Latest / SchichtZulage - der persönliche VW-Podcast mit Mehrwert / Blumes Scheitern im VW-Aufsichtsrat und der Zahlen-Schock
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- Ich glaube nicht, dass Oliver Blume sich erklären wird, die eine Seite stecht dies durch, von der anderen Seite ist mal jenes zu hören. Da geht es natürlich auch immer über Machtkämpfe. Man hat das Gefühl, dass das Fundament, auf dem jahrzehntelang alles aufgebaut wurde, gerade komplett wegbricht. Bringt es auf den Punkt, die Stimmung. Gerade heute kamen wieder katastrophale Absatzzahlen aus China. Was hättest du dir denn gewünscht, was gestern gesagt worden wäre? Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge der Schichtzulage. So kurz kann Urlaub sein. Vor 48 Stunden haben wir uns an dieser Stelle verabschiedet in den Sommerurlaub. Jetzt sind wir schon wieder zurück. Wie kommt's? Gestern gab es die Aufsichtsratssitzung bei VW, eine neue Nachrichtenlage und das hat uns veranlasst, heute nochmal auf Sendung zu gehen. Diesmal wieder in einem neuen Setup. An meiner Seite ist meine geschätzte Kollegin Christina Wecke. Hallo Christina. Hallo Andreas. Christina Wicke verantwortet bei uns die Berichterstattung in den sozialen Kanälen. Und war gestern auch in Wolfsburg vor Ort, hat Bericht erstattet. Also wir haben beide einen langen Tag verbracht gestern in der VW Zentrale. Das stimmt auf jeden Fall. Du deutlich länger noch als ich. Das muss man dazu sagen. Ich bin dann irgendwann wieder von dannen gezogen. Und Andreas hat in Wolfsburg ausgeharrt bis zum bitteren Ende. Weil wir eigentlich noch, na ja, haben wir auf eine Entscheidung gewartet? Das ist ein bisschen die Frage vielleicht. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Natürlich wäre es schön gewesen. Wir hätten noch härtere Infos bekommen. Aber ehrlich gesagt habe ich damit nicht gerechnet. Das liegt an der Situation im Aufsichtsrat, weil dort der Kapitalseite eine Stimme fehlt. Zum anderen ist das Sanierungskonzept von VW-Chef Oliver Blume unglaublich komplex. Da hätte es mich doch überrascht, wenn alles in einem Rutsch durchgegangen wäre. Aber wer liebt keine Überraschung, zumal wenn sie gute Nachrichten bringen. Das stimmt, vielleicht können wir einmal ganz kurz zusammenfassen. Also das, wo ja eigentlich alle was gestern zu hören wollten, war Werkschließung, Stellenabbau etc. Wie geht's weiter? Wie geht's weiter? Dazu gab's nicht wirklich irgendwie eine Aussage. Es gab am... Weiß ich gar nicht, frühen Abend, späten Abend, gab es eine Medienmitteilung von Volkswagen, wo die Strategie, Neuaufstellung, Transformation, das sind immer alles so Worte. Alles bekannte Punkte. Noch mal zusammengefasst wurde, ein bisschen erörtert wurde. Also man will sich auf jeden Fall deutlich verschlanken. Das war die News sozusagen, die es gestern gab. Kannst du das noch einmal kurz zusammenfassen? Ja, also man will schlanker werden in den Strukturen, man will schlanker werden im Management. Was sicherlich aus Kundensicht interessant ist, die Modellpalette soll um die Hälfte ausgedünnt werden, das heißt aber nicht, dass wir jetzt zwangsläufig auf viele bekannte Modellnamen verzichten müssen, sondern es wird, weniger Varianten eines Modells geben und es wird sicherlich so kommen, dass sich Modelle im Konzern, die parallel gebaut werden, von verschiedenen Marken nicht mehr kannibalisieren. So, da will man aufräumen mit der Hoffnung, weniger Auswahl, aber mehr Volumen. Das ist das Ziel. Genau, und das heißt ja dann nicht