Latest / SchichtZulage - der persönliche VW-Podcast mit Mehrwert / Krise ohne Kopf: Wann bekommt VW endlich einen Personalchef?
Transcript
- Ich finde das schon erstaunlich, dass das Unternehmen jetzt nahezu ein Jahr in dieser kritischen, angespannten Situation tatsächlich ohne Personalvorstand ist. Es braucht Ansätze, es braucht Ideen, es braucht Konzepte. Der oder die Kandidatin kann man ja eigentlich schon fast sagen, es kann ja eigentlich nur, wenn es nach der Tradition geht, ein Kandidat werden. Klar, dass die Arbeitgeberseite, die wird Vorstellungen haben, die wird nicht bereit sein, da, was weiß ich, ein Hubertus Heil so einfach zu schlucken. Für mich ist der Drops noch lange nicht gelutscht, Verträge hin, Verträge her. Lächeln, Thomas, das war unser Motto des Vorgesprächs eben. Bevor wir einsteigen und über ein Thema sprechen, was eigentlich gar nicht so zum Lächeln ist, möchte ich dich aber mal fragen, was hat dich denn letzte Woche zum Lächeln gebracht? Was war dein schönes Erlebnis in dieser trüben Zeit? Der Vatertag wahrscheinlich. Nee, gar nicht. Das wird traditionell von mir nicht begangen. Es ist natürlich klar, dass Mitfiebern in Sachen Fußball angesagt war. Das ist völlig klar. Da kann man sich ja nicht entziehen. Und gerade wir beide schon mal gar nicht. Und das war zumindest ein Grund, um mal ein bisschen vorsichtig die Mundwinkel nach oben zu ziehen. Ja, aber ganz vorsichtig. Ganz vorsichtig. Morgen geht es weiter. Morgen geht es weiter, ja. Das wird ein schwerer Abend. Das wird ein schwerer Abend. Und da sind wir ja fast schon wieder beim Thema Fußball, Transferpolitik, Verpflichtungen. Der neue Personalvorstand bei Volkswagen oder die Vorständin kommt nicht vom Fleck. Jetzt bald Jahrestag. Ja, genau. Wir haben jetzt Mitte Mai und Mitte, Ende Mai und 4. Juli war es, glaube ich, als im letzten Jahr die Nachricht kam, dass Personalvorstand Gunnar Kiehan das Unternehmen verlassen wird. Ja, offenbar ist ein Schatten so lang, dass dann nichts gedeiht an Nachfolge. Oder wie siehst du das? Er hinterlässt sicherlich große Fußstapfen, ja. Aber ich finde das schon erstaunlich, kritisch, sehr kritisch, erstaunlich, dass das Unternehmen jetzt nahezu ein Jahr in dieser kritischen, angespannten Situation tatsächlich ohne Personalvorstand oder je nach Betrachtungsweise Arbeitsdirektor ist. Denn es bräuchte ja jetzt wirklich viele viele. Und konstruktive, innovative Ideen, um personalseitig durch diese Krise zu kommen, die ja wirklich existenziell ist. Ja, das hat ein ganz großer aus der Konzerngeschichte offenbar anders gesehen, als er 1993 in Wolfsburg angetreten ist. Ich habe gelesen, dass Ferdinand Pirch offenbar fand, dass die Stelle des Arbeitsdirektors, das hat er auch so genannt, überflüssig sei. Also Arbeitsdirektor hat ja den Beiklang Montan-Mitbestimmung, die beste Mitbestimmung der Welt. Und da heißt er ja Arbeitsdirektor, weil unter anderem auch die Betonung auf Arbeit liegt und die Gewerkschaften und auch die Parteien großes Mitspracherecht haben. Und das ist ja im Grunde bei Volkswagen auch so. Also übrigens hat Pirch damals natürlich sehr wohl einen Personalvorstand geholt. Weißt du noch die Argumentation, warum er das eigentlich für überflüssig ist? Er hat, glaube ich, argumentiert, dass das keine politische Entscheidung ist, dass das ein normales Vorstandsressort ist, das auch dementsprechend von der Arbeitgeberseite besetzt werden kann. Also Vorstand, Personalvorstand. Genau, ein operativer Vorstand, der aber nicht unbedingt von der Gewerkschaft oder vom Betriebsrat mitentschieden werden muss. Er hat das dann aber doch gemacht. Er hat es dann doch gemacht. Ja, ich kann mich erinnern, dass Pirch aber auch immer die Einstellung hatte, das