Latest / Kritische Controller / Die linke und die rechte Hand der Schwindsucht
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- 0:06Intro: Intro: [Intro]
- 0:36Eugen: Eugen: Hi, Arno.
- 0:39Arno: Arno: Ich war zuerst.
- 0:41Eugen: Eugen: Du warst. Du darfst zuerst. Du bist das A. Ich bin das E.
- 0:44Arno: Arno: Hallo, Eugen.
- 0:46Eugen: Eugen: Servus, Arno.
- 0:48Arno: Arno: Ich habe gehört, du brütest schon in der Wiener Hitze.
- 0:52Eugen: Eugen: Ja. Wie so oft haben wir uns ja schon kurz vorher getroffen.
- 0:57Eugen: Ja, wir haben jetzt die über 30 Grad Wochen angefangen.
- 1:01Eugen: Schon vor zwei Wochen habe ich in Wien.
- 1:03Arno: Arno: Ja ein Hoch auf den menschengemachten Klimawandel.
- 1:08Eugen: Eugen: Wir wissen alle so zu schätzen und dazwischen immer ein ganz kurzer Starkregen,
- 1:12Eugen: der dann sofort verdampft.
- 1:14Arno: Arno: Wobei er Wien wahrscheinlich kontinental kontinental Klima hat und wahrscheinlich im Sommer immer heiß ist,
- 1:19Arno: oder?
- 1:20Eugen: Eugen: Ja, also es war schon immer heiß, aber jetzt ist halt einfach noch ein bisschen heißer.
- 1:24Arno: Arno: Ja, Crazy. Also hier, heute geht's hier.
- 1:28Arno: Ich bin ja auch im Dachgeschoss, was immer ein bisschen kritisch ist und wir hatten aber gestern Regen,
- 1:35Arno: heute zumindest bewölkt. Also es ist im Moment sogar ausnahmsweise auszuhalten.
- 1:41Eugen: Eugen: Wir schaffen das. Gemeinsam kommen wir da durch den Sommer.
- 1:44Arno: Arno: Ja, so diese Solidarität, wie sie eben im Akademischen selbstverständlich ist.
- 1:51Eugen: Eugen: Gut, wundervoller Übergang, das Akademische.
- 1:53Eugen: Und wir sind schon beim Kern unseres Podcasts.
- 1:57Eugen: Wir haben einander jetzt länger nicht gesprochen und gehört.
- 2:01Eugen: Wir Podcast. Ich versuche gerade darauf zu kommen, wann unsere letzte war.
- 2:05Eugen: Also ich glaube Mai und Juni sind ausgefallen.
- 2:09Eugen: Das heißt eine Zweimonatspause. Wir behaupten jetzt einfach, dass das total Absicht war.
- 2:13Eugen: Das ist ein mit langer Hand geplant Angebot.
- 2:18Arno: Arno: Ich glaube, man kann schon verraten, dass wir uns für eine Podcast Aufnahmen sogar live gesehen hatten.
- 2:26Eugen: Eugen: Ja.
- 2:28Arno: Arno: Und wir hatten die natürlich die beste Folge überhaupt aufgenommen.
- 2:34Arno: Und dann hat mein Laptop kurz vor Schluss zerschossen.
- 2:39Arno: Ich hatte natürlich zu dem Zeitpunkt nicht gespeichert, weil wir waren ja am Aufnehmen und weg war sie und dann hatten wir keine
- 2:47Arno: Zeit mehr und das war eine wirklich.
- 2:48Eugen: Eugen: Wirklich schöne Folge. Ja, gut, wir holen sie jetzt aber nach und sie wird vermutlich noch ein bisschen besser,
- 2:54Eugen: weil wir jetzt einfach das Ganze ein bisschen sacken lassen.
- 2:58Eugen: Kommen wir zurück zum Gedanken des Reboots.
- 3:00Eugen: Also basierend auf Feedback, tatsächlich und Gesprächen haben wir überlegt,
- 3:06Eugen: wie wir vielleicht einfach nicht nur diskutieren, sondern auch versuchen,
- 3:12Eugen: auch ein bisschen Inhalte besser transportieren zu können und haben auf etwas zurückgegriffen,
- 3:16Eugen: was wir schon einmal gemacht haben, nämlich Wir lesen jetzt einander unsere Texte und reden darüber.
- 3:23Eugen: Und für heute haben wir einen Text vom Arno ausgesucht, nämlich The Medicalisation of Arthur Morgan.
- 3:30Eugen: Darf ich dich dazu fragen, in welchem Rahmen der entstanden ist und wann er erschienen ist?
- 3:37Arno: Arno: Ja, genau. Also der Text ist erschienen, das doch 2023, und zwar in einem
- 3:46Arno: Sammelband, der herausgegeben wurde von John Wells und Esther Wright.
- 3:52Arno: Und dieser Band trägt den wundervollen Titel Red Dead Redemption.
- 3:56Arno: History mit And Violence In the Videogame West.
- 4:00Arno: Also ist ein Sammelband, der sich ausschließlich mit dieser Erzählwelt bzw den Spielen um Red Dead Redemption
- 4:10Arno: damit auseinandersetzt.
- 4:12Eugen: Eugen: Und er hat ein sehr schönes Cover auch.
- 4:14Eugen: Und ich kann dazu sagen, ich bin überhaupt kein Fan von so Sammelbänden,
- 4:17Eugen: die sich mit einem konkreten Spiel auseinandersetzen.
- 4:20Eugen: Aber es hilft auch ein bisschen gegen diesen Wildwuchs, wo sonst ein bisschen Kraut und Rüben sich in einem Sammelband verbinden.
- 4:26Eugen: Hier ist es zumindest alles gekoppelt an einem Spiel oder an einer Spielwelt.
- 4:30Arno: Arno: Ja, das habe ich auch daran gemerkt, dass du uns in einen Sammelband für die Elder Scrolls rein reingeredet hast.
- 4:42Arno: Ganz viele Grüße an Rudolf Enders an der Stelle.
- 4:45Arno: Wir freuen uns und Jacob auch.
- 4:47Eugen: Eugen: Wir machen das sehr gerne.
- 4:51Arno: Arno: Ja, Gut. Natürlich machen wir es gerne.
- 4:53Eugen: Eugen: Du hängst ab. Du lenkst ab. Bleiben wir beim Text.
- 4:56Arno: Arno: Und dann vielleicht doch die Hitze der letzten Tage.
- 5:00Eugen: Eugen: Also, ich sehe schon auf Arte morgen.
- 5:02Eugen: Sehr schöne Titel. Ich werde noch ein bisschen näher darauf ankommen.
- 5:06Eugen: So wie letztes Mal, glaube ich. Hast du aber für den Einstieg mal ein Zitat ausgesucht zum Vorlesen.
- 5:11Arno: Arno: Ja, also der Text. Ganz kurz Der Beitrag hat ja einen Untertitel, und zwar Tuberculosis as the good death in Red Dead Redemption II,
- 5:21Arno: Also das gibt dem noch mal so einen Rahmen und es geht in den Text um illness Narratives und zu Indies Narratives hat.
- 5:32Arno: Vorname habe ich jetzt vergessen. Kleinmann Wie hieß der kleine Mann?
- 5:37Arno: Weiß ich nicht mehr. Hat vor relativ langer Zeit, ich glaube vor 30 40 Jahren bereits sogenannte Narrative definiert und hat in
- 5:47Arno: seinem Buch so ein wunderbares Zitat, das ich auch an den Anfang dieses Textes gestellt habe.
- 5:51Arno: Einfach, weil das auch einen schönen Rahmen gibt für die Auseinandersetzung mit Tuberkulose in Red Dead Redemption II.
- 5:59Arno: Und ich lese das jetzt einfach mal vor.
- 6:01Arno: Ich hoffe auf eine intensive Art und Weise.
- 6:08Arno: "We, as sufferers, representillness to ourselves and others by creat
- 7:01Arno: ing a personal aesthetic of disease which we bring into the cultural realm. Especially in chronic illness, we become writers of a
- 7:01Arno: narrative, a kind of diary or interpretation of our own body and its interaction with illness and our surroundings, physical and
- 7:02Arno: social. At the fundamental level of the sufferer, this means an ongoing, open-ended story which accrues new "chapters"
- 7:03Arno: and meanings through each new incident that everyday life brings; every interaction with the body, even as
- 7:04Arno: small as a twinge ofpain in the arm or a persistent cough, can cause a reinterpretation of the previous illness
- 7:04Arno: narrative. We become both writers and readers of ow· illness narrative, working in the midst of Life's uneven and
- 7:05Arno: Jragll'lenlafragmentary occurences to make sense continually of disease and its effects on our world. In this way we build up a rich
- 7:09Arno: semiotics of each symptom potentially a metaphor, an indication of impending desaster,
- 7:17Arno: recovery or merely stasis." Also ich bin, wie ich finde, ein wunderbares Zitat,
- 7:25Arno: in dem es. In seinem Buch ging es damals vor allem darum, wie wir in unserem Alltag,
- 7:31Arno: also du und ich, über Krankheit denken und wie wir Krankheit Sinn verleihen.
- 7:38Arno: Und er hat dann eben in diesem Kontext dieses Konzept der Narrative geschaffen.
- 7:43Arno: Und dieses Konzept wurde aber eben im Laufe der letzten 30, 40 Jahre auch im literaturwissenschaftlichen Bereich und im
- 7:51Arno: Bereich der Medienkritik relativ stark gemacht.
- 7:55Eugen: Eugen: Da können wir jetzt noch ein bisschen drauf. Also. Sehr schönes Zitat.
- 7:59Eugen: Aber um das vielleicht noch ein bisschen runterzubrechen und noch mal verständlicher zu machen auch für mich.
- 8:06Eugen: Ich fand den Gedanken der Krankheit als Narrativ sehr spannend und er hat das auch gut runtergebrochen.
- 8:11Eugen: Und ich finde, bei dir kommt das dann ja auch noch mal stärker vor,
- 8:14Eugen: weil. Und darauf kommen wir dann im Text es hier wirklich Teil der Erzählung und Spielmechanik wird die Krankheit.
- 8:24Eugen: Aber kommen wir vielleicht auf den einen Punkt, also der Grund, ein Narrativ daraus zu machen.
- 8:28Eugen: Wenn ich das richtig verstanden habe, ist, dass man versucht, Sinn zu finden oder dem Ganzen einen Sinn zu
- 8:33Eugen: geben oder einen Sinnzusammenhang.
- 8:36Eugen: Das ist richtig.
- 8:37Arno: Arno: Ja, absolut genau. Es geht einfach darum, Krankheit sinnhaft im eigenen Alltag zu verankern,
- 8:45Arno: zu verorten.
- 8:46Eugen: Eugen: Das kann oft hilfreich sein. Ich glaube, das letzte Mal haben wir auch darüber diskutiert. Es kann ja auch gefährlich
- 8:51Eugen: werden, wenn zum Beispiel eine Krankheit als Strafe Gottes plötzlich reinterpretiert wird oder eben als Strafe für Amoral oder
- 9:00Eugen: schlechtes Benehmen, was ja nicht nur in den letzten Jahrhunderten der Fall war,
- 9:05Eugen: sondern eigentlich auch noch in der jüngsten Vergangenheit immer wieder vorkommt.
- 9:09Arno: Arno: Ja, und was vielleicht auch dabei wichtig ist.
- 9:12Arno: Also du weißt, ich setze mich auch mit Begriffen wie eben der Medikalisierung auseinander.
- 9:18Arno: Aber es gibt auch Prozesse der Juridifizierung oder der Einordnung von Dingen in den religiösen
- 9:28Arno: Bereich, eben die Strafe Gottes. Das heißt, die verschiedenen Gesellschaftsbereiche versuchen jeweils auf ihre Art Krankheit zu
- 9:37Arno: verstehen, in einen Sinnzusammenhang zu bringen und gegebenenfalls und deswegen auch Medikalisierung oder
- 9:47Arno: Juridifizierung war dieses Wort usw.
