zu positionieren.
- 33:19Eugen: Das klingt jetzt noch sehr abstrakt, aber ich glaube, das ist das Hauptmotiv. So, sorry, jetzt du.
- 33:24Arno: Arno: Das schließt nämlich auch direkt daran an Ich habe, glaube ich.
- 33:27Arno: Also ich kann das natürlich nur retrospektiv so wirklich, vielleicht auch ein bisschen verklärend deuten,
- 33:36Arno: aber ich glaube, ich habe europäische Kulturgeschichte.
- 33:39Arno: Aber ich habe auch vorher Sozialwissenschaften, Soziologie und Politikwissenschaften studiert und
- 33:48Arno: unter anderem auch Kunstgeschichte.
- 33:50Arno: Und so weiter und so fort. Und all diese Sachen habe ich eigentlich angefangen,
- 33:54Arno: um zu herauszufinden, warum wir wissen, warum wir sind, was wir sind und warum wir wissen,
- 34:00Arno: was wir wissen. Und das ist eigentlich genau das, was du auch gesagt hast.
- 34:05Arno: Es geht eben sehr stark um diese Identitätsfragen.
- 34:08Arno: Aber es geht eben auch um diese Mechanismen, die dazu führen, dass diese Identitäten überhaupt greifen können.
- 34:16Arno: Und deswegen glaube ich auch, dass da ganz viel dran steckt, dass es muss nicht mal um Geschichte gehen.
- 34:22Arno: Mich ich sag was ganz Böses, weil ich bin eben Kulturhistoriker.
- 34:26Arno: Aber mich interessiert Geschichte eigentlich eben gar nicht, sondern mich interessiert das,
- 34:34Arno: was wir mit Geschichte machen. Und deswegen weiß ich eigentlich zum Beispiel auch gar nicht,
- 34:40Arno: was in Böhmen im Mittelalter los war.
- 34:43Arno: Mich. Ich weiß aber, was eben heute mit diesen Narrativen, mit diesen Wissens Versatzstücken
- 34:53Arno: gemacht wird. Oder ich will es zumindest wissen.
- 34:55Arno: Und das ist für mich eigentlich das Spannende, was mich auch in dieses Feld getrieben hat.
- 35:00Eugen: Eugen: Was du da ansprichst, ist ja etwas ein.
- 35:02Eugen: Ein Geheimnis unserer Forschung, dass wir selten nach außen dringen lassen.
- 35:07Eugen: Aber das große Problem von Geschichte als Forschungszweig ist Geschichte.
- 35:11Eugen: Ist ja alles, Das ist wirklich alles.
- 35:13Eugen: Also alles, was bis jetzt passiert ist, ist Geschichte.
- 35:15Eugen: Damit ist sind die gesamten Naturwissenschaften drinnen, die Medizin,
- 35:19Eugen: alles Rechtsgeschichte gibt es. Wir packen einfach immer das Wort Geschichte dahinter und dann gehört es schon uns.
- 35:24Eugen: Technologiegeschichte, Kulturgeschichte, Philosophiegeschichte.
- 35:27Eugen: Und dafür wollen wir aber auch irgendwie alles. Und zugleich wissen wir Wir können nie alles haben oder alles verstehen.
- 35:33Eugen: Und das ist ja auch dann das, was wir an Kingdom Come Deliverance gekränkt hat oder krankte.
- 35:41Eugen: Es zeigt halt einzelne Aspekte. Es ist halt mehr eine, ich weiß nicht, eine Architekturgeschichte oder eine
- 35:46Eugen: Weltgeschichte vielleicht aus dieser Zeit, aber halt sicher keine Mentalitätsgeschichte.
- 35:51Arno: Arno: Ja, wir wissen, dass wir nichts wissen.
- 35:54Eugen: Eugen: Ja, das lernt man. Oh Gott. Das war so frustrierend. Erste Einführungsvorlesung. Ich kam hin und dachte.
- 35:58Eugen: Jetzt erfahre ich alles. Die. Das Wissen der Welt wird sich mir auftun.
- 36:03Eugen: Und das Erste, Was kam es. Wir wissen eigentlich gar nichts. Wir müssen alles in Zweifel stellen. Das ist. Das ist eine
- 36:08Eugen: furchtbar frustrierende Erfahrung, denke ich mir. Auch Für alle, die sich für so Geschichte Spiele
- 36:11Eugen: interessieren, ist es dann frustriert, wenn man sagt Ja, wir haben eigentlich im Grunde keine Ahnung, was da passiert ist,
- 36:16Eugen: aber wir haben, wir können, wir haben Hypothesen, die sind lustig.
- 36:20Arno: Arno: Aber deshalb fand ich zum Beispiel unser Horror Game Politics Projekt auch so schön,
- 36:24Arno: weil es so unglaublich thematisch divers war.
- 36:28Arno: Weil man eben sehr, sehr unterschiedliche Perspektiven erforschen musste,
- 36:35Arno: erstmal und auch mal herausfinden musste Ja, worum geht es da überhaupt?
- 36:40Arno: Wo kommt das her? Wo bei diesen Dingen, die da erzählt werden usw.
- 36:45Arno: Also du hast vorhin die Tension erwähnt und ich glaube, das ist auch ein ganz ganz großes Privileg,
- 36:54Arno: dass wir einfach in unserem Job auch haben.
- 36:56Eugen: Eugen: Stimmt das? Ja, und das ist eben auch dieses Wenn man erstmal sich eingesteht,
- 37:01Eugen: dass man nicht alles wissen kann, hat man ja trotzdem nicht auf alles wissen zu wollen und sich weiter zu interessieren.
- 37:07Eugen: Und das ist die die große Freude in diesem Feld.
- 37:11Eugen: Ach, das.
- 37:11Arno: Arno: Habe ich ja schon lange aufgegeben.
- 37:12Eugen: Eugen: Ja, ja, natürlich. Wir werden nie alle schaffen.
- 37:15Eugen: Aber das Nette ist, wir. Wir müssen nicht aufhören zu versuchen, alles begreifen zu wollen.
- 37:20Eugen: Es wird sich halt nicht ausgehen, aber.
- 37:22Eugen: Aber der Versuch ist das. Was, Was die Lust an der Forschung am Leben hält.
- 37:28Musik: Musik: Doch erst einmal für alle. Mit scharfem Verstand.
- 37:34Musik: Für endlich wieder die Wahrheit gepackt.
- 37:42Musik: Das ist der Tag am Set. Das Drehbuch schreibt ein Drama.
- 37:46Musik: In aller Konsequenz kalt. Die Dunkelheit weicht.
- 37:51Musik: Der Walzer erklingt. Ein Lied, das nur die Derwische singt.
- 38:01Eugen: Eugen: So, ich mache jetzt einen harten Schnitt und sage Wir gehen über zu unseren Softworks.
- 38:06Eugen: Zumal bei mir da ein Spiel drinnen ist, das durchaus Beziehung zum Ersten Thema hat.
- 38:10Eugen: Aber fangen wir mit dir an? Ach, noch was.
- 38:12Eugen: Was hast du gespielt im letzten Monat Oder angesehen oder gelesen?
- 38:17Arno: Arno: Soll man erst über. Wie soll man es machen?
- 38:19Arno: Soll man erst über Spiele sprechen und dann über die anderen Sachen? Oder Ich würde.
- 38:22Eugen: Eugen: Fast.
- 38:23Arno: Arno: Sagen.
- 38:23Eugen: Eugen: Such dir aus, worüber du am meisten Lust hast.
- 38:26Eugen: Gerade wenn es auch. Das werden wir nicht vollständig machen können.