zwangsläufig, könnte man ja auch schlussfolgern. Weniger Produktpalette oder sowas, weniger Stellen, sondern du sagst das ja, mehr Volumen dann an denen, die behalten werden sozusagen. Genau, das ist das Ziel. Also sicherlich wird es nochmal Personalabbau geben, das gebe ich schon, glaube ich schon. Aber es besteht nicht zwangsläufig dieser Automatismus, weniger Auswahl, weniger Jobs, sondern das hier ist ein anderes. Weniger Auswahl, mehr Volumen und dadurch möglichst viele Jobs erhalten. Trotzdem stehen natürlich diese hunderttausend oder diese Zahl hunderttausend, die da durch die Medien ging in den letzten Tagen. Die Bild-Zeitung hat gestern zum Beispiel von 120.000 Stellen, die abgebaut werden sollen im Raum. Da gab es jetzt nicht so richtig viel Kommunikation zu und ich kann hier kurz ein kleines bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, wie auch unser Tag gestern ablief. Es war nämlich dann so, wir hatten uns schon, eigentlich hatten wir uns schon verabschiedet zu späterer Stunde und dann, ich habe es mir extra aufgeschrieben, um 22.30 Uhr kam doch noch die Nachricht von Andreas. Dass das Sanierungskonzept von Oliver Blume, der ja eben für diese 100.000 Stellen, steht, durchgefallen ist. Mit Stimmverteilung 12 zu 7. Genau. Das war dann sozusagen gestern Abend nochmal die News. Das war gestern natürlich nochmal eine News. Also klar, nicht nur, dass keine Entscheidungen getroffen wurden, sondern andersrum, dass die Entscheidung war, dem Sanierungskonzept erst mal nicht zuzustimmen. Das kam gestern sehr spät. Die Information habe ich bekommen. Ich hatte den Rechner schon zugeklappt, war auf dem Weg zum Bahnhof, da hat mich das erwischt. Und dann habe ich auf dem Handy in der Bahn und später am Bahnsteig beim Umsteigen, das noch fertig gemacht und an euch und an die Online-Redaktion geschickt, damit das gleich am späten Abend noch raus kann und wir waren ja auch sehr, sehr früh damit. Das stimmt, da kann man ja auch mal erzählen, wie bei uns dann halt auch an solchen besonderen Tagen eben nochmal gearbeitet. Es ist nicht immer die Regel, dass wir so spät abends noch unterwegs sind, aber es kommt vor. Wir haben gerade eben schon über dieses Aufsichtsrat-Thema, da gibt es ja auch gerade eine Besonderheit. Also eigentlich, wenn ich richtig informiert bin, ist er paritätisch besetzt. Zehn Stimmen Kapitalseite, zehn Stimmen Arbeitnehmerseite. Und der Vorsitzende hat zwei Stimmen. Und der Vorsitzende hat zwei Stimmen. Das Simmlein einer Waage sozusagen. Ist diese 12 zu 7 Stimmen. Ist das erwartbar gewesen? Das Land Niedersachsen spielt ja auch noch eine Rolle oder war das jetzt doch irgendwie unerwartet? Nee, ehrlich gesagt, unerwartet ist es für mich nicht. Ich kann zwar nicht in die Glaskugel gucken, aber wenn man eins zu eins zusammenzählt, es geht um Werkschließungen, es geht um viele tausend Arbeitsplätze möglicherweise. Da ist klar, dass der Arbeitnehmerflügel sehr, sehr kritisch ist und auch eher ablehnt ist. In dem Fall, weil es um niedersächsische Werke geht, offensichtlich ist auch sehr erwartbar, dass sich das Land auf die Seite des Arbeitnehmerflügels stellt. Daraus ergeben sich die zwölf Stimmen und daraus ergibt sich die Ablehnung. Also nein, aus meiner Sicht nicht überraschend. Nicht überraschend, sagst du, es gab ja dann aber auch noch einen anderen Punkt sozusagen. Also Volkswagen hat diese Pressemitteilung rausgeschickt, irgendwann, weiß ich gar nicht, 20 Uhr vielleicht in dem Dreh rum. Ja, später noch, bestimmt nach 21 Uhr. Oder später