Latest / SchichtZulage - der persönliche VW-Podcast mit Mehrwert / VW Aufsichtsratssitzung: Die Sache mit den 50.000...
Transcript
- Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge der Schichtzulage. Heute mal in einer ganz anderen Besetzung. Ich alleine in einer für Volkswagen sehr genannten, spannenden und richtungsweisenden Woche. Wir haben morgen in Wolfsburg die Aufsichtsratssitzung. Das wird ja von vielen, auch von vielen VW-Beschäftigten natürlich mit großer Spannung erwartet und verfolgt. Es gab im Vorfeld zahlreiche Medienberichte, was denn da nur ansteht. Klar ist, dass VW seinen Sanierungskurs verschärfen wird. Da sind ganz schreckliche Szenarien in der Diskussion. Es geht möglicherweise um die Schließung von vier Werken in Deutschland, Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm. Da muss man mal gucken, wie das tatsächlich ist. Es geht möglicherweise um die Frage, ob die Zahl von 50.000 Arbeitsplätzen, die bis 2030 abgebaut werden, nochmal deutlich erhöht werden. Es kursieren Zahlen bis zu 100.000 Jobs. Das sind natürlich sehr unschöne Nachrichten und das gerade jetzt vor der anstehenden Urlaubszeit. Im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung morgen wird es Protestaktionen geben der IG Metall und der Arbeitnehmervertreter an den einzelnen VW-Standorten bundesweit. Insbesondere wenn es um den weiteren Stellenabbau geht und natürlich Werkschließungen. Stellen sich die Arbeitnehmervertreter nachvollziehbar quer. Ja, das ist klar, das ist ihre Aufgabe und VW-Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo hat immer betont, Werkschließungen werde es mit ihr nicht geben, also da geht es sehr, sehr viel morgen. Und die Arbeitnehmervertreter werden natürlich auch im Aufsichtsrat, da sind sie ja vertreten, ihre Position sehr deutlich machen. Ich persönlich, wenn ich das sagen darf, rechne gar nicht damit, dass morgen schon alle Details bekannt werden, Denn in dieser Aufsichtsratssitzung wird der Vorstand um Oliver Blume sein Konzept vorstellen. Das ist so im Moment bekannt. Das ist ein sehr umfangreiches Paket. Das kann man sich vorstellen bei dem Riesenunternehmen, bei den vielen, vielen Dingen, die da verändert werden sollen. Und damit muss sich ja der Aufsichtsrat erstmal befassen, das Präsidium wird sicherlich schon Details kennen, aber ob morgen tatsächlich schon final über alle Punkte entschieden wird, das glaube ich persönlich nicht. Es kann gut sein, dass am Donnerstagabend die Nachricht kommt, okay, wir haben das zur Kenntnis genommen, also vom Aufsichtsrat die Nachricht kommt, okay, wir haben das zur Kenntnis genommen und müssen das jetzt nochmal prüfen, vielleicht gibt es aber doch einzelne Entscheidungen. Also das alles macht das sehr spannend und sehr anspruchsvoll für die Belegschaft. Denn wir alle können uns gut vorstellen, wenn es um solche zentralen Fragen geht, wie Standortsicherung oder Zukunft der Standorte, wie Arbeitsplätze, das lässt die Menschen nicht unberührt, da werden dann aus, Den Sparforderungen plötzlich ganz konkrete Dinge, die viele, viele Menschen betreffen können und sehr weitreichende Folgen haben können. Also wir werden natürlich berichten. Wir sind morgen auch vor Ort in Wolfsburg. Wir werden das begleiten mit einem eigenen Team, um möglichst viele Nachrichten raus zu destillieren und euch natürlich. Zu informieren, so schnell es geht und so umfangreich es geht. Vielleicht lasst ihr uns mal in den Kommentaren da, wie ihr euch fühlt in der aktuellen Situation, wie ihr selber damit umgeht mit der Anspannung, mit dieser Spannung. Jetzt steht ja der Urlaub an, die Werksferien, da möchte man eigentlich ja einen Schlussstrich ziehen, einen Haken setzen nach dem ersten halben Jahr, das sicherlich sehr anstrengend war. Und freut sich auf den Urlaub, geht es euch auch so, dass es euch vielleicht die Urlaubsfreude nimmt, dass es das trübt, dass ihr mit einem unguten Gefühl in diese drei Wochen startet und euch eigentlich wünscht. Mehr zu wissen, mehr zu erfahren, mehr zu wissen, wie es tatsächlich weitergeht. Bitte, bitte lasst es in den Kommentaren da. Würde mich sehr freuen, dann können wir das nochmal thematisieren. Ich bin der Meinung, auch wenn ich eben gesagt habe, dass ich morgen noch nicht mit allen Details rechne, dass der Vorstand und auch der Aufsichtsrat sehr viel Gas geben sollen und vor allem müssen, um jetzt endlich