Latest / SchichtZulage - der persönliche VW-Podcast mit Mehrwert / 44% weniger Gewinn: Wie stark ist VW angeschlagen?
Transcript
- Ich glaube, die Chinesen sind viel intelligenter und denken viel langfristiger als so mancher Unternehmenschefen. Und da wird wahrscheinlich manches deutsche Unternehmen noch eine Menge lernen können. Blume hat ja auch gesagt, dass es nach wie vor in Europa ein großes Problem gibt und das sind die Kosten. Hier in Europa sei das Unternehmen nicht wettbewerbsfähig. Und dann gibt es auch noch eine Prämie. Wenn alle schön brav und lieb sind, dann gibt es noch eine Prämie obendrauf. Und auch das ist übrigens, finde ich, eine wirkliche nahe Teil. Also die ist, damit kann ich gar nichts anfangen. Sag mal, Thomas, heute sitzen wir hier so ein bisschen rotwangig, beide erregt, aber vorab die Frage, bevor wir darauf kommen, zu sprechen kommen. Bist du eigentlich überrascht, dass es Volkswagen heute noch gibt? Nach den gestrigen und heutigen Schlagzeilen. Sollte man ja annehmen, es geht zu Ende. Mein lieber Andreas, ich bin von was ganz anderem überrascht. Ich bin nämlich auch heute noch überrascht von einer Überschrift, die du gestern gemacht hast. Die mich wirklich fasziniert und irritiert hat. Das passiert ja selten. Bei Wirtschaftsberichterstattung kommt ja meistens so dasselbe raus. Aber da stand in deiner Überschrift Tumbleweed. Tumbleweed. Weißt du, was ich da gedacht habe? Da habe ich erst gedacht, was hat der Kollege geraucht? Und dann habe ich gedacht, oder ist es bei Volkswagen jetzt schon so weit, dass man ins Trinkwasser irgendwelche halluzinogenen Beimischungen macht, damit die Leute glücklich und ruhig sind. Aber ich habe natürlich, wie es sich für einen wissbegierigen Zeitungsleser gehört, nachgeschlagen, was es bedeutet. Ja, Tamil Weed, das gute alte ... Weed, Weed vor allen Dingen. Weed, ja. Aber mich hat es eigentlich gar nicht so gelockert. Und ich kenne das ja noch aus den alten Wildwestfilmen, wenn es durch die Geisterstadt holpert. Hi nun, alles ist still, die Straßen sind leer, nur der Tumbleweed oder der Steppenläufer rauscht durch die Straße. Und dann gibt es Knallerei. Dann gibt es Knallerei. Die gab es ja gestern noch nicht, Knallerei, aber es gab für einige vielleicht knallige Nachrichten, die aber eigentlich ja eigentlich im Kern so knallig gar nicht waren. Also schon heftig mit dem Gewinnrückgang des Konzerns, aber total erwartbar aus meiner Sicht. Wir müssen heute Medien-Shelte betreiben, ob wir es wollen oder nicht. Das ist ja kein schönes Geschäft. Willst du mich schlagen jetzt, Thomas? Nee, ich fand das gestern wirklich bemerkenswert. Ich habe mich natürlich gefragt, womit berauscht der Kollege Schweiger sich? Du bist ja auch eher ein gediegener Deutscher, wahrscheinlich abends mal ein Beruhigungsbier oder sowas. Ein Kamillentee. Also Weed, also Hasch oder sowas kommt ja bei dir nicht ins Haus. Nein, um Gottes Willen. Nein, nein, du bist ja auch Vorbild für deine Kinder. Nein. Ich fand das gestern bemerkenswert, dass da Zusammenhänge hergestellt wurden. Ein Aspekt war neu, das war die Bilanz des Jahres. Die haben wir jetzt schwarz auf weiß. Überhaupt nicht neu ist die Zahl von 50.000 Arbeitsplätzen insgesamt konzernweit. Und auch der Gewinneinbruch war ja erwartbar. Die Zahl ist jetzt plakativ, gar keine Frage. Aber die Zusammenhänge herzustellen zwischen den gestrigen Zahlen und den seit Ende 2024 bekannten Abbauprogramm ist nicht ehrenvoll. Das gehört sich