noch, dann diese, wie die Stimmverteilung war, das kam dann noch später. Relativ zeitgleich. Das war aber keine offizielle Information, das haben wir so über andere Kanäle erfahren. Über deine Kontakte, das muss man ja auch mal sagen. Relativ zeitgleich zu dieser Pressebeteiligung von Volkswagen kam aber eben auch vom Betriebsrat eine Mitteilung. Im Extrablatt haben sie veröffentlicht, beziehungsweise Daniela Cavallo als Betriebsratsvorsitzende wird zitiert und sie stellt Oliver Blume ein Ultimatum. Nämlich, dass er sich heute, also heute ist der 10. Juli, er hat heute den 10. Juli über den ganzen Tag Zeit, sich zu äußern zur Situation, weil sie sagt, es ist für die Beschäftigten irgendwie eine nicht tragbare Situation, es ist so viel Unsicherheit, niemand weiß so richtig, was passiert. Genau. Genau. Meinst du, er wird es tun? Das ist jetzt die große Frage. Was passiert da heute? Nein, ich rechne nicht damit. Ich glaube nicht, dass Oliver Blume sich erklären wird, allein aus der Tatsache heraus, dass noch keine Entscheidung getroffen ist zu dem, was er plant. Wenn, dann wäre es klüger gewesen, frühzeitiger, deutlicher zu sagen, was geplant ist. Jetzt ist er in einer schwierigen Situation, deshalb rechne ich nicht damit, dass er sich jetzt erklärt, das wäre auch ein Zeichen der Schwäche, er würde sich erpressbar zeigen, wenn er diesem Ultimatum folgen würde und deshalb glaube ich das nicht, nein. Jetzt ist natürlich so ein Ultimatum irgendwie immer mit Konsequenzen verbunden. Der Betriebsrat droht dann mit standortübergreifenden außerordentlichen Betriebsversammlungen. Was ist davon zu erwarten? Naja, das ist ja das Recht des Betriebsrats, dazu einzuladen. Da besteht dann auch die Möglichkeit, dem Vorstand unbequeme Fragen zu stellen. Die Frage ist aber, ob dann der Vorstand, wenn bis dahin noch nichts konkret entschieden ist, dann tatsächlich auch wirklich alle Details auspackt oder ob er sich nicht, allgemeiner hält, so wie es im Moment geschieht in der Öffentlichkeit, auch in der betriebsinternen Öffentlichkeit. Und eigentlich den unbequemen Themen erstmal ausweicht. Das ist ja ganz streng genommen eigentlich auch kein ungewöhnliches Vorgehen. Also solange der Konzernvorstand selber auch noch gar nicht so richtig weiß, in welche Richtung es geht. Ja, was soll er sagen? Ja, was soll er sagen? Auf der anderen Seite erleben wir ja jetzt seit Wochen und beziehungsweise hat das eigentlich eine uralte Tradition bei VW, dass immer wieder Dinge durchgestochen werden. Anders kann es nicht funktionieren, davon bin ich zutiefst überzeugt. Die Informationen, die Gerüchte, die jetzt da ständig aufploppen, die kommen ja irgendwo her und die sind ja, das ist ja nicht inhaltsloses Geschwätz, sondern da werden ja schon sehr konkrete Dinge benannt. Das kann ja nur kommen, wenn so etwas durchgestochen wird. Und das ist natürlich alles andere als geschickt und das ist außerordentlich ungeschickt gegenüber der Belegschaft, weil ich so für Verunsicherung sorge, weil ich so die Mannschaft frustriere, weil ich die Stimmung drücke, weil eine Unruhe entsteht, die einfach nicht gut sein kann und eigentlich von dem ablenkt, worum es jetzt geht, nämlich da als Unternehmen voranzukommen. Wenn du sagst, Ablenkung ist ein Thema, ist das was, was man vielleicht unterstellen könnte? Ablenkung weiß ich nicht, aber es ist vielleicht eine Vorbereitung auf das, was kommt. Und bei VW hat es auch immer damit zu tun, die eine Seite stecht dies durch, von der anderen Seite ist mal jenes zu