- 38:29Arno: Arno: Ja, also ganz kurz empfehlen möchte ich Die vierte Staffel hat jetzt angefangen von Mike Christ,
- 38:36Arno: die diese Sitcom, die sich um ein Developer Studio dreht.
- 38:41Arno: Ich möchte nur darauf hinweisen, weil es einfach eine schöne Serie.
- 38:47Arno: Was auch angefangen hat und hochspannend ist.
- 38:50Arno: Wo ich aber wegen der vielen möglichen Spoiler gar nichts sagen möchte,
- 38:54Arno: ist auf bei Disney plus Paradise ist eine Serie, wo die Prämisse ist,
- 39:01Arno: dass kann ich sagen. In der ersten Folge wird der Präsident ermordet und der Bodyguard kommt rein und findet seine Leiche.
- 39:08Arno: Das ist der Ausgangspunkt. Mehr erzähle ich nicht, aber es ist eine.
- 39:12Arno: Unglaublich.
- 39:14Eugen: Eugen: Hallo? Wo kommen wir hin.
- 39:15Arno: Arno: Wenn wir nicht.
- 39:15Eugen: Eugen: Spoilern?
- 39:16Arno: Arno: Und in dem Fall. Also, die Serie.
- 39:19Eugen: Eugen: Sagt jetzt nichts darüber, weil das ist echt spannend. Es gibt.
- 39:22Eugen: Es gibt eben erst drei Folgen und deswegen kann ich noch nicht genau sagen,
- 39:26Eugen: wo es hinführt. Und ich möchte auch wirklich nichts verraten.
- 39:29Eugen: Was ich hoch spannend fand war Ich habe endlich Lake Mungo geguckt Ist ein.
- 39:34Eugen: Endlich ist ein australischer, ich würde sagen Gruselfilm.
- 39:40Eugen: Also Horror ist es nicht. Den wollte ich schon immer während der Gebetszeiten schauen.
- 39:46Eugen: Und das ist so eine Art. Pseudodokumentationen Also Mockumentary ist in dem Fall das falsche Wort.
- 39:54Eugen: Es ist eine Dokumentation, die sich um das Verschwinden eines Mädchens und die möglichen Geistererscheinungen,
- 40:04Eugen: die darauf folgen. Das sich damit befasst.
- 40:09Eugen: Und was hier eben so spannend ist, das ist, dass hier auf sehr, sehr vielen Ebenen,
- 40:15Eugen: ja Videoästhetiken aufeinanderprallen.
- 40:18Eugen: Aber auch eben diese, ich sag wieder Genreauthentizität, was Dokumentationen angeht,
- 40:26Eugen: hergestellt wird. Es hat einen sehr geerdeten Eindruck und schafft es trotzdem,
- 40:33Eugen: so eine Atmosphäre herzustellen. Da ist auch wieder dieser Begriff und es ist einfach extrem spannend,
- 40:42Eugen: wie die das 2008 gemacht haben. Also kann man sehr jedem ans Herz legen.
- 40:48Arno: Arno: Hast du irgendwelche politischen Mythen drinnen entdeckt?
- 40:54Eugen: Eugen: Das weniger. Das habe ich bei dem zweiten Film, den ich noch kurz erwähnen möchte.
- 40:57Eugen: Tschuldigung, wenn ich jetzt einfach die Chance nutze.
- 41:02Eugen: Ich habe jetzt vor zwei Tagen human, also human geschaut.
- 41:06Eugen: Das ist ein relativ neuer Horrorfilm von 2024 und da ist die Prämisse,
- 41:13Eugen: soweit ich das verstanden habe Klimawandel, Klimakatastrophe.
- 41:17Eugen: Es gibt kein Essen mehr, zu viel zu viele Menschen auf der Erde.
- 41:20Eugen: Wir müssen Menschen loswerden und die und die Regierung verpflichten sich bis zu einem bestimmten Datum.
- 41:27Eugen: Russland ist natürlich viel früher damit fertig, ja ihre Bevölkerungen zu dezimieren.
- 41:35Eugen: Wie sie das tun, ist ihnen freigestellt.
- 41:37Eugen: Bei Russland wird nicht gesagt, wie sie es gemacht haben. Aber wir sind in den USA und hier hat man die Möglichkeit,
- 41:44Eugen: also, sich freiwillig sozusagen gegen ein Entgelt ja umbringen zu lassen.
- 41:51Eugen: Also auf eine humane Art und Weise human.
- 41:54Eugen: Man bekommt dann so eine, so eine Einschläferung quasi gestellt und das ist wirklich spannend,
- 42:02Eugen: weil einerseits hat man natürlich diese wie geht man mit Klimakrise um?
- 42:07Eugen: Sache auf der anderen Seite aber wird sehr, sehr stark gemacht in dieser in diesem Film.
- 42:12Eugen: Okay, das machen jetzt wirklich nur die Ärmsten der Armen, weil die dann das ganze Geld bekommen und so versuchen ihre Familien
- 42:20Eugen: durch diese schrecklichen Zeiten zu bringen.
- 42:22Eugen: Und die Reichen können dann in ihren Villen sitzen, die haben das gar nicht notwendig und das wird wirklich ja auf eine sehr
- 42:32Eugen: bedrückende Art und Weise umgestellt.
- 42:33Eugen: Und dann hat man auch natürlich in diesem Film so eine Familiensituation.
- 42:37Eugen: Es ist nämlich so, dass dann eben einer ein sehr reicher Versucht das umzusetzen.
- 42:43Eugen: Aber seine Frau, die eigentlich mit ihm sich umbringen lassen wollte und sie haben sich beide dafür angemeldet,
- 42:49Eugen: die hatte keine Lust mehr. Er ist dann abgehauen und so kam es, dass dann der Vater zwar auch keine Lust mehr
- 42:56Eugen: hatte, aber es dann trotzdem gemacht hat.
- 42:58Eugen: Und es hat aber noch jemand gefehlt.
- 43:01Eugen: Und dann mussten die Kinder, die eigentlich nur Gast sein wollten,
- 43:06Eugen: bei dieser Veranstaltung entscheiden Ja, wer geht denn mit?
- 43:08Eugen: Und hier kommt dann noch sowas mit rein, nämlich dass diese ganzen Sachen privatisiert werden,
- 43:14Eugen: so wie das Gefängnissituation Gefängnissystem in den USA und die müssen natürlich Quoten erfüllen usw und so fort.
- 43:21Eugen: Also es sind wirklich viele politische Ebenen, die da mit reinspielen und es war einfach ein sehr unterhaltsamer Film.
- 43:28Arno: Arno: Unterhaltsam. Also ich, ich, ich ich habe eine kleine Depression gekriegt,
- 43:31Arno: während ich dir zugehört habe. Also er klingt toll, der Film, aber das ist mir ach Gott,
- 43:37Arno: so nah dran. Und ich denke dann auch natürlich sehr inspiriert von unserer Gesellschaft und Welt,
- 43:43Arno: in der wir gerade leben. Das kann schon ein bisschen deprimierend sein.
- 43:47Arno: Gerade auch das Stichwort Privatpersonen, die in der Politik mitmischen.
- 43:51Arno: Aber ja, ich glaube, den müsste ich mir auf jeden Fall anschauen.
- 43:57Arno: Und sonst auch noch. Möchtest du noch weitermachen oder soll ich?
- 44:00Arno: Ich.
- 44:01Eugen: Eugen: Ich. Ein Letztes.
- 44:03Arno: Arno: Eines noch.
- 44:04Eugen: Eugen: Ich zu meiner Schande. Ich spiele ein Handygame gerade und bin auch ziemlich gefesselt.
