Latest / SchichtZulage - der persönliche VW-Podcast mit Mehrwert / SchichtZulage Spezial: Roadtrip in die Vergangenheit [Teil #1]
Transcript
- Tja Mensch, Andreas, neue Folge der Schichtzulage. Heute mal ganz anders. Ja, im Auto. Wir beide auf der Suche nach dem Wolfsburger Regen-Blues heute. Wir sind aber noch in Braunschweig jetzt, wie ihr seht. Wir sind noch in Braunschweig, genau. Machen wir uns aber auf die Socken jetzt und haben da einiges mit euch vor. Wir wollen euch mal so ein paar Orte zeigen, die uns lieb und teuer sind. An deren Beispiel wir euch mal erzählen wollen, wie wichtig wir eigentlich Lokaljournalismus auch in der Wirtschaft finden. Andreas Schweiger, Tom Kruse, Schichtzulage, der persönliche VW-Podcast mit Mehrwert. Über Arbeit, Wandel und die Rolle eines Global Players. Ihr seht, das Wetter ist ganz hervorragend. Es wird ein schöner Ausflug und in Wolfsburg wird es dann wahrscheinlich noch schöner. Und Thomas hat es gerade gesagt, Anlass ist der Tag des Lokaljournalismus. Das war gestern. Und eigentlich macht mich das traurig, dass man so einen Tag eigentlich überhaupt erst mal installieren muss, um auf die Bedeutung des Lokaljournalismus hinzuweisen. Auf der anderen Seite ist es halt dringlich. Es ist viel und oft darüber gesprochen worden, dass die Vorbehalte gegenüber der freien Presse, freier Meinungsäußerungen und so weiter zunehmen. Und deshalb wollen wir heute euch nicht nur besondere Orte zeigen und euch mitnehmen in das Reich unserer Erinnerungen, sondern eben auch darüber sprechen, wie sich das aus unserer Sicht verändert hat, die Zusammenarbeit mit Volkswagen. Denn in dem Podcast geht es ja immer hauptsächlich um Volkswagen, um Wolfsburg. Und ja, Thomas, du bist ja jetzt auch schon seit der frühen Steinzeit dabei, glaube ich. Ja, seit der Erfindung des Rades kann man sagen. Seit der Erfindung des Rades, zumindest des Alu-Rades. Und wie hat sich das denn aus deiner Sicht, die Zusammenarbeit mit Volkswagen, wie empfindest du das heute und empfindest du das konstruktiv? Und wie war es, ist es im Vergleich in der Rückschau? Also wie war es vor 10 oder 15 Jahren? Wir müssen ja erstmal sagen, dass diese Art der Berichterstattung ja überhaupt nicht selbstverständlich ist. Wir sprechen ja im Grunde von einer Veranstaltung, der lokalen, regionalen Wirtschaftsberichterstattung über ein Unternehmen, das weltweit tätig ist. Und das heißt ja auch, dass man sozusagen die Nische finden muss, in der man berichtet, das berichtet, was die anderen nicht berichten. Und das ist jetzt eine sehr weit gefasste Frage. Also ich kann ja mal 20 Jahre zurückgehen, da war die sogenannte lokale Berichterstattung über Volkswagen eher sporadisch anlassgebunden. Das weißt du auch. Du bist ja auch sozusagen als Wirtschaftsredakteur immer dann angetreten, wenn es was Größeres gab. Und ich war ja vorher lange in der Lokalredaktion. Ja, du weißt, wovon du sprichst. Und eine regelmäßige, also wir haben dann irgendwann angefangen oder die Chefredaktion hat sich entschlossen, eine regelmäßige VW-Seite in Wolfsburg erscheinen zu lassen. Gute Entscheidung. Gute Entscheidung, eine herausfordernde Entscheidung, aber es hat natürlich dazu geführt, dass der Blick auf das Thema Volkswagen und auf Wolfsburg geweitet wurde. Insbesondere auf die Ebene der Menschen, die da arbeiten, das Fabrikleben, die Arbeit in den Büros. Was, denke ich mal, das kann man ohne den Kollegen von früher zu nahe zu treten sagen, das war natürlich nicht im Fokus so stark früher. Nein, es war generell nicht so im Fokus. Da hat sich der Anspruch des Lokaljournalismus verändert. Und das ist auch gut so, dass wir sagen als Lokaljournalisten, wir wollen viel dichter an die Menschen ran in dem Gebiet, in dem wir arbeiten und die mit Informationen