hören. Da geht es natürlich auch immer über Machtkämpfe, die über Bande gespielt wurden, zumindest in der Vergangenheit. Jetzt erleben wir im Moment diese Durchstechereien. Und das ist einfach Mist, eigentlich sollte, also für uns als Medienleute, klar, also wir greifen das auf, so ehrlich müssen wir auch sein, aber eigentlich sollte ja erstmal die eigenen Leute informiert werden. Das stimmt und das ist ja auch ein großer Kritikpunkt gestern gewesen. Zu Recht, zu Recht der Arbeitnehmervertreter. Genau, genau, also dass jetzt überhaupt erstmal mit der Belegschaft geredet werden muss, also wir beide waren ja in Wolfsburg unterwegs, das haben wir schon gesagt. Wir waren ja aber nicht nur in Wolfsburg als Braunschweiger Zeitung und Wolfsburger Nachrichten, sondern es waren Kollegen von uns auch in Braunschweig unterwegs. In Salzgitter, da gab es ja sogar mehrere Protest oder Aktionen. Einmal bei MAN morgens schon und dann noch einmal mittags. Wir haben da eine ganze Menge Umfragetöne gesammelt. Vielleicht können wir an der Stelle einfach mal einmal kurz reinhören, weil das genau auch in die Richtung geht, wo wir beide gerade die ganze Zeit drüber sprechen. Klar, machen wir. Wir bekommen tagtäglich mehrere Anrufe, mehrere E-Mails. Was passiert mit uns, was passiert mit unserem Standort, aber was passiert auch mit den anderen Standorten? Die Kolleginnen und Kollegen haben Angst. Ja, wir werden jetzt sehen, wie die Aufsichtsratssitzung ausgeht, ob der Konzern wirklich ernst macht und das, was in der Presse steht, auch wirklich in die Aufsichtsratssitzung einbringt. Wird wahrscheinlich dann ja wieder in der Presse stehen, da dankenswerterweise, ja immer was durchgestochen wird, anscheinend von Unternehmensseite. Das verunsichert meine Kolleginnen und Kollegen immens. Es geht Angst um. Gerade an den Standorten, die jetzt auch noch in der Presse namentlich benannt sind, da fühlen sich die Beschäftigten natürlich gerade in einer Ausnahmesituation, denn sie wissen nicht, wie es weitergeht. Für diejenigen, die uns jetzt vielleicht nur zuhören und nicht die Bauchbinden eingeblendet gesehen haben, ich würde einmal kurz einordnen, wen wir gehört haben. Also es war zum einen Dennis Schmidt, der ist Betriebsrat, in Salzgitter, also am Standort Salzgitter. Jessica Knierim, sie ist die Leitung der IG Metall Vertrauenskörper, auch am Standort Salzgitter. Und die letzte Stimme, die kennt man vielleicht sogar auch oder er kennt man vom Hören. Das war natürlich Daniela Cavallo, die Vorsitzende des Konzernbetriebsrats. Und ich finde, man hört da schon so ein bisschen raus, also trotzdem. Ja, das sind jetzt auch alles Betriebsräte, Gewerkschaftsmitglieder gewesen etc., dass aber die Unzufriedenheit irgendwie groß ist, was ja total verständlich ist. Du hast aber in deiner letzten Solo-Sendung sozusagen, wo du dich ja eigentlich schon in die Sommerpause verabschiedet hast, ich muss einmal ganz kurz… 48 Stunden reichen. Andreas braucht keinen Urlaub, das ist überhaupt kein Problem. Ich habe einmal geblättert, ich habe mir nämlich ein paar Kommentare einfach rausgesucht. Du hast nämlich gefragt, wie geht es euch mit der Situation und ich würde das gerne einfach einmal vorlesen. Hier hat nämlich jemand geschrieben, Werk, Stadt und Verein, alles befindet sich gefühlt im absoluten Niedergang. Als VfL-Fan von außerhalb erkennt man Wolfsburg überhaupt nicht mehr wieder. Es brennt an allen Ecken und Enden und man hat das Gefühl, dass das Fundament, auf dem jahrzehntelang alles aufgebaut wurde, gerade