- 9:50Arno: Also dieses prozesshafte Umdeuten eines, ja einer Entität in das eigene,
- 9:59Arno: ja Sinngebäude, das die eigenen Alltage und die eigenen sozialen Umfeld usw ja vor allem formt.
- 10:10Arno: Das ist glaube ich ganz wichtig für auch für diese narratives, dass man hier ja verschiedene,
- 10:17Arno: sehr subjektive oder sozial vorgegebene Art hat, Krankheit jeweils zu lesen.
- 10:25Eugen: Eugen: Das sind ziemlich spannender Gedanke, aber kannst du uns nicht.
- 10:28Eugen: Aber. Und ich sollte weniger aber sagen.
- 10:31Eugen: Und kannst du uns ein Beispiel geben für die Juridifizierung?
- 10:35Eugen: Habe ich das jetzt richtig gesagt? Das musst du nicht beantworten.
- 10:39Eugen: Beantworte die erste Frage.
- 10:41Arno: Arno: Ja, hast du richtig gesagt? Und ja, ein Beispiel dafür, also für sowohl Medikalisierung wie auch Juridifizierung ist,
- 10:51Arno: was wir damals, als ich noch am Medizinhistorischen Institut in den Ethikkursen immer gefragt habe,
- 10:57Arno: ist zum Beispiel die Homosexualität, die ja je nach historischem Kontext dann eher versucht wurde,
- 11:07Arno: strafrechtlich irgendwie einzufangen, also Homosexualität als Straftat.
- 11:12Arno: Das ist ja jetzt noch gar nicht mal so lange her, dass das, was wirklich aktuell war und in vielen Ländern ist und auch wieder wird.
- 11:20Arno: Also diese Prozesse finden ständig statt, manchmal eben weniger, manchmal mehr.
- 11:27Arno: Und gleichzeitig Medikalisierung.
- 11:29Arno: Dann eben, wenn so was wie ADHS oder so und man wo du früher dann so ein Kind hattest,
- 11:36Arno: das nur rum gezappelt hat und das war einfach nur schlecht erzogen oder so,
- 11:39Arno: dann gibt es dann irgendwann den Versuch der Pathologisierung oder Medikalisierung,
- 11:48Arno: um das Ganze irgendwie zu fassen, dem ein Vokabular zu geben und das auch händelbar zu machen,
- 11:56Arno: indem man sagt okay, wir haben es hier mit einer Pathologie zu tun,
- 12:00Arno: die auch behandelt werden kann Und.
- 12:05Arno: Das ist erstmal also erstmal ein neutraler Begriff, muss man dazu sagen.
- 12:10Arno: Also gerade bei ADHS ist es ja immer die Frage, wann ist es eine Überinterpretation,
- 12:16Arno: wann nicht usw. Das ist erstmal ein Prozess, der überhaupt einfach eben Sinnzusammenhänge herstellt und was dann die Gesellschaft
- 12:23Arno: darauf daraus macht, das kann man dann eben noch mal, dafür sind ja vor allem wir Historiker da oder überhaupt
- 12:30Arno: Gesellschaftswissenschaftler. Das kann man dann noch mal kritisch hinterfragen.
- 12:34Eugen: Eugen: Das ist extrem spannend und ich erinnere mich auch immer mehr an unser Gespräch.
- 12:40Eugen: Wann war das? Vor zwei, drei Wochen, wo wir das schon einmal besprochen haben, wo mir auch die Beispiele
- 12:43Eugen: eingefallen sind. Ja, gerade auch ADHS oder ähnliche Krankheiten sehe ich auch ambivalent,
- 12:53Eugen: weil auf der einen Seite ist ja irgendwie sehr gut tut, etwas zu erkennen und Zusammenhänge besser zu erkennen und besser
- 13:01Eugen: zu verstehen. Zugleich ist es halt.
- 13:05Eugen: Diese Pathologisierung kreiert ja auch zugleich immer so das Gegenbild von ES.
- 13:10Eugen: Wenn etwas eine eine Krankheit ist oder ein Krankheitsbild, dann gibt es auch das Gegenüber,
- 13:15Eugen: das ist das Normale. Und da frage ich mich, es gibt ja gar kein normal mehr,
- 13:19Eugen: weil natürlich hat jeder von uns etwas.
- 13:22Eugen: Dann stellt sich die Frage Ab wann ist es wirklich sinnvoll, so etwas zu diagnostizieren?
- 13:27Eugen: Aber das ist etwas, was ich sicher nicht beantworten kann.
- 13:30Eugen: Es ist aber spannend zu beobachten, wie diese Erzählungen und auch,
- 13:36Eugen: wie die Krankheit als Narrativ auch in die Populärkultur Eingang finden und hier halt auch teilweise ideologische Inhalte werden,
- 13:45Eugen: darauf kommen wir noch. Ich möchte nicht zu viel wegnehmen.
- 13:48Eugen: Ich möchte einen Begriff aufnehmen, den Deutschland jetzt öfter erwähnt hast, und ich bitten, ihn zu erklären, weil du ja
- 13:53Eugen: auch dazu schon publiziert hast, nämlich die Medikalisierung.
- 13:56Eugen: Und da wollte ich dich auch bitten, von deinem Text ich glaube Stephan Simon gemeinsam zu Medikalisierung spielen zu
- 14:05Eugen: sprechen bzw noch anderen Texten, die du geschrieben hast.
- 14:08Arno: Arno: Ja, also Medikalisierung ist ein Konzept, das eigentlich aus der Anti Psychiatrie Bewegung kommt,
- 14:14Arno: also aus dem Anfang der 70er Jahre.
- 14:20Arno: Dabei ging es vor allem darum, dass.
- 14:25Arno: Man versucht hat, Patientinnen in dieser Zeit so was wie Autonomie etc.
- 14:34Arno: zu gewähren und die Situation solcher Personen einfach zu verbessern.
- 14:40Arno: Weil Psychiatrie war bis in die 60er, 70er, auch 80er Jahre hinein,
- 14:47Arno: vor allem im mitteleuropäischen Raum.
- 14:49Arno: Jetzt nicht wirklich unbedingt ein Spaß also bis heute nicht und.
- 14:53Arno: Aber der Patient oder die Patientinnen und Patienten wurden doch sehr,
- 15:00Arno: sehr anders behandelt, als das heute der Fall ist.
- 15:03Arno: Und. Aus dieser Kritik gegenüber diesem System, dieser systemischen Repression
- 15:13Arno: den Patientinnen gegenüber heraus ist dann eben dieses, dieser Begriff der Medikalisierung entstanden,
- 15:18Arno: also diese Überwältigung des Menschen durch ein in dem Fall soziales System,
- 15:26Arno: also die Medizin, durch dieses Einbinden, die Kontrolle, Die.
- 15:33Arno: Ja. Dass die Heteronomisierung, also Heteronomie als Gegenteil von Autonomie der Patientinnen.
- 15:42Arno: Das war so diese Ausgangslage und also war eigentlich extrem normativ,
- 15:47Arno: also auch negativ konnotiert. Und im Verlauf der wiederum Jahrzehnte wurde,
- 15:56Arno: dass dieses Konzept unter anderem besonders von Konrad, wie es ja nicht Joseph Conrad.
- 16:05Arno: Vornahmen, und zwar von Conrad. Ich muss mich nächstes Mal besser vorbereiten.
- 16:11Arno: Kann man aber auch im Text nachlesen.
- 16:14Arno: Dann übertragen in einen soziologischen Kontext.
- 16:18Arno: Also der hat das sozusagen dem neutralen Impetus gegeben und sprich,
- 16:23Arno: er spricht dann eben von Medikalisierung, wenn bestimmte gesellschaftliche Zusammenhänge.
- 16:31Arno: Dann eben aus einer insbesondere medizinischen Perspektive gelesen werden,
- 16:36Arno: auch Vokabular geschaffen wird, eine Sprache geschaffen wird und auf diese Weise in den,
- 16:42Arno: ja in den Machtraum der Medizin hineingezogen werden.
- 16:49Arno: Das ist so diese Grundidee und ich habe dann noch mal in diesem Text jetzt also eine Medical School of Art am Morgen,
- 16:57Arno: aber auch in anderen Texten, das noch mal ein bisschen differenziert und unterscheidet zwischen einer primären
- 17:03Arno: Medikalisierung, die wirklich von diesen tatsächlichen Machtvorgängen in den Krankenhäusern,
- 17:09Arno: in der Gesellschaft usw spricht, also von Krankenversicherungen ist.
- 17:14Arno: Ja, sind ja auch super wichtig im Kontext der Medikalisierung, was als Krankheit anerkannt wird und was nicht usw.
- 17:20Arno: Das ist alles primäre Medikalisierung und ich habe dann noch die sekundäre Medikalisierung Sozusagen.
- 17:30Arno: Überlegt. Als ein Bereich, in dem zum Beispiel in der Popkultur und anderen Interdiskursen,
- 17:40Arno: die eben Gesellschaft überspannt sind, ja über Medizin gesprochen wird,
- 17:45Arno: bestimmte Sachen auch medizinisch gedeutet werden.
- 17:48Arno: Also man hat das ja zum Beispiel in der Science Fiction, wo dann die Technik auf einmal vor allem sehr viel Biotechnik ist und
- 17:57Arno: sehr viel Gentechnik usw und überhaupt dieses Sprechen von diesem Zusammenhang abhängen führt schon zu einer Art
- 18:06Arno: Normalisierung in der Medizin, aber auch zu einer.
- 18:12Arno: Normalisierung des Diskurses als Leitdiskurs, mit dem man ein bestimmtes Problem betrachtet.
- 18:19Eugen: Eugen: Hier will ich es auch gerade in meiner Bibliothek hinter dem Mikrophon sehe vielleicht auch kurz Werbung für den
- 18:25Eugen: Sammelband von Dir und von Stefan zu Krankheit im Digitalen Spielen.
- 18:29Eugen: Ich nehme an, da finden sich dann auch noch mehr dazu. Und eigentlich könnte man dann auch gleich Werbung machen für das Buch zu.
- 18:37Eugen: Korona in der Populärkultur. Es kommt dann alles rein.
- 18:43Arno: Arno: Haben wir auch ein schönes Buch. Da müssen wir auch den Namen nennen,
- 18:46Arno: nämlich Supersprech der Popkultur und mediale Diskurse im Angesicht der Pandemie.
- 18:50Arno: Ich habe sie ja schon parat liegen gehabt.
- 18:53Eugen: Eugen: Ich glaube, wenn ich mich recht entsinne, beide Texte sind oder beide Bände sind Open Access,
- 18:57Eugen: das heißt, die kann jeder lesen. Ich weiß es nicht von morgen, wird nicht Open Access sein,
- 19:02Eugen: oder.
- 19:02Arno: Arno: Der ist nicht Open Access, aber es gibt ihn als Hörbuch.
- 19:09Arno: Das fand ich ja, finde ich, ja immer wieder kurios, weil das ist der einzige Text von mir,
- 19:13Arno: den man auch hören kann.
- 19:16Eugen: Eugen: Du warst jetzt kurz bei mir weg, aber du hast weiter aufgenommen, oder?
- 19:20Arno: Arno: Ja, ja, das. Das nimmt immer auf auf, wenn der andere.
- 19:25Arno: Mal kurz weg sind.
- 19:27Eugen: Eugen: Gut, dann jetzt wieder rein. Ansonsten glaube ich, können wir anbieten,
- 19:31Eugen: dass man uns einfach kontaktieren kann. Dann können wir den Text auch persönlich schicken,
- 19:35Eugen: denke ich.