- 44:09Eugen: Obwohl es wirklich furchtbar ist, weil es mich mit seinen ganzen Verbesserungsmechanismen,
- 44:15Eugen: Selbstverbesserungsmechanismen wirklich gepatcht hat, nämlich Hero zwei ganz klassisches Spiel Du hast einen Typen,
- 44:24Eugen: der dauernd mit Pfeilen um sich schießt. Man muss Monster in verschiedenen Arenen erlegen,
- 44:30Eugen: innerhalb einer bestimmten Zeit oder über so und so viele Level usw und du kannst deine Rüstung verbessern.
- 44:37Eugen: Du kannst keine Ahnung über verschiedene Mechanismen.
- 44:39Eugen: Dann. Ja, Punkte sammeln, mit denen du das dann verbessern kannst.
- 44:45Eugen: Und man kann natürlich die auch käuflich erwerben, was ich natürlich nicht getan habe und das ist eben schon spannend und war für
- 44:54Eugen: mich auch wieder so ein bisschen Anlass, darüber nachzudenken, dass wir unbedingt dieses Casualgames Ding
- 45:00Eugen: angehen sollten. Was mir nämlich bei der Sache aufgefallen ist, ist,
- 45:04Eugen: dass unglaublich viele von diesen Spielen eben auch im Prinzip Mittelalter Settings nehmen oder monarchische Kulturen
- 45:14Eugen: aufgreifen. Dann geht es um den König, der da irgendwie gerettet werden muss.
- 45:18Eugen: Oder eben hier so eine Fantasy Mittelalterfigur, die dann durch diese Dungeons sich bewegt usw Und
- 45:28Eugen: das ist schon auffällig, dass eigentlich diese ganzen Spielen Spiele sehr sehr selten abstrakt sind,
- 45:36Eugen: sondern eben überwiegend versuchen, historische oder popkulturelle Settings aufzugreifen und die irgendwie zu exploiten,
- 45:45Eugen: um auf möglichst wenig Platz, nämlich dem kleinen Bildschirm, möglichst viele Incentives aufzubauen,
- 45:54Eugen: dieses Spiel doch bloß weiter zu spielen.
- 45:58Arno: Arno: Sie sind so strunzdumm. Also nicht die Spiele.
- 46:00Eugen: Eugen: Ja.
- 46:00Arno: Arno: Aber dieses historische Setting, das ist ja wirklich.
- 46:04Eugen: Eugen: Und es ist ja nur.
- 46:06Arno: Arno: Recht, das ist das Dümmste. Also es ist wirklich.
- 46:09Arno: Es ist auch immer dieses Wenn man sich keine Gedanken macht, dann greift man zurück entweder auf ein plattes Science Fiction
- 46:14Arno: Setting oder ein plattes Fantasy Historien Setting.
- 46:18Arno: Und dann kommt irgendein König vor und eine Prinzessin oder ich weiß nicht was.
- 46:22Arno: Und ein Krieger selten eine Kriegerin.
- 46:24Arno: Dabei könnte man genauso gut auch machen, dass halt irgendwas nicht eine Community,
- 46:28Arno: ein Dorf, eine Gemeinschaft irgendwo bedroht wird und man das für die Macht oder so.
- 46:32Eugen: Eugen: Aber das wäre ja schon zu viel Narrativ.
- 46:35Eugen: Das eben auch auffällig, dass eigentlich diese ganze Spiele ja gar keine Erzählung haben.
- 46:42Arno: Arno: Aber warum brauchen sie dann trotzdem immer diese, diese Wurmfortsatz von einem historischen Narrativ?
- 46:47Arno: Also ich fühle mich immer dann sehr, sehr abgestoßen davon.
- 46:52Arno: Dann würde ich.
- 46:53Eugen: Eugen: Finde da sollten.
- 46:54Arno: Arno: Wir das Abstract machen würde. Ja, ich finde auch, es ist interessant.
- 47:00Arno: Gut, ich schließe noch kurz an und dann können wir wieder abschließen mit zwei Sachen.
- 47:04Arno: Ähm, also ich was überlege ich? Zuerst einmal kurz eine Serie, die ich gerade mit mit meiner Frau anschaue Call my Agent im
- 47:13Arno: Original Duisburg. So eine französische Serie, die mir große, große Freude bereitet.
- 47:19Arno: Ich habe vor vier Jahren oder so fertig worden sind vier Staffeln.
- 47:22Arno: Es geht um Künstleragentinnen, eine Agentur in Paris und jede Folge hat eine tatsächlich auch einen echten,
- 47:32Arno: berühmten Schauspielern, der echte berühmte Schauspieler und eine französische als zum Zentrum.
- 47:36Arno: Und erzählt dann aber eine fiktionale Geschichte um dich herum. Das ist sehr schön,
- 47:41Arno: sehr liebevoll auch gemacht und ich erwähne es jetzt nur hier, weil ich gerade das spannend finde die Unterschiede zu
- 47:47Arno: amerikanischen Produktionen und das fände ich mal interessant, dem nachzugehen, was das jetzt wirklich ist, abgesehen von
- 47:52Arno: einer Atmosphäre. Ich kann gerade damit viel mehr anfangen als mit amerikanischen Serien.
- 47:56Arno: Ich tue mir mit amerikanischen Serien gerade sehr, sehr schwer, weil was ich ganz mochte,
- 48:01Arno: war eigentlich Only murders in the building. Die erste Staffel und dann ging es bergab und die vierte hat mich wirklich.
- 48:08Arno: Fand ich ganz, ganz furchtbar. Und dann habe ich aber stattdessen Karl May geschaut und das macht es so Es ist.
- 48:15Eugen: Eugen: Darf ich kurz fragen Gibt es das auch synchronisiert?
- 48:18Arno: Arno: Also es ist auf Deutsch mit Karl May.
- 48:21Arno: Es ist natürlich besonders lustig, wenn du es auf Französisch schaust und die alle hast. Und es kommt halt die Isabelle
- 48:25Arno: Huppert. Eine Folge Charlotte Gainsbourg.
- 48:28Arno: Und es sind auch wirklich Schauspielerinnen, die man außerhalb Frankreichs kennt.
- 48:32Arno: In 33 % der Fälle. Und gibt auch gute Einblicke.
- 48:37Arno: Also es ist eine interessante Mischung, weil es ist ein kritischer Einblick.
- 48:41Arno: Es ist auch von einer Frau entwickelt worden und produziert worden und deswegen hat man die ganze Zeit auch sehr oft feministische
- 48:49Arno: Themen, aber nie irgendwie platt oder direkt und auch oft selbstkritisch.
- 48:55Arno: Die immer wieder reinkommen, also was es bedeutet als Frau.
- 48:59Arno: Also eine Folge geht zum Beispiel um ein berühmtes Paar von einer Schauspielerin und Schauspieler,
- 49:03Arno: die dann Promo damit gemacht haben, dass sie beide genau das Gleiche verdienen.
- 49:07Arno: Und dann stellt sich aber später raus, dass der tatsächlich einen Vertrag zum gleichen Gehalt hatten,
- 49:12Arno: aber der Mann noch einen Zusatzvertrag hatte.
- 49:14Arno: Also solche Themen kommen da vor und dann ist es aber schon auch sehr,
- 49:17Arno: sehr komödiantisch das Ganze und hat auch so einen leichten Ton und macht einfach mir große Freude.
- 49:23Arno: Und das ist halt ja, es war interessant zu sehen, was was der Unterschied ist.
- 49:27Arno: Also es gibt zum einen darf mehr gesagt werden, was Erotik und Sex angeht.
- 49:33Eugen: Eugen: Also da ist ein sehr viel entspannter Zugang dazu und überhaupt zum Alltag.
