Latest / SchichtZulage - der persönliche VW-Podcast mit Mehrwert / Seelenlos - Hat der VfL Wolfsburg noch eine Zukunft ohne VW?
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- Auch ich empfinde den VfL zum Teil als seelenlos. Ich teile deinen Eindruck, das Ganze wirkt sehr klinisch. Man hat nicht das Gefühl, die wissen jetzt, was zu tun ist. Insgesamt auch zu wenig Fußballkompetenz in diesen Gremien. Der VfL ist so kalkuliert Langeweile, kalkulierte Langeweile. Ja, die werden noch in 236 Jahren zum FCB fahren und da einen auf die Mütze kriegen, ja. Thomas, kennst du die Mayflower? Ich hatte heute nämlich einen Mayflower-Moment. Ja, das hast du angedeutet. Das hat ja nichts mit dem VfL und VW zu tun, oder? Nee, das kommt gleich. Aber wir fangen mit einem Elend an, deshalb bleiben wir dann später beim Thema. Mayflower, mit dem sind die ersten Pilger von Großbritannien, England, damals nach Amerika ins Ungewisse. So war heute meine Bahnfahrt zurück. Ich war ja in Hamburg und das war spannend. Und selbst das Ansteuern kleinster Bahnhöfe war am Ende, wurde gefeiert in der Bahn wie das Entdecken neuer Kontinente. Ja, du bist ja auch unbelehrbar. Das hören wir ja jede zweite Folge, dass du mit der Bahn nicht klarkommst. Ja, vielleicht auch sie mit mir nicht. Fahr doch einfach mit deinem Volkswagen künftig überall hin. Ich habe keinen Volkswagen. Ich weiß, ich weiß, ich weiß. Ja, Mensch, das erste Elend haben wir abgehackt. Jetzt kommen wir zum nächsten. Darüber wollen wir heute sprechen. VfL Wolfsburg und die Verbindung zu Volkswagen, beziehungsweise umgekehrt. Dazu habe ich heute zwei Sachen mitgebracht. Einmal diesen Ball, der gehört mir selber. Ich bin nämlich bekennender VfL-Fan seit Jahrzehnten. Das gibt es damit ein Phantom, denn viele meinen ja, der VfL hat keine Fans. Stimmt nicht. Hans signiert von der Aufstiegsmannschaft 92, also Dritte in die Zweite Liga. So Leute dabei wie Frank Plagge oder Holger Beiwanz. Das andere, was ich dabei habe, das ist ein Stück, das ist eine uralte VfL-Mitgliedskarte von 1947 und die gehörte meinem Großvater, Mitgliedsnummer 42, Fußballsparte. Gibt es auch das Tradition beim VfL? Naja, das ist ja vielleicht auch unser Thema. Das Totschlagurteil, dass der VfL keine Geschichte hat, ein Neu-Torten-Verein sein, ein Plastik-Verein sein. Ich glaube, darüber müssen wir vorweg erstmal sprechen, bevor wir zur Symbiose von VfL und VW kommen. Weil ich bin genauso wie du, ich bin kein Wolfsburger, aber ich ... Ich schon. Du bist einer. Ja. Und bei mir gibt es, wenn dieses Totschlagurteil kommt, der VfL ist nur die Tortenverein, da gibt es sofort glattrot von mir und eine lange Sperre. Ja. Weil da habe ich überhaupt kein Verständnis für. Ja, das ist ja auch immer diese Traditionsruberei. Das ist ja immer so für mich das letzte Mittel. Also wenn einem nichts mehr einfällt, dann kommt die Tradition. Wenn man keine Argumente mehr hat, dann kommt die Tradition. Und ich sage ja, dabei haben wir eine Tradition, die reicht viel weiter zurück als viele Vereine. Uns gibt es seit Gründung. Welcher Verein kann das sagen? Seit Stadtgründung gibt es den VfL Wolfsburg. Das willst du einem Verein vorwerfen, dass die Stadt erst 1945, 1946 begründet worden ist. Und seitdem gibt es den VfL. Und der hat eine lange und reichhaltige Geschichte, die sich nicht nur auf Fußball bezieht, aber natürlich auch auf