komplett wegbricht. Bringt es auf den Punkt, die Stimmung. Ich finde, das kann man übertragen ja auch auf ganz, ganz viele. Also da hängt ja einfach für die Beschäftigten super viel dran. Habe ich eine Perspektive für die nächsten Jahre? Habe ich überhaupt einen sicheren Arbeitsplatz? Genau. Kann ich mir dann … Und das ist ja ein ganz neues Gefühl in Wolfsburg. Das kennt man überhaupt nicht. Also sonst war immer Volkswagen ist der sicherste Arbeitgeber, den du dir quasi vorstellen kannst. Ich blättere einmal nochmal ganz kurz ein bisschen weiter. Es gibt nämlich noch andere Kommentare. Ich habe so ein bisschen gescannt. Und es ging auch ein bisschen vielleicht in die Richtung so, naja, die Gewerkschaften sind vielleicht auch ein bisschen schuld mit an der Situation. Wir haben es gerade ein bisschen angerissen, Volkswagen immer sehr sicher, hohe Löhne, attraktiver Arbeitgeber. Ich würde noch mal vorlesen, hier schreibt nämlich jemand anderes, eins der Probleme von VW sind die Gewerkschaften. Klarheit gibt es doch jetzt, Standorte werden aus Kostengründen geschlossen, Personal und Energie ist nicht mehr tragbar. Das stimmt jetzt so natürlich nicht ganz, ist vielleicht ein bisschen rein interpretiert. Ein anderer Kommentar in die Richtung sagt, danke an alle Gewerkschaften, ihr habt an dieser Situation genauso viel Schuld. Man kann nicht immer und immer mehr wollen, der Rest der Welt überholt uns und für jeden Arbeitgeber billiger. Aber streikt weiter und geht auf die Straße, wie wäre es mit drei Euro pro Stunde weniger und schon seid ihr wieder im Rennen. Was soll eine Gewerkschaft machen? Also die Aufgabe einer Gewerkschaft ist es doch, die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten und natürlich so viel rauszuschlagen, wie nur irgendwie möglich ist. Und deshalb, ja, auf der anderen Seite muss man auch sagen, na klar. Hätte man vielleicht früher ehrlicher sein müssen, weil ja bekannt ist, dass die Sattenerträger aus China den hohen Standard in Deutschland mitfinanziert haben. Das Geld wurde immer verwendet, um hier eben das mit zu finanzieren, dass sich das auf Dauer nicht trägt, das erleben wir jetzt. Gerade heute kamen wieder katastrophale Zahlen, Absatzzahlen aus China, wirklich verheerend. Und klar, aber kann man sagen, finde ich auch, da müsste die Gewerkschaft ehrlicher sein und sich mit der Gesamtsituation auseinandersetzen. Auf der anderen Seite hat sie auch ganz klar ihre Rolle. Das stimmt. Und wenn man einfach mal kurz so ein bisschen rekapituliert, was da gestern gesagt wurde, dann habe ich mich kurz gefragt. Also ich war zwar jetzt schon auch bei dem einen oder anderen Statement schon mal von Daniela Cavallo und Thorsten Kröger, die ja am Standort Wolfsburg eben immer diejenigen sind, die dann die Statements geben, aber ehrlicherweise…. Habe ich ein bisschen, ich will es jetzt nicht kampfgeist, vielleicht ist das in so einer Situation auch so, also wenn du da als Vorsitzende alleine vor die Presse trittst, da hältst du vielleicht nicht die kämpferischste Rede, wie wenn du es vielleicht vor so einer Menge machst. Das ist ja auch einfach das Setting nochmal ein Unterschied. Aber ich war so ein bisschen, dachte so, es geht um vielleicht 100.000, 120.000 Stellen, Werkschließung, das ist ja das Ding irgendwie, was man bei Volkswagen in all den Jahren überhaupt noch nie hatte. Oder trügt mein Schein? Wie hast du das wahrgenommen gestern? Ich war ja auf dem Werksgelände, da war es schon ein bisschen anders, aber jetzt auch nicht