- 19:36Arno: Arno: Ja, ja, genau. Ist ja schon nicht mehr ganz frisch.
- 19:40Eugen: Eugen: Ich würde gern zu einem weiteren Punkt springen und dann sollten wir zum Spiel kommen, weil jetzt reden wir sehr viel von
- 19:45Eugen: der Theorie rundherum. Aber was mir auch so gut gefallen hat, war das ja schon eine.
- 19:51Eugen: Also im Spiel Red Dead Redemption zwei muss man auch dazu sagen, dass es der zweite Teil spielt Tuberkulose eine große Rolle.
- 20:00Eugen: Und im Vorfeld oder noch in der Einleitung hast du zur populärkulturellen Geschichte der Krankheit etwas geschrieben,
- 20:09Eugen: was ich sehr, sehr inspirierend fand, weil das so eine romantisierte Krankheit ist,
- 20:15Eugen: die Tuberkulose also in gewisser Weise dadurch, dass sie romantisiert ist auch so eine,
- 20:20Eugen: wie sagt man Oberschicht Krankheit eigentlich, die sich dann im 19.
- 20:25Eugen: Jahrhundert auch in sehr vielen Operetten und Opern wiedergefunden hat. Ich glaube in der Kameliendame hat die Dame dann Tuberkulose.
- 20:31Eugen: Ich habe das letzte Mal nachgeschaut, jetzt weiß ich nicht mehr, in welche Romane sonst Tuberkulose auch noch
- 20:37Eugen: vorkommt. Dabei ist sie eigentlich eine ziemlich grausliche Krankheit. Aber wie man in deinem Text liest, hat es einen totalen
- 20:42Eugen: Unterschied gemacht, ob man jetzt von der Ober oder von der Unterschicht ist.
- 20:47Arno: Arno: Ja, ja, genau. Also man muss ein bisschen unterscheiden.
- 20:50Arno: Also diese diese Romantisierung ist vor allem ein Effekt der Romantik.
- 20:57Arno: Was mich da jetzt nicht so doppeln. Das heißt, das ist vor allem eben,
- 21:02Arno: wie du sagst, ein Diskurs, der elitär geführt wurde und der die die Schwindsucht,
- 21:12Arno: wie sie auch auf Deutsch heißt, also dieses langsame Dahinschwinden bis in den Tod hinein als etwas Positives sieht.
- 21:20Arno: Und dadurch, dass man eben sehr viel aus deren Sicht sehr viel Zeit hat,
- 21:25Arno: sich auf diesen Tod vorzubereiten, ist es ein guter Tod.
- 21:30Arno: Und da gibt es dann auch ein ich weiß nicht, ob das, ob ich das jetzt im Text auch drin habe.
- 21:36Arno: Gibt es ein schönes Zitat von Ich habe es mal wieder vergessen, nicht Lord Byron.
- 21:41Arno: Wie heißt der? Oscar Wilde. Kann das sein?
- 21:44Arno: Wo dann? Einer der Anwesenden am Totenbett.
- 21:48Arno: Dann sagt. Niemand stirbt so schön wie ihr.
- 21:50Eugen: Eugen: Das klingt nach Oscar Wild.
- 21:52Arno: Arno: Aber das bringt es halt so gut auf den Punkt.
- 21:56Arno: Also auch diese völlig pervertierte Umkehrung von Krankheit und Gesundheit,
- 22:01Arno: von positiv und negativ usw. Und das ist eben vor allem eine romantische Lesart.
- 22:09Arno: Auf der anderen Seite gibt es aber vor allem dann im späten 19.
- 22:14Arno: Jahrhundert, dann im 20. Jahrhundert eine Lesart der Tuberkulose als Wirklich,
- 22:19Arno: wie du sagst, ja Unterschichtenphänomen, bei dem auf grausamste Art und Weise gestorben wird und das eben vor allem auch
- 22:28Arno: diese Leute betrifft. Und das ist ja auch so, also erstmal muss man sagen,
- 22:33Arno: Tuberkulose ist ja ist eine bakterielle Infektion und wer die damals bekommen hat,
- 22:41Arno: der war quasi todgeweiht bis in die 20er irgendwas.
- 22:47Arno: Ab dann gab es eben. Ja, Antibiotika, die das Ganze irgendwie behandeln konnten.
- 22:55Arno: Vorher konnte man davon ausgehen, dass man an dieser Krankheit stirbt.
- 23:00Arno: Und. Je nach Geld, wie das bis heute so ist, stirbt es sich dann eben leichter oder grausamer.
- 23:09Arno: Und das zeigt sich eben sehr schön in diesen beiden auseinanderdriftenden,
- 23:16Arno: ja Diskursen, Auseinandersetzung mit Krankheit.
- 23:19Arno: Und es sind auch beides Lesarten, die sich dann später ganz stark in Red Dead Redemption zwei auch finden.
- 23:25Eugen: Eugen: Wunderbar, Du hast den Übergang gemeistert, ich wollte den auch gerade übernehmen. Also ich kann den Text sehr empfehlen,
- 23:32Eugen: weil ich habe da auch viel gelernt über Tuberkulose ist auch ganz kurz.
- 23:35Eugen: Nur ich finde es einfach interessant, wie gewisse Krankheiten wie die Tuberkulose Eingang in die Populärkultur finden und eben
- 23:41Eugen: auch heute noch in einem Spiel eingebaut werden können. Auch wenn sich hier die meisten der Spielerinnen nicht mehr genau
- 23:46Eugen: wissen, was Tuberkulose ist oder hoffentlich für sie.
- 23:49Eugen: Tuberkulose ist zumindest im kollektiven Gedächtnis viel mehr verankert als zum Beispiel die Spanische Grippe,
- 23:55Eugen: obwohl die jetzt ein bisschen mit Corona wieder in Erinnerung gerufen wurde. Aber ich frage mich dann immer so was muss eine
- 24:00Eugen: Krankheit machen, damit sie romantisiert wird?
- 24:03Eugen: Nehmen wir das als Sprung in das Spiel.
- 24:08Arno: Arno: Ein kurzer Nachsatz noch zu sagen.
- 24:10Eugen: Eugen: Ich sage nach.
- 24:12Arno: Arno: Den ich auch wichtig finde für uns Mitteleuropäer.
- 24:17Arno: Wie auch immer man das jetzt kulturell einordnen muss.
- 24:20Arno: Sie Tuberkulose? Im Prinzip nicht mehr vorhanden, aber trotzdem ist sie jetzt wieder nach Coruna.
- 24:26Arno: Ich glaube der Nummer eins Krankheit an tödlichen Infektionen, die man sich so zuzuziehen kann.
- 24:34Arno: Weltweit, also noch vor AIDS und vor allem vor Corona usw.
- 24:40Arno: Also die ist noch sehr präsent global, aber eben nur nicht mehr bei uns.
- 24:47Eugen: Eugen: Und hoffentlich wird sie das auch nicht mehr.
- 24:49Arno: Arno: Ja.
- 24:51Eugen: Eugen: So springen wir zu Affen. Morgen erzähl mir.
- 24:54Eugen: Ja, also ich glaube, das ganze Spiel werden wir nicht vorstellen können. Aber sag uns doch kurz,
- 24:59Eugen: welches Spiel? Welche Person? Ungefähr ganz kurz, in zwei Sätzen die Handlung.
- 25:04Eugen: Und dann können wir auf die Krankheit im Spiel eingehen.
- 25:07Arno: Arno: Also, Red Dead Redemption zwei, ein Spiel von Rockstar Games Rockstar.
- 25:17Arno: Ist ein Spiel, das angesiedelt ist, ich glaube 1899 und 1900 1901 so um den Dreh rum.
- 25:26Arno: Und im Zentrum steht der besagte Arthur Morgan, den man auch spielt.
- 25:34Arno: Das ist so ein Rauhbein. Würde, hätte man früher gesagt, so ein richtig männlicher Mann.
- 25:40Arno: Kaum einer Cowboy hätte man vor 30 Jahren gesagt, Er ist eigentlich ein Gangster,
- 25:46Arno: der mit mit seiner Gang durch den Westen damals noch als Wilder Westen gelten konnte,
- 25:53Arno: durch den Wilden Westen zog, mit der sogenannten Dutch Wander Lind Gang.
- 25:59Arno: Also Dutch Vanderland ist auch sein Ziehvater, der, zu dem er eine ganz starke Beziehung hat.
- 26:07Arno: Und diese Dynamik zwischen den beiden wird dann auch im Spiel sehr sehr stark,
- 26:12Arno: weil. Ja, weil das Wanderland eigentlich das moralische Gegenstück zu Arthur wird.
- 26:21Arno: Und warum würde das also Arthur? Also, es ist so, dass er irgendwann Geld eintreiben soll bei so einem armen deutschen
- 26:27Arno: Einwanderer. Bauern, der sich dummerweise Geld bei einem aus der Gang von Wanda Land geliehen hat.
- 26:35Arno: Und Arthur soll eben die Kohle besorgen und verprügelt den und der verprügelt den auch sehr eindrücklich und das Blut spritzt
- 26:45Arno: nur um sich rum. Und der arme Landwirt, der hustet die ganze Zeit und er spuckt ihm dann quasi in diesen Prügeln dann
- 26:55Arno: auch irgendwie das Blut ins Gesicht, bekommt dann die Kohle und man denkt erstmal okay,
- 27:02Arno: war halt eine Episode von vielen Und bei mir war dann so ein Punkt irgendwann wirklich sehr,
- 27:10Arno: sehr viel später der. Ich weiß nicht, das ist so ein ganz winziges Detail,
- 27:16Arno: wo es geschafft wurde, dass das aber ganz zentral bei mir hängen geblieben ist,
- 27:19Arno: nämlich ein kleiner Huster, sodass wir so die Richtung, das dann Tage Wochen später eben
- 27:28Arno: bei Arthur Morgan auftaucht, während eines Schritts und ich dachte mir Oh Scheiße,
- 27:34Arno: das kann nichts Gutes bedeuten. Also ich finde das faszinierend, dass man es geschafft hat,
- 27:38Arno: das so einzubauen, dass es gleichzeitig egal und doch so wichtig wird.
- 27:42Arno: Und aus diesem kleinen Huster entwickelt sich eben eine ausgewachsene Tuberculosis der Tuberkulose.
- 27:48Arno: Und morgen wird ist eben daran erkrankt, hat die Krankheit von diesem Landwirt bekommen.
- 27:55Arno: Sein Zustand Er ist ihm am Anfang, wie gesagt hyper maskulin, super kräftig.
- 28:03Arno: Topfit usw Er verfällt immer mehr.
- 28:07Arno: Sein Gesicht wird fahl und dauernd so fiebrig, es glänzen im Gesicht und auch seine Vitalwerte werden immer
- 28:17Arno: schlechter. Und ganz am Ende schleppt er sich sozusagen durch dieses Spiel und stirbt irgendwann.
- 28:23Arno: Und das Ganze geht aber einher mit entgegengesetzten Bewegungen, in der Arthur Morgan versucht,
- 28:30Arno: sozusagen das Beste noch aus seinem Leben herauszuholen.
- 28:35Arno: Ja, dieses moralisch verpfuschte Leben, das er bis dahin geführt hat,
- 28:40Arno: auf einen halbwegs rechten Weg zu bringen.
- 28:42Arno: Und aus dieser, aus diesen Gegensätzen entwickelt sich dann das Spiel,
- 28:47Arno: und das Ganze tritt dann eben in Widerstand zu den eigentlichen Zielen dieser Gang also wie gesagt,
- 28:54Arno: das ist jetzt erstmal nicht so begeistert, wie es sich entwickelt und da kommt es dann ganz am Ende auch zum ganz großen Showdown.
- 29:03Eugen: Eugen: Okay. Brechen wir das noch mal ein bisschen runter.