nicht. Das ist unseriös. Unseriös, finde ich schon. Ja, finde ich auch. Also ich habe mich auch sehr geärgert darüber, auch wirklich darüber, wie manche Medien berichtet haben und eine Welle gemacht haben, auch so, als sei das, du hast es ja eben angedeutet, alles über Nacht quasi vom Himmel gefallen und überhaupt nicht erwartbar gewesen und jetzt naht das Ende. Also ich hatte eigentlich eher die Befürchtung, als ich die Zahlen gehört habe, dass mit dem 50.000, das ist es noch nicht. Da kommt jetzt Beschäftigungssicherung hin oder her, da wird noch irgendwas kommen. Weil das waren ja dramatische Beschwörungen und wir haben ja auch keine neuen Strategien gehört. Das läuft ja dann immer auf Abbau hinaus. Gleichzeitig fand ich bemerkenswert, dass die Zahlen der Kernmarke VW, eingebettet in der Volumengruppe Core, ja eigentlich sehr manierlich sind. Die sind manierlich, auf alle Fälle, ja. Und wir erinnern uns ja gerne, dass auch Volkswagen ja nun jahrelang, wenn nicht jahrzehntelang, drauf gedroschen wird. Keine Performance, keine Unmodernen, aus der Zeit gefallen, alles zu alt und zu bürokratisch, fand ich schon irgendwie eine schöne Nachricht, muss ich sagen. Schöne Nachricht und letztendlich ist ja auch die Strategie gut der Abbau und das wurde auch nochmal betont, Europa ist einfach zu teuer, da muss an den Kosten gearbeitet werden, aber immerhin hat das Unternehmen einen Plan und verfolgt ja ehrgeizig Ziele. Also deshalb finde ich, wir waren ja eben beim Thema Medienschädte, finde ich das überhaupt nicht okay, wie da zum Teil zumindest berichtet wurde. Und das vermittelt mir leider den Eindruck, dass da sehr viel Oberflächlichkeit im Spiel ist und sehr viel Unwissen. Und das ist einfach bei so einem wichtigen und ernsten Thema schlichtweg unseriös. Aber das werden wir auch nicht mehr ändern. Volkswagen hat sich auch selbst teilweise zuzuschreiben, dass alle Stereotype, die es so gibt, die werden Volkswagen angeheftet und man tut ja auch einiges dafür, dass es so bleibt. Ich habe mittlerweile Zweifel, dass die Konzernstruktur, so wie wir sie kennen, dass die wirklich dienlich ist, dieses Unternehmen oder auch die einzelnen Marken über Wasser zu halten. Für mich ist das Volkswagen als Konzern ein riesen Containerschiff mit dem Problem, dass die einzelnen Container nicht justiert sind. Einmal rutscht rechts einer, einmal links, einmal vorne, einmal hinten und immer gibt es eine beinahe Havare. Ist ja auch, ist ja im Prinzip ein uraltes Thema. Die Frage, ist der Konzern zu groß? Ist er also dadurch unbeherrschbar? Der Eindruck drängt sich auf. Ich habe zum Beispiel, man hat Porsche an die Börse gebracht. Ich könnte mir lebbar vorstellen, dass man die Volumengruppe aus dem Konzern herausnimmt oder meinetwegen auch unter dem Dach einer Holdingstruktur und alleine segeln lässt. Weil die Volumengruppe ergänzt sich teilweise, zum Teil kannibalisiert sie sich auch, aber sie ist das Gerüst dieses ganzen Unternehmens. Das ist nicht mehr Porsche, das ist auch nicht Audi, das ist auch nicht Lamborghini und das ist auch nicht die Carriot oder sonst wer. Die einzigen, die stützen, sind dann noch vielleicht die Financial Services. Und ansonsten schwächelt mal der eine und mal der andere und sofort kommt der gesamte Frachter Schlagseite. Das ist doch eine Erfahrung, die machen wir seit Jahren. Da ändert sich doch nichts dran. Und dass es jetzt Porsche ist, das ist überraschend und auch bedenklich. Das ist bedenklich. Das kam, finde