Fußball. Und der Ball, den du mitgebracht hast, der ist, glaube ich, ein entscheidendes Zeugnis. Weil Peter Panda, der ehemalige Manager, hat mal gesagt, wenn wir damals den Aufstieg nicht geschafft hätten und in der ersten sehr schwierigen Saison, übrigens in der Eintracht Braunschweig abgestiegen ist, dann wären wir nicht da, wo wir heute sind. Und da hat er recht, es ist dem VfL gelungen, innerhalb von sieben Jahren aufzusteigen in bezahlten Fußball, in die zweite Liga, dann in die erste Liga und dann auch gleich in der zweiten Saison im UEFA-Pokal zu spielen. Das ist eine Leistung, ich glaube. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wenn ich das hier sagen darf. Ich war von meiner ersten richtig bewussten Saison, ich war als junger Bengel mal weg aus Wolfsburg und dann kam ich zurück. Und die erste Saison war 1984, 1985. Und seitdem war ich quasi 20 Jahre lang, also wenn ich in diesen 20 Jahren zehn Heimspiele verpasst habe, ist das viel. Ich war also sehr, sehr, sehr regelmäßig im Stadion. Und dann kann ich mich natürlich erinnern an das erste Heimspiel in der ersten Liga, wie ich da gestanden habe mit meinen Jungs. Wir waren damals eine kleine Gruppe, die immer ins Stadion gegangen ist und dann kam der große HSV und wir haben immerhin im ersten Heimspiel sind wir nicht untergegangen, sondern haben 1 zu 1 Errungen. Da setzen ja auch meine Erinnerungen, Live-Erinnerungen an VfL ein. Ich kann mich gut an das Spiel erinnern. Die Ausgangslage war genauso, wie du sie geschildert hast. Es war wirklich der kleine, pfeefige VfL gegen eine super Mannschaft aus Hamburg. Und im Laufe der gesamten Saison hat der VfL sich wirklich barbarös geschlagen für die Mannschaft, die er damals hatte, die ja gar nicht zu vergleichen ist mit den Toppen, die heute in Grünweiß auflaufen. Aber den Spirit würde ich mir natürlich heute wünschen. Ja, und einen Trainer wie Willi Reimann, der zu dem Zeitpunkt ein eisernes Regiment führte. Ich habe das gerade gesagt, Mitte der 80er Jahre, 84, 85, meine erste Saison. Und ich fand es eigentlich immer cool. Also das waren 600, 800 Zuschauer. Das war unglaublich familiär. Man kannte fast jeden. Und es war eine nette Atmosphäre. Und spannend war es auch. Also ja, von daher habe ich da nur positive Erinnerungen. Ja, ich denke, es war sportlich eher so ein Verhaltnisjahrzehnt, die 80er Jahre. aber wahrscheinlich trotzdem umso schöner und umso familiärer. Dann in den 90er Jahren, dein Ball ist ein Zeugnis, ging es dann doch relativ schnell professionell ab. Und eins muss man dazu ja noch sagen, was der Panda damals meinte, der VfL hätte nach dem Klassenerhalt in der ersten Zweitligasaison wäre er fast insolvent gegangen. Du kannst dich vielleicht noch entsinnen, dass es damals die Lizensierung in der Schwebe war Und engagierte Geschäftsleute aus Wolfsburg haben den Verein am Leben erhalten. Unter anderem Wolfgang Haltmann. Pkw und Lkw mietet man bei H&C, war immer der Pausenspruch. Genau. Haltmann und Chris. Es gab ja dann einen Partnerpool, der dieses ganze Unternehmen VfL im Profifußball sehr engagiert am Leben erhalten hat. Und man muss dazu sagen, VW hat sich lange eigentlich dezent zurückgehalten. Ja, VW kam ja eigentlich erst, als der Erfolg kam oder sich verstetigt hat. VW kam eigentlich erst, als die erste Saison in der Bundesliga bestanden wurde. Und dann hat man Blut geleckt und hat dann