- 29:10Eugen: Also ich würde gerne noch auf zwei Punkte eingehen. Das eine ist die Moral,
- 29:14Eugen: da würde ich vielleicht gerne am Ende hier hinkommen. Jetzt mal zur Analyse,
- 29:18Eugen: weil was du schon beschrieben hast, ist das die Krankheit ja nicht nur in der Erzählung,
- 29:22Eugen: also in Cutscene zum Beispiel gezeigt wird oder in Dialogen, sondern dass man sie auch audiovisuell sieht und was noch nicht so
- 29:30Eugen: stark vorkam. Aber was du auch im Text drin hast, ist, dass sie auch sich in der Spielmechanik widerspiegelt.
- 29:35Eugen: Also es werden so diese drei Analysevektoren, die wir auch in unseren Spieleanalysen seit dem Projekt verwendet haben.
- 29:44Arno: Arno: Ja. Jetzt muss ich mich mal gerade sammeln.
- 29:50Eugen: Eugen: Ja, also vielleicht einfach eine konkretere Frage, damit du ein bisschen besser geleitet bist.
- 29:54Eugen: Also in der Erzählung hatten wir es jetzt auch schon ein bisschen drinnen. Audiovisuelle Ästhetik hast du auch gut
- 29:59Eugen: beschrieben. Verzerrung vielleicht.
- 30:01Eugen: Konzentrier dich mal auf die Spielmechanik.
- 30:03Eugen: Also wie wird da die Krankheit umgesetzt?
- 30:07Arno: Arno: Also grundsätzlich und das finde ich ja auch das Faszinierende an diesem Spiel und auch mitunter ein Grund,
- 30:13Arno: warum ich es so liebe, ist diese Invertierung von Erwartungen an Spielmechaniken.
- 30:22Arno: Also in vielen Spielen hat man ja diesen Zwang zur Progression, zum besser werden,
- 30:26Arno: zum sich selbst verbessern usw und so fort.
- 30:30Arno: Und hier hat man quasi den Idealzustand am Anfang.
- 30:34Arno: Also der Körper ist fit, man kann sogar ein bisschen Übergewicht haben,
- 30:37Arno: weil man viel isst usw, man hat Stamina und was weiß ich nicht alles.
- 30:44Arno: Also Durchhaltevermögen. Das alles wirklich on point und super ist.
- 30:48Arno: Und mit der Erkrankung wird es dann aber immer schwerer diese Spielmechaniken Punkte zu halten.
- 30:54Arno: Also man wird wortwörtlich auch immer dünner.
- 30:57Arno: Das ist auch so ein Punkt, der in der Spielmechanik enthalten ist.
- 31:00Arno: Wird immer schwieriger sein eigenes Gewicht zu halten.
- 31:03Arno: Seine eigenen Vitalwerte in diesem Kurs, die es da gibt, also dieses Spiel mechanischen,
- 31:10Arno: biostatistischen Werte sozusagen, dass man die aufrechterhalten kann.
- 31:14Arno: Irgendwann geht es auch gar nicht mehr, aber man kann das dann nur so ein bisschen abbremsen,
- 31:18Arno: diesen Verfall und das ist was, was so ganz stark diese, ja diese Bio Physik Arthurs
- 31:28Arno: innerhalb des Spiels dann charakterisiert.
- 31:32Eugen: Eugen: Gut, dann machen wir den Sprung jetzt zum nächsten Thema, das ich gerne angehen würde,
- 31:37Eugen: das bei dir auch eine zentrale Rolle im Text spielt, nämlich die die Frage der Moral.
- 31:42Eugen: Weil in gewisser Weise hast du geschrieben, ist die Krankheit eine Metapher auch oder Unsinn?
- 31:47Eugen: Nicht in gewisser Weise, sondern. Punkt.
- 31:50Eugen: Die Krankheit ist ganz eindeutig auch eine Metapher. Ich fand es ja schon. Das ist auch eingebettet darin, dass ja Red Dead
- 31:55Eugen: Redemption grundsätzlich schon mal sehr viele Berührungspunkte mit Politik und Ideologie hat,
- 32:01Eugen: weil es da quasi um den Ursprungsmythos auch der US amerikanischen Identität geht und die sogenannten amerikanischen Werte,
- 32:10Eugen: also Freiheit und Selbstständigkeit.
- 32:14Eugen: Und wir spielt da die Krankheit auch als moralische Instanz mit?
- 32:21Arno: Arno: Ja. Also diese Freiheit begründet sich ja in Red Dead Redemption Red Dead Redemption so ein bisschen darin,
- 32:29Arno: dass man dass es nur die eigene Freiheit ist und nicht die, die man den anderen gegenüber dann zulässt.
- 32:37Arno: Also ab morgen zieht durch das Land raubend prügeln und nimmt keine Rücksicht auf irgendwas.
- 32:46Arno: Aber er ist frei. Ja, und hat eigentlich auch ein relativ festes soziales Umfeld,
- 32:53Arno: in dem er sich wohlfühlt usw Aber dieses Umfeld ist eben eines das.
- 33:00Arno: Auf gesellschaftlichen Zusammenhang oder Zusammenhalt an sich gar nicht so viel Wert legt und das auch auf die Wunden,
- 33:09Arno: die sie hinterlassen, eigentlich gar keinen Wert legen. Und.
- 33:14Arno: Ja, sie werden ja auch zum Beispiel dann vom na wie hieß dieser CIA Vorgänger,
- 33:21Arno: dieser FBI Vorgänger noch von den.
- 33:25Arno: Von ja, von dem späteren FBI. Dann werden sie ja gejagt usw.
- 33:31Eugen: Eugen: Also das was du meinst ist es. Aber sind das die paar?
- 33:35Eugen: Keine Ahnung die Pink hatten. Das war ja ein Privatunternehmen. Er Also diese Privatdetektive,
- 33:39Eugen: die.
- 33:40Arno: Arno: Das sind eben die pinkerten Agenten, die, die sie dauernd verfolgen usw und.
- 33:48Arno: Ja, das ist auf der einen Seite dieses meine Freiheit steht im Vordergrund und erst im Laufe dieser
- 33:58Arno: Krankheit dämmert es Arthur dann.
- 33:59Arno: Okay, er hat vielleicht auch Verantwortlichkeiten gegenüber anderen Menschen und diese bestehen nicht nur darin,
- 34:06Arno: für die Gang andere Leute auszurauben rauben, sondern sein Leben hat einen Einfluss auf andere,
- 34:12Arno: indem er sie zum Beispiel ausraubt.
- 34:14Arno: Und er sucht dann zum Beispiel auch diesen Landwirt dann irgendwann wieder auf,
- 34:18Arno: der dann aber schon verstorben ist.
- 34:20Arno: Oder er hat auch irgendwo vor Jahren eine Frau gehabt, die aber diesen Lebensstil nicht mittragen wollte.
- 34:27Arno: Mit der trifft er sich wieder, hat auch dann Sohn usw.
- 34:31Eugen: Eugen: Das heißt diesmal haben wir wirklich ganz stark die Redemption drinnen wieder.
- 34:35Arno: Arno: Man hat so eine ganz starken Redemption Arc drin.
- 34:39Arno: Genau. Ich habe dann irgendwo geschrieben also Arthur ist sozusagen wie eine Antithese zu Oscar Wildes
- 34:49Arno: Dorian Gray.
- 34:50Eugen: Eugen: Also das hat mir sehr gut gefallen.
- 34:53Arno: Arno: Sein Körper zerfällt immer mehr, aber gleichzeitig wird er moralisch besser oder moralisch integrer.
- 35:01Arno: Und während das ja bei Dorian Gray genau das Gegenteil ist und insofern greift auch wieder dieses Ding von
- 35:11Arno: Tuberkulose als romantischer Krankheit auf, also dieses Ich habe Zeit,
- 35:15Arno: mich auf meinen Tod vorzubereiten und kann meinen Frieden mit der Welt machen und die Welt auch mit mir.
- 35:22Arno: Also Redemption. Und das spielt dann eine ganz starke Rolle, Ja.
- 35:27Eugen: Eugen: Also die Läuterung der Hauptfigur, die einhergeht auch mit diesem.
- 35:32Eugen: Das erinnert mich ja auch wieder ein bisschen an die Strafe Gottes für für moralisches Verhalten oder für falsches Verhalten.
- 35:39Eugen: Aber die er dann, wenn ich das so richtig sehe ich muss ja dazu sagen,
- 35:43Eugen: ich habe das Spiel noch nicht gespielt.
- 35:46Eugen: Ich weiß auch nicht, ob ich es mir noch vornehme, ob ich jemals die Zeit dafür finde.
- 35:50Eugen: Da war ich aber.
- 35:51Arno: Arno: Glaube ich, sogar in der Rolle drin.
- 35:54Eugen: Eugen: Nikola Tesla oh Gott, wirklich überall vor?
- 35:58Eugen: Erinnere mich daran, dass wir dazu irgendwann mal was machen. Das wirklich, diese Faszination für Tesla?
- 36:02Eugen: Egal, jetzt geht es hier nicht um Tesla.
- 36:05Eugen: Ähm, ja. Also ich war dann doch doch sehr begeistert irgendwie von dieser Erzählung und diesem moralischen Handlungsbogen,
- 36:14Eugen: der sich da durchzieht. Und das ist ja dann jetzt viel mehr Leute,
- 36:18Eugen: die Begriffe dazu aus der Literaturwissenschaft.
- 36:20Eugen: Aber es gab ja dieses eigene Genre von so extrem moralischen Texten.
- 36:25Eugen: Was war das denn? Das erinnert mich sehr an Ich komme jetzt nicht drauf,
- 36:31Eugen: da müsste man auch nachschauen bzw.alle Literaturwissenschaftler innen werden sehr schnell sagen können Aber wirklich so ein
- 36:37Eugen: fast Erziehungsroman an Erziehungsstil, das man da hat.
- 36:45Eugen: Gut, ich denke, damit haben wir einige zentrale Punkte gut abgedeckt.
- 36:50Eugen: Also ich habe da noch andere Anmerkungen.
- 36:53Eugen: Aber ich sah auf die uhr. Ich versucht das diesmal ein bisschen kürzer halten insgesamt.
- 36:57Eugen: Ich würde einfach sagen, jeder, der sich dafür interessiert, soll uns einfach Bescheid geben.
- 37:03Eugen: Kann an den Text kriegen, sich da einlesen.
- 37:05Eugen: Wie gesagt, noch einmal. Wer sich für Krankheit in digitalen Spielen oder noch konkreter für Populärkultur interessiert auch
- 37:13Eugen: dafür haben wir Literatur Verweise da unten drinnen.
- 37:16Eugen: Und sonst würde ich vorschlagen, dass wir als nächstes zu den Softworks weiter gehen.
- 37:35Arno: Arno: Also das war Anthrax. Bei Anthrax hauche ich immer so.
- 37:41Eugen: Eugen: Das versuchen wir danach. Also Softworks.
- 37:45Eugen: Fangen wir mit dir an, Arno. Was hast du in den letzten drei Monaten gespielt.
- 37:50Eugen: Und woran erinnerst du dich überhaupt noch davon?
- 37:53Arno: Arno: Gespielt habe ich vor allem. Das habe ich aber jetzt schon ein paar Wochen hinter mir.
- 37:57Arno: Assassin's Creed Shadows.
- 38:00Eugen: Eugen: Du hast was? Du bist fertig.
- 38:01Arno: Arno: Ja.
- 38:02Eugen: Eugen: Okay. Wie viele Stunden waren das denn?
- 38:05Arno: Arno: Über hundertste. Und als wir uns letztes Mal getroffen habe, war ich noch nicht fertig.
- 38:11Arno: Aber jetzt bin ich fertig. Und ich muss sagen.