ich, absolut überraschend oder unerwartet. Ich kann mich erinnern, dass wir vor drei Jahren, glaube ich, noch von den diversen Renditeperlen im Konzern geschrieben haben. Das war Porsche vorneweg, Lamborghini mit 24 Prozent, dann Audi eigentlich auch mal nierlich mit zweistellig und das hat sich alles innerhalb der Windeseile geändert. Das ist für mich auch nach wie vor eigentlich gar nicht so richtig nachvollziehbar. Ja, deshalb wird ja jetzt angepeilt, das Geschäftsmodell zu ändern. Der Konzern will sich ja da verändern, noch stärker lokalisieren, noch weniger aus Europa. Was heißt das eigentlich genau für Europa und für Deutschland, wenn sie sich noch stärker lokalisieren? Lokalisieren sie sich dann nicht mehr in Deutschland und in Europa, sondern über sie? Also ich würde sagen, China ist das Vorbild. In China, für China, mit eigenem Entwicklungszentrum, eigenen Leuten, eigener Plattform und so weiter. Natürlich wird es immer noch Schnittmengen geben, aber ich glaube, wir müssen uns darauf einstellen, dass wir auch in der Autobranche eine Deglobalisierung erleben und dadurch eine stärkere Lokalisierung. Und ich bin gespannt, was noch in den USA geschieht. Also die Konzernspitze sagt ja mit Blick auf Audi, wir schließen ein Werk in den USA nicht aus, also nicht unter den aktuellen Gegebenheiten mit den Zöllen, aber es ist ja ein Gedankenspiel. Aber das heißt doch im Umkehrschluss auch, dass die großen Investitionen künftig nicht mehr hier stattfinden werden, sondern woanders. Sie werden breiter gestreut, ja. Ja, aber ich erinnere immer wieder gern an den Umstand, dass wir hier 2022 mit dem Bau einer superneuen Fabrik vor den Toren Wolfsburgs hätten gewinnen wollen. Wir haben das Thema schon oft gestreift und ich kann nur sagen, das wäre der Leuchtturm gewesen in jeder Beziehung, nicht vom Auto her, dass da geplant war, aber von allen Begleitumständen, die als Leuchtturm für diese Region gedient hätte. Das ist nicht geschehen. Und was passiert jetzt? Hier in unserer Region? Wo sind die großen Investitionen? Das wird nochmal in die TE investiert, aber das ist eigentlich Bestandsschutz und Erneuerung. Der E-Golf in Wolfsburg, da wird noch Geld fließen. Aber wie siehst du das denn persönlich mit der Entwicklung in Wolfsburg? Du bist ja nun seit Jahrzehnten dort tätig. Du hast ja alle möglichen Entwicklungsstadien der Stadt hautnah mitverfolgt und darüber berichtet. Was macht das mit dir? Also mir fehlt da zumindest eine wirklich überzeugende Initialzündung. Deshalb komme ich immer wieder auf diese Trinitiv-Fabrik zu sprechen, weil ich glaube, das wäre ein Magnet gewesen, der wirklich vielerlei bewegt hätte, auch für die Stadt und auch für die Denke der Menschen, dass es nicht passiert. Ansonsten Stadtentwicklung in Wolfsburg hängt nach wie vor zu 99 Prozent an VW. Ja, klar. Und da sehe ich auch keine überzeugenden Konzepte. Ich weiß nicht, wie weit du das verfolgt hast, dass man alternativ Medizintechnik, sonstige... Wertechnik und so. Wertechnik, ja. Ist das jetzt der Schlüssel, mal abgesehen von moralisch-ethischen Aspekten, ist das der Schlüssel, der Wolfsburgs Zukunft in der bisher gekannten Form sichert? Ich glaube das nicht. Ich stamme ja nur aus der Stadt und ich kenne diese Diskussion. Eigentlich gibt es sie schon immer. Also solange ich denken kann, gibt es immer die Diskussion, sich aus der Abhängigkeit von Volkswagen zu lösen. Es gab unterschiedlichste Gedankenspiele. Wir haben das ja auch um das Jahr 2000 