diese professionellen Strukturen geschaffen, hat die Profimannschaft ausgegliedert. Und viele sagen ja auch, damit ist ein bisschen vom Charme des alten VfL verloren gegangen. Das mag so sein. Ich weiß nicht, wie du das siehst. Aber es war, glaube ich, alternativlos. Das lässt sich ja nicht so vergleichen. Da müsste man auch sagen, was will man? Ich habe das gerade beschrieben. Dritte Liga, 6800 Zuschauer. Wir fanden das damals cool. In Wolfsburg war damals eine andere Stadt. Am Wochenende war einfach tagsüber nicht so viel los. Nachtleben was anderes. Tagsüber war nicht so viel los. und dann ist man halt am Wochenende nachmittags zum VfL gegangen, hat ein Bier getrunken, eine Bratwurst gegessen. Wenn es geregnet hat, wir waren immer gegen gerade, wenn es geregnet hat, wurde in der Pause die Tribüne geöffnet und alle konnten rein. Das meine ich mit familiär. Der Stadionsprecher hat noch die Werbung gemacht in der Pause. Es war einfach nett. Aber natürlich nicht mit diesem Bundesliga-Zirkus von heute zu vergleichen. In keinster Weise. Beide Welten haben aber ihre Vor- und Nachteile. Das sage ich auch. Also ich denke gerne an meine frühen Jahre mit dem VfL zurück, sehr gerne. Ja, das sehe ich genauso und ich denke dennoch, die Entscheidung, das Ganze professionell auch dem Konzern einzuverleiben, war eben alternativlos und man musste das machen. Und wenn man heute sieht, was für Wirtschaftsunternehmen sich da bewegen, ich habe mir die Zahlen mal angeguckt vom 24 VfL Fußball GmbH, einen Umsatz von 235 Millionen, gleichzeitig ein Verlust von 15 Millionen, der natürlich ausgeglichen wird von Volkswagen. Also am Ende eine Null. Das sind Zahlen, die natürlich mit den alten Strukturen überhaupt nicht darstellbar waren. Nein, das ist völlig klar. Kann man nicht vergleichen. Aber ich finde auch schon, dass dadurch viel von dem Charme verloren gegangen ist. Also wenn ich an die ersten Jahre in der Bundesliga denke ... Da kannte man ja wirklich Leute, die Betreuer wie Wolfgang Schönke oder Heinz Mies, das waren wirklich mal Kultfiguren. Heute ist ja jeder eine Kultfigur, aber die waren wirklich Kultfiguren. Ja, und da waren ja auch Leute dabei, die wirklich dem Verein jahrzehntelang als alte, wenn man das so sagen kann in Wolfsburg, aber wirklich als alte Wolfsburger, die aus Wolfsburger Pionierfamilien kamen und im Verein über Jahrzehnte verbunden geblieben sind. Da gab es ja das Reisebüro Zenka. Also zum Beispiel Zenka ist ja mit dem VfW ganz eng verbunden. Und was dann passiert ist, das zeigt sich auch in der Reaktion von Wolfgang Heitmann, der dann irgendwann 2003, 2004 aus dem Präsidium ausgeschieden ist und sich ja auch bitter beklagt hat darüber, dass der Einfluss von VfW viel zu groß ist und dass es auch keine Dankbarkeit gegeben habe. Also da ist auch schon viel Bitterkeit übrig geblieben in dieser dynamischen, stürmischen Entwicklung. Man hat, glaube ich, so das Gefühl gehabt, der Verein ist jetzt ein bisschen aus der Hand genommen worden. Nichtsdestotrotz war es eben auch notwendig und die Entwicklung danach ist ja nun wirklich eine Fieberkurve im Grunde. Das bietet alles nur keine Verlässlichkeit im sportlichen Bereich. Ja, und das Ergebnis erleben wir ja derzeit. Das Ergebnis erleben wir derzeit und mich als Fan, und das bin ich ja nun wirklich jahrzehntelang enger Fan, leidenschaftlicher Fan, ärgert das eigentlich am