- 49:38Eugen: Und ich habe mir auch gedacht, die Schauspielerin, die man da sieht, sind weit davon entfernt, so perfektionierte
- 49:43Eugen: Plastikpersonen zu sein, wie das in einer amerikanischen Serie wäre.
- 49:46Eugen: Also ich meine, es wird auch bei älteren Schauspielerinnen manchmal der Weichzeichner eingesetzt, manchmal sogar sehr, sehr massiv.
- 49:52Eugen: Aber trotzdem ist es irgendwie sehr viel näher an an unserer, an unseren Alltag.
- 49:59Eugen: Was ja absurd ist, weil es geht auch hier um Stars, die halt bei den Festspielen sind und Millionen verdienen.
- 50:05Eugen: Aber ähm, ja, also das kann ich sehr empfehlen.
- 50:10Eugen: Und dann habe ich Indiana Jones fertig gespielt.
- 50:12Eugen: Ich habe es wirklich, ich glaube innerhalb von einem Monat jetzt fertig gespielt und war bis zum Ende
- 50:17Eugen: eigentlich durchgehend sehr, sehr gut unterhalten und habe mich sehr gefreut,
- 50:21Eugen: dass ich gespielt habe. Also es ist nicht perfekt.
- 50:25Eugen: Die Grundgeschichte ist. Ziemlich dumm.
- 50:29Eugen: Allerdings passt das auch zu den meisten Indiana Jones Filmen.
- 50:33Eugen: Es ist schon auch Fanservice, vor allem für die ersten drei Filme,
- 50:36Eugen: weil es und das erstaunlich nah an diese Atmosphäre herankommt und auch die Dialoge.
- 50:41Eugen: Also es gibt. Was ich faszinierend finde, immer wieder Cutscenes, wo es da zu Kämpfen zwischen Antagonisten
- 50:46Eugen: Protagonisten kommt. Und die sind genauso slapstickhaft wie in den Filmen.
- 50:50Eugen: Was ich jetzt, weil sonst mir die Spiele teilweise dann einen Weg eingeschlagen,
- 50:54Eugen: der sehr viel mehr in Ernsthaftigkeit ging, was ihnen nicht unbedingt gut getan hat.
- 50:58Eugen: Und das wird da wieder rausgenommen und ich fand es auch nett, das. Konsequent habe ich das ganze Spiel durchgespielt,
- 51:03Eugen: ohne einmal eine Schusswaffe zu verwenden.
- 51:06Eugen: Das fand ich wirklich sehr, sehr nett von dem Spiel, dass mir das erlaubt hat. Also ich habe mich
- 51:09Eugen: durchgeprügelt. Ich weiß, ich habe es nicht. Ich habe mich immer wieder bemüht, es als,
- 51:13Eugen: ähm mit Stealthmechanik zu machen und da wurde ich immer ertappt Und dann habe ich es aber geschafft,
- 51:19Eugen: halt auch durch einen niedrigeren Schwierigkeitsgrad einfach alle zu verprügeln.
- 51:24Eugen: Alle italienischen Faschisten, alle Wehrmachtssoldaten und das hat sich sehr viel richtiger angefühlt in ein Indiana Jones
- 51:31Eugen: Setting, als wenn ich da jetzt einfach ein Blutbad hinterlassen hätte, wo ich jetzt 400 Wehrmachtssoldaten alleine
- 51:36Eugen: umgebracht hätte. Ich meine, ich muss zugeben, ich habe auch Hammer dann Mehrzahl von Hammer Hämmer Hämmer eingesetzt.
- 51:44Eugen: Es könnte sein, dass in der realen Welt einige von diesen Verletzungen durchaus auch fatal ausgegangen wären.
- 51:49Eugen: Ich habe mich bemüht, dass sie einfach nur bewusstlos zu schlagen, mit Flaschen und Gitarren.
- 51:53Arno: Arno: Aber Hämorrhoiden ist der Plural.
- 51:58Arno: Fanservice ist ein gutes Stichwort ist das.
- 52:01Arno: Ich weiß nicht, ob du es weißt. Ist es dann auch so, dass da versucht wurde,
- 52:05Arno: dass so Kontinuitäten herzustellen im Sinne von, dass auch Schauspielerinnen aus den Filmen irgendwie Rollen gesprochen
- 52:14Arno: haben?
- 52:15Eugen: Eugen: Puh, weißt du was? Ich wollte die ganze Zeit nachschauen, ob der Harrison Ford das gesprochen hat. Ich glaube nicht. Aber die
- 52:21Eugen: Stimme ist sehr nah dran. Sie haben dann keine, Also ist die der Marcus Brody kommt vor am Anfang.
- 52:29Eugen: Das ist schon sehr, sehr beglückend.
- 52:32Eugen: Und dann werden alle möglichen erwähnt.
- 52:34Eugen: Also die. Jetzt habe ich den Namen vergessen.
- 52:37Eugen: Wie heißt die? Die Partnerin aus dem ersten Teil.
- 52:41Eugen: Also da wird auch sehr genau darauf eingegangen, dass die Liebesbeziehung zu der gerade in die Brüche gegangen ist und wird
- 52:48Eugen: auch dadurch ein bisschen der letzte Film aufgenommen. Und das haben Sie eigentlich ganz hübsch immer wieder eingewoben. Es hat
- 52:52Eugen: ja nicht ganz gut funktioniert, weil man hat eigentlich eine sehr interessante Partnerin, eine italienische
- 52:57Eugen: Journalistin. Aber dadurch, dass man halt diese Background Story so ernst nimmt,
- 53:02Eugen: darf da nicht viel passieren. Also ganz am Ende, am Flugplatz küsst man sie.
- 53:05Eugen: Aber das ist ein extrem unbefriedigendes Ende für eine so enge Beziehung über mehrere Monate,
- 53:10Eugen: die dann einfach wegen der Continuity nicht weitergehen darf, weil wir alle schon wissen,
- 53:15Eugen: wie es weitergeht nachher. Das ist tatsächlich dann ein Problem gewesen.
- 53:18Eugen: Aber sonst? Aber falls du dich fragst, der Vater kommt nicht vor.
- 53:24Eugen: Was natürlich schade ist. Der Salat?
- 53:26Arno: Arno: Ja, mir. Mir ging es auch tatsächlich mehr um die Sprecherinnen.
- 53:30Eugen: Eugen: Weißt du was? Ich. Ich weiß es einfach nicht.
- 53:33Eugen: Ich könnte jetzt nebenbei googeln, aber dann müsstest du jetzt für zwei, drei Minuten reden.
- 53:36Arno: Arno: Aber ich hätte es nur interessant gefunden.
- 53:39Arno: Weil es nämlich genau das wieder aufgreift.
- 53:41Arno: Wofür? Worüber wir im ersten Teil gesprochen haben.
- 53:47Arno: Wie sehr versucht so ein Spiel? Ja.
- 53:53Arno: Authentizität in dem Fall zu diesen popkulturellen Artefakten der Indiana Jones Reihe herzustellen.
- 54:01Eugen: Eugen: Ich habe jetzt nachgeschaut, es ist nicht Harrison Ford und das macht auch sehr viel Sinn, weil Harrison Ford jetzt auch
- 54:06Eugen: 82 ist.
- 54:07Arno: Arno: Aber er hat auch eine sehr tiefe Stimme mittlerweile.
- 54:10Eugen: Eugen: Ja, die Stimme verändert sich ja, und das hätte dann einfach nicht gepasst, weil er im Spiel wieder recht jung ist. Ist
- 54:15Eugen: ein Troy Baker. Aber sie haben eine Stimme genommen, die sehr nah dran ist. Also das bricht. Dann finde ich das nie.