rum erlebt. Da gab es ja auch verschiedene und da ist ja auch viel entstanden. Aber so richtig ist es natürlich nie gelungen. Und ich glaube auch am Anfang, wenn ich mich richtig entsinne, War es gerade in den frühen Wolfsburger Jahren gar nicht so, hat es gar nicht zu Volkswagen gepasst. Also das Unternehmen wollte eigentlich gar nicht andere Player in der Stadt haben, einfach mit Blick auf das Ringen um die Arbeitskräfte. Ja, wir erinnern uns damals mit dem Zuzug der sogenannten Gastarbeiter. Es haben ja überall Leute gefehlt, die dann die Arbeit verrichten. Aber nochmal eine Frage, Thomas, weil du eben so lange berichtet hast und jetzt ja durchaus auch da mit sorgenvollem Blick drauf schaust, du kommst ja gar nicht aus Wolfsburg, aber was verbindet dich mit der Stadt? Gibt es so eine emotionale Verbundenheit, würdest du sagen, das ist schon so ein Stück Heimat? Ja, auf jeden Fall. Ich meine, ich habe lange genug da gearbeitet und auch gelebt. Und gerade diese Konfliktlinien, die da ständig durch die Stadt verlaufen, die sind ja eigentlich dazu angetan, wirklich Neues zu entwickeln. Intelligentes, Innovatives. Und das hat man ja auch teilweise versucht. Also man muss vielleicht auch mal nochmal kurz zurückgehen zu Beginn des Jahrtausends. Mit dem Bau der Autostadt und der Gründung der Wolfsburg AG, die war ursprünglich mal gar nicht so sehr zentriert auf die Automobilindustrie. Ich kann mich entsinnen, unter Klaus Dierkes und anderen Leuten war das sehr, sehr weit gedacht. Also man hat da zum Beispiel auch mobile Flüchtlingsunterkünfte oder Katastrophenunterkünfte und dergleichen mehr. Das war alles im Gedankenspiel. Also man hat versucht im Grunde da Start-up, eine offene Start-up-Gesellschaft zu bauen. Das ist ja im Laufe der Zeit alles in Vergessenheit geraten, weil es bei Volkswagen relativ gut gelaufen ist. Und man sich dann gesagt hat, naja, wozu sollen wir hier eigentlich irgendwas außerhalb des Automotive-Bareys machen? Ja, und das Unternehmen ist halt total dominant. Ja, ist ja klar. Ich meine, das ist ja logisch. Es ist ja im Grunde eine zweckgebundene Gründung, nämlich Autos zu bauen und Menschen da anzusiedeln, die in der Automobilindustrie arbeiten. Und es läuft immer, immer wieder auf die Autothematik hinaus. Also in meiner Kindheit gab es einen Witz, der ging ungefähr so, dass ein VW-Mitarbeiter da im Werk Wolfsburg immer Teile geklaut hat, weil er einen Kinderwagen bauen wollte. Rausgekommen ist immer ein Käfer. Also das geht so in die Richtung, dass es immer wieder beim Auto landet. Das ist ja auch nicht schlimm. Also ich meine, wir haben ja gesehen, alle Versuche hier auch von außerhalb neuen Wind in die Diskussion zu bringen, zu sagen, baut doch mal was für einen öffentlichen Personennahverkehr, Züge, Straßenbahnen etc. Pp. Damit hat man sich ja im Gegensatz zur Wehrtechnik, hat man sich ja in Wolfsburg die Nase gerümpft. Die meinen, gut, das waren jetzt Protestler, mit denen man wahrscheinlich sowieso nichts anfangen kann, aber man hat sich nicht mal die Mühe gemacht, das ernsthaft zu diskutieren. Kommt die Rüstungsindustrie ins Spiel, da schreit man Hurra, wunderbar. Das sind Arbeitsplätze, was das für Produkte sind, die wir da irgendwann mal bauen. Ja, die sind dazu da, um im Regal zu liegen. Nein, sie sind dazu da, um …, Menschen zu töten. Das muss man mal so sagen. Und dass man nicht bereit ist, wirklich auch mal offen zu diskutieren, zumindest zu diskutieren, das finde ich schon wirklich