allermeisten, dass sich der VfL aus meiner Perspektive immer mehr zu dem entwickelt hat und auch jetzt in der allerjüngsten Vergangenheit entwickelt, was man ihm vorwirft. Also auch ich empfinde den VfL zum Teil als seelenlos und mich ärgert es maßlos, wenn sie jetzt absteigen, da würde ich sagen, okay, das kann sportlich passieren. Wenn ich dann aber selber zu dem Urteil komme, aber auch in der Fachpresse lese, dass sie dem VfL, dem Kader vorwirft, seelen- und ideenlos und motivationslos zu sein, da kriegt die Kutzelwut. Also da hört es auf. Das ist nicht mein VfL, da kann ich mich auch nicht mit identifizieren und ich kann das an der Stelle verraten. Ich habe einen Freund, mit dem ich auch diese 20 Jahre, von dem ich gesprochen habe, sehr, sehr regelmäßig im Stadion war und wir kabbeln uns jetzt ständig, weil er noch unverbrüchlicher zum VfL steht als ich. Ich spüre aber eine gewisse Entfremdung, muss ich echt sagen. Ja, woran liegt es? Was denkst du, sind die Ursachen dafür? Ja, es ist so, wenn untergehen, dann mit wehenden Fahnen. Aber ich will nicht selber den Eindruck haben, dass da hochbezahlte Leute auf dem Platz stehen, die keinen Bock haben. Nun kann man das vielleicht nicht unterstellen, aber ich bin ja nicht der Einzige, dem es so geht. Und es geht auch vielen Kollegen, du warst selber Sportreporter, die jetzt sagen, gerade in der letzten Saison, da stehen Leute auf dem Platz, die ideenlos sind und vor allem, wo das Mindset nicht stimmt. Und das kann nicht sein. Das ist nicht mein VfL, sorry. Also dann lieber schmutzig, aber die nötigen Punkte holen. Und nicht unmotiviert da rumhumpeln. Da habe ich keinen Bock drauf. Sind es nur die Jungs in den kurzen Hosen oder sind es auch die Herren und Damen im Aufsichtsrat? Da sind wir jetzt bei einem Thema. Ich glaube einfach, dass die Strukturen beim VfL nicht professionell genug sind. Und das gilt auch für den Aufsichtsrat. Natürlich sind die einzelnen Mitglieder sehr, sehr bestrebt, das Beste für den Verein zu wollen, unterholen zu wollen. Alles okay, aber zum Beispiel an der Aufsichtsratsspitze steht ein VW-Manager, der eigentlich in seinem eigentlichen Leben als Hauptaufgabe hat, die Kommunikation eines Weltkonzerns zu leiten. Nebenbei, so muss man sagen, ist er Aufsichtsrat-Vorsitzender eines Bundesliga-Vereins, der internationale Ansprüche hat. Kann aus meiner Sicht nicht gut gehen. Also das Konzept überzeugt mich nicht. Ich weiß nicht, was dahinter steht. Das ist ja ein bisschen ein kleines Modell, was Konzernchef Blume lange gelebt hat. Chef von Porsche, Chef von VW hat auch nicht funktioniert. Porsche hat jetzt Riesenprobleme, hat vielleicht noch andere Ursachen, ganz bestimmt. Aber die Gesamtgemengelage überzeugt mich nicht. Und mir persönlich, mir tut es weh. Mir tut es wirklich weh, wenn ich sehe, wohin sich der VfR entwickelt. Ja, das stimmt. Man muss ja dazu sagen, man hat ja auch noch den VfB Stuttgart. Oliver Blume war ja auch sozusagen verantwortlich für den VfB Stuttgart. Und da hat es ja ganz gut geklappt. Aber er hat sich vielleicht in der Tat auch da ein bisschen zu sehr im Spagat bewegt. Und ich teile deinen Eindruck, das Ganze wirkt sehr klinisch. Man hat nicht das Gefühl, die wissen jetzt, was zu tun ist. Insgesamt auch zu wenig Fußballkompetenz in diesen Gremien. Und da ist zu viel Higher in Fire, so wie man es halt in der Wirtschaft dann auch