mal fest zu zurren, wie es weitergehen soll, denn für die Belegschaften an den einzelnen Werken ist die Situation überaus unbefriedigend und erreichen viele Nachrichten. Das sind Hinweise darauf, dass die Stimmung schlecht ist, dass die Leute sehr angespannt sind und das kann man sich gut vorstellen, diese Unsicherheit, das ist überhaupt nicht schön und jeder, der immer in einer vergleichbaren Situation war, weiß, wie schwer es ist, damit umzugehen. Deshalb sollte der Vorstand und auch der Aufsichtsrat eben jetzt mit viel Konzentration, viel Aufmerksamkeit sich diesen ganzen Fragenstellungen, widmen und daraus sehr schnell Lösungen ableiten und vor allem auch Lösungen, die Bestand haben. Wie sich die Welt jetzt in der Zukunft weiterentwickelt, das wissen wir alle nicht. Wir wissen aber, dass diese Dinge, die 2024 schon vereinbart wurden und zu vielen Einschnitten geführt haben, ich sage nur Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen allein bei der Volkswagen AG, viele finanzielle Einschnitte für die Beschäftigten, das hat nicht gereicht. Also daraus kann man auch ableiten. Man war vielleicht nicht mutig genug, tatsächlich Entscheidungen zu treffen, die zwar auf den ersten Blick sehr, sehr schmerzhaft sind, aber vielleicht auch. Unerlässlich, um tatsächlich in ruhigeres Fahrwasser zu kommen und das Unternehmen so aufzustellen, dass dann auch erstmal wieder Ruhe ist. Denn wenn wir ehrlich sind, diese Diskussion um Arbeitsplätze bei VW, die ist ja ureid. Die Diskussion, dass zu viele Menschen an Bord sind, die ist ureid. Die wird seit vielen, vielen Jahren wieder geführt. Die ploppt immer wieder auf. Nur die ganzen Rahmenbedingungen haben sich so verändert. Stichwort China. Da kommen einfach nicht mehr diese satten Gewinne, um das in Deutschland zu subventionieren. Das funktioniert nicht mehr. Also müssen doch jetzt Lösungen angestrebt werden, die endlich mal das Unternehmen auf ein Fundament stellen, das auch eine Zeit lang trägt, damit diese Endlustdiskussion mal aufhört. Und man sich in Wolfsburg und an allen den anderen Standorten auf das fokussieren kann und konzentrieren kann, worum es eigentlich geht, nämlich um die Produkte, um, entsprechende Produktionsmethoden, um Technologien, die Volkswagen wieder dahin bringen, wo das Unternehmen mal war. Denn auch das gehört zur Wahrheit dazu. In Deutschland, das ist eine Binse. Wir haben keine Rohstoffe, wir haben keine großen Bodenschätze. Was wir haben, ist unser Hirnschmalz, davon müssen wir leben. Und wenn wir hier unseren hohen Lebensstandard halten wollen, dann wird es nur funktionieren mit Produkten, die exzellent sind, die sich vom Wettbewerb abheben, die dann auch die Kunden so überzeugen, dass sie sagen, okay, Volkswagen ist halt ein Schlag teurer als ein BYD oder ein anderes Produkt. Was möglicherweise auch noch aus China kommt, aber es ist made in Germany und es ist total technologisch spitze und so wettbewerbsfähig, dass wir sagen, okay, wir kaufen uns das. Dafür muss das Unternehmen sorgen, dafür muss es auch den Menschen Schmerzen zufügen, so bitter das ist. Da führt aus meiner Sicht kein Weg dran vorbei und ich hoffe sehr, dass wir spätestens im Herbst oder im Spätsommer dann die Entscheidung haben, die eben das gewährleisten, dass das Unternehmen in ruhigeres Fahrwasser kommt und eine Strategie verfolgen kann, die sich den eigentlichen Aufgaben widmet und die sich nicht im Kern nur darum drehen müssen, wie kriegen wir den Kahn jetzt wieder flott, damit er Fahrt aufnehmen kann. Das sind alles keine schönen Botschaften jetzt im Sommer, wo wir uns mit ganz anderen Dingen auseinandersetzen wollen. Aber ich glaube, es sind Botschaften, die wir ertragen müssen. Das gehört zur Ehrlichkeit dazu. Und wenn wir das überwunden haben, dann wird es auch wieder aufwärts gehen. Und das muss ja auch eine Botschaft sein, dass wir endlich aus diesem Tal herauskommen, dass es endlich wieder vorangeht hier auch mit der deutschen Wirtschaft, mit der deutschen Autoindustrie als Leitindustrie. Das von meiner Seite jetzt vor der Sommerpause. Wir verabschieden uns jetzt, in der Schichtzulage. Wir machen selber eine Sommerpause. Ihr geht in den Urlaub. Wir wünschen euch trotz alledem, trotz aller Anspannung, eine gute Zeit. Erholt euch gut, macht den Kopf frei, sammelt Kraft für ein starkes neues Halbjahr. Und auf bald, Ahoi und lasst es euch gut gehen.