- 38:17Arno: Also, Assassin's Creed ist ja immer so eine zweischneidige Sache.
- 38:21Arno: Also einerseits hat man diese klassische Ubisoft überhaupt nicht, diese Überfrachtung mit diesen
- 38:31Arno: 5 Millionen Sidequests, die man dann machen muss und.
- 38:36Eugen: Eugen: Die zugemüllten Open World Karten hier noch einmal, dann hier eine Seite,
- 38:40Eugen: die ist irgendein Collective, da liegt auch noch etwas.
- 38:43Eugen: Es ist ja.
- 38:44Arno: Arno: Das ist ja was. Was? Also ich bin sehr großer Fan von Open World.
- 38:48Arno: Ich mag auch solche Spiele an sich sehr gerne, aber es ist halt manchmal einfach zu viel.
- 38:53Arno: Ich habe irgendwann den die Entscheidung getroffen.
- 38:55Arno: Okay, also es gibt dann irgendwie so eine, so eine Questkarte und ich habe mir gesagt,
- 39:00Arno: okay, ich mache die untere Hälfte und die habe ich auch gemacht.
- 39:05Arno: Es kam dann immer mehr Sidequests dazu, aber ich glaube, ich habe trotzdem jetzt vielleicht,
- 39:09Arno: dann weiß ich nicht 3/4 oder so aller Sachen gemacht, die man da machen muss und muss aber sagen,
- 39:18Arno: was diese Welten angeht, die finde ich ja immer trotzdem immer sehr fantastisch aufgebaut und es ist immer.
- 39:26Arno: Macht einfach immer großen Spaß dadurch.
- 39:28Arno: Das ist übrigens das gleiche bei Red Dead Redemption zwei durch diese Welt zu reiten,
- 39:32Arno: weil man quasi dem Wetter ausgesetzt ist und dieser Landschaft, die auch sehr,
- 39:41Arno: sehr abwechslungsreich, aber trotzdem sehr vorsichtig und authentisch ist.
- 39:47Arno: Und gleichzeitig habe ich auch gerade bei den Assassins Creed Spielen ja,
- 39:55Arno: trotz aller Fantasy und allem aller Fiktion, die da reingeht, immer das Gefühl,
- 40:02Arno: dass man versucht, eben eine Welten zu erschaffen, die sich.
- 40:07Arno: Wir könnten jetzt viel über Authentizität sprechen, aber das machen wir lieber nicht. Aber die sich in gewisser Weise lebendig oder
- 40:13Arno: echt anfühlen. Und das in diesem japanischen Kontext, der mir bis heute eigentlich immer relativ
- 40:23Arno: fremd geblieben ist, aber der hier für mich total gut funktioniert hat,
- 40:27Arno: also der mir sehr viel über japanische Kultur beigebracht hat.
- 40:32Arno: Das ist ja bei vielen Assassin's Creed Spielen der Fall, dass sehr viel erzählt wird über die Kultur,
- 40:38Arno: in die das Spiel jeweils eingebettet ist.
- 40:41Eugen: Eugen: Gibt's dann noch die Discovery Tour eigentlich?
- 40:43Eugen: Gibt es noch.
- 40:44Arno: Arno: Bisher gibt es die, glaube ich hier nicht.
- 40:47Arno: Bei Walhalla gab's die glaube ich auch nicht.
- 40:49Eugen: Eugen: Doch ich glaube, bei Walhalla gab es sogar so eigene Quests für die Discovery Tour.
- 40:54Eugen: Aber müsste ich auch nachschauen. Also das war ein bisschen herumgegangen in einem Museum in Oregon.
- 40:58Eugen: Habe ich mir mal genauer angeschaut. Es war halt wie ein Museum im 19.
- 41:02Eugen: und 18. Jahrhundert, 19 bis 20. Jahrhundert.
- 41:06Eugen: Und ich glaube, in Walhalla haben sie dann das ein bisschen interaktiver gemacht. Aber jetzt Vielleicht liefern sie es wieder nach
- 41:12Eugen: oder sie haben es fallen lassen. Aber sehr interessant, dem nachzugehen.
- 41:15Arno: Arno: Ja, und Assassin's Creed hat auch eine schöne Dynamik durch die zwei Hauptcharaktere,
- 41:22Arno: die man eben gespielt hat. Das eine war so eine ganz schmächtige, kleine,
- 41:26Arno: aber dafür flinke und behände.
- 41:30Eugen: Eugen: Shinobi.
- 41:32Arno: Arno: Shinobi, die ihre Heimat in so einem, in so einer machtvollen Auseinandersetzung zwischen dem.
- 41:41Arno: Shogun und und ihrem Vater dann eben.
- 41:46Arno: Ja, zerstört wird. Vater wird auch umgebracht.
- 41:48Arno: Und aus dieser ganzen Geschichte ergibt sich dann so ein Rachenarrativ,
- 41:52Arno: das dann so ein bisschen die Hauptgeschichte strukturiert.
- 41:55Arno: Und auf der anderen Seite hat man jemanden, der.
- 42:00Arno: Ja mit einem portugiesischen Schiff eigentlich mehr oder weniger als Sklave in Japan landet.
- 42:07Arno: Ein riesiger, dunkelhäutiger, aus Afrika stammender Mensch, der über dessen Vergangenheit man nur sehr
- 42:17Arno: wenig sehr langsam erfährt und der spielmechanisch aber eben extrem groß und kräftig ist,
- 42:24Arno: aber dafür auch unglaublich plump.
- 42:26Arno: Und es gibt dann zum Beispiel diesen berühmten Sprung von den Türmen in die Heuhaufen,
- 42:31Arno: die immer so schön animiert sind und das ist bei ihm immer unglaublich.
- 42:38Arno: Unbehände. Und er stolpert dann sozusagen immer in die Heuhaufen und sagt dann auch ganz oft hinterher Hoffentlich hat das jetzt
- 42:46Arno: gerade keiner gesehen oder so und dass diese, diese Dynamik, die sich dann auch spielmechanisch daraus ergibt,
- 42:53Arno: aber eben auch aus diesen verschiedenen Erzählsträngen, die hat mir doch sehr viel Spaß gemacht,
- 42:58Arno: muss ich auch sagen.
- 43:00Eugen: Eugen: Na ja, ich bin ja. Ich habe ja auch an einen weichen Punkt an Soft Spots für Assassin's Creed Spiele,
- 43:06Eugen: auch wenn ich sie kritisch sehe. Aber ich arbeite mich wie immer in der Reihe durch und ich glaube,
- 43:11Eugen: ich habe bei. Das war's. Ich glaube mit Syndicate aufgehört.
- 43:17Eugen: Das heißt, mir fehlt noch Origins Odyssey Walhalla und dann schauen wir mal,
- 43:22Eugen: ob wir das in diesem Jahrzehnt noch schaffen. Ach Gott, Mirage gibt's ja auch noch.
- 43:26Eugen: Ja, vielleicht versuche ich es diesmal nicht komplett zu schaffen. Gut,
- 43:30Eugen: dann überlege ich, was ich erzählen kann.
- 43:34Eugen: So ist jetzt viel gespielt worden. Ich weiß. Ich erinnere mich einfach nicht mehr, wie viel ich schon über Indiana Jones geredet
- 43:38Eugen: habe, Weil das ist mein Open World Spiel, das ich besonders geliebt habe.
- 43:42Eugen: Und normalerweise mag ich Open World Spiele nicht Open World.
- 43:46Arno: Arno: Ich dachte immer, das wäre so ein.
- 43:48Arno: Es ist ein Jahresding.
- 43:50Eugen: Eugen: Es ist linearer als also es gibt mehrere Karten.
- 43:52Eugen: Man ist in mehreren Leveln, quasi in Gizeh, im Vatikan, nachher in Siam.
- 44:00Eugen: Vier ist nicht schön gemacht und ich fand vor allem und findet aber nicht nur ich so,
- 44:04Eugen: das habe ich auch im Podcast öfters gehört.
- 44:07Eugen: Es fängt halt irrsinnig gekonnt den Plan der ersten Filme ein.
- 44:13Eugen: Also es dürfte schon das ganze Konzept gewesen sein.
- 44:16Eugen: Fanservice für jene Menschen, die in ihrer Jugend die Indiana Jones Filme gesehen haben und zwar vor allem die frühen.
- 44:22Eugen: Und das funktioniert dann toll und ist auch nicht zu platt, weil sie dann versuchen,
- 44:27Eugen: ein paar Sachen aufzubrechen. Also gerade die Frage von Raubarchäologie also darf in die überhaupt alles mitnehmen,
- 44:34Eugen: was sie überhaupt einsammelt, wird sehr kritisch hinterfragt, weil sich diesmal auch mehr dafür einsetzt,
- 44:38Eugen: dass halt historische Artefakte in den Händen der Kulturen bleiben,
- 44:43Eugen: die sie hervorgebracht haben oder der Nachfolgekulturen.
- 44:46Eugen: Ich meine, da kann man dann sehr lang diskutieren, was wem gehört. Aber das Spiel weicht dieser Diskussion nicht mehr aus.
- 44:54Eugen: Ich habe jetzt eine kurze Autobiographie dazu geschrieben, war noch nicht ganz glücklich, weil ich hatte da noch nicht sehr viel
- 44:58Eugen: Erkenntnis drin. Aber jetzt dank Feedback ist mir auch etwas eingefallen,
- 45:02Eugen: was ich spannend finde. Also zum einen ist diese Nostalgie, die bedient wird,
- 45:05Eugen: aber sehr gekonnt bedient wird und dann aufgebrochen wird auch.
- 45:09Eugen: Und dann habe ich mich gefragt, was hat mir so viel Spaß gemacht? Mir hat viel Spaß gemacht,
- 45:13Eugen: dass ich durch diese Welt laufen konnte, hin und wieder auch schleichen konnte.
- 45:17Eugen: Also da war es sehr stark wie Assassin's Creed, gerade im Vatikan.
- 45:21Eugen: Aber wie so oft hat es nur bis zu einem gewissen Punkt bei mir funktioniert.
- 45:24Eugen: Dann wurde ich entdeckt und dann habe ich alle verprügelt mit herumliegenden Besen,
- 45:28Eugen: Mandoline, Staubwedel, Baguette.
- 45:30Eugen: Ich weiß nicht, was es war. Es war wirklich wie in den Filmen.
- 45:34Eugen: Es war jetzt nicht wie in Wolfenstein, dass sie auch von Maschinen Games entwickelt wurde.
- 45:40Eugen: Ein Splattermovie mit Eingeweide geflogen sind und es war mehr wie ein Terence Hill Bud Spencer Feeling,
- 45:46Eugen: wo ich einfach auch mal ohne schlechtes Gewissen Nazis verprügeln konnte.
- 45:49Eugen: Und dann dachte ich mir, das ist auch ein Kernpunkt dieser Nostalgie ohne schlechtes Gewissen.
- 45:55Eugen: Nazi verprügeln, das ist ein Kind der 80er Jahre, das ist heute nicht mehr so sehr und das versucht dieses Spiel zurückzuholen.
- 46:01Eugen: Alt Aus unterschiedlichen Gründen, weil halt auch plötzlich rechtes Gedankengut wieder viel mehr en vogue ist.
- 46:07Eugen: Und dieser gesellschaftliche Konsens des Mit Nationalsozialismus müssen wir uns gar nicht so viel auseinandersetzen,
- 46:15Eugen: weil das ist einfach definitiv böse.
- 46:18Eugen: Das wäre so eine Frage, die ich mir gerne näher anschauen würde, weil das natürlich jetzt sehr verkürzt. Also
- 46:23Eugen: das war Indiana Jones und sonst kann ich ganz kurz nur sagen, damit wir es auch nicht zu lang machen,
- 46:28Eugen: spiele ich mit großer Begeisterung noch immer Aliens Dark Designs.