- 54:20Eugen: Ich bin froh, dass Sie nicht irgendwelche merkwürdigen Experimente mit künstlicher Intelligenz gemacht haben. Das Ja.
- 54:26Eugen: Das ist sonst immer ein bisschen kindisch.
- 54:31Eugen: Ja, aber ich meine, das Spiel kann ich empfehlen.
- 54:33Eugen: Ist Spaß. Gibt sehr viel her. Auch für Historikerinnen und auch Mythen könnten wir da sehr viel herauslesen.
- 54:39Eugen: Also man merkt auch sehr stark, Entwickler sind Machine Games, die sich ja schon in Wolfenstein sehr stark
- 54:45Eugen: mit dem NS Regime und Faschismus auseinandergesetzt haben.
- 54:50Eugen: Das ist. Ich fand es interessant, wie sie es umgesetzt, wie sie das dargestellt haben,
- 54:55Eugen: weil natürlich muss. Für Indiana Jones müssen die Nazis auch so ein bisschen die bösen Witzfiguren sein,
- 55:00Eugen: aber dann hatten sie doch auch den Platz halt über kleine Briefe, die man findet usw das ganze menschlicher zu machen.
- 55:06Eugen: Es ist also auch so, die einzelnen kleinen italienischen Faschisten oder auch Wehrmachtssoldaten werden als Menschen
- 55:14Eugen: gezeigt. Wobei dann doch auch irgendwann wieder die Karikaturhafte,
- 55:19Eugen: muskulöse OberBösewichtfigur dann auch, der dazukommt.
- 55:24Eugen: Und das ist der eine Aspekt, der da drin ist und der andere, der sehr interessant ist,
- 55:28Eugen: weil das natürlich Thema ist. Frage von Kulturgütern und wem sie gehören.
- 55:34Eugen: Weil ja Indiana Jones, berühmt, wie man sagt, in einem Museum.
- 55:37Eugen: Und was er meint, ist ein Museum in den USA und es gibt ein ganzes Kapitel in Siam.
- 55:41Eugen: Also ich nehme an, das wird Thailand, das heutige Thailand sein oder auch Kambodscha.
- 55:46Eugen: Also ich hätte mich, ich hätte mal noch ordentlich nachschauen müssen. Also gut,
- 55:50Eugen: ich meine, das gibt es nicht mehr. Das sind halt noch alte koloniale Grenzen gezogen wurden,
- 55:54Eugen: aber da ist eine Rebellentruppe, der ist auch sehr wichtig ist, die eigenen Kulturgüter zu erhalten und dass
- 56:00Eugen: sie eben nicht, weil die Ausgrabung wird von Italienern dort geleitet,
- 56:03Eugen: dass die dann nicht irgendwie nach Italien wandern.
- 56:07Arno: Arno: Ja, spannend. Ich hoffe, dass es irgendwann mal für die Playstation kommt.
- 56:11Eugen: Eugen: Ach so, das gibt es. Gibt es nicht für die Playstation.
- 56:12Arno: Arno: Okay, nein.
- 56:13Eugen: Eugen: Hat sich ausgezahlt, dass ich die Xbox habe.
- 56:15Eugen: Diesmal. Ja, Ja, ich kann es sehr empfehlen.
- 56:17Eugen: Es ist. Man hat großen Spaß und man kann.
- 56:20Eugen: Ich werde wahrscheinlich auch eine kurze Ludographie dazu schreiben und dann versuchen,
- 56:24Eugen: ein bisschen die Gedanken besser zu ordnen.
- 56:27Eugen: Ja.
- 56:41Eugen: Genau das wäre es eigentlich von meiner Seite. Ich finde, wir könnten weiter zu unserem nächsten Punkt gehen. Zur Anthrax
- 56:46Eugen: Erotik. Was sagst.
- 56:47Arno: Arno: Du? Ja, hört sich doch prickelnd an!
- 56:51Eugen: Eugen: Wir haben ja diesmal ein bisschen länger gehadert damit. Es ist ja auch schwer. Wir müssen jeden Monat neue Anträge uns einfallen
- 56:57Eugen: lassen, was auch jedes Mal passiert.
- 57:01Eugen: Aber wie machen wir es, dass wir es thematisch zum Rest des Besprochenen.
- 57:08Arno: Arno: Naja, also ich finde.
- 57:09Eugen: Eugen: Schon akkordieren können.
- 57:11Arno: Arno: Ja, also wir haben ja heute extrem viel viel über das Aloch gesprochen und ich
- 57:22Arno: finde, Authentizität ist immer ein Thema und wir haben auch darüber gesprochen.
- 57:27Arno: Eigentlich. Fehlt da so diese historische Sensibilisierung sowohl auf der Spielerinnen Seite,
- 57:36Arno: aber eben auch auf der Detailseite.
- 57:39Arno: Und zwar nicht dafür, dass etwas weiß ich nicht faktisch beweisbar sein muss,
- 57:44Arno: sondern dass diese Erzählungen, die man in den Spielen bringt, auch eine sehr starke diskursive Kraft
- 57:54Arno: besitzen, gerade was Identitätspolitik angeht.
- 57:58Arno: Und wir hatten uns vor überlegt, wir könnten mal überlegen, über Consulting Historisches Consulting zu
- 58:06Arno: sprechen.
- 58:07Eugen: Eugen: Sehr gut. Genau das machen wir. Also mit Ein Grund ist auch, dass wir überlegen eben an der an unserer Hochschule in Bern und auch in
- 58:16Eugen: dem Bereich ein bisschen auszuprobieren.
- 58:20Eugen: Also nicht in der reinen Erforschung und Theorie, sondern die sehr schwierige Aufgabe zu überlegen,
- 58:25Eugen: wie das, was wir theoretisch irgendwie erfassen können und analysieren können,
- 58:29Eugen: wie man das umsetzen kann in eine praktische Anwendung.
- 58:32Eugen: Es ist halt so leicht, als Historiker Historikerin zu sagen was ist gut,
- 58:35Eugen: was ist schlecht, was ist gut gelungen, was schlecht gelungen, Aber was wir eigentlich nie können, ist es
- 58:40Eugen: besser machen. Das ist halt so die Idee, die Rolle des Kritikers.
- 58:45Arno: Arno: Und die Frage ist ja, wie kriegt man Leute dazu, von sich aus einfach mal auf Historiker
- 58:51Arno: zuzugehen und dann eben nicht nur das Faktische wissen zu wollen, sondern eben auch so ein bisschen auch
- 58:59Arno: dahinter zu blicken?
- 59:00Eugen: Eugen: Ja, also ich meine erste Punkt ist die die Entwicklerinnen melden sich ja mittlerweile sehr häufig bei Historikerinnen,
- 59:06Eugen: also gerade beim Arbeitskreis Geisteswissenschaften und digitaler Spiele für Schaut auch alle Spiele kommen immer
- 59:14Eugen: wieder Anfragen an von Entwicklerinnen.
- 59:17Eugen: Natürlich. Zum einen braucht man einen Ort, wo man weiß, an wen kann man sich wenden. Ich habe auch persönlich immer wieder da
- 59:22Eugen: Anfragen, aber da geht es meistens schon auch sehr darum, wie, wie kann ich etwas herausfinden,
- 59:27Eugen: wie kann ich das recherchieren und sehr oft auch so Richtung Qualitätskontrolle?
- 59:31Eugen: Passt das so wie ich das gesagt habe oder wie wir das zeigen, damit man sich da die Sicherheit holt,
- 59:35Eugen: dass man nicht an irgendetwas völlig daneben macht.
- 59:37Eugen: Und das ist ja auch total opportun.