gravierend anders. Na klar, waren da Fahnen und Trillerpfeifen und Sirenen und so weiter, das was man eigentlich erwartet, aber es war ja sozusagen nur vor der eigenen Mannschaft, also vor den, Vertrauenskörperleuten, Vertrauensleuten und Betriebsräten, das waren ungefähr 500 Leute, aber ich kenne das durchaus kämpferischer. Ganz klar, was mir auch gefehlt hat, war so ein konstruktiver Ansatz zu sagen, wir machen was besser, also Frau Benner von der IG Metall hat gesagt, okay, wir brauchen Zölle, ich persönlich bin überhaupt kein Zollfreund, ähm, Und ich glaube auch nicht, dass man die Problematik nur durch Zölle löst, sondern da braucht es mehr. Und da fände ich es gut, wenn vom Arbeitnehmerlager auch mehr käme. Aber vielleicht ist der Zeitpunkt auch noch zu früh. Vielleicht muss man erst offiziell wissen, die Beschlüsse haben, um dann zu sagen, okay, oder die Beschlussvorlagen haben, um dann zu sagen, so muss es laufen. Also wenn du sagst, du würdest dir mehr vom Arbeitnehmerlager wünschen, also das war ja jetzt gestern auch eher so, dass sie gesagt haben, okay, wir haben beim letzten Mal schon ordentlich eingesteckt, also im letzten Mal 2024 ordentlich eingesteckt, irgendwie jetzt ist die Arbeitgeberseite dran. Was hättest du dir denn gewünscht, was gestern gesagt worden wäre? Naja, ich hätte, also konkret, da gibt es unterschiedlichste Spielarten, da bin ich jetzt in einer falschen Rolle sozusagen als Berater aufzutreten, ich kann aber Beispiele mal nennen, über die schon diskutiert wurde und auch wird und auch bei Arbeitnehmern, Vertretern diskutiert wird, aber grundsätzlich erstmal Vorschläge zu machen, was muss passieren? Also klar, auch das ist erwartbar und ist nicht falsch, wenn der Betriebsratsvorsitzende und eine Gewerkschaftsvorsitzende sagt, der Vorstand muss seinen Job machen. Na klar, natürlich, wer sonst? Und es ist auch richtig, wenn sie sagen, die Belegschaft hat ihren Beitrag geleistet, das ändert aber nichts daran, dass es offensichtlich nicht reicht. Also darauf kann man sich ja nicht ausruhen, sondern es muss ja in irgendeiner Form weitergehen. Damit, damit haben wir eben schon gesagt, damit wirklich jetzt inhaltlich was passiert und da was in Bewegung kommt, damit man aus dieser furchtbaren Situation des Abwartens rauskommt und ins Handeln kommt. In der Vergangenheit gab es schon mal, das Einführen der Viertagewoche bei entsprechender Lohnkürzung. Man kann diskutieren über eine pauschale Lohnkürzung von 10%. Da gibt es Leute, die halten das für nicht unrealistisch. Das ist natürlich brutal. Vielleicht gibt es auch noch ganz andere Ideen. In dem Zusammenhang würde ich mir zum Beispiel auch wünschen, dass endlich mal der Posten des Personalvorstands besetzt wird. Der finde ich fehlt im Moment wirklich brutal. Es fehlt jemand mit Visionen, mit guten konstruktiven Ideen, um diesen Knoten zu zerschlagen, um da voranzugehen. Aber ich glaube auch, ohne Einschnitte wird es nicht gehen. Nur kurz, seit wann ist der umgesetzt? Seit einem Jahr. Seit einem Jahr? Seit einem Jahr, kein Personalvorstand. Da gibt es natürlich jemanden, der das operativ macht und der das kommissarisch macht, aber es gibt halt keinen eigenen Hauptverantwortlichen und ich finde gerade in dieser Situation wäre es wichtiger denn je. Also du brauchst Leute, die neue innovative Konzepte entwickeln, dafür sind sie da, um irgendwie die Kuh vom Eis zu bringen. Du hast es ja eben auch schon kurz angesprochen, gerade gab es heute neue Zahlen, du hast sie eben verheerend genannt. Wie