Unternehmen ist nur so gut wie seine Beschäftigten und damit die Beschäftigten gut sind, brauchen sie Brote und Spiele. Stimmt, das hat er. Das ist ja eine wichtige Erkenntnis. Er war ja auch ambivalent in seiner Einstellung. Das ist ja klar. Und wir wissen, dass dann Peter Harz kam, einer der profiliertesten, berüchtigsten Vorstände in der Volkswagen-Geschichte. Aber sicherlich auch mit innovativen Konzepten. Und da sind wir ja bei der Fragestellung, die du jetzt aufgeworfen hast. Man könnte ja annehmen, eigentlich braucht Volkswagen gar keinen Konzern, Vorstandspersonalchef. Das können ja die einzelnen Marken mit ihren Experten da machen. Machen sie ja im Moment auch. Ja, ist das Argument stichhaltig? Du hast gesagt, nein. Die Situation ist so entscheidend und bedarf so guter Entscheidungen auch auf dem Sektor, dass wir dringend eine profilierte Person brauchen. Ich komme zu meiner Einschätzung, weil ich eigentlich jetzt seit einem Jahr nichts wirklich Innovatives vernommen habe. Also klar gibt es da jemanden, der das Operative führt und Thomas Schäfer als Markenchef hat offiziell den Hut auf, interimsmäßig, aber wie es nun beschäftigungsmäßig wirklich weitergehen soll, also mit Blick auf die Belegschaft, mit Blick auf die Arbeitsplätze, klar gibt es das Tarifwerk von Ende 2024, dass vieles, vieles vorgibt. Gleichzeitig hören wir gerade in der jüngeren Vergangenheit, dass die bisherigen Sparbemühungen nicht ausreichen. Ich bleibe dabei. Ich halte den Drops mit Blick auf Werkschließung, Personal usw. Noch nicht für final gelutscht. Ich würde mich freuen, wenn das alles so bis 2030 ins Ziel kommt. Aber ob es wirklich so ist. Da habe ich so meine Zweifel und ich finde, es braucht Ansätze, es braucht Ideen, es braucht Konzepte. Innovativ ist man im Augenblick ja eigentlich eher beim Abbau, das muss man ja sagen. Also man findet Modelle, um die Verlagerung der Golf-Kontingente, grundsätzlich die Verringerung der Produktion und so weiter zu gestalten. Aber es sind nirgendwo große Würfe, die sagen, am Ende haben wir diese Art von Beschäftigung, brauchen wir so viele Leute oder die Leute brauchen wir nicht mehr. Und es ist vielleicht auch schwierig. Ich weiß nicht, ob es nochmal so Personalkonzepte wie in den 90er Jahren geben kann und geben wird. Aber das wünscht man sich natürlich. Naja und es ist ja absehbar, dass zum Beispiel das Thema KI in den indirekten Bereichen eine größere Rolle spielen wird, dahinter steht doch auch die Überlegung Personalkosten zu sparen. Jetzt kann ich sagen, okay, wenn die Leute raus sind, die jetzt angepeilt werden, dann erreiche ich mein Ziel, aber vielleicht erreiche ich es auch nicht. Und wenn ich jetzt diese Aussagen ernst nehme, die ja von verschiedenen Seiten kommen, dass die bisherigen Sparbemühungen, und da wird ja mit Blick auf das vergangene Jahr von 20 Prozent gesprochen, also ein Fünftel der Kosten sind bereits gesenkt worden in Wolfsburg, Hannover, Emden. Wenn das nicht reicht, ja also was soll da jetzt noch kommen? Naja, vor allen Dingen die Automatisierung und die Implementierung von KI etc. Pp. Das ist ja kein statischer Prozess, der ist ja nicht abgeschlossen. Der geht ja weiter, weiter, weiter, weiter. Na klar. Und da fragt man sich natürlich schon, diese Diskussion wurde ja vor fünf, sechs Jahren zumindest geführt, auch von den Gewerkschaften. Was passiert, wenn wir auf E-Mobilität umstellen mit allen Konsequenzen? Wie wirkt sich das auf Beschäftigung aus? Ja, das war ja schon in dem Zukunftspakt, der relativ frisch nach der Dieselkrise kam. Da wurde das ja schon für den direkten Bereich angegangen, dass gesagt wird, durch die E-Mobilität brauchen wir weniger Leute, deshalb dimmen wir das runter. Es gibt ja