- 59:41Eugen: Aber ich glaube, wo wir beide hinwollen, wäre ja tatsächlich auch zu überlegen von basierend auf dem,
- 59:46Eugen: was wir am Anfang besprochen haben. Wie kann man auch neue Wege finden,
- 59:51Eugen: um Geschichte darzustellen oder auch ein bisschen interessantere Wege, wo es eben nicht darum geht, die
- 59:55Eugen: Manschettenknöpfe des 14. Infanterieregiments in der richtigen Farbe zu haben oder irgendwelche Waffentypen möglichst
- 1:00:04Eugen: realistisch darzustellen, sondern ebenso Fragen wie Erstens Was wollen wir aus der Geschichte zeigen?
- 1:00:09Eugen: Also warum wollen wir unbedingt diese Periode herzeigen?
- 1:00:12Eugen: Und wie kann man das am sinnvollsten auch mit nicht nur in der Erzählung,
- 1:00:17Eugen: sondern auch Spielmechanik umsetzen?
- 1:00:19Eugen: Das sind die Fragen, die ich sehr interessant finde.
- 1:00:21Eugen: Ich hatte mal einen und ich habe regelmäßig einen Lehrauftrag an der Universität für Weiterbildung in Krems zu Geschichte und
- 1:00:29Eugen: Spielen. Und die letzten Male habe ich dann am Ende immer.
- 1:00:33Eugen: Mit den Studentinnen waren nur kurze Blogveranstaltungen Prototypen entwickelt.
- 1:00:39Eugen: Also die Frage, was würden Sie gerne in der Geschichte darstellen und wie mit welcher Spielmechanik?
- 1:00:44Eugen: Und da war auch schon das Ziel, ein bisschen abseits von den klassischen Strategy und Action Adventures zu kommen.
- 1:00:50Eugen: Und zwei Sachen waren mir Ich überlege jetzt kriege ich das jetzt hin?
- 1:00:54Eugen: Was war besonders schön? Ja, also es waren die Sachen besonders interessant, die weit weg waren. Also mein
- 1:00:58Eugen: Liebling war noch immer ein Dating Simulator, der zurzeit.
- 1:01:05Eugen: Des Wiener Kongresses spielt. Also nach dem Napoleon endgültig besiegt wurde,
- 1:01:11Eugen: fast endgültig den Wiener Kongress und das aber in Form eines stetigen Simulators.
- 1:01:16Eugen: Und das andere war, glaube ich, basierend auf Overbooked, eine Art historischer Kochsimulator,
- 1:01:23Eugen: was ich auch spannend finde. Und das waren tatsächlich mal zwei Aspekte aus der Geschichte, die total unterrepräsentiert
- 1:01:28Eugen: sind.
- 1:01:29Arno: Arno: Ja, finde ich auch einen guten Ansatz.
- 1:01:33Arno: Es zeigt ja auch ein bisschen. Da schlage ich vielleicht auch ein bisschen den Bogen zurück zu unserem Service Center for Gamedesign
- 1:01:39Arno: Studies. Das ist vielleicht auch einfach ganz wörtlich Räume braucht,
- 1:01:45Arno: an denen man sich treffen kann und wo man auch.
- 1:01:50Arno: Entspannt solche Überlegungen anstellen kann.
- 1:01:55Eugen: Eugen: Es ist ja ich glaube, ganz wichtig ist, dass man einfach am Anfang des Projekts wirklich überlegt,
- 1:02:01Eugen: was möchte man jetzt herzeigen? Also es ist jetzt das Interesse da,
- 1:02:04Eugen: was Historisches zu machen. Das ist schon mal gut, Aber dann führt es halt sehr oft dazu, dass man einfach irgendetwas nimmt, was man
- 1:02:09Eugen: schon kennt und dann reproduziert man das. Und dann ist halt. Das ist auch der Grund, warum es gibt Statistiken zu welche
- 1:02:15Eugen: historischen Settings am häufigsten vorkommenden Spielen und das wird halt ganz,
- 1:02:19Eugen: ganz arg dominiert vom Zweiten Weltkrieg.
- 1:02:21Eugen: Ich glaube in einer Statistik vom Yannick Rocha ist es, sind es 35 %.
- 1:02:25Eugen: Ich bin mal MobyGames durchgegangen, da waren es fast 50 % aller Spiele sind dann in dem Setting.
- 1:02:30Eugen: Ähm, ich glaube das passiert halt, wenn man sich vorher nicht genau überlegt hat,
- 1:02:34Eugen: was man machen will. Also im Grunde sollte man noch ganz anders anfangen.
- 1:02:37Eugen: Was möchte man überhaupt sagen über die Welt?
- 1:02:39Eugen: Weil man möchte ja meistens was über die Welt sagen, in der wir jetzt leben. Welche Periode nimmt man da dafür,
- 1:02:44Eugen: um das als Metapher zu verwenden und wie setzt man das um?
- 1:02:48Eugen: Das sind die Schritte, die, glaube ich, bis jetzt zu wenig Aufmerksamkeit oder selten die dafür nötige
- 1:02:53Eugen: Aufmerksamkeit bekommen.
- 1:02:55Arno: Arno: Da ist vielleicht aber auch einfach das Problem, dass eben Ereignis und Kriegsgeschichte sich oder Militärgeschichte
- 1:03:04Arno: sich wegen wegen der Konflikthaftigkeit für solche einfachen Umsetzungen relativ gut eignet und man ja vielleicht
- 1:03:14Arno: schon mehr investieren muss, um über dieses reine Konfliktdenken hinaus ein gutes Spiel zu machen,
- 1:03:21Arno: oder?
- 1:03:22Eugen: Eugen: Ja, wobei ich ja und wobei. Du hast vollkommen recht und ich würde ergänzen.
- 1:03:28Eugen: Der Grund dafür ist aber nicht, dass ich Konflikte so viel leichter in Spiele umsetzen lassen. Der Grund ist, dass wir es
- 1:03:32Eugen: bis jetzt so gewohnt sind, das zu machen.
- 1:03:35Eugen: Natürlich ist es einfacher aus, als es ist.
- 1:03:38Eugen: Ja, ich glaube, es gibt auch einen Grund dafür, warum es mehr gewohnt sind, das umzusetzen. Weil das halt unsere Kulturen
- 1:03:43Eugen: sehr lange gefördert haben, dass halt Geschichte als Krieg gedacht wird.
- 1:03:46Eugen: Das habe ich auch Mitstudentinnen öfter besprochen.
- 1:03:50Eugen: Diese grundsätzliche Vorstellung, die ich auch hatte, bevor ich mit dem Studium angefangen habe. Geschichte, das sind
- 1:03:55Eugen: Friedensverträge, das sind Kriege, das sind diplomatische Auseinandersetzungen, das sind Nationalstaaten, Nationalstaaten,
- 1:04:03Eugen: Aber es ist schon so Kriege waren ganz arge Zäsuren.
- 1:04:06Eugen: Aber der Großteil der Zeit der Menschheitsgeschichte ist doch in Friedenszeiten.
- 1:04:12Eugen: Jetzt kriege ich den Satz auch wieder nicht. Aber waren Friedenszeiten,
- 1:04:15Eugen: also Zeiten, wo es keine Kriege gab, sondern wo eben einfach nur Korn angebaut wurde und Handwerker gehandwerkt haben und
- 1:04:22Eugen: Schriftsteller Schriftsteller haben und usw.
- 1:04:26Eugen: Und das ist aber etwas, was im populären Verständnis von Geschichte zu kurz kommt.