spielt das jetzt noch rein in dieses ganze Konstrukt? Naja, das bestätigte einfach die schwierige Situation. Also ich habe jetzt unmittelbar, bevor wir hier in die Aufnahme gegangen sind, nur beim Kollegen über die Schulter geblickt, weil die gerade reingekommen sind. Und ich habe mir nur China angeguckt, China im ersten Halbjahr über alle Antriebe hinweg, also Verbrenner und E-Fahrzeuge, ich glaube minus 25 Prozent, im zweiten Quartal minus 36 Prozent, das ist mehr als ein Drittel. Und wenn wir auf die E-Fahrzeuge gucken, die ja sozusagen für die Zukunft in China stehen, da sind wir bei minus 48 Prozent, also fast die Hälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Und das ist nichts anderes als brutal. Das ist schon wirklich heftig. Und China ist der größte Markt für Volkswagen, der wichtigste, der strategisch wichtigste Markt und man kommt nicht voran. Man hat vor drei Jahren in China ein neues Entwicklungszentrum aufgebaut, geht jetzt ab diesem Jahr in eine riesen Modell-Offensive. Vielleicht liegt es auch mit am Modellwechsel und so, dass da gehen Zahlen eigentlich immer mit runter. Aber in dieser Dimension, das finde ich schon sehr besorgniserregend, wirklich sehr besorgniserregend. Wir fangen auch ein bisschen an, uns im Kreis zu drehen. Was wir eigentlich alle gebrauchen könnten, wäre jetzt mal eine konkrete Aussage. Wie geht es weiter? Du hast dich vor, hast du es eingangs gesagt, 48 Stunden schon in den Sommerurlaub eigentlich verabschiedet. Und jetzt korrigiere mich, wenn ich falsch bin, Oliver Blume hat er auch mal gesagt, man will bis Sommer irgendwie eine Entscheidung getroffen. Irgendwas, was man kommunizieren kann. Genau, also erst hieß es bis zu den Werksferien, die beginnen übernächste Woche, das ist mittlerweile kassiert die Aussage, also nicht aktiv, aber in anderen Formulierungen heißt es im Sommer, der Sommer endet, Ende September, da haben wir also noch ein paar Wochen und wenn du fragst, wie es weitergeht, es wird sicherlich Aufsichtsratssitzungen geben noch und ich gehe davon aus, dass man versucht jetzt in Etappen voranzukommen. Damit man dann hoffentlich im Herbst wirklich soweit ist, Nägel mit Köpfen zu machen. Traditionell steht im Ende des Jahres, früher war es immer der November, die sogenannte Planungsrunde an. Da werden Investitionen und Werkbelegungen für die nächsten fünf Jahre festgelegt. Und spätestens dann sollte man wissen, wohin die Reise geht, ja. Das ist natürlich für die Belegschaft und für alle anderen auch. Also es hängt ja nicht nur die VW-Belegschaft dran. Nein, speziell hier bei uns. Sondern bei uns in der Region eigentlich quasi alles. Super unbefriedigend. Ist aber die Situation, mit der wir jetzt irgendwie erstmal umgehen müssen. Und jetzt haben wir beide so viel geredet. Aber uns interessiert natürlich auch, wie geht es euch damit? Egal, ob ihr jetzt bei Volkswagen arbeitet, ob ihr bei einem Zulieferer arbeitet oder in irgendeiner Art und Weise mit Volkswagen oder der Region hier verbandelt seid oder nicht mal zwangsläufig mit unserer Region. Das können ja auch gerne Menschen von woanders hören. Schreibt uns gerne mal in die Kommentare, wie es euch gerade mit dieser Hängepartie eigentlich geht. Und bis dahin wünschen wir euch trotz alledem einen guten Sommer, hoffentlich einen schönen Urlaub, bleibt gesund, bleibt zuversichtlich und wir freuen uns auf das nächste Mal mit euch. Bis dahin, danke liebe Christina. Sehr gerne, vielen Dank für die Einladung. Klar und Ahoi, tschüss. Bis dahin, tschüss.