ernüchternd. Also ich rede hier von diesen Leuten, die in der Amselbewegung da aktiv waren. Straßenwahn, Straßenwahn. Ja, ja, ja. Das fand ich eigentlich schon spannend. Und man hat sich da komplett verweigert. Man hat sich auch geweigert, über die Rolle von Ferdinand Porsche zu sprechen. Die Rolle hat der gespielt. Da ist man geistig überhaupt nicht offen. Und gut, wenn das dann alles klappt im Automotive-Bereich, dann ist ja der Drops gelutscht. Dann kann man ja so weitermachen wie bisher. Aber es klappt ja auch nicht. Genau, das ist der Punkt. Wie siehst du denn die Zukunft der Stadt? Was erwartest du da? Glaubst du, dass die Stadt an Bedeutung verliert? Also ich denke jetzt gerade auch daran, Daniela Cavallo als Betriebsratsvorsitzender hat ja gefordert, man muss wieder mehr Aufgaben in Wolfsburg bündeln. Das ist ja fast schon sowas wie ein Hilferuf. Wie siehst du das denn? Ja, aber auch diese Aussagen, wie passen die denn zusammen? Man will in Wolfsburg den indirekten Bereich, also die Bürokratie abbauen. Jetzt will man aber im Grunde wieder Zentralfunktionen, wenn ich das richtig verstanden habe, neu aufbauen, die aber ja personell keine Rolle spielen. Da wird ja kein großartiges Personal aufgebaut. Nee, ich glaube Personalaufbau, das können wir erst mal zur Seite schieben, das Thema. Also momentan kann man glaube ich sagen, Wolfsburg lebt noch ganz gut in dieser Krisensituation, also das macht sich ja so…, Noch nicht bemerkbar. Das wird sich dann bemerkbar machen, wenn die 15.000 Leute hier nicht mehr im Werk arbeiten, die abgebaut werden. Davon gehe ich aus, davon werden ja etliche nicht in der Stadt bleiben. Das weiß ich nicht. Es gibt ja unterschiedliche Exit-Wege bei VW. Du kannst ja ATZ machen, dann bleibt man ja erstmal auf jeden Fall in der Stadt. Man kann sich einen neuen Arbeitgeber suchen, dann bleibt man wahrscheinlich nicht in der Stadt. Ja, das ist eine offene Frage. Aber darauf ist man ja auch gar nicht vorbereitet irgendwie. Also wir wissen ja, dass es gibt diese Perspektivwerkstatt, wo Menschen reingesteckt werden, selbst hochrangigste Manager von VW und wo ihnen gesagt wird, du hast ja eigentlich keine Zukunft mehr, wir beschallen dich jetzt mal ein halbes Jahr lang. Wir zeigen dir mal auf, wo du künftig vielleicht eine neue Perspektive findest. Aber hier bei uns auf jeden Fall nicht mehr. Und dann gibt es demnächst im April eine Veranstaltung für 2000 Mitarbeiter der TE, wo sich andere Arbeitgeber interessiert zeigen können und so weiter. Was sind das für Signale? Das ist das Signal, hier bei uns habt ihr keine Zukunft. Und die Stadt spricht aber in der Person des Oberbürgermeisters ständig davon, dass man auch neue Baugebiete ausweist und hier bauen will und da bauen will. Also das ist Unglaublich eigentlich finde ich das Ja, das ist die Hoffnung dass es dann doch irgendwann mal wieder flutscht, aber das glaube ich ehrlich gesagt nicht also die alten Verhältnisse werden wir hier nie wieder haben, Das mag aus Sicht des Managements auch dringend geboten sein, keine Ahnung aber es ist natürlich schmerzhaft hier das sind Verluste an Wissen an Erfahrung, die verschwinden und es fehlen ja auch Auszubildenden Plätze, die sind ja auch reduziert worden, das heißt hier dieses generationslange Arbeiten bei VW, auch das wird nach und nach. Ich höre mittlerweile schon von anderen Arbeitgebern, auch von großen Arbeitgebern in der Region, dass es ihnen eigentlich hilft, dass VW nicht mehr so viel Personal