macht. Dann versucht man eben einen neuen Kopf und das klappt dabei. Es fehlt die Seele, es fehlt so diese Leidenschaft, es fehlt das Bekenntnis zum Verein. Also in Arnold, okay, in allen Ehren und auch ein toller Repräsentant des Vereins, absolut, aber da sind zu wenig drumherum und das stört mich und ich finde…, Der VfL ist so kalkulierte Langeweile, die werden noch in 236 Jahren zum FCB fahren und da einen auf die Mütze kriegen. Das ist dein Traum als VfL-Fan. Andere Vereine, Bochum, die gehen hoch und runter, St. Pauli gehen hoch und runter. Die sind aber immer mal gut, zum Beispiel dem Bayern ein Bein zu stellen. Das gelingt denen immer wieder. Uns gelingt es nicht. In der Meisterschaftssaison ein sensationell cooles Heimspiel. Klar, freue ich mich heute noch drüber, aber ansonsten musst du nicht hinfahren. Also, wenn du nicht hinfährst, wird das Spiel 0 zu 5, glaube ich, gewertet. Macht nichts, verändert nichts zum Negativen am Torverhältnis. Die Punkte sind eh weg und wenn du nicht hinfährst, tust du noch was für die CO2-Bilanz. Also lass das. Ja, das ist wirklich und das ist entsetzlich. Aber was bist du für ein wunderbarer Fan? Ja, aber dann kommen wir doch mal zu den schönen Zeiten 2009. Da war ja auch Frau W. genauso engagiert, auch personell. Da war Martin Winterkorn, da war Garcia Sanz. Die saßen alle auch an entscheidender Stelle. Und das war in meinen Augen ein Unterschied, weil die hatten diese Leidenschaft, glaube ich, obwohl sie coole Manager waren, hochbezahlte Manager, die auch in ihrem Erstberuf nach ganz anderen Kriterien operieren mussten. Aber die waren wirklich leidenschaftliche Fußballfans, haben auch nicht alles richtig gemacht, aber nicht von ungefähr gab es in dieser Zeit doch auch überwiegend Erfolge. Also es gibt ja auch eine ganz interessante Theorie aus der Politikwissenschaft, die besagt, dass so... Das ist so das eine, das andere bedingt, das geht ja immer. Aber konkret meine ich jetzt, dass so das politisch-gesellschaftliche Umfeld auch sportliche Erfolge begünstigen kann. Beispiele, Aufnahme der Deutschen in die Weltgemeinschaft, WM-Titel 54. Ja, Öffnung und wirtschaftliches Wachstum, WM-Titel 74. Deutsche Wiedervereinigung, WM-Titel 90 und so weiter. Also ist vielleicht sehr konstruiert. Man könnte jetzt natürlich auch fragen, was hat die schwierige Situation von Volkswagen mit dem VfL zu tun? Aber die Stimmung in der Stadt und im Unternehmen überträgt sich dann vielleicht doch. Also es gibt ja auch diese Faktoren, die man gar nicht so konkret greifen kann. Da sind ja genug Profis am Werk, so ist es ja nicht. Und was ja auch auffallend ist beim VfL, dass egal ob Spieler oder Trainer, die scheitern in Wolfsburg und dann gehen sie zum nächsten Verein, Niko Kovac. Jetzt als relativ frisches Beispiel geht zu Dortmund und hat da Erfolg. Warum in Wolfsburg nicht? Ja, also das ist doch auch schräg. Es geht ja auch ein bisschen um das Thema Brot und Spiele. Gerade wenn es schlecht geht, erwarten die Fans und erwarten auch der Besitzer dieses Vereins, dass die mal ein bisschen gute Stimmung machen. Das machen ja zumindest die Frauen. Die sorgen ja für gute Stimmung. Die sollte man auch vielleicht nicht vergessen. Das muss man auch mal sagen. Absolut toll, absolutes Aushängnis. Da sind ja super Strukturen aufgebaut worden. Aber die Fußballer liefern halt überhaupt nicht. Das ist eben wirklich