- 46:31Eugen: Bin mittlerweile beim letzten Level nach drei Monaten.
- 46:34Eugen: Das ist so eine Art Taktiksimulator in der Tradition der Ex Com Games.
- 46:40Eugen: Der aber sehr schön finde ich die Atmosphäre des Aliens Film, also des zweiten Teils,
- 46:46Eugen: in Spielform übersetzt. Und dann habe ich mit meinem jüngeren Sohn gerade angefangen Banjo Kazuki zu spielen.
- 46:52Eugen: Das ist so nicht. Durch den Kanon von Konsolenspielen, durch Arbeiten inspiriert von vom Stay Forever Podcast.
- 46:59Eugen: Dachte mir, schaue ich mir jetzt auch mehr so ältere Spiele an, die ich verpasst habe damals aus welchen Gründen auch immer.
- 47:04Eugen: Dazu kann ich das nächste Mal mehr. Oh ja, ja, ja.
- 47:07Eugen: Also Grafik natürlich. Furchtbar.
- 47:09Arno: Arno: Also ich habe das nie gespielt, deswegen.
- 47:11Eugen: Eugen: Also das erste Band. Ist halt so diese frühe 3D Grafik, da gibt es noch weniger Polygone,
- 47:17Eugen: aber das, ich weiß nicht, das verschwindet dann nach einiger Zeit des Spielens.
- 47:21Eugen: Und sonst? Ja, sehr interessant, herausfordernd.
- 47:24Eugen: Was ich auch mal gut finde, weil es mir sonst oft auch zu leicht mache.
- 47:28Eugen: Furchtbares, Furchtbares, Tauchen.
- 47:30Eugen: Aber jetzt haben wir es langsam gelernt. Das Tauchen jetzt geht. Jetzt finde ich das nicht mehr ganz so furchtbar. Ja,
- 47:36Eugen: ich meine Erzählungen. So, darauf würde ich jetzt nicht eingehen. Das nächste Mal ist schon ziemlich platt,
- 47:41Eugen: also. Und auch der Humor ist ja. Aber da gingen noch plumpere Sachen als heute gingen.
- 47:48Eugen: Aber er ist sehr interessant. Einfach auch aus historischer Perspektive.
- 47:51Arno: Arno: Ja, ja, schön. Bei Indiana Jones hatte ich noch die Frage Ich bin ja jemand,
- 47:57Arno: der nicht mit Indiana Jones, sondern mit na, wie heißt der mit Waterman?
- 48:05Eugen: Eugen: Ja, der Open Domain Indiana Jones, der in unseren öffentlichen Rundfunksendern war,
- 48:10Eugen: weil ich glaube, viel, viel billiger. Ich habe auch ein Wochenende Quatermain gesehen und Indiana Jones musste
- 48:15Eugen: ich mir holen. Erst von einer Videothek.
- 48:17Eugen: Ach, ich mochte ihn auch. Ja.
- 48:19Arno: Arno: Aber funktioniert das auch für solche Leute?
- 48:22Eugen: Eugen: Wie meinst du, für.
- 48:23Arno: Arno: Die eben nicht mit dieser Lore vertraut sind, zum Beispiel.
- 48:27Eugen: Eugen: Ich glaube, mittlerweile kannst du der Indiana Jones nicht mehr so gut entgehen wie früher.
- 48:34Eugen: Ähnlich wie bei Star War's ja nicht ganz so stark, aber trotzdem.
- 48:38Eugen: Jeder hat es schon einmal gehört und gesehen, erzählt bekommen.
- 48:42Eugen: Man müsste sich jetzt auch anschauen, wie gut sich das Spiel verkauft hat.
- 48:46Eugen: Also zur Rezeption kann ich noch nicht so viel sagen.
- 48:49Arno: Arno: Ja.
- 48:50Eugen: Eugen: Es hat einige schöne Momente und es hat auch.
- 48:52Eugen: Es geht sehr schön diesen Spagat aus.
- 48:55Eugen: Sehr ähnlich zu Assassin's Creed als Rekonstruktion historischer Rekonstruktion.
- 49:00Eugen: Also gerade das erste Level im Vatikan habe ich am meisten geliebt,
- 49:03Eugen: weil wunderschön schon allein Architektur umgesetzt und aber die, die.
- 49:10Eugen: Das faschistische Regime ist recht gut recherchiert worden, also wirklich auch auf Basis der Soldaten.
- 49:15Eugen: Das fängt damit an, dass sie wirklich gut Italienisch reden. Auch die Deutschen reden gutes Deutsch,
- 49:20Eugen: wurden gut gecastet, da dann die ganzen Zeitungsartikel, die sich finden und die Propagandaplakate sind tatsächlich
- 49:28Eugen: Nachgeforscht und mache eine gute Atmosphäre.
- 49:30Eugen: Und dann geht es aber halt um ein riesen Hokuspokus Arche Noah Riesenzauber mit Teleport und ich weiß nicht,
- 49:36Eugen: das.
- 49:36Arno: Arno: Hört sich sehr nach Indiana Jones.
- 49:38Eugen: Eugen: Also diese Mischung aus historisch akkurat und totaler Wahnsinn.
- 49:45Arno: Arno: Ja gut. Hast du so gesehen? Wo wir gerade bei.
- 49:49Eugen: Eugen: Ja, ich wollte gerade. Machen wir es heute ein bisschen kürzer? Machen wir vielleicht jeweils nur noch ein Ding? Ich.
- 49:55Eugen: Was ich gesehen habe. Was jetzt? Ja, doch.
- 49:59Eugen: Ich glaube, was mich halt am meisten inspiriert hat in letzter Zeit, ist die Serie The Great.
- 50:03Eugen: Da geht es um Katharina die Große, aber in einer sehr lustigen und zwar wirklich auch lustigen Neuinterpretation,
- 50:10Eugen: die auch mit Anachronismen spielt.
- 50:13Eugen: Also ich erzähle immer am liebsten die Szene, wo Peter, also der komplizierte Peter,
- 50:20Eugen: der eigentlich ein ausgewachsener, ausgewachsener Soziopath ist, dann immer joggen geht in der Früh mit seinem
- 50:28Eugen: Liebling, dem Grigori, den ich auch sehr liebe.
- 50:30Eugen: Und dann haben sie so Kostüme aus der Zeit an, aber dann kommt man drauf. Ist nicht ganz authentische Kostüme, weil das sind
- 50:35Eugen: eigentlich Jogginganzüge, die aber angepasst wurden an die Zeit.
- 50:39Eugen: Und man merkt halt auch immer wieder sonst etwas, was ich glaube, in welcher Serie war das noch mal in einigen
- 50:46Eugen: Serien auch gemacht wurde, dass moderne Musik halt in klassischen Instrumenten dann dargebracht wurde oder dass
- 50:51Eugen: ein Chor von jungen Bauernkindern dann die Krasnaja Armida, also den,
- 50:56Eugen: den die Hymne der Roten Armee aus der Sowjetunion singt.
- 50:59Eugen: Und solche Brechungen gibt es immer wieder. Es ist aber vor allem die Erzählung hat mir sehr gut gefallen,
- 51:05Eugen: weil es geht um Katharina die Große, und sie wird als sehr spannende,
- 51:10Eugen: vielseitige Person gezeigt, die zuerst total blauäugig und romantisch in diese furchtbare Beziehung kommt,
- 51:16Eugen: dann sehr schnell ein Hass auf ihren Mann entwickelt.
- 51:20Eugen: Wobei dann spannenderweise Peter am Ende sympathisch wird, also am Ende der ersten Staffel.
- 51:24Eugen: Oder mir zumindest. Und auch hier, was dann alles noch mal schwieriger macht,
- 51:27Eugen: weil sie hat schon entschieden, ihn umzubringen und einen Cut zu machen und sie versammelt sich.
- 51:34Eugen: Also Klientel bzw Alliierte, die aufgeklärte politische Ideen vertreten.
- 51:41Eugen: Also zum Beispiel kommt auch das Thema Es kommt.
- 51:44Eugen: Es werden halt auch moderne Themen in historischen Gewand hier verhandelt, wie Impfgegner innen zum Beispiel.
- 51:51Eugen: Und ja, also ich kann es ja empfehlen. Ich bin gespannt. Ich habe jetzt noch die zweite und dritte Staffel zu Hause. Wie die sind.
- 51:56Eugen: Danach ist es aus. Dann werde ich mehr erzählen.
- 51:59Eugen: So, jetzt zu dir auch noch. Was hast du gesehen?
- 52:02Arno: Arno: Ja, ich darf ja nur noch eins sagen.
- 52:04Eugen: Eugen: Ja, Du hast noch fünf Minuten dafür.
- 52:07Arno: Arno: Das finde ich sehr schade, weil ich habe ja in 95 Monaten, die wir uns nicht gesprochen haben,
- 52:15Arno: natürlich mehr gesehen. Ich möchte aber an der Stelle wirklich empfehlen,
- 52:20Arno: die Apple TV Serie Studio. Ich bin ja irgendwie.
- 52:25Arno: Also ich war früher nie ein Fan von Seth Rogen.
- 52:29Eugen: Eugen: Aber die Gespräche über die Serie immer so an?
- 52:33Eugen: Also was? Wirklich kein Fan von Sephora?
- 52:35Arno: Arno: Nein, wirklich nicht. Also ich konnte diese aufgesetzte Art von ihm nie ertragen.
- 52:42Arno: Aber mit dem Alter wird er immer besser.
- 52:44Arno: Und er. Und hier ist er, glaube ich, auf dem vorläufigen Höhepunkt seines Schaffens.
- 52:49Arno: Das ist eine Serie, die von, ich glaube, Ivan Goldberg und Seth Rogan noch ein paar anderen geschrieben wurde,
- 52:54Arno: die wirklich großartig ist. Und die Prämisse ist einfach Er wird ja zum Chef einer Filmproduktionsfirma.
- 53:07Arno: Und muss sich dann quasi mit diesem mit dieser Firma herumschlagen.
- 53:13Arno: Und das hat so einen. Die Serie ist einerseits eine ganz, ganz große Liebeserklärung ans Kino.
- 53:21Arno: Also dann gibt es dann auch so Folgen, die dann eine heißt zum Beispiel Donna.
- 53:26Arno: Also es geht darum, dass dann in ihn der in einem Film, den diese Firma eben produziert ein
- 53:37Arno: wie nennt man diese ein Single Shot 15 Minuten Ding oder so gedreht werden soll,
- 53:43Arno: wo dann eben ohne Kamera Schnitt die Schauspieler und Schauspielerinnen dann was machen sollen.
- 53:50Arno: Und die komplette Folge, die ja über eine halbe Stunde dauert, ist eben so ein Single Shot.
- 53:56Arno: Und das ist so genial gemacht und das zeigt so eine Liebe gegenüber dem Medium.
- 54:02Arno: Andererseits ist es wirklich so eine satirische Überspitzung von diesem ganzen Business.
- 54:07Arno: Also das fängt dann in dieser ersten Folge schon wundervoll an, da muss ich leider ein kleines bisschen spoilern,
- 54:16Arno: aber einfach nur, um den Wahnsinn zu mal, und zwar bringt dann Seth Rogen Martin Scorsese zum
- 54:25Arno: Weinen. Und das ist übrigens auch noch was, was ich wirklich toll finde.
- 54:31Arno: Es gibt sehr, sehr viele Leute wie Martin Scorsese, oder?
- 54:37Arno: Wie heißt er noch, der der Regisseur.
- 54:43Eugen: Eugen: Ich glaube, ich weiß sogar, wenn du meinst. Du meinst, der auch in The Development spricht.
- 54:50Arno: Arno: Ja. Ja, der Ron Howard.
- 54:54Eugen: Eugen: Danke.