da dicke Studien, die wir, du und ich sicherlich teilweise auch durchstudiert haben. Die Behauptung war ja damals, es werden Arbeitsplätze verschwinden, es werden aber dafür auch neue entstehen. Also diese Perspektive sehe ich im Augenblick nicht, muss ich sagen. Nein, nein, das hat sich nicht erfüllt. Ich erwarte da sogar eher noch einen zusätzlichen Druck und du ja sicherlich auch, was die Wettbewerbssituation anbelangt. Und da gibt es ja keinen positiven Lichtstreif am Horizont. Man weiß ja nicht, wie soll Beschäftigung in der Industrie aussehen oder auch in der Verwaltung. Du sagst es ja, die KI wird da noch unendlich viele Arbeitsplätze überflüssig machen. Und ja, genau in dieser Situation bewegen wir uns und haben personelles Vakuum. Also ich denke auch, der Konzern-Personalchef oder die Chefin hat natürlich ganz andere Aufgaben als die jeweiligen Markenkollegen. Die Situationen sind ja auch unterschiedlich, da müssen schon große konzeptionelle Würfe kommen. Ja genau, aber auch vielschichtig meine ich, denn es geht ja nicht nur darum jetzt sozusagen die kapazitäre Frage zu klären, sondern aus meiner Sicht ist es auch erforderlich die Beschäftigten noch stärker als bisher bei diesem ganzen Transformationsprozess mitzunehmen, denn gerade KI führt ja nochmal zu einer Beschleunigung der Veränderung. Und da musst du ja auch als Mitarbeiterin, als Mitarbeiter hinterherkommen. Das ist ja gar nicht so einfach. Also ich bin ständig mit diesen Veränderungen konfrontiert. Da sind schon Millionen Seiten drüber geschrieben und viel drüber diskutiert worden. Trotzdem stellt sich ja diese Aufgabe immer wieder und ich finde sie wird dringlicher, damit mir die Leute innerlich nicht kündigen oder in so eine Art Angststarre verfallen. Das ist ein super Wort, finde ich. Die innere Kündigung. Und das ist ja im Augenblick, glaube ich, eines der ganz großen Probleme, die vorhandene Belegschaft zu motivieren, zu informieren. Das muss natürlich ein Ressortleiter im Auge haben. Und der muss eigentlich, sagen wir mal, eine Idee haben. Was will ich den Leuten eigentlich erzählen? Ich kann ihnen nicht ständig erzählen. Also ihr verursacht zu viel Kosten. Das wird nicht funktionieren. Und anderswo geht es billiger. Aber gleichzeitig sollte er noch kreativer sein, noch leistungsfähiger sein und so weiter und so fort. Ja, genau. Das haut nicht hin. Das weiß ja jeder aus seiner eigenen Berufserfahrung. Das läuft so nicht. Das ist eben diese, heutzutage nennt man es, glaube ich, intrinsische Motivation. Also es muss schon so ein inneres Leuchten in den Leuten aufglimmen. Sie müssen schon sehen, dafür mache ich das. Vielleicht auch dafür, dass meine Kinder hier vielleicht auch mal ihren Arbeitsplatz behalten oder die Enkelkinder. Und das ist ja alles völlig ungewiss im Augenblick. Ja und dieses Ganze, was wir besprechen, das ist ja jetzt nicht ein theoretisches Geschwätz, sondern das, was du gerade beschrieben hast, als diese besondere Form der Motivation, die braucht ja das Unternehmen in dieser Wettbewerbslage, denn es wird ja sich nur behaupten können und die Ziele erfüllen können, wenn am Ende entsprechende Produkte vom Band laufen, die eben den Tucken besser sind, die eben den Tucken innovativer sind, Um die Kunden weltweit zu überzeugen. Und das passiert ja, wie wir wissen, am ehesten, wenn man ein gutes Gefühl hat, wenn man motiviert ist, wenn man sich aufgehoben fühlt bei seinem Arbeitgeber. Was ich noch sagen wollte, ist übrigens, wir haben ja vor zehn Jahren schon die Diskussion geführt, dass Volkswagen eine neue Kultur braucht, flache Hierarchien und dergleichen mehr. Was passiert ist es aber, dass man wichtige, wie ich finde, wichtige Eckpfeiler, wie die Teamarbeit aufgelöst hat im Rahmen der Sparpolitik. Programme. Und das kann man sehen, wie man will, ob man damit Kosten spart. Ich finde, man nimmt die Leute aus der Verantwortung raus. Man gibt ihnen das Gefühl, nee, Teamarbeit brauchen wir nicht. Also Teamarbeit brauchen wir schon, aber nur, um die Autos herzustellen. Und ansonsten sparen wir da was ein. Das sind so Entwicklungen, die sehr, sehr widersprüchlich sind. Und ich erwarte eigentlich, dass Volkswagen da inhaltlich vorangeht mit Ideen. Um auf das eigentliche Thema mal zurückzukommen, vielleicht ist das auch das Problem. Der oder die Kandidatin kann man ja eigentlich schon fast sagen, es kann ja eigentlich nur, wenn es nach der Tradition geht, ein Kandidat werden, der Nachfolger von Gunnar Kilian. Weil es gab es ja auf dem posten keine frau und zwar weiße kerle im mittleren alter meistens bis auf kilian der war sehr jung vergleichsweise jung und die kamen hatten gewerkschaftlichen hintergrund die hatten spd hintergrund sehr oft oder alles zusammen manchmal waren es auch leute die dann dank dieses hintergrundes in der industrie gearbeitet haben wie horst neumann oder karl-heins blessing genau und jetzt ist eben die große frage, Welches Profil verfolgt das Unternehmen? Welches Profil verfolgt die Arbeitnehmerseite? Und ich glaube, Daniela Cavallo hat ja heute auf der Betriebsversammlung das Thema angesprochen, weil auch dringend etwas dazu gesagt werden muss, weil ansonsten könnte ja jeder denken, gut, der Posten ist überflüssig, den braucht man nicht. Das macht der Maiswinkel schon zusammen mit dem Schäfer. Fast ein Jahr, ja. Aber Daniela Cavallo hat ja auch angedeutet, dass es da offensichtlich Meinungsverschiedenheiten gibt. Ja, wie kann es denn anders sein? Wie kann es anders sein vor dem Hintergrund dieser starken Auseinandersetzung, die wir erlebt haben in den vergangenen zwei Jahren? Da ist doch klar, dass die Arbeitgeberseite, die wird Vorstellungen haben. Die wird nicht bereit sein, da, was weiß ich, einen Hubertus Heil so einfach zu schlucken, ohne Gegenleistung. Der Name wurde ja von Anfang an kolportiert. Und das kann ich mir schon lebhaft vorstellen. Das ist eine Grundsatzentscheidung. Das ist eine Grundsatzentscheidung. Hat er nur stärker die, oder ist die Unternehmensbrille stärker oder die Brille des Arbeitnehmerlagers? Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man da unternehmensseitig auch eine interne Lösung aus dem Konzern heraus anstrebt. Schauen wir auf Audi. Xavier Roos ist ein ziemlich erfahrener Mann, Mitte 50, kennt die Situation natürlich auch aus Ingolstadt, Spahn, Spahn, Spahn, ist da offenbar auch relativ moderat unterwegs. Wir hören da jetzt ja sehr versöhnliche Töne aus Ingolstadt. Ja dann gibt es noch zwei Frauen die man handeln könnte, das ist die Skoda Personalchefin Maren, wie heißt sie nochmal gleich Maren, Gräf glaube ich, vielleicht eine Nummer zu klein keine Ahnung und naja ansonsten was hast du denn hast du Kandidaten auf der Liste also bisher wurde ja auch gesagt das ist schwarz weil es aber auch schwierig ist ja, Ich meine, was hat Kilian, muss man vielleicht auch nochmal darauf zurückkommen, was hat Kilian bewirkt in seiner Zeit von 2018 bis 2025? Also er galt ja als moderierender Manager, der ausgleichen kann und genau da ist ja der Punkt, als es spitz auf Knopf stand 2024, da war halt nichts mit moderieren und lavieren und daran ist er ja angeblich gescheitert, dass keine Seite zufrieden war mit den Kompromisslösungen oder auch mit dem Tarifvertrag. Deshalb, also was wird es? Ja, da gab es ja auch zwei Begründungen für sein Ausscheiden. Es gab ja die Begründung des Betriebsrats und es gab die Begründung des Unternehmens. Also der Betriebsrat hat ja vom Vertrauensbruch gesprochen, dass es da unvereinbare Vorstellungen gebe. Das finde ich auch interessant, dass da zwei Versionen kursieren. Ja, das kann man sich erlebbar vorstellen. Ich meine, Gunnar Kilian hat ja auch vorher schon wesentliche Veränderungen mit angeschoben. Er ist ja ein Architekt des Zukunftspakts von 2018. Es hat schon allerhand Outsourcing, gerade auch im Personalbereich, stattgefunden. Auch da wird man weitergehen auf diesem Weg, so traurig es ist für die Beschäftigten. Und deshalb ist es jetzt eben wirklich wichtig, wer wird es? Ganz einfach. Was hältst du von einem Kandidaten? Das wäre ja sozusagen die klassische Besetzung. So ein Hubertus Heil, ehemaliger Minister, SPD-Gerande, derzeit beschäftigungsweitgehend außerhalb des Parlaments beschäftigungslos. Für mich wäre es ehrlich gesagt eine schlechte Lösung. Ja, mir fehlt da die, das ist sicherlich ein gestandener Politiker, der viel politische Erfahrungen hat. Und auch in der Region viel Erfahrung hat. Ja, na klar, aber VW ist ja nicht nur Region. Im Gegenteil. Und genau, im Gegenteil. Und mir fehlt da so der Praxisbezug oder die Praxiserfahrung aus der Wirtschaft. Und wie gesagt, wichtig ist ja, dass schnell innovative Ideen kommen. Du hast ja genannt, damals Harz, der hat ja nun einiges bewegen können im Zusammenspiel mit dem Betriebsrat, aber das braucht es jetzt wieder. Aber das Umfeld ist jetzt ungleich schwieriger als vor 30 Jahren, das muss man auch sagen. Das gesamte Geschäftsmodell steht natürlich sozusagen auf wackeligen Füßen. Das steht auf wackeligen Füßen, aber dafür gibt es ja auch ordentlich Schmerzensgeld in der Vorstandsposition. Ja, das stimmt. Aber du musst natürlich Lösungen finden. Du musst Lösungen finden, wie verkaufst du, willst du wieder mehr Autos verkaufen? Willst du weniger Autos, was ja erwartbar ist, zu höheren Preisen oder höhere Rendite verkaufen? Das sind ja alles entscheidende Fragen, die jetzt anstehen. Und das war natürlich vor 35 Jahren, sah das ein bisschen anders aus. Da musstest du nur wieder in die, ich sage in Anführungszeichen, nur wieder in die Absatzspur kommen, weil der Markt war, mit den üblichen Schwankungen gab genug her. Es gab nicht so viele Mitbewerber. Der Boom in China stand noch bevor. Und die Arbeitszeitmodelle hat man ja dann nicht konsequent weitergeführt. Im Grunde muss man ja sagen, hätte man das Modell 5000 mal 5000, das Harz und sein Spiritus Rector Schuster. Implementiert haben, hätte man das weitergeführt, wenn wir heute, hätten wir immer noch zwei Produktionen in einer Fabrik, das ist nicht vorstellbar so richtig, aber wir hätten ein Modell, mit dem man operieren könnte. Man hätte ein Modell, mit dem man operieren könnte. Wir hätten die Jobs in Deutschland, ja klar. Und da muss man sich fragen, bleibe ich auf meinem vergleichsweise hohen Level oder mache ich Zugeständnisse und habe dafür aber die Gewissheit, dass das in Deutschland produziert wird. All das muss man ja noch mal immer wieder diskutieren. Das ist natürlich eine intellektuelle Fragestellung, auf die du erst mal kommen musst. Das war ja damals der Ansatz. Es gab ja da wirklich eher, sage ich mal, intellektuell auch bewanderte Funktionäre, ich nenne nur Viduckel und dergleichen mehr. Die Fragestellung, wollen wir Autos in Deutschland so bauen, dass das hier geht? Das war ja dann auch die Frage beim Tiguan 2007. Kriegen wir das hin? Können wir solche Autos hier bauen? Und welche Kompromisse und Lösungen sind dafür erforderlich? Und das müsste ja heute auch. Man müsste konkret sagen, was können wir hier am Standort Wolfsburg eigentlich noch bauen? Was können wir hier noch bauen? Und in welchem Maß sind wir dann zu Zugeständnissen bereit? Und können wir es uns leisten? Finde ich, ist auch eine entscheidende Frage. Können wir uns es leisten, als Industriestandort Deutschland immer mehr Produktion ins Ausland abzugeben? Oder muss man da nicht irgendwann mal die Reißleine ziehen und sagen, wir müssen hier an die Strukturen ran? Also daran, dass wir wieder wettbewerbsfähiger werden. Ich wollte ganz kurz noch mal eine Sache ergänzen, weil du sagst, vor 35 Jahren war die Situation eine andere. Ich glaube, das geht immer. Also jede Krise bringt neue Fragestellungen mit und neue Aufgaben, die gelöst werden müssen. Und sicherlich war es damals noch nicht so komplex wie heute, aber es war sicherlich komplexer und anspruchsvoller als das, Bei der Krise davor. Das verändert sich ja immer. Das scheint immer so zu sein. Die neue Krise ist immer die komplexeste. Ist sicherlich auch so. Das ist gar keine Frage. Aber diese grundlegenden Fragestellungen, dass im Grunde, man kann es ja auch mal positiv wenden, die Fragen, die das Management stellt, sind ja nicht unberechtigt. Also geht das noch mit diesen Werken, geht das mit dieser Kapazität, geht das mit diesen Belegschaften oder muss man wirklich das Ganze zu klastern zusammenschweißen, zusammenschrumpfen, die überlebensfähig sind. Und das ist natürlich fast schon eine Vermittlungsaufgabe, die allerhöchstes pädagogisches Geschick erfordert. Ja und viel, viel Diplomatie und Einfühlungsvermögen und das ist der Punkt, an dem wir euch fragen, wie bewertet ihr die Situation, wie wärt ihr bereit Zugeständnisse zu machen jetzt nochmal oder habt ihr Ideen, wie Arbeit hier in Deutschland gehalten werden kann, lasst uns das bitte in euren Kommentaren da. Wir kommen ja immer wieder auch auf die Frage und das finde ich auch sehr spannend, was würde eigentlich passieren, wenn jetzt tatsächlich ein VW-Werk von einem chinesischen Autobauer übernommen würde, wie würde der arbeiten, wie würde der mit seiner Belegschaft umgehen, das wären ja überaus spannende Entwicklungen, wo man sozusagen eine völlig neue Benchmark im eigenen Land hätte und dann auch natürlich als Unternehmen anders argumentieren könnte. Man könnte sagen, guck mal da, der sitzt in Zwickau und der macht dies und das und das funktioniert irgendwie. Aber auch er müsste sich an Tarifverträge halten, er müsste sich an die ganze Regulatorik halten und so. Aber natürlich müsste sich die IG Metall oder welcher Verhandlungspartner auch immer, müsste natürlich auch auf die neue Situation reagieren. Und das wäre vielleicht sozusagen der positive Schub, den wir ja offenbar nicht hinkriegen aus eigenen Gnaden. Das ist ja so, es stellt sich ja eher so dar, als sei die Situation sehr vertrackt und starr. Ja, ist es ja auch und es ist ja nachvollziehbar, dass die IG Metall sagt, dass der Arbeitnehmerlager sagt, wir wollen uns so teuer verkaufen wie möglich, würde ich sofort unterschreiben. Das ist ja nur zu berechtigt. Wir sind jetzt aber aus meiner Sicht an einem Punkt, an dem wir uns überlegen müssen, ob wir nicht doch noch ... Mehr hergeben müssen, um einfach die Produktion hier im Land zu halten und wettbewerbsfähig zu sein im Zusammenspiel mit dem Unternehmen. Eigentlich sind die Voraussetzungen gut, weil nach meiner Einschätzung ist jetzt, dass die gröbsten Baustellen beim Betriebsrat sind bereinigt. Der kann wieder unbeschwert arbeiten. Die Opposition hat sich selbst zerlegt, weitgehend. Also der Weg ist eigentlich frei um gemeinsam Lösungen zu finden und was dann kategorische Aussagen wie mit uns wird es keine Werkschließung geben das ist ja gerade erneuert worden das hört sich gut an, aber ob das noch der Realität entspricht, ist eine ganz andere Frage. Ja, also das wird ja wiederholt und das wird sicherlich, soll dazu beitragen die Situation zu befrieden, zu beruhigen ich kann mich nicht dagegen wehren, bei mir bleiben da einfach Zweifel. Also für mich ist der, ich habe das ja eingangs gesagt, für mich ist der Drops noch lange nicht gelutscht. Verträge hin, Verträge her. Ich finde es auch wenig produktiv, wenn Leute, die wie Arno Antlitz, deren Job das ist, der das gut macht, der immer wieder die Sparkeule schwingt. Aber im Grunde braucht es jetzt mal ein Vorstandsmitglied, das wirklich diese ganzen widerstrebenden Argumente zusammenbringt und nach außen hin transportiert, wie die Situation wirklich ist und wo die Chancen liegen und auch die Risiken. Und dafür ist diese Position wie geschaffen. Das ist im Grunde ein großer Welterklärer. Und neben den anderen Weichenstellungen, die er natürlich hat, das ist so ein bisschen der Wohlfühlonkel, andererseits Zuchtmeister, die Themen Gesundheit, Arbeitsbelastung, das spielt da ja alles rein. Und auch immer das Bindeglied zur Region, das war ja der Personalvorstand immer. Das hat ja auch Gunnar Kian stark gespielt, diese Karte. Die hat er ja, würde ich sagen, fast am stärksten gespielt. Das sind ja ganz unterschiedliche Typen, die wir da erlebt haben. Du hast den Horst Neumann, das ist eigentlich unser Personalvorstand, sage ich mal, über die größte Strecke, die wir über VW berichtet haben. Ein nüchterner Typ. Aber mit tiefer, tiefer Kenntnis. Ja, eher so intellektueller, Typ intellektueller. Die anderen davor waren, Harz war, wissen wir alle oder glauben zu wissen, wie er war. Davor war es Karl-Heinz Priam, auch über einen sehr langen Zeitraum. Und ja, das ist in der Tat, bin ich gespannt, was da kommen wird, weil ich messe dem eine große Bedeutung bei. Ja und es ist notwendiger denn je, das sage ich hier nochmal ganz deutlich an dieser Stelle, also die Entscheidung muss jetzt mal kommen. Ja vielleicht kommt sie jetzt ja auch abschließend. Wir sind ja gespannt was uns noch so blüht bis zu den Werksferien, ob die Friedhofsruhe erhalten bleibt oder ob es doch nochmal hoch ploppt, was meinst du? Ich habe es gesagt, also bei mir, ich kann diese Skepsis nicht verdrängen und ich kann mir gut vorstellen, dass wir auch nochmal in eine schärfere Diskussion kommen. Vielleicht erst nach der Sommerruhe, das weiß ich nicht, kann sein, dass man jetzt aus strategischen Gründen sagt, wir bleiben jetzt erstmal ruhig bis zum Sommer. Aber vielleicht kommt das eine ja zum anderen, dass es dann auch eine Lösung gibt für das Personalvorstandsressort und dann gleichzeitig erste Ansätze dann mit präsentiert werden. Ich habe dich mit dieser Frage ja schon vor einigen Wochen einmal genervt. Glaubst du denn, dass eine Frau auf so einem Posten wirklich vielleicht auch qualitativ einen anderen Ton in die ganze Angelegenheit bringen könnte oder ist das eine sehr verstiegene Annahme? Also sicherlich kann es das geben. Ich würde immer sagen, das hängt ja auch von der Persönlichkeit ab. Und da würde mich Qualität und Persönlichkeit überzeugen, nicht das Geschlecht. Wobei ich auch sage, angesichts dieser langen Reihe von Personalvorständen wäre es durchaus mal Zeit und das sowieso auch mit Blick auf den Gesamtvorstand, dass da mal eine Frau mit einrückt und dann vielleicht tatsächlich einen neuen Ton reinbringt, vor allem aber frische Ideen. Das wünsche ich mir auch. Schauen wir mal. Schauen wir mal und nächste Woche wissen wir mehr, auch wie sich unser VfL geschlagen hat. Ich hoffe, wir sitzen dann hier mit kleinen Trötröhrchen und in Feierlaune. Wenn es nicht gut läuft, was für ein Schicksal uns blüht. Du weißt, wer in der zweiten Liga spielt. Ich ahne es. Also, macht's gut. Tschüss. Und Daumen drücken für ein VfL. Tschüss. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.