das genaue Gegenteil. Wir haben zweimal Relegation gespielt, mit Hängen und Würgen gegen Eintracht und Holstein Kiel bestanden. Wirklich mit Hängen und Würgen. Und das Elend schleppt sich so weiter. Es ist so, es gibt viele Spieler, viele Trainer, die werden nichts beim VfL, aber in anderen Vereinen klappt es dann sehr oft. Gute Leute wie der Glasner, der gut gearbeitet hat. Der Letzte, der einigermaßen erfolgreich war. Und da scheint es irgendwie an der Konstanz und am Fachwissen wirklich zu mangeln. Das muss man einfach so sehen. An der Konstanz, das ist ja zum Beispiel auch das Geheimnis von Vereinen wie Bayern München. Die haben ja diese totale Konstanz und auch diese bedingungslose Professionalität. Und den Anspruch, jede Saison nach jedem Spieltag auf dem ersten Platz zu stehen. Da gibt es nicht irgendwie, wir schaffen vierten Platz, schaffen wir nicht. Vielleicht kommen wir unter die ersten zehn. Das ist alles kein Thema bei Bayern München. Wenn man sich die Bayern zum Vorbild nimmt, dann muss man sich äußerste Konsequenz in der Handhabung aneignen. Und das fehlt hier ja. Hier ist ja keiner, der mal sagt, nach fünf Spieltagen, so läuft es nicht, da müssen wir irgendwie korrigieren. Ich will ja gar nicht, dass der VfL so eine Meistermaschine wird wie der FC Bayern. Obwohl ich weiß, er wird es. Im nächsten Jahrtausend vielleicht mal. Ja, genau. Das kann gut sein. Naja, jedenfalls die aktuelle Entwicklung schmerzt mich sehr als eidgedienten Fan. Kommen wir mal auf VW zurück. Was versprechen die sich heutzutage von so einem Konstrukt wie einer super tollen Fußballmannschaft? Was soll die eigentlich bringen? Also ich meine, die Kahn, die einmal im Jahr in die Produktion, da machen sie schöne Fotos und dann wird die Symbiose zwischen Profifußball und Industriearbeit gefeiert. Oliver Blume wollte zu Beginn seiner Konzernchef-Karriere zehn Tore schießen. Er hat ein Zehn-Punkte-Programm. Weiß ich nicht, ob ihm das gelungen ist. Das ist ja ein ganz gefährliches Spiel. Im Erfolgsfalle steht VW auch gut da. Im Misserfolgsfalle fragen sich alle, wie zum Beispiel der Kollege Draxler von der Bild-Zeitung, Wieso kriegen die so viel Geld, während die anderen blechen müssen? Ja, aber dass es so viel Kohle gibt, das ist ja relativ frisch. Ja, also wenn man auf die ganzen Jahrzehnte Vereinsgeschichte guckt, das war ja längst nicht immer so. Ja, das Geschäftsprinzip zwischen VW und dem VfL Wolfsburg e.V. War mal ein ganz anderes. Es war nämlich so, dass wirklich vielen, wenn nicht die meisten Spieler. Im Werk gearbeitet haben. Klar, nicht immer volltags, aber sie haben gearbeitet und sehr viele von ihnen haben auch Karriere gemacht im Werk. Also da gibt es wirklich sehr viele. Und deshalb sage ich, das ist auch natürlich gewachsen, das Verhältnis zwischen VfL-Volceburg und VW. Also alle Kritiker, die sagen, das ist denen übergestülpt worden, das stimmt nicht. Das ist eine historische Entwicklung, die auch sehr vorteilhaft für beide Seiten war. Naja, das kommt ja alles aus einer Ursuppe. Stadt, Werk, der Verein, das ist ja alles so aus einer Gemengelage. Übrigens, viele wissen gar nicht mehr, dass im ursprünglichen Werk ja auch ein großes Stadion sogar beheimatet war. Also das ist natürlich der Gigantismus der Nazis gewesen, aber es gab ein Sportstadion auf dem Werksgelände. Auf dem Werksgelände, ja. Wo man riesige Feiern auch gefeiert