- 1:04:31Eugen: Auch die Alltagsgeschichte. Und da werden Spieler aber eine perfekte Möglichkeit,
- 1:04:36Eugen: das umzusetzen. Und wir haben ja heute schon einige Beispiele genannt. Also du vor allem von Spielen,
- 1:04:41Eugen: gerade wenn es darum geht, eher in Richtung Ich bin sehr vorsichtig mit dem Begriff Serious Game,
- 1:04:46Eugen: aber eher in Richtung Serious Game zu gehen.
- 1:04:48Eugen: Also wo man wirklich eine Aussage hat wie Through the Darkest of Times oder Attentat 1942 oder jetzt gibt es ja einige einige
- 1:04:55Eugen: Spiele da ich glaube wir Kinder vom Bullenhuser Damm, wenn ich das richtig gesagt habe Spuren auf Papier.
- 1:05:00Eugen: Es gibt sehr viele Spiele zum auch zu den Verbrechen des NS Regimes.
- 1:05:06Eugen: Von denen ist ja kein einziges ein Actionspiel mit gutem Grund und auch Strategie ist vielleicht abgesehen von Dark
- 1:05:14Eugen: Times spielt da auch nicht mehr so die große Rolle, sondern die gehen ja ganz andere Wege, das zu erzählen.
- 1:05:19Eugen: Und auch die Intention, dass ich am Anfang genannt habe, ist halt ein Horror Survival Game.
- 1:05:24Eugen: Aber als 2D Scroller, das geht da auch einen ganz anderen Weg, um eine Geschichte zu erzählen.
- 1:05:29Eugen: Und das zeigt, dass es die hatten jetzt kein Riesenbudget, die mussten einfach kurz nur sich überlegen, neue Wege zu gehen und die
- 1:05:35Eugen: funktionieren eigentlich fast alle sehr, sehr gut.
- 1:05:39Eugen: Das heißt man, ich glaube, das wäre der Weg, wo jetzt noch viel mehr sich machen ließe in Zukunft und den ich auch
- 1:05:46Eugen: spannend finde, weil das sind Spiele, die ich gerne spielen würde, wo man etwas Neues erlebt und irgendwie
- 1:05:50Eugen: herausgefordert wird. Weil ganz ehrlich, ich spiele jetzt eben um,
- 1:05:55Eugen: um die Geschichte des Zweiten Weltkriegs in Spielen noch besser zu erforschen.
- 1:06:00Eugen: Spiele ich jetzt die alten Call of Duties durch und ich mache das mittlerweile so nebenbei.
- 1:06:04Eugen: Also wirklich ich. Ich habe das fast im Körpergedächtnis durch diese Levels zu laufen.
- 1:06:09Eugen: Das ist wirklich fast immer das Gleiche.
- 1:06:12Arno: Arno: Ja, du gibst es dir aber auch ganz schön, Muss man dann aber auch sagen.
- 1:06:17Arno: Also kein Wunder, dass du an allen Seiten abstumpft.
- 1:06:23Eugen: Eugen: Ja, also Call of Duty ist. Sie sind nicht schlecht.
- 1:06:26Eugen: Das ist jetzt auch nichts böse oder Nichts. Großartig. Falsch. Ich freue mich dann irrsinnig, wenn sie wie in World war zwei Mal
- 1:06:31Eugen: neue Wege gehen und tatsächlich versuchen, Themen aufzunehmen, die auch wichtig sind,
- 1:06:35Eugen: aufgenommen zu werden. Aber es ist halt das passiert, wenn du einfach ein großes Puzzle hast und einfach die Geschichte noch einmal
- 1:06:44Eugen: erzählen willst. Es ist halt auch irgendwie ein bisschen witzlos und ich glaube, es wird auch nicht langfristig funktionieren.
- 1:06:49Eugen: Also irgendwann ist der Markt übersättigt.
- 1:06:51Eugen: Dann hast du oft genug die Straßenschlachten von Stalingrad nachgelebt.
- 1:06:55Eugen: Das ist Sie müssen auch neue Wege finden.
- 1:06:57Eugen: Und das ist ja auch ein bisschen der Weg, der immer gegangen wird. Indie Games dürfen was ausprobieren und wenn es picken bleibt,
- 1:07:02Eugen: wenn es funktioniert, dann wird es, kommt es in den Mainstream rein. Und ich glaube aber,
- 1:07:07Eugen: dass historische Settings hier eine Möglichkeit wären. Es ist ja auch die Frage der der.
- 1:07:12Eugen: Also auch wenn man sich überlegt, was für ein Spiel möchte man machen. Also man möchte ein Spiel machen und dann sich fragt
- 1:07:17Eugen: was möchte man machen? Dann gibt die Geschichte ja ein riesiges Reservoir an Ideen her.
- 1:07:21Eugen: Also da kann man dann schon mal schöpfen und kann sich inspirieren lassen davon.
- 1:07:25Eugen: Und da auch neue Sachen einfach umsetzen.
- 1:07:27Eugen: Und ich glaube, da findet man auch recht schnell interessante Aussagen,
- 1:07:31Eugen: die man hier transportieren will.
- 1:07:32Arno: Arno: Also was man ja auch nicht vergessen darf es muss ja kein historisches Setting sein,
- 1:07:37Arno: sondern es kann eine Erzählung oder eine Spielsituation kann von der Grundkonstellation,
- 1:07:45Arno: von einem historischen Setting ausgehen, aber das in einer anderen,
- 1:07:50Arno: anderen eine andere Umgebung übertragen.
- 1:07:53Arno: Also weiß ich nicht. Wenn du von Wiener Kongress sprichst, kann das genauso gut im Science Fiction Setting stattfinden oder
- 1:08:02Arno: sowas.
- 1:08:02Eugen: Eugen: Oder Vampire. Vampire passen perfekt nach Wien.
- 1:08:06Arno: Arno: Ja, und nach Washington?
- 1:08:09Eugen: Eugen: Ja. Ja, genau. Das ist. Das hatten wir ja auch schon im ersten Teil.
- 1:08:15Eugen: Ein bisschen. Es ist. Man sucht sich etwas, das man darstellen will.
- 1:08:18Eugen: Und dann, finde ich, hat man aber auch die Freiheiten. Und das Stichwort ist inspiriert von der Geschichte,
- 1:08:23Eugen: weil dann macht es auch Sinn, sich dann setzt man sich auseinander mit der Geschichte wirklich auseinander,
- 1:08:28Eugen: weil man auch überlegen muss, was will man wie davon darstellen und nicht an der Oberfläche.
- 1:08:32Eugen: Darum kratzt die sonst einfach wirklich nur halt, ich weiß nicht, Staffage.
- 1:08:38Eugen: Das ist dann halt so wie die so ein bisschen.
- 1:08:40Eugen: Bei Hollywood gibt es ja eine ähnliche Geschichte, gab es halt eine Phase, wo Hollywood zu groß wurde, zu sehr gleich
- 1:08:45Eugen: geblieben ist, riesige Studios gab's und die dann alle eingegangen sind,
- 1:08:49Eugen: so 60er, 70er Jahre. Und da gab es auch die großen Kostümfilme, dass die die Kostümfilme waren der Schwanengesang des alten Hollywood,
- 1:08:55Eugen: bevor es von den von den sogenannten jungen Wilden neu aufgebaut wurde.
- 1:08:59Eugen: Und das könnte auch bei digitalen Spielen irgendwann passieren.
- 1:09:04Arno: Arno: Ja.
- 1:09:05Eugen: Eugen: Mal ganz im Ernst Die Assassin's Creed, so lustig sie auch sein können, sind halt genau das. Das sind so riesige
- 1:09:09Eugen: Kostümschinken, monumentale, einfach noch größer.