zieht, weil sie es jetzt leichter haben, Leute zu finden. Übrigens auch für gut bezahlte Jobs, so ist es ja nicht. Das hat schon einen gewissen Effekt. Ja, die Kollegen aus Wolfsburg haben ja berichtet, dass der Sprecher der Handwerkerschaft in Wolfsburg gesagt hat, das ist nicht mehr so attraktiv. Auch bei den Azubis, für uns ist das gut. Die Leute gucken nicht mehr zuerst Richtung Mittellandkanal, sondern die gucken, gibt es auch noch was anderes auf dieser Welt. Das ist ja im Prinzip keine schlechte Entwicklung. Aber da müssen sich natürlich viele auch von den Gehaltsstrukturen und den Annehmlichkeiten der Volkswagen-Beschäftigung lösen. Ja, dafür gibt es dann vielleicht andere Vorteile. Ja, wer weiß. Das ist ja das, was uns als Gesellschaft oft vorgeworfen wird. Wir sind nicht risikofreudig genug und wir sehen auch nicht die Chancen, die in der Neuentwicklung vielleicht möglicherweise liegen. Das mag alles so sein. Aber ich glaube, diese Region ist so tief geprägt von Volksfragen, dass das natürlich doppelt und dreifach schwerfällt. Lass uns doch noch mal ganz kurz auf den gestrigen Tag schauen, als die Zahlen da vorgestellt wurden. Also der Gewinn ist etwas mehr als die Hälfte eingebrochen. Konzernchef Blume hat trotzdem gesagt, das Glas ist halb voll, nicht halb leer. Ja, teilst du diesen Eindruck oder wie, also ist das für dich, ich meine gut, das Unternehmen ist in einer Krise, das ist nicht neu, aber wie, siehst du die Entwicklung als bedrohlich an oder ist es eine Delle? Ein Tal, eine Delle, nicht ein Tal. Naja, eine Delle sicherlich nicht, sondern vielleicht eher ein tiefes, finsteres Tal, das mag so sein. Aber was steht am Ende dieses Tunnels, das ist mir noch nicht so ganz klar. Wir gucken ja auf Wolfsburg, Deutschland und Europa und da fehlt mir ehrlich gesagt die große Perspektive. Das muss ich ganz klar sagen. Volkswagen wird möglicherweise mit seinen Verzweigungen in China und vielleicht auch in den neuen asiatischen Märkten, die bespielen sie ja gar nicht umfassend. Kommt ja noch Indien und so. Nordamerika, Südamerika, vielleicht auch Afrika und so weiter. Da gibt es natürlich unglaublich viel Potenzial, gar keine Frage. Die Frage ist nur, wie geht es hier weiter? Und da ist für mich die Antwort von Oliver Blume nicht überzeugend. Speziell mit Blick auf Deutschland dann auch. Ja, sein Finanzchef Arno Antlitz, der hat ja den Daumen drauf. Da wird ja permanenter Druck ausgeübt. Und das ist keine Perspektive für mich. Naja, Blume hat ja auch gesagt, dass es nach wie vor in Europa ein großes Problem gibt. Und das sind die Kosten. Also da hier in Europa sei das Unternehmen nicht wettbewerbsfähig. Oder sei dann, wenn man es so beließe wie jetzt, nicht vorbereitet auf den chinesischen Wettbewerb, der kommen wird. Im Moment ist er ja nur in der Nische, aber wird kommen. Da gibt es aber auch andere Stimmen, die sagen, die Chinesen werden sich hier auch diesbezüglich anpassen müssen und werden sich auch anpassen. Sie werden dann natürlich auch andere Preise für ihre Autos verlangen. Ja, aber die werden wahrscheinlich trotzdem günstiger sein. Davon gehe ich aus. Dass sie über den Preis angreifen werden. Ja, es ist ja im Grunde eine Grundsatzfrage. Läuft es so wie bei Tesla? Also Elon Musk, der sich alttestamentarisch dagegen wehrt, dass überhaupt gewerkschaften, freie Gewerkschaften in seinen Betrieben unterwegs sind. Und er vorgibt, wie der Hase läuft oder läuft es in Sachen unserer gewohnten Mitbestimmung. Vielleicht