- 54:55Arno: Arno: Ron Howard, oder? Dann gibt es dann so Leute wie Charlize Theron oder Olivia Wilde,
- 55:00Arno: die auch sich als ganz, ganz furchtbare Regisseurin dann darstellen lässt.
- 55:07Arno: Und also dieser Mut zur Selbstdarstellung und dabei wirklich alle Eitelkeiten fallen zu lassen,
- 55:13Arno: das ist etwas, was hier die ganze Serie wirklich auszeichnet.
- 55:16Arno: Und das ist es eigentlich in jeder einzelnen Folge so, dass alles in völligem Chaos endet und sehr,
- 55:23Arno: sehr, sehr lustig. Und natürlich ein sehr bissiger Kommentar auf Hollywood.
- 55:27Arno: Da geht es dann teilweise um eben solche Sachen wie Diversität und wie mit welcher Doppelmoral diese ganzen Sachen geführt
- 55:35Arno: werden usw.
- 55:37Eugen: Eugen: Aber dann doch eine Liebeserklärung.
- 55:38Arno: Arno: Ja, natürlich können.
- 55:39Eugen: Eugen: Sie jetzt so an erinnert.
- 55:41Arno: Arno: Das auch an sich nicht in Frage, aber liegt halt schon den Finger in die Wunde und sagt okay,
- 55:46Arno: hier ist ganz schön viel, völlig okay und könnte eigentlich besser sein.
- 55:52Arno: Aber an sich ist es eine tolle Sache, was wir hier treiben.
- 55:56Eugen: Eugen: Das hört sich so an, als ob mir die Serie auch sehr gut gefallen würde.
- 55:59Arno: Arno: Ich bin sehr sicher, es ist wirklich toll, das Genre, wenn ich.
- 56:03Arno: Ich habe gerade einfach um den Namen rauszufinden schnell Wikipedia aufgemacht wird bei Wikipedia auch als Comedy geführt.
- 56:10Eugen: Eugen: Das ist wiederum das, was mich.
- 56:13Arno: Arno: Jetzt. Das sagt mir gar nichts, Aber es trifft es ein bisschen auf den Punkt,
- 56:17Arno: weil eben diese Charaktere alle ihre eigenen schlecht schlimmsten Seiten zeigen.
- 56:22Arno: Aber man, ja, sie sind halt trotzdem irgendwie.
- 56:26Arno: Man gewinnt sie irgendwie lieb.
- 56:28Eugen: Eugen: Okay, gut, ich glaube, ich würde es mir gerne anschauen.
- 56:32Arno: Arno: Und ganz groß muss ich auch noch ganz, ganz als Abschluss sagen Bryan Cranston spielt mit.
- 56:38Arno: Von Breaking Bad kennt man ihn und er spielt dann den CEO dieser Firma und er macht das mit.
- 56:46Arno: Also das ist wirklich Was ist das, Amy?
- 56:51Arno: Oder was verdient ein Grammy? Verdient das wirklich?
- 56:53Arno: Das ist so großartig, was er da treibt.
- 56:56Arno: Ich habe sehr, sehr viel gelacht.
- 57:00Eugen: Eugen: Gut, jetzt noch im Schnelldurchlauf andere Serien und Bücher, weil ich würde gerne zum letzten Teil springen,
- 57:05Eugen: damit wir das Ganze ein bisschen breiter machen heute Ich nur ganz kurz,
- 57:10Eugen: weil ich mich jetzt dran erinnert habe, welche Serie ich über die ich sonst auch viel Gerede in letzter Zeit wegen dem One Shot.
- 57:15Eugen: Adoleszenz. Ich glaube, das sind sechs oder sieben Folgen. Nur wo es um den einen jungen Briten geht,
- 57:21Eugen: der wirklich zwölf 13 Jahre alt ist und ein Mädchen umgebracht hat und der halt sowas aus von Einzellkultur geprägt wurde.
- 57:31Arno: Arno: Irgendwie Angst vor der Serie. Ich glaube ich will die nicht schauen.
- 57:33Eugen: Eugen: Ich hatte riesen Angst. Meine Frau wollte sie mit mir sehen, die Karte und ich habe mich zuerst geweigert,
- 57:40Eugen: weil ich auch dachte, dass so etwas, wo ich mich dann durchgehend unwohl fühle, das war gar nicht der Fall,
- 57:44Eugen: sondern es hat sie sehr, sehr klug gemacht.
- 57:46Eugen: Ich gehe jetzt trotzdem nicht in die Tiefe. Ich empfehle einfach, sich anzuschauen und da ist auch jede Folge
- 57:50Eugen: ein Shot. Grandios gemacht. Und da nur die eine Bemerkung, die ich spannend fand von meiner Frau war,
- 57:57Eugen: dass es ihr teilweise zu viel war, während es für meinen älteren Sohn,
- 58:01Eugen: mit dem wir es geschaut haben und mich nicht so schlimm war.
- 58:03Eugen: Und sie meinte dann das hängt vielleicht damit zusammen, dass wir so viele Computerspiele spielen, aber für sie war es
- 58:07Eugen: extrem desorientieren, ohne Cut oder der Kamera zu folgen.
- 58:13Eugen: Also kann ich auch sehr empfehlen. Ist sehr gut gemacht. Ich finde auch bis zu einem gewissen Maß sehr einfühlsam,
- 58:19Eugen: ohne Sachen zu rechtfertigen. Ich fand es sehr inspirierend, mich mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen.
- 58:26Arno: Arno: Ja, sagt noch mal kurz den Titel Adoleszenz.
- 58:31Eugen: Eugen: Also was ist das? Adoleszenz? Die Das Erwachsenwerden?
- 58:36Arno: Arno: Ja. Wurde ja auch sehr viel diskutiert, glaube ich.
- 58:38Eugen: Eugen: Ja, aber wobei wir es halt in unserer schnelllebigen Gesellschaft ist.
- 58:42Eugen: Das waren zwei, drei Wochen, wo viel auf Social Media diskutiert wurde darüber.
- 58:46Eugen: Dann haben es alle zu Ende gesehen und jetzt wird wahrscheinlich Jahre nicht mehr drüber geredet.
- 58:50Eugen: Da finde ich, könnte man so etwas ruhig ein bisschen am Leben halten.
- 58:54Eugen: Ja gut, aber jetzt werden wir nicht da nostalgisch.
- 58:56Eugen: Möchtest du noch ganz kurz irgendetwas erwähnen?
- 58:59Arno: Arno: Nö.
- 59:00Eugen: Eugen: Na wunderbar.
- 59:02Arno: Arno: Ich habe genug geredet für heute.
- 59:04Eugen: Eugen: Hast du noch nicht. Hast du noch nicht.
- 59:07Eugen: Nein, Es kommt jetzt noch. Was Kommt denn jetzt?
- 59:10Eugen: Die Antragserotik.
- 59:20Eugen: Sag du es auch noch einmal.
- 59:22Speaker1: Speaker1: Antragsrot.
- 59:25Eugen: Eugen: Gänsehaut.
- 59:25Arno: Arno: Gänsehaut, gell?
- 59:28Eugen: Eugen: Also Antragserotik, wo wir normalerweise über ausgehend von unseren letzten Sachen,
- 59:33Eugen: die wir gesehen und gespielt haben, plötzlich wieder grandiose Ideen für neue Projekte haben. Das machen wir diesmal ein
- 59:38Eugen: bisschen anders. Weil wir haben ein echtes Projekt eingereicht oder einen Projektantrag auf.
- 59:44Eugen: Also basierend auf einer Idee, die wir schon lange mit uns herumtragen Ideologie in sogenannten Casual Games genau
- 59:52Eugen: anzuschauen, aber jetzt auf Initiative, vor allem von dir, Arno.
- 59:56Eugen: Darf ich dich bitten, kurz es vorzustellen?
- 59:58Eugen: Unseren Antrag?
- 59:59Arno: Arno: Ja, also es soll auch, glaube ich, vor allem ein erster Schritt in eine ganze Reihe von wissenschaftlichen
- 1:00:06Arno: Auseinandersetzungen mit Casual Games sein, hoffe ich.
- 1:00:10Arno: Und zwar gibt es ja, wie soll man das nennen?
- 1:00:14Arno: Spielern. Es ist eine Art Universitäts Verbundzentrum.
- 1:00:20Arno: Keine Ahnung, wie man es einordnen kann in Bern.
- 1:00:25Arno: Da sind verschiedene Universitäten und Hochschulen aus der Schweiz daran beteiligt und deren inhaltlicher Fokus ist
- 1:00:32Arno: Digitalisierung, Gesellschaft und Erziehung, kann man sagen.
- 1:00:37Arno: Und die hatten einen Call für Projekte.
- 1:00:42Arno: Das war dann relativ niederschwellig angesiedelt.
- 1:00:45Arno: Und zwar sollte es erst ein Barcamp geben, in dem man das eigene Projekt vorstellen soll und einen Monat später schon unseren Antrag
- 1:00:53Arno: einreichen. Und dieser Antrag war auch relativ niederschwellig.
- 1:00:57Arno: Ich glaube, zehn Seiten mussten wir dafür schreiben. Also fünf, fünf Seiten waren Im Prinzip schon vorgegeben
- 1:01:07Arno: durch die Struktur und alles. Aber die restlichen fünf Seiten mussten wir uns dann eben aus den Ärmeln schütteln,
- 1:01:14Arno: schütteln. Und das haben wir dann auch gemacht mit der Idee eben.
- 1:01:19Arno: Einerseits ja politische Diskurse, aber auch Designentscheidungen und Spielmechanismen in
- 1:01:29Arno: Casual Games überhaupt erst mal zu untersuchen auf der einen Seite und dann das Ganze aber eben in einen erzieherischen
- 1:01:37Arno: Kontext zu übertragen. Das fasst das zumindest in einem Satz zusammen,
- 1:01:43Arno: oder.
- 1:01:44Eugen: Eugen: Das fasst das sehr gut zusammen. Ich baue da jetzt einfach ein bisschen drauf auf. Ich glaube,
- 1:01:49Eugen: es hat uns auch ganz gut getan, dieses große Thema Ideologie in Casual Games mal auf konkretere Sachen herunterzubrechen.
- 1:01:55Eugen: Die Idee ist auch, mir das mit Kolleginnen von der EPFL und von der in Bern umzusetzen in einen Ein Workshop,
- 1:02:05Eugen: wo mir noch gar nicht. Also ich glaube, zuletzt sind wir uns dann darauf geeinigt,
- 1:02:11Eugen: dass der Workshop für Lehrerinnen ist.
- 1:02:13Eugen: Theoretisch wäre das dann auch offen für Schülerinnen und Schüler und Eltern auch.
- 1:02:19Eugen: Wo man sehr praktisch innerhalb von einem Tag oder einem halben Tag mal überhaupt kritischen Umgang mit Casual Games beibringt
- 1:02:29Eugen: und zugleich halt auch die Medienkritik.
- 1:02:33Eugen: Bzw. Wie heißt das wirklich, die Medienkompetenz zu stärken?
- 1:02:37Eugen: Ähm, ich habe manchmal das Gefühl, ein kurzes, kurzes.
- 1:02:42Eugen: Das Thema ein bisschen verlassen, dass Schülerinnen viel automatischer oder viel natürlicher besser mit all diesen neuen
- 1:02:51Eugen: Medien umgehen können, weil sie von Anfang an das gelernt haben.
- 1:02:54Eugen: Viel gefährdeter sind meiner Meinung nach oft Erwachsene, die unkritisch mit solchen Medien umgehen.
- 1:03:00Eugen: So, Klammer wieder geschlossen und was wir drinnen haben, ist Arno.
- 1:03:05Eugen: Dein Vorschlag finde ich sehr gut. Also Casual Games sind ein Riesending.
- 1:03:11Eugen: Wir werden es nicht sagen. Also die meisten wissen es.
- 1:03:14Eugen: Das ist ja da, wo der große Reibach eigentlich mittlerweile ist, der große Umsatz trotzdem in den Gamestar.
- 1:03:20Eugen: Dies wird es noch nicht so umgehend erforscht, wie es eigentlich notwendig wäre.
- 1:03:25Eugen: Es gibt schon einiges an Forschung zu den Gamestar, das aber noch nicht zu viel.
- 1:03:28Eugen: Und ein erster Schritt wird sein, Arno von dir diese gesamte Literatur,
- 1:03:32Eugen: mal die gesamte alles zu lesen, zusammenzuführen und dann ja auch eine,
- 1:03:41Eugen: die die die kritische sich mit der kritischen Definitionsfrage auseinanderzusetzen.
- 1:03:45Eugen: Weil es sind ja nicht nur Casual Games, es sind jetzt du.
- 1:03:48Arno: Arno: Hyper Casual Games.
- 1:03:50Eugen: Eugen: Genau. Möchtest du das kurz erklären?
- 1:03:52Arno: Arno: Nein, aber ich werde es trotzdem tun.
- 1:03:57Arno: Ja, die also du sagst das Richtige.
- 1:04:00Arno: Also die Definitionen, die verschwimmen da auch so ein bisschen ineinander. Grundsätzlich sind Casual Games
- 1:04:07Arno: ja schon solche Spiele, die man relativ schnell nebenbei mit einfachen Spielmechaniken spielen kann.
- 1:04:14Arno: Und Hyper Casual Games sind sozusagen noch mal deswegen Hyper Hyper eine Zuspitzung dessen,
- 1:04:23Arno: die sich wirklich auf eine Spielmechanik oder zwei Spielmechaniken beschränken und
- 1:04:33Arno: die sehr kurze Spielrunden haben die wirklich nur zum Beispiel wie solche Spiele wie Gott,
- 1:04:40Arno: wie heißt das noch mal Subway? Sowas, wo man dann wirklich nur links und rechts machen muss und der und der Sprayer,
- 1:04:46Arno: der läuft dann eben die Maschine, die U Bahn Tracks entlang und so,
- 1:04:52Arno: aber die Spielmechanik ist im Prinzip ja nur zu reagieren, ob man nach links,
- 1:04:56Arno: nach rechts, nach oben oder unten geht und weiter gibt es nichts.
- 1:05:00Arno: Und das dieses super einfache, dass es eben ein Merkmal das andere ist,
- 1:05:06Arno: dass sie relativ relativ wenig über Werbung funktionieren.
- 1:05:14Arno: Wobei auch da muss man das ein bisschen einschränken.
- 1:05:16Arno: Also es gibt auch solche Hyper Casual Games nach jeder Runde dann irgendwie ein Video gucken muss und wo man sich dann Spiel
- 1:05:24Arno: Vorteile darüber, sozusagen über das Schauen erkaufen kann.
- 1:05:29Arno: Aber es gibt ganz oft auch Spielmechaniken, die dann ja Vorteile oder einfache Zugänge usw und so fort
- 1:05:40Arno: ermöglichen, indem man sich dann sowas wirklich wieder kauft.
- 1:05:43Arno: Also für wenig Geld dann also wenig Geld heißt innerhalb des Spiels,
- 1:05:49Arno: dass man dann wirklich nur eine Spielmechanik oder einen bestimmten Bereich dann freischaltet über solche Einkäufe.
- 1:05:57Arno: Ich habe einen kleinen Frosch im Hals. Sorry.
- 1:05:59Eugen: Eugen: Übernehme ich jetzt einfach mal kurz.
- 1:06:01Eugen: Ähm, ja. Also wenig Geld ist ja dann eh die Frage, weil tatsächlich machen wir einen größeren Umsatz.
- 1:06:08Eugen: Und ich rede ja nicht nur von den sogenannten Rails, also einzelne Menschen,
- 1:06:12Eugen: die mehrere 1.000 € in eines dieser Spiele investieren, sondern einfach von der Masse an Menschen,
- 1:06:17Eugen: die das immer wieder machen.
- 1:06:19Arno: Arno: Der Teil darf ja auch nicht vergessen.
- 1:06:22Arno: Also Casual Games und Hyper Casual Games, die sind ja ein unfassbar riesiger Markt.
- 1:06:27Arno: Also wenn man bedenkt, dass dann wirklich die Abdeckung mit Smartphones mittlerweile bei fast 100 % liegt
- 1:06:33Arno: in so einer Gesellschaft und von diesen 100 %, dann weiß ich nicht 40 50 % dann auch mobile Games spielen in irgendeiner Form.
- 1:06:44Arno: Dann ist sowohl das ökonomische Kapital, aber eben auch das kulturelle Kapital,
- 1:06:51Arno: das dadurch entsteht, wahnsinnig hoch.
- 1:06:55Eugen: Eugen: Und es ist ja, auch wenn ich normalerweise versuche, Abstand davon zu nehmen,
- 1:06:58Eugen: aber tatsächlich. Es macht Sinn, wenn jeder einfach versucht zu schauen,
- 1:07:03Eugen: das nächste Mal in der Straßenbahn, in der Ubahn, im Bus, wie viele Menschen gerade eben eines dieser
- 1:07:09Eugen: Spiele auf dem Handy spielen. Also es ist jedes Mal voll.
- 1:07:12Eugen: Ich möchte jetzt nicht in die Richtung gehen, dass früher alles besser war, weil wir alle einfach fröhlich aus dem
- 1:07:16Eugen: Fenster an graue Wände gestarrt haben.
- 1:07:19Eugen: Aber es macht halt doch etwas mit uns, wenn wir diese Zeit, die wir früher anders überbrückt haben,
- 1:07:25Eugen: jetzt damit überbrücken. Weil es ist ja auch teilweise das Gehirn ausschalten.
- 1:07:29Eugen: Es ist alles noch nicht sehr gut erforscht.
- 1:07:31Eugen: Wir interessieren uns vor allem dafür, nach welchen ideologischen Prinzipien diese Spiele funktionieren und welche sie auch
- 1:07:39Eugen: vermitteln. Egal ob jetzt bewusst oder unbewusst.
- 1:07:42Eugen: Wenn es um Fragen der Effizienzmaximierung, aber auch der ständigen Bereitschaft des ständigen Erreichbar sein zur ständigen
- 1:07:49Eugen: Weitermachen geht.
- 1:07:51Arno: Arno: Patterns.
- 1:07:52Eugen: Eugen: Genau die Dark Patterns und was ich machen oder mir vornehme, weil ich das spannend fand,
- 1:07:57Eugen: ist auch ein Vergleich von einem Casual geben und ich habe so viele.
- 1:08:01Eugen: Candy Crush zum Beispiel ist für mich so einfach ein Klassiker, den ich halbwegs gut aushalte und den mit
- 1:08:07Eugen: Duolingo vergleiche, weil mir irgendwann aufgefallen ist, wie viele Gamifizierungsmethoden Duolingo übernommen
- 1:08:13Eugen: hat. Ich glaube, man könnte mittlerweile schauen, ob es nicht Duolingo per Definition an Hyper Casual Games mittlerweile sogar.
- 1:08:21Arno: Arno: Ja und? Also wie gesagt, ich glaube das ist erstmal.
- 1:08:26Arno: Also die Idee ist, dass das so was wie ein Anschubprojekt ist, was so einen ersten,
- 1:08:32Arno: also auch diese ganzen Forschungslöcher noch mal noch weiter offenlegt und dass man daraus dann wirklich später auch noch mal eine
- 1:08:42Arno: große 4-jährige Geschichte oder so basteln kann.
- 1:08:47Eugen: Eugen: Genau damit dann auch mit einigen Parties und mit mehr Kolleginnen.
- 1:08:50Eugen: Das jetzt auch einmal als Aufruf an all jene, die schon zu Casual Games gearbeitet haben.
- 1:08:55Eugen: Wir würden uns sehr über Kontakte mit euch freuen und über den Austausch,
- 1:09:00Eugen: vielleicht auch mögliche Kooperationen.
- 1:09:02Eugen: Es geht jetzt wirklich darum, dieses Thema ein bisschen größer anzugehen und einander auch zu helfen,
- 1:09:09Eugen: das noch stärker in der Forschung zu verankern.
- 1:09:11Arno: Arno: Unabhängig davon natürlich, ob das Projekt jetzt bewilligt wird oder nicht.
- 1:09:15Eugen: Eugen: Genau. Also wir werden Sie auf jeden Fall an dem Thema bleiben.
- 1:09:19Eugen: Gut, ich glaube, das ist ein gutes, ein gutes, ein gutes Schlusswort war das.
- 1:09:25Eugen: Antwort Es ist ein guter Schluss, jetzt hier mit diesen Aufruf zu enden.
- 1:09:28Eugen: Arno, was hältst du davon?
- 1:09:30Arno: Arno: Ja, ein guter, vorläufiger Schluss.
- 1:09:33Arno: Die Diskussion wird natürlich weitergehen, die Debatte genau.
- 1:09:36Eugen: Eugen: Die Diskussion geht dann weiter. Ja, wir sehen einander wieder.
- 1:09:43Eugen: Aber noch wichtiger Wir werden einander widersprechen und hören. Der Podcast wird weitergehen.
- 1:09:47Eugen: Wir müssen uns noch. Wir können das nächste Mal eigentlich beim nächsten Podcast entscheiden,
- 1:09:51Eugen: was beim übernächsten besprochen wird.
- 1:09:53Eugen: Ich würde vorschlagen, einen Text von mir zu nehmen, den ich dir dann schicke zum Lesen.
- 1:09:58Arno: Arno: Gibt es bei uns eigentlich auch eine Sommerpause?
- 1:10:01Eugen: Eugen: Das wollte ich dich auch gerade fragen.
- 1:10:03Eugen: Ich denke nein. Also ich würde versuchen ehrlich gesagt, dass wir uns eine Woche auch im Sommer suchen,
- 1:10:10Eugen: wo wir dann kurz miteinander sprechen und dann können wir ja die Texte, den Text lesen.
- 1:10:15Eugen: Das heißt so Ende Juli, Anfang August würde ich da anpeilen und dann wieder ab September.
- 1:10:21Eugen: Auf jeden Fall von meiner Seite. Vielen Dank an dich, Arno.
- 1:10:24Eugen: Es hat mir wirklich Spaß gemacht, den Text zu lesen.
- 1:10:27Eugen: Ich finde, für mich war es auch eine Redemption, weil das erste Mal, als wir das versucht haben, hatte ich
- 1:10:31Eugen: natürlich prompt nicht Anführungszeichen auf geschafft Anführungszeichen zu.
- 1:10:35Eugen: Beziehungsweise ich habe mir nicht rechtzeitig die Zeit genommen, deinen Text zu lesen. Das hasse ich an mir.
- 1:10:40Eugen: Diesmal habe ich das und es hat einfach sehr viel mehr Spaß gemacht.
- 1:10:43Arno: Arno: War auf jeden Fall besser vorbereitet als ich.
- 1:10:45Eugen: Eugen: Ja, das war ja auch meine Aufgabe. Ich war ja quasi der holst heute nächstes Mal.
- 1:10:50Arno: Arno: Aus meinen fernen Erinnerungen geschöpft.
- 1:10:52Eugen: Eugen: Also es war eine große Freude und ich habe dich gerne dazu gesprochen und wir freuen uns über Feedback und Kommentare und tschüss.
- 1:11:02Arno: Arno: Ja.
- 1:11:03Eugen: Eugen: Und man hört uns bald wieder. Arno!
- 1:11:06Eugen: Bapa!
- 1:11:08Arno: Arno: Mach's gut. Tschüss.
- 1:11:10Outro: Outro: [outro]