- 1:09:12Eugen: Und tatsächlich, gerade im Inneren, in der Mechanik ändert sich nichts,
- 1:09:16Eugen: was es interessant machen würde, dass da muss man dann auf die kleineren Studios linsen.
- 1:09:22Arno: Arno: Ja, ich meine, viele Reihen wie Fallout oder Bioshock, die bauen ja gerade dazu darauf,
- 1:09:31Arno: dass sie bestimmte historische Situationen nehmen und die dann so extrapolieren und zuspitzen,
- 1:09:40Arno: dass es grotesk wird. Und trotzdem nimmt man ja nimmt man quasi die Historizität wahr,
- 1:09:47Arno: aber kann sie gleichzeitig eben dadurch, dass es auch bewusst nicht.
- 1:09:53Arno: Faktizität ist ja nicht mental so verarbeiten, dass man auch die in dem Fall politischen Messages da
- 1:10:03Arno: problemlos rauslesen kann.
- 1:10:05Eugen: Eugen: Das sind auch zwei spannende Beispiele, die du gebracht hast. Ja, genau. Also die arbeiten ja sehr stark mit
- 1:10:10Eugen: Geschichte und arbeiten sich daran ab, aber behaupten halt nie, dass es jetzt historisch authentisch.
- 1:10:15Eugen: Dadurch haben sie aber auch halt viel mehr Möglichkeiten, die man sich sonst nimmt.
- 1:10:19Eugen: Das ist ja ein Korsett, das man sich aufzwingt.
- 1:10:21Arno: Arno: Aber es ist eben auch eine Möglichkeit für die Spielerinnen, da jetzt von,
- 1:10:27Arno: wenn man von vornherein weiß, okay, das ist alternativ, historisch oder was auch immer,
- 1:10:32Arno: dann dann hat es nicht gleich auch diesen identitätspolitischen Auftrag auch an einen selbst.
- 1:10:38Eugen: Eugen: Und es ist das Potenzial da auch bei Wolfenstein am Anfang genannt hast.
- 1:10:43Eugen: Da nimmt man halt einen Aspekt aus der Geschichte dieses auch, dass die die tatsächliche Unterdrückung
- 1:10:49Eugen: Erdrückung von ganzen Gesellschaftsschichten und übersetzt sie in ein Narrativ und teilweise auch in Spielmechanik.
- 1:10:56Eugen: Wolfenstein ist noch sehr tripple A, aber trotzdem Sie haben sich bemüht und da gab es eine Szene in einem quasi
- 1:11:02Eugen: Konzentrationslager, die auch wirklich und das ist ein Beispiel, das ich mir mit einem Felix Zimmermann
- 1:11:06Eugen: angeschaut habe, weil es wirklich spannend war im ersten Wolfenstein,
- 1:11:09Eugen: wo man halt in einem First Person Shooter dann ein Level hat, wo man erstmal nicht schießen kann,
- 1:11:14Eugen: weil man keine Waffe hat. Und das ist ein Moment, der war sehr stark.
- 1:11:18Eugen: Ich meine ja, das Problem war, dass man im Level dann irgendwann ein Messer gekriegt hat. Dann hat man genau das gleiche
- 1:11:22Eugen: wie immer gemacht und zwar alle einfach umgebracht und herum.
- 1:11:25Eugen: Aber bis dahin war es arg, weil man es eben so gewohnt war, dass man die ganze Zeit wild um sich herum
- 1:11:31Eugen: schießen darf und es dann einmal nicht konnte.
- 1:11:34Eugen: Das war ein Lernmoment, ein sehr starker, finde ich.
- 1:11:36Eugen: Das sind die Potenziale von digitalen Spielen. Die haben wirklich die Möglichkeit, da sie wirklich erinnernswerte Momente zu
- 1:11:43Eugen: kreieren.
- 1:11:44Arno: Arno: Das ist doch ein schönes Schlusswort.
- 1:11:45Eugen: Eugen: Das ist ein ausgezeichneter Schlusswort. Ich würde genau hier enden.
- 1:11:48Arno: Arno: Ich bin verblüfft, dass wir eigentlich die ganze Zeit über den Authentizitätseintopf gesprochen haben und was welche Zutaten man
- 1:11:58Arno: für diesen Eintopf braucht und hat und was am Ende daran schmeckt und was nicht.
- 1:12:04Arno: Was für eine Metapher! Und es hat großen Spaß gemacht.
- 1:12:09Arno: Wie immer.
- 1:12:10Eugen: Eugen: Ja, wir sind ein bisschen anders.
- 1:12:12Eugen: Ist es dann immer. Ich denke mir. Jetzt, jetzt, jetzt, Jetzt kommen wir in Fahrt. Jetzt müsste man eine Stunde noch reden und
- 1:12:16Eugen: bei allen Themen ein bisschen tiefer drauf eingehen.
- 1:12:19Eugen: Aber wir können ja ein bisschen auf Literatur verweisen, und vielleicht finden wir später noch einmal die Möglichkeit, das Thema wieder
- 1:12:24Eugen: aufzunehmen. Mir hat es auf jeden Fall große Freude gemacht mit dir,
- 1:12:27Eugen: Arno.
- 1:12:27Arno: Arno: Ja, mir auch.
- 1:12:30Eugen: Eugen: Gut, dann. Dann schließen wir ab.
- 1:12:32Eugen: Dann sage ich dir Danke, Arno. Und ich danke allen, die uns zuhören.
- 1:12:36Eugen: Ich danke allen, die uns wiederholt zuhören.
- 1:12:39Eugen: Es freut mich auch jedes Mal, wenn wir Feedback bekommen.
- 1:12:43Eugen: Das macht dann einfach noch mehr Freude, gleich sich noch mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen. Und bis zum nächsten
- 1:12:49Eugen: Mal.
- 1:12:50Arno: Arno: Bis zur neunten Folge.
- 1:12:51Eugen: Eugen: Bis zur neunten Folge.
- 1:12:54Arno: Arno: Macht's gut. Tschüss. Ciao.
- 1:13:03Musik: Musik: Böhmerwald. Und still und rein, wo die Tannen flüstern.
- 1:13:08Musik: Sei ganz dein. Doch unter Schatten wächst die Pflicht.
- 1:13:14Musik: Nazis! Zeigen wir das Licht mit Händen fest.
- 1:13:20Musik: Doch Herz voll Mut. Die Bühne blutig.
- 1:13:24Musik: Doch der Wille Gut. Ein letzter Tanz.
- 1:13:28Musik: Die Kamera kalt. Der Vorwurf im finsteren Wald.
- 1:13:37Musik: Im Dasein Echt kein falsches Spiel.
- 1:13:45Musik: Der Abschied naht. Ein letztes Ziel.
- 1:13:54Musik: Da sein. Echt? Kein falsches Spiel.
- 1:14:01Musik: Der Abschied naht. Ein letztes Ziel.
- 1:14:26Musik: Im Böhmerwald. So still und rein, wo die Tannen flüstern.
- 1:14:32Musik: Sei ganz dein. Doch unter Schatten wächst die Pflicht.
- 1:14:38Musik: Nazis! Zeigen wir das Licht. Mit Händen fest.
- 1:14:44Musik: Doch Herz voll Mut. Die Bühne blutig.
- 1:14:48Musik: Doch der Wille gut. Ein letzter Tanz.
- 1:14:52Musik: Die Kamera kalt. Der Vorwurf im finsteren Wald.
- 1:15:04Musik: Im Dasein. Echt. Kein falsches Spiel.
- 1:15:11Musik: Der Abschied naht. Ein letztes Ziel.
- 1:15:21Musik: Im da sein. Echt kein falsches Spiel.
- 1:15:28Musik: Der Abschied naht. Ein letztes Ziel.