die Chinesen als große Anpasser sind ja vielleicht auch in der Lage, einen gedeihlichen Mittelweg hier zu finden, wenn sie denn einmal Fabriken hier in großem Stil unterhalten sollen. Ja, aber ich glaube nicht, dass sie Fabriken in Deutschland bauen. Die bauen sie dann in Süd- oder Osteuropa und da sind die Kosten anders. Ich glaube, wir unterschätzen. Also ich habe die Chinesen auch immer sehr, sehr vielleicht Stereotyp eingeschätzt, war auch nie im Land, kann es eigentlich also gar nicht. Aber ich glaube, die Chinesen sind viel intelligenter und denken viel langfristiger als so mancher Unternehmenschef hier bei uns. Das ist ja ein großer Vorteil. Sie sind blitzgescheit, sie denken sehr langfristig und sie sind ja im Vergleich unglaublich geräuschlos. Das bekommt ja kaum jemand mit, was sie strategisch schon, wie sie ihre Fühler ausstrecken, global. Und die Chinesen erleben ja gerade auf dem heimischen Markt, in Bezug auf Elektroautos, das, was wir in Jahrzehnten erlebt haben, dass hier die Marken ausgemendet wurden, dass am Ende ein paar große übrig bleiben. Also ich glaube, teilweise kennt man das ja noch aus den 50er, 60er, 70er Jahren, da gab es haufenweise Marken. Klar, Kleinsthersteller. Die Kleinsthersteller, die gibt es alle nicht mehr. Und dieser Prozess läuft ja im Augenblick in China auch ab. Die haben ja überhaupt keine Margen da im internen Wettbewerb. Deshalb, sie haben keine Margen und sie haben auch nicht den US-Markt. Also bleibt eigentlich nur... Und da müssen sie sich natürlich anpassen. Sie können ja nicht nach Europa kommen und sagen, wir bieten die Autos an, die die Kunden hier vielleicht gar nicht verstehen und gar nicht haben wollen. Das werden sie nicht machen. Sie werden das schon so modifizieren. Zum Beispiel bei den Hybriden. Sie waren ja bei BYD. Genau und ich erwarte da eigentlich mittlerweile eine ganze menge von den chinesen wenn die hier einen richtigen markteintritt werden und dann wird wahrscheinlich manches deutsche unternehmen noch eine menge lernen können das denke ich auch davon gehe ganz fest aus na klar also deine frage abschließend beantworten kann ich nicht wir haben jetzt gestern die zahlen auf den tisch gekriegt, da entstehen natürlich wie wir erlebt haben die übliche reaktionsmuster mit mit einem haufen blödsinn auch drumherum und, Wir werden sehen, wie es hier weiterläuft. Also es ist jetzt erstmal eine zentrale Frage, wie gehen die Betriebsratswahlen aus, wie wird man künftig weiter miteinander zusammenarbeiten. Gibt es auch nochmal ein Stoppschild für bestimmte Wünsche des Managements oder wird das weiter alles Co-Management einvernehmlich geregelt, würde ich schlimm finden, muss ich ganz ehrlich sagen. Dann kommt die kleine Fahrzeugfamilie auf den Markt im Sommer, im Frühherbst. Die nicht in Deutschland gebaut wird. Das muss man Kassandra-mäßig immer wieder erwähnen. Also die hilft hier der Beschäftigung in Deutschland eigentlich null. Allenfalls in der Entwicklung, aber sonst nicht. In der Entwicklung, genau. Es wird ja nicht mal Zulieferer-mäßig. Da werden ja eigentlich Zulieferer-Parks entstehen. Das passiert ja alles in Spanien und Portugal. Ja, dann ist es vorbei mit den Ankündigungen und Erwartungen. Dann muss eben sich zeigen, dass die Saat aufgeht. Im Grunde macht es gar keinen Sinn, da noch weiter rumzuspekulieren. Genau, genau. Und dann stellt sich die Frage, die du ja auch schon hast anklingen lassen, was kommt dann eigentlich an Produkten noch