versorgen, mit Geschichten versorgen, die sie bewegen, die sie interessieren, die ihnen auch einen Mehrwert bringen. Und ja, wie lange gibt es die VW-Seite, Thomas? Lass mich überlegen. Ich glaube, es gibt sie seit wirklich 20 Jahren jetzt. Und das Schöne für die Leserinnen und Leser war, wir sind immer da, wir sind immer da gewesen, wir sind noch da, wir sind auch da, wenn die anderen gerade mal nicht da sind und die Themen nicht so spannend finden und sich alle darauf, auf die sich alle stürzen. Und das hat natürlich auch... Empfinde ich persönlich so eine tiefe Verbundenheit zu vielen Beschäftigten und ehemaligen Beschäftigten vom Volkswagen geschaffen. Umso schlimmer und umso bedauerlicher ist jetzt die Entwicklung, die wir derzeit erleben, die natürlich auch uns vor Herausforderungen stellt. Weil das ganze Konstrukt ist hier, wie wir gehört haben, das gesamte Geschäftsmodell, wird ja auf den Prüfstand gestellt. Und damit natürlich auch letztendlich unsere Berichtsgrundlage. Aber da würde ich sagen, das gehört ja für uns, also dieses Thema Transformation, was jetzt seit einigen Jahren in der Automobilindustrie sehr lebhaft diskutiert wird, gibt es ja bei uns auch. Aber gab es auch schon immer, ich meine, du hast es eben gesagt, das Beispiel VW-Seite zeigt ja, dass wir den Fokus verschoben haben, dass sich unser Blickwinkel verändert und damit auch die Herangehensweise an Geschichten. Ja, wir beide wissen ja, dass wir viele Wege nach Wolfsburg führen. Also ich persönlich bin hier fünf Jahre lang aus dem nördlichen Vorarzt nach Wolfsburg gefahren, später dann aus dem südlichen Harz. Hab ja natürlich auch gewohnt in Wolfsburg und es ist immer wieder interessant, wenn man diese. Sage ich jetzt mal, Nebenstrecken fährt oder auch die entfernteren Nebenstrecken zu sehen, wie so langsam die Sogwirkung von Wolfsburg sich dann doch bemerkbar macht, in allem Möglichen eigentlich. Ja, du siehst es ja auch an Neubaugebieten. Also wir fahren ja jetzt die Strecke von Braunschweig nach Wolfsburg über die 248, das heißt über Wendhausen und Lehre und dann Flechdorf. Das ist eigentlich die Strecke, die ich umgekehrt früher immer gefahren bin, schon seit Kindertagen, wenn wir mal aus Wolfsburg, wo ich ja aufgewachsen bin, nach Braunschweig gefahren bin. Und ich mag die Strecke einfach und sie hat für mich den Vorteil, ich habe es schon erlebt, da bin ich Autobahn gefahren und habe dann zwischen zwei Anschlussstellen im Stau gestanden und bin überhaupt nicht vorangekommen und habe dadurch auch mal einen Termin verpasst und so weiter. Und deshalb mag ich die Autobahn eigentlich nicht so. Und jetzt sind wir gerade, Wendhausen weckt Kindheitserinnerungen. Da gab es früher das Gasthaus, ich glaube, das hieß Giesecke. Da konnte man ganz hervorragend, und das ist ja die Jahreszeit jetzt, Spargel essen. Und ich meine, das ist betrieben worden von einem damals, als ich so jugendlicher war, Kind war, hochbetagten Geschwisterpaar. Und ja, so bleiben diese Erinnerungen hängen. Ja, Spargel, das gibt es ja auch im Schweizer Haus, da kommen wir gleich dran vorbei. Gute Adresse, glaube ich immer noch. Ja, und das ist ja auch Folge des Wachstums von Volkswagen, dass hier natürlich nach und nach in einer Gegend, die rein von der Landwirtschaft geprägt war, eigentlich das Wolfsburger Umland. Und das, was sich hier entwickelt hat, natürlich auch dieser persönliche Wohlstand, den man ja in vielen Dörfern wirklich auf den ersten Blick erkennen kann, das ist Volkswagen-Land. Das ist original Volkswagen-Land und da wird man jetzt sehen, wie sich das in den nächsten 10, 20 Jahren verändert. Hoffentlich nicht ganz zum Negativen. Ja, naja, und das, weil du das gerade ansprichst, erinnert mich immer an Geschichten meines Großvaters, der ja schon sehr früh nach Wolfsburg gekommen ist in den 30er Jahren, 1930er. Der war ja auch am Aufbau beteiligt, der Stadt, als Architekt genau. Und er hat immer gesagt, Wolfsburg ist aus seiner Sicht so eine typische Goldgräberstadt und er hofft nicht, dass sie so schnell verlassen wird, irgendwann mal, wie sie besiedelt wurde. Und das wünsche ich mir halt auch sehr, denn als jemand, der in Wolfsburg aufgewachsen ist. Ist es doch so, ich weiß natürlich um die ganzen Vorbehalte und die Abneigung gegen die Stadt und jeder, der aus einer historisch gewachsenen Stadt kommt, findet die Stadt furchtbar. Das geht mir überhaupt nicht so. Wir haben da schon drüber gesprochen, Porsche Straße, ja, war schon alles besser, aber mich verbinden halt mit der Stadt unheimlich viele positive Erinnerungen, Anekdoten und so und ich habe da so viel Gutes und Schönes erlebt. Also mir würde das wirklich das Herz zerreißen, wenn ich noch einen Niedergang der Stadt, einen echten Niedergang erleben müsste. Ich würde sagen, jetzt ist die Stadt so im Übergang, die Porsche Straße wird neu gemacht. Ich hoffe, das berappelt sich alles wieder. Aber so ganz genau wissen wir es auch nicht. Jetzt sind wir Schweizer Haus und fähren übrigens jetzt hier gleich nach Lehre. Ja, ich muss sagen, meine erste Erfahrung, das erste Mal, Dass ich zu meinem Praktikum nach Wolfsburg gefahren bin oder im Vorfeld dem geliehenen Käfer meiner Mutter. Ich muss sagen, das war schon eine Anmutung einer sehr modernen Stadt, wirklich im Grünen. Das war irgendwann Mitte, Ende der 80er Jahre. Und das nicht so dahergesagt, das fand ich wirklich beeindruckend, weil es eben eine ganz andere Architektur auch ist, die jetzt langsam in die Jahre gekommen ist und wirklich auch mal überarbeitet werden muss. Aber es war auch städtebaulich natürlich geprägt vom modernistischen Gedanken der Nazis, den es ja auch gab. Deutlich spürbar, das Konzept der Stadt. Und das hat sich dann im Laufe der Jahrzehnte natürlich verändert. Es hat sich vieles verlagert in diesen Speckgürtel, wo es eben die großen Wohngebiete gibt mittlerweile und wo sich das Leben auch teilweise dann abspielt, sehr zum Nachteil der Fußgängerzone, gar keine Frage. Aber es ist eben ein Reallabor. Das kann man mit Fug und Recht über Wolfsburg behaupten. Hier zeigt sich die Veränderung. Das ist natürlich in größeren Städten viel schwieriger zu beobachten. Auch die Veränderung in den einzelnen Stadtvierteln, Braunschweig oder wo auch immer. Sie sind ja auch von der Struktur viel schichtiger. Ja, sie sind eben dadurch wahrscheinlich auch überlebensfähiger, weil sie eine vielfältigere Struktur haben, nicht so monomäßig geprägt sind von einem Unternehmen. Aber das macht die Aufgabe für alle, die in Wolfsburg führende Aufgaben innehaben, ja eigentlich auch herausfordern. Und da kann man eben auch nicht über die Runden kommen, indem man zu altbewährten Mitteln greift. Eigentlich braucht es hier immer so eine kleine Explosion, so eine städtebauliche Explosion mit einer wirtschaftlichen Idee dahinter. Und das hängt natürlich auch immer von den handelnden Personen ab, ob die diese Ideen haben und ob sie bereit sind, die auch umzusetzen und das auch können. Ja, ich finde ja im Moment gerade wieder sehr interessant, die Diskussion in der Stadt und auch aus der Stadt heraus, wie man unabhängiger werden kann von Volkswagen. Also da gibt es ja unterschiedliche Gedankenspiele. Ein sehr prominentes ist ja das Thema Rüstung, was auch von der Stadt selber ins Spiel gebracht wurde. Die Diskussion gibt es aber eigentlich, seitdem ich denken kann. Und ich meine, da lasse ich mich aber gerne widerlegen, ich meine abgespeichert zu haben, dass in den frühen Jahren diese Diskussion eigentlich von Volkswagen gar nicht so gewollt wurde, weil man fürchtete, nicht genug Arbeitskräfte zu finden für die Arbeit am Band, die ja per se nicht super attraktiv ist. Ja, also dieses Argument zählt heute natürlich nicht mehr, logischerweise. Es geht jetzt wirklich darum, hier was zu wuppen. Und ich habe gerade mal wieder was gelesen über die chinesischen Hersteller, die nicht nur Autos bauen, sondern sich in den sämtlichen Bereichen der Robotik, oder viele von ihnen der Robotik auch tummeln, also weit gestreut, nicht nur industrielle Anwendungen, sondern auch die im Dienstleistungssektor. Ich erinnere daran, dass Volkswagen selbst mal in den 70er Jahren diese ganzen Industrieroboter-Geschichten selbst mal anpacken wollte, das dann aber nicht weiter gemacht hat, weil es eben andere vielleicht besser und billiger machen konnten. Also sowas in der Art brauchen wir. Und ich denke, Rüstung ist da ein gefährlicher Pfad, den man begeht. Das haben wir ja auch schon drüber gesprochen in einer anderen Folge. Also ich finde, man muss ja entlang seiner Kompetenzen und dem, was smart und gut ist, da muss man versuchen, Dienstleistungsfelder und Geschäftsfelder zu finden, analog zum Automobilbau. Naja, Rüstung hat halt im Moment so den Touch, sehr sexy zu sein, weil es viel Geld gibt. Als Buhnbranche gibt und Arbeitsplätze verspricht. Aber du hast völlig recht, das ist eine gefährliche Nummer. Und die Frage ist ja, was macht man da mit den ganzen Waffen? Verteidigung, ja klar. Das ist eine einfache, aber richtige Frage. Aber trotzdem, auch da gilt, man sollte das schon sehr distanziert und kritisch beobachten. Damit werden wir auch ganz andere Themen hier zu behandeln und zu diskutieren in Wolfsburg. Das Thema Game Changer, also die Umstellung der industriellen Produktion von der Vliesfertigung, von der Bandfertigung zu einer Modulfertigung. Das ist ja das große Projekt in der Halle 54. Was im Haupt steht, was versprochen wurde, fest versprochen wurde, um dann da später mal einen Elektrogolf und einen Elektro-Tiog draufzubauen. Diese SSP-Plattform, so heißt sie. Ich kenne den aktuellen Stand nicht, aber da wünscht man sich ja eigentlich auch mal ein deutliches Zeichen, dass man sagt, da sind wir Benchmarkter. Da gehen wir voran für einen Konzern, für die Marken und auch für einen Standort. Was entwickelt sich daraus noch? Und da fehlt mir ein bisschen durch die neue Diskussion, durch die neue Tür, die da aufgemacht wird, es ist schon fast so ein verzweifelt, wollen sie alle da durch, Richtung Rüstung. Also das sind ja mal abgesehen von den moralisch-ethischen Fragen, die man sich natürlich derzeit gar nicht stellt, nämlich genau die Frage, was machen, wozu produzieren wir das, was passiert damit? Verschrotten war das hinterher wieder unter allerhöchstem Aufwand und Gefahren für Mensch und Umwelt. Die Fragen werden ja im Augenblick gar nicht gestellt und das ist verheerend für die, Und deshalb brauchen wir ja eigentlich auch viel mehr Diskussionspanel, die sich wirklich kritisch mit diesen großen Themen beschäftigen. Vermisse ich auch ein bisschen. Ja, kritisch, aber auch lösungsorientiert und bereit, also kompromissorientiert. Das finde ich fehlt uns heutzutage, dass wir bereit sind, uns wirklich eine völlig konträre Meinung mal anzuhören, die zu durchdringen. Und erst dann ein Urteil zu fällen und nicht von vornherein jetzt aus ideologischen Gründen, egal um was es geht. Das haben wir ja in ganz vielen Sektoren. Aber ich meine, Stichwort Game Changer, Thomas, da sind wir wieder beim Lokaljournalismus. Das wäre ja dann wieder eine große oder ist eine große Baustelle für uns, haben wir uns intern ja auch schon drüber unterhalten, dass wir das Thema nochmal richtig und umfassend angehen. Wir haben ja hier, ich bin ja so ein ewiger, eine ewige Übelkrähe, die immer wieder darauf zurückkommt, was hier schon mal geplant war. Wenn wir jetzt hier am Werk vorbeifahren würden Richtung Norden, dann könnte da eigentlich schon die neue Fabrik stehen, die Warmenauer Fabrik, die Factory. Also eine hochmoderne Fabrik, in der man dann alles Mögliche hätte bauen können. Das ist nicht der Fall. Und da ist ein Leuchtturm eigentlich erloschen, bevor er überhaupt gebaut worden ist. Das war für mich damals ein fatales Zeichen. Welcome in Wolfsburg. Ja, fürs Wetter können wir nichts. Nein, aber es muss auch mal regnen. Und heute übrigens völlig staufrei. Auch schön. Man merkt, dass die Schichten nicht mehr entkoppelt sind, aber dass sie doch irgendwie nicht mehr so starr sind. Und dass der Laden auch nicht mehr so brummend war, wie es früher mal der Fall war. Vielleicht täuschen wir uns ja auch. Wir fahren ja jetzt mal langsam geschmeidig Richtung Volkswagen-Werk. Ja, an der Innenstadt vorbei. Über eine sehr gediegene, fahren wir Röntgenstraße und dann Hochring? Ja, wir können über den Hochring fahren und dann nochmal am Schiller-Teich vorbei, die Schleife machen. Da sieht man nämlich auch mal, dass es hier natürlich sehr, sehr schöne Wohnquartiere gibt, die man von der Straße aus gar nicht so entdeckt. Und dass es sich hier natürlich doch ganz wunderbar leben lässt, entgegen langläufiger Meinung. Unbedingt. Und auch sehr schön. Und wir kommen jetzt gleich zum Rabenberg. Und da gab es, als ich Schüler war, wie alt war ich da, so vielleicht zwölf, dreizehn, da gab es eine Geschichte, die drehte sich um das sogenannte Rabenberg-Monster. Also angeblich gab es da Solles, was natürlich totaler Quatsch war, aber auch Stadtgespräch komische Vorkommnisse gegeben haben. Das Ganze wurde dann zusammengefasst unter dem Titel Rabenbergmonster. Ich habe das mal versucht jetzt vor zwei, drei Jahren mal im Netz zu finden, aber man findet darüber gar nichts. Vielleicht von unseren Zuschauern, Zuhörern, wenn ihr noch Erinnerungen habt an das Rabenbergmonster oder die Geschichte, die Legende, die Sage, die Mär. Das Monster darf sich auch sehr gerne selbst nehmen, wenn es das gibt. Das Monster darf sich auch sehr gerne selbst nehmen, wenn es das gibt. Dann nur zu, wenn es noch lebt. Ja, und das Monster natürlich selbst auch vielleicht nicht direkt, aber so als Beitrag immer gerne, na klar. Hier verbirgt sich übrigens gleich rechterhand hinter den Bäumen die ehemalige Villa des Vorstandschefs Karl Hahn Und auch das Führungskräfte-Refugium Roterhof. Also sehr gediegen, das ist der Charme der 60er, 70er Jahre. Die Villa von Karl Hahn steht meines Wissens immer noch leer. Das ist übrigens ein Problem, das man hier in Wolfsburg ohnehin hat, ein bisschen auch mit der Geschichte vernünftig umzugehen. Spreche ich immer wieder gerne an. Hier gibt es zum Beispiel auch noch die alte Konstruktionshütte von Ferdinand Porsche, die immer noch leer steht, die aufwendig restauriert worden ist. Ein Jammer, für den man ein Konzept suchte, aber jetzt seit fünf Jahren immer noch keins gefunden hat. und offenbar auch genießt das Ganze auch nicht Priorität bei Volkswagen. Und finde ich sehr schade. Es gibt ja auch noch keine Straßenbenennung hier nach Karl Hahn oder wem auch immer. Andernorts gibt es das schon. Im US-Werk ist eine Straße nach Ferdinand-Pierch benannt. Hier gibt es eben nur die Nordhoffstraße. Ansonsten vornehme Zurückhaltung. Ansonsten vornehme Zurückhaltung, ja. Aber sei es drum. Wir fahren jetzt in die Röntgenstraße. Früher auch Ausdruck des Anspruchs, eine großzügige Tennisanlage. TC Grün-Gold gibt es alles nicht mehr. Insolvent gegangen. Hier wächst das Gras auf den Korts. Musst dir doch das Herz bluten, Thomas, du als alte deutsche Tennis-Hoffnung. Genau, hier gab es ja auch ein doch recht bedeutsames Turnier, Kategorie des Braunschweiger-Turniers. Das gab es lange, lange, habe ich noch als Sportreporter darüber geschrieben, mit wirklichen späteren Weltklassestars. Hängt eben immer von den Vorlieben auch der Topmanager ab. Die einen interessieren sich für Fußball, die anderen für Tennis. Wir sind jetzt hier am Hochring und hier rechts habe ich meine letzten Wolfsburger Jahre verbracht in einem der Hochhäuser. Sind du jetzt auch hier in so einem kleinen... Ja, hier in dem Hochring 22. Das war meine letzte Station in Wolfsburg. Bevor ich da 1900, oh mein Gott, oh Gott, war es überhaupt 1900 schon? Also 1991 bin ich da weggezogen. Ja, das ist interessant hier, das sozusagen Wohnen im Hochhaus im Wald. Ja, dahinter ist es ja super. Der Kliebersberg, der Aussichtspunkt, finde ich, ist wirklich fantastisch. Und einmalig, da öffnet sich ja die norddeutsche Tiefebene. Ja, das ist eigentlich einer der berühmtesten Ausblicke auf das VW-Werk. Vor dir die Stadt liegen und das Werk. Also bei schönem Wetter, heute lohnt sich das nicht, aber bei schönem Wetter ist das wirklich ein toller Platz. Und ich habe da auch viele schöne Hochsommernächte verbracht. Bitte keine Details. Nein, das nicht. Ist auch alles ganzartig. Ist alles längst vergessen. Vergessen nicht. Stimmt, vergessen nicht. So, jetzt wird es spannend hier. Jetzt kommen wir runter zum Brandenburger Platz. Wir biegen aber gleich nochmal ab, weil wir einen kleinen Schlenker machen wollen um den Schiller-Teich. Viele dieser Häuser sind ja in den Eigenbau entstanden, habe ich mir sagen lassen, in der Nachkriegszeit. Und jetzt biegen wir hier rechts ab. Vom Brandenburger Platz in die Lackbergstraße und dann kommt gleich links ein Supermarkt, der früher ein Kino war, in das ich auch noch mehrfach gegangen bin, so als Kind. Ich kann mich noch an einen, hier vorne, der Rewe-Markt, einen Film erinnern, Pimpann und Pummelchen. Da ging es um drei, ich glaube, Entenküken. Und dahinter liegt die... Oh, ein Stummfilm, oder? Nee, nee, nee. Als Kind fand ich das ganz putzig. Pimpang und Pummelchen und dahinter liegt die Hagebergschule und da habe ich mein Abi nachgemacht. Da war damals das Wolfsburg College untergebracht. Und da war ich von 1984 bis 1987 und das war eine tolle Zeit. Und da gab es noch den Markt, oder gibt es immer noch am Brandenburger Platz, Pferdewurst. Für alle, die das mögen, ihr müsst unbedingt in Wolfsburg eine Pferdewurst auf dem Markt essen. Ist sensationell, ohne Pferdewurst kommt man nicht anständig durchs Leben. Ich habe mich immer geweigert, Pferdewurst zu essen. Ja, aber die ist so lecker hier, von Menzel aus Fallersleben, grandios. Also da war ich schon auch als Kind mit meinem Großvater auf dem Wolfsburger Wochenmarkt. Und eben hier gab es das auch am Brandenburger Platz. Da muss ich immer an Polly das Pony denken, eine frühe Kindheitsserie, die ich geguckt habe. Du hattest Polly, ich hatte Pim, Pam und Pummelchen. Und eine Pferdewurst. Und eine Pferdewurst, ja. Du hast ein Pferd gehabt und dann wahrscheinlich Hühnerbrust. Wir hatten ja eine Landwirtschaft und hatten auch immer Pferde. Und deshalb fand ich das mal fürchterlich, die Vorstellung, ein Pferd. Man hat das Geschöpf zu töten und zu essen. Ja, aber das geht ja nicht anders, wenn man Hunger hat. Hat da wenigstens eine sinnvolle Verwendung. Also da kommt man nach Wolfsburg und da ist Baustelle. Das ist ja immer das Entscheidende. Unsere Vernetzung so ist das A und O, dass du auch Leute hast, die dir nachts um halb drei anrufen kannst und weißt, du kriegst zuverlässige Informationen und kein Bullshit. Das ist übrigens das Rathaus rechterhand hier. Auch in den 50er Jahren gebaut. Guck mal, da gibt es Pferdewurst. Mänze? Nein, nein, nein, die armen Tiere.