hat. Aber das nur nebenbei. Also der VfL war auch schon immer ein sehr erfolgreicher Sportverein, auch außerhalb des Fußballbereichs. Das muss ich dir nicht sagen als Wolfsburger. Als Olympiastützpunkt zum Beispiel. Ja, die Judoka sind ja eine Klasse für sich gewesen. Klaus Klahn, Frank Wienicke und wie sie alle heißen, Olympiasieger. Aber auch die Leichtathleten, die Feldhandballer, Gewichtheber. Also der Verein war ein sehr erfolgreicher Breitensportverein und der Fußball war eigentlich am Anfang wirklich ein Teil dieses Vereins. Vielleicht kann man das ein bisschen damit vergleichen. Es gab ja eine Zeit vor fünf Jahren, ungefähr zehn Jahren, da haben sich unheimlich viele Unternehmen damit gebrüstet, dass sie ihren Mitarbeitern entweder Mitgliedschaften in Fitness-Centern ermöglichen oder selbst so ein paar Muckibuden auf dem Werksgelände errichten. Das war ja im Prinzip so eine Frühform, das Zusammenspiel Verein und Unternehmen, dass die Leute da sportlich aktiv sein konnten. Ja, und es war eben vom Image-Faktor her, gab es zwei Säulen. Es gab die Kultur. Heinrich Nordhoff war ja sehr stark daran interessiert, Wolfsburg auch zu einem geachteten Kulturstandort zu machen mit Ausstellungen und Konzerten. Und das zweite Standbein, das ein bisschen populärer war, war der Sport. Und darüber haben sich, glaube ich, einige Generationen in Wolfsburg auch mit definiert. Ja, deshalb kann man auch nicht sagen, du hast es ja eben gesagt, es wurde halt nicht übergestülpt, sondern es ist gewachsen. Und ich glaube, das sind die Vorurteile, die auch gegen Vereine wie Bayer Leverkusen und dem VfL ins Feld geführt werden, die sind falsch. Also man kann über RB Leipzig und TSG Hoffenheim mit Abstrichen diskutieren, ob das wirklich gewachsene Strukturen sind. Aber im Beispiel VfL Wolfsburg ist das so. Absolut, ja, absolut. Und die Erfolge hat man natürlich alle schon vergessen. Der VfL stand 1970 in der Aufstiegsrunde zur Fußball-Bundesliga. Und war in der zweigeteilten Fußball-Bundesliga und dergleichen mehr. Also da gibt es schon eine ganz erfolgreiche Tradition. Und viele, viele erfolgreiche Spieler, die bei VW gearbeitet wurden, was geworden sind. Deren Namen in der Stadt sehr bekannt sind und die auch weiterhin sich engagiert haben hier in Vereinen à la couleur. Also, Das Vorurteil müssen wir uns nicht anheften lassen hier in Wolfsburg. Nee, habe ich auch nie, werde ich auch nie. Und da gibt es ganz andere Vereine. Die Entwicklung, was die Gehälter anbelangt, da kann man lamentieren. Und das ist auch durchaus nachvollziehbar. Aber wenn man sich die Zahlen anguckt, dann heißt es eben, mach das Spiel mit oder du gehst ab. Also Gegenbeispiel Heidenheim, eine sehr sympathische Mannschaft aus einem Ort, der 30.000 Einwohner hat. Das übliche Schicksal nach der ersten Saison, in der man sich hält, muss man die Leistungsträger verkaufen, nach der zweiten nochmal wieder und dann bist du weg vom Fenster. Und das wäre dem VfL auf Dauer natürlich genauso gegangen. Ja, über das spezielle Verhältnis zwischen Volkswagen und dem VfL, auch aus wirtschaftlicher Hinsicht, sprechen wir beim nächsten Mal und lasst uns doch mal ein paar Kommentare da, wie ihr die Entwicklung des VfL bewertet, was euch mit dem VfL verbindet. Bitte nicht nur Hass, gibt's genug nervt auch sondern seit offen und ehrlich schreibt uns vielen dank und bis zum nächsten mal.