für die deutschen Werke? Ich habe übrigens, um nochmal ein bisschen abzuschweifen bei dem Thema Produkt, ich habe letztens mit jemandem gesprochen, da ging es um US-Markt und so weiter und sind da offenbar auch nicht die richtigen Produkte zur richtigen Zeit da gewesen. Der meinte, ja Mensch, warum haben die den zweiten Beetle, nicht den ersten New Beetle, sondern den Beetle, diesen massigeren, maskulineren, warum haben die den nicht als E-Auto in den USA zusammen mit dem E-Bus auf den Markt gebracht? Dann hätten sie guten Gewissens an die alte Tradition anknüpfen können. Stattdessen versucht man jetzt US-Modelle zu kopieren. Ich weiß nicht, ob das die richtige Strategie ist. Das wird sich zeigen, aber es ist ein milliardenschwerer Versuch. Es ist ein milliardenschwerer Versuch, genau, mit der Betonung auf Milliarden. Ich merke schon, so befriedigend hat man dir das gestern auch nicht erklären können. Natürlich bleiben immer Fragen, das ist doch klar. Ja, es bleiben viele Fragen und eigentlich ist ein Management ja auch dazu da, die Fragen dann doch mal so zu beantworten, dass auch der letzte Mitarbeiter versteht, was eigentlich gewollt ist und weshalb er bluten muss. Das ist die große Kunst, Kommunikation, da sind wir ja beim Thema vom Anfang, mit den Schlagzeilen, mit den Nachrichten, die da verbreitet wurden gestern. Das ist doch eigentlich so gesehen, so gesehen ist das doch alles wieder voll in die falsche Richtung abgegangen. Ja, vieles schon, ja absolut. Wofür Volkswagen jetzt vielleicht an sich noch nicht mal was kann, aber man sieht ja auch mit welchen Urteilen und Vorurteilen das Unternehmen konfrontiert ist. Man muss da nicht ein bisschen mehr Lebendigkeit und ein bisschen mehr Utopie auch in so einem Vorstandsbericht mal durchkommen? Also kann man da immer nur sagen, den Drögen ist Zustand und so richtig gut wird es ja für euch in Europa und Deutschland auch nicht werden. Naja, es wird ja versucht, Zuversicht zu vermitteln. Das ist ja schon immer, da wird ja immer auf die Kosten verwiesen. Und wenn man das alles im Griff hat, dann wird alles gut, sozusagen. Die Argumentation ist ja durch das Abschmelzen die restlichen Arbeitsplätze, die restliche Beschäftigung zu sichern. Und dann gibt es auch noch eine Prämie. Wenn alle schön brav und lieb sind, dann gibt es noch eine Prämie obendrauf, von der wir noch nicht wissen, ob sie sein wird. Also auch das ist übrigens, finde ich, eine wirkliche nahe Teil. Damit kann ich gar nichts anfangen. Gar nichts. Was soll denn der Beschäftigte eigentlich mit so einer Prämie anfangen? Er kann doch eigentlich nur sagen, eigentlich wollen sie uns keine geben und steht auch keine zu, aber da gibt man uns nochmal 1000 Euro als Almosen drauf. Am besten wäre es gewesen, alle Seiten hätten verzichtet. Das wäre konsequent gewesen angesichts der Situation. Wann kommt denn jetzt die Prämie, weißt du das? Naja, nach der Betriebsratswahl denke ich. Also wird es vielleicht nächste Woche die Info bekommen. Also gestern wurde angekündigt, das soll nochmal im Vorstand beraten werden. Und nun werden wir am Freitag erfahren, Thomas, wie die Betriebsratswahlen ausgegangen sind. Das ist ja insbesondere in Wolfsburg spannend mit den vielen Listen und der starken Opposition. und genau darüber wollen wir in einer Woche sprechen. Unter anderem. Unter anderem, genau. Bis dahin sagen wir Tschüss und